Die folgenden fünf Fragen werden regelmäßig von den unterschiedlichsten Köpfen der Buchbranche beantwortet und die Interviews werden hier im Blog veröffentlicht. Dadurch entstehen Beiträge, die zum einen Aufmerksamkeit auf jene lenken, die “was mit Büchern machen”, und die zum anderen die Veränderungen und Herausforderungen in den verschiedenen Bereichen der Branche sichtbar werden lassen. Wenn Sie ebenfalls teilnehmen möchten, senden Sie Ihre Antworten und ein Bild von Ihnen bitte an Leander Wattig. Als Inspirationsquelle könnten Ihnen die bisherigen Interviews dienen. (Jedoch behalte ich mir vor, nicht alle Zusendungen zu veröffentlichen.)

Norman Gluske

Wer sind Sie und was machen Sie mit Büchern?

Mein Name ist Norman Gluske, ich bin einer der Gründer von epagee.com, einem Online-Kiosk und einer Community für digitale Publikationen. Wir arbeiten mit epagee an einer Plattform für Unternehmen, Verlage, Herausgeber und Autoren, die digitale Publikationen, insbesondere Magazine, Bücher, Zeitungen und Kataloge als digitale Dokumente veröffentlichen möchten.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei Ihnen aus?

Leider können wir epagee momentan nicht soviel Zeit widmen, wie wir es uns wünschen, weil alle Beteiligten derzeit noch Berufe in Vollzeit ausüben. Deshalb kann ich mich persönlich um epagee erst am Abend oder am Wochenende kümmern. Die Kommunikation bestimmt momentan einen Großteil meiner Arbeitszeit, denn es gilt, Herausgeber von den Vorteilen einer Veröffentlichung bei uns zu überzeugen. Die Plattform muss zusätzlich aber regelmäßig weiterentwickelt werden, deshalb überlegen wir uns ständig neue Features, die bei den Nutzern ankommen und weitere Vorteile für Herausgeber bringen. Daneben gibt es auch noch eine kleine Familie, die mich dann wieder entspannt und genau der richtige Ausgleich zum aufregenden Arbeitsleben ist.

Wie hat sich Ihre Arbeit in den letzten Jahren bzw. in der letzten Zeit verändert?

Die Gründung eines eigenen Unternehmens erfordert viel Geduld und Engagement. Die Lernkurve ist gigantisch und der ein oder andere Fehler kommt auch vor. Dennoch bereue ich diesen Schritt nicht. Denn neben dem erlangten Wissen macht die Gründung eines eigenen Unternehmens sehr viel Freude, insbesondere wenn man positive Feedbacks erhält und das Unternehmen nachhaltig wächst. Dazu darf es keinen Stillstand geben, wir entwickeln aktuell viele interessante Features und werden in diesem Jahr tolle Dinge vorstellen, die eventuell sogar die Verlagsbranche revolutionieren. Zusätzlich gibt es jede Menge interessante Kontakte, die ich sonst definitiv nicht kennengelernt hätte.

Was ist ein typisches Problem bei Ihrer Arbeit, für das Sie eine Lösung suchen?

Mein größtes Problem ist momentan die fehlende Zeit, eigentlich müsste ich weitaus mehr Aufgaben in weniger Zeit absolvieren. Aktuell übersetzen wir die Seite in weiteren Sprachen und das erfordert eine Menge Aufwand. Dazu gibt es noch viele weitere Dinge zu organisieren und das eigene Netzwerk muss auch gepflegt und weiter ausgebaut werden. Die Bürokratie raubt einem zusätzlich weitere Zeit, die man lieber für Dinge aufwenden würde, die das Unternehmen weiterbringen und nicht das Wachstum blockieren.

Wo finden wir Sie im Internet?

Man findet mich selbstverständlich auf epagee.com aber auch in den bekanntesten sozialen Netzwerken, denn der Bereich Online-Marketing ist nicht nur Beruf, sondern auch Passion.

Bildquelle: Norman Gluske
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Dennis Schmolk (24) beendete sein Studium der Buchwissenschaft in Erlangen mit einer Arbeit über Social-Media-Strategien im Verlagsmarketing und beleuchtete dabei den Wandel der Beziehung zwischen Unternehmen und Kunden. Außerdem ging er der Frage nach, ob sich Werbung und Inhalt noch strikt trennen lassen. In diesem Gastbeitrag berichtet er kurz über seine Ergebnisse.

Im Rahmen meiner Bachelorarbeit ging ich zwei Grundfragen nach, die mit der Digitalisierung zusammenhängen: Wie haben soziale Medien, also Netzwerke wie Facebook, interaktive Unternehmensauftritte, themenbezogene Foren oder Weblogs wie dieses hier, die Beziehung zwischen den Unternehmen und ihren Kunden geprägt? Und in welchem Verhältnis stehen heute „Content“ (also die Inhalte, die etwa Verlage verkaufen) und Werbung für diesen Content?

Wie erzählen und erleben wir in Zukunft Geschichten?

Dabei hat mich vor allem der Publikumsmarkt interessiert: Wie werden Geschichten morgen erzählt und was können soziale Medien dazu leisten? Und wie müssen Verlage, die Geschichten erzählen, auf ihre Kunden zu- und eingehen?

Bei den Vorüberlegungen stellte ich vier Thesen auf, die ich aus der Branchendiskussion und meinen Beobachtungen ableitete:

  1. Nutzer wollen an Inhalten teilhaben – sowohl an ihrer Erstellung wie an ihrer Verbreitung.
  2. Marketing und Werbung müssen unterhaltsame Inhalte bieten.
  3. Es zahlt sich für Verlage aus, von Nutzern erstellte Inhalte zu fördern.
  4. „Werbung“ und „Content“ sind nicht mehr getrennt zu denken.

Für die Arbeit selbst wertete ich die Branchendiskussion weiter aus und führte zwei Experteninterviews: Mit dem Betreiber dieser Seite und mit Thomas Zorbach von vm-people, einer Agentur für modernes Marketing. Letzteres ist auf meinem neuen Blog alles-fliesst.com veröffentlicht: Teil 1, Teil 2 und Teil 3.

Für meine Thesen fanden sich diverse Belege. Die Nutzer-Beteiligung zeigt sich etwa bei Fan-Fiction, also von Fans einer bestimmten Erzählwelt produzierten Inhalten, die nicht immer mit dem „offiziellen“ Bild dieser Welt übereinstimmen müssen. Nutzer wollen zudem nicht mehr nur durch einen Kanal Geschichten erleben: Bei „Alternate Reality Games“, einem Marketinginstrument, nehmen sie aktiv an einer Geschichte teil, indem sie Spuren folgen, miteinander und mit Charakteren aus dem beworbenen Buch kommunizieren. Die Fans werden Teil der Erlebniswelt ihres Lieblingsbuchs.

Rechtsunsicherheit ist ein Hemmschuh

Aber die Nutzer machen auch gerne bei der Werbung für diese Produkte mit: Sie reden gerne online (und natürlich auch offline) über interessante, unterhaltsame Bücher, schreiben Kundenrezensionen und erstellen teilweise eigene Inhalte. Jedenfalls dann, wenn meine zweite These zutrifft: Unterhaltsame Werbung, gut gemachte Trailer oder spielerische Kampagnen, ziehen Kunden an und werden weiter verbreitet. In sozialen Netzwerken erreichen sie „Multiplikatoren“, Nutzer, die viele Kontakte und eine gute Reputation haben – und denen zugehört wird.

User Generated Content“ wie Fan-Fiction, Rezensionen, Websites zu Büchern und ihren Kosmen wird nicht nur von den Kunden erwartet, sondern ist auch für Verlage eine gute Möglichkeit, ihre Werbebotschaften und ihre Inhalte zu verbreiten und damit auch zu verkaufen. Wichtig ist hierbei, dem größten Problem entgegen zu wirken: Sowohl bei Verlagen wie auch bei Fans herrscht eine große Rechtsunsicherheit, ob diese Inhalte legal sind. Verlage sollten Richtlinien veröffentlichen, wie solche Inhalte zu erstellen sind, und dabei im Auge behalten, dass sich Restriktionen hier nicht auszahlen werden.

Werbung und Inhalt verschmelzen

Transmedia Storytelling“ bedeutet, dass Geschichten innerhalb einer Erzählwelt durch verschiedene Kanäle erzählt werden. Der Prototyp transmedialer Erzählung ist das oben angesprochene „Alternate Reality Game“, das seine Teilnehmer durch Websites, Filme und auch „reale“ Ereignisse die Geschichte erleben lässt. Zu den letzteren zählen etwa Pakete mit kryptischem Inhalt oder Veranstaltungen.

Als Marketinginstrument ist ein „Alternate Reality Game“ also gleichermaßen Teil des Produkts (des Inhalts) wie der Werbung – es entsteht ein eigener Abschnitt der Geschichte, die auch den Inhalt des Buches bildet. Ein Experiment wagte der Verlag Hoffmann und Campe, der die Inhalte des „Alternate Reality Games“ zu dem Buch „Cagot“ von Tom Knox zusammen mit dem Buch als „Enhanced“ eBook veröffentlichte. Inhalte werden also zu Werbemitteln, Werbung produziert Inhalte. Beide Kategorien sind nicht mehr klar zu trennen.

Spannende Fragen für die Zukunft bleiben etwa die, wie sich transmediale Elemente im Bereich des Self-Publishing einsetzen lassen, ob sie Anwendung außerhalb von Unterhaltungsmedien finden (z.B. für den Fach- und Sachbuchbereich) und wie sich der Dialog von Kunden und Unternehmen künftig gestaltet (und gestalten lässt). Denn eine Erkenntnis des Web 2.0 bleibt auf jeden Fall wahr: Ohne Dialog geht es nicht mehr, der Kunde will nicht einseitig „informiert“ werden. Er will mitreden.

Bildquelle: Dennis Schmolk
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Claudia Martini

Claudia Martini präsentiert sich als Frau in Stöckeln auf dem großen Marktplatz der Bücherwelt. Nun gewährt sie uns regelmäßig Einblicke in ihre bizarre Welt des Selfpublishing, der Selbstvermarktung und ihre täglichen Herausforderungen als „Jungautorin“.

Ja, leider stimmt das! Keiner hat behauptet, dass die Veröffentlichung eines Buches leicht wäre und schon gar nicht, wenn man alles in Eigenregie machen muss. Mittlerweile ist mein Manuskript lektoriert und korrigiert. Ich habe endlich den finalen Titel gefunden. Eins sei hier schon verraten: Er fängt mit “Die Frau in Stöckeln -” an.

Jetzt muss ich mich nur noch für ein Cover entscheiden – und das ist verdammt schwierig. Ich wünschte ich hätte einen Verlag, der mir diese Entscheidung abnimmt – noch eine Last, die ich gerne von meinen Schultern nehmen lasse. Aber da dies nicht der Fall ist, verlasse ich mich auf Freunde und Bekannte, die mir Tipps und ihre Einschätzung zum Cover geben und natürlich auf meine Grafikdesignerin Susanne Schattmann, die mit Geduld und künstlerischem Verstand meine Vorstellungen umsetzt. Aber am Ende steht man alleine da und muss sich entscheiden … na ja, keiner hat gesagt, dass es leicht wird.

Zwischenzeitlich lasse ich meine Hauptfigur weiterhin aus dem Jahr 2004-2007 auf Facebook und Twitter #FiS2.0 plaudern und bereite alles für die Konvertierung meines Manuskriptes in das Kindle-Format vor (was den Kauf eines Kindles mit beinhaltet). Dann muss ich auch noch einen ordentlichen Klappentext verfassen, nicht so etwas Schreckliches wie in meinem letzten Artikel hier auf wasmitbuechern.

Und, da Schreiben eine Art Sucht ist, arbeite ich parallel an dem Plot und der Kapitelerstellung meines zweiten Krimis, der zu einer Reihe gehört, die Internet, Online-Spiele oder Social Media als Thema haben … Mein erster Krimi klopft derweil an die Pforten von einigen Verlagen und versucht, sich Eintritt zu verschaffen. Daher kommt zu meiner Arbeit als Autorin und Selbstverlegerin noch das sich alle 30 Minuten wiederholende Abrufen meiner E-Mails unter kontakt@claudiamartini.de dazu, um zu sehen, ob nicht gerade jetzt die Zusage für meinen Krimi eingetrudelt ist.

Denn, ja, ich suche immer noch nach Verlagen, die mit mir zusammenarbeiten wollen. Ja, ich möchte lieber nur schreiben, als all das andere auch noch zu erfüllen, was ich oben beschrieben habe. Aber auch, ja, ich nehme lieber all diese Mühen auf mich, selbst zu veröffentlichen, bevor meine Manuskripte ungelesen in irgendeiner Schublade verschwinden. Und wenn ich meine 2.040 Freunde aus Facebook verpflichte, mein ebook demnächst zu kaufen, dann hat sich die Mühe schon gelohnt! Auch wenn keiner gesagt hat, dass es leicht wird!

Von Autoren für Autoren: das AutorenCamp
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Dank Internet und digitaler Technik kann heute ansich jeder zum Autor werden. Aber es reicht ja nicht, “nur” ein Buch zu veröffentlichen oder etwas ins Netz zu stellen, um gelesen zu werden. Man muss auch sichtbar sein. Das gilt für Verlagsautoren ebenso wie für Blogger und Web-Publisher.

Überhaupt gleichen die neuen technischen Möglichkeiten oft einem Dschungel, in dem man sich allzu leicht verlaufen und viel Zeit verlieren kann. So wird gefühlt jeden zweiten Tag eine neue Plattform im Internet als die Zukunft gefeiert oder es wird ein neues Tool als unabdingbar dargestellt. Zudem sind schon Plattformen wie Facebook eine Wissenschaft für sich. Das Gleiche gilt für die neuen Publikationsinstrumente wie E-Books, Kindle-Store, iBookstore etc.

Außerdem gilt, was selbst eine überaus erfolgreiche und ehemals reine Self-Publishing-Autorin wie Amanda Hocking für sich festgestellt hat: I want to be a writer. I do not want to spend 40 hours a week handling emails, formatting covers, finding editors, etc. Right now, being me is a full-time corporation.

Fakt aber ist, dass man sich als Autor mit den neuen Möglichkeiten wird auseinander setzen müssen. Auch viele Verlage gehen dazu über, spezielle Seminare für ihre Autoren anzubieten, um sie fit für die digitale Welt zu machen. Das Problem aber ist dabei, dass oft irgendwelche selbsternannten Social-Media-Experten auf den Plan treten und versuchen, den Autoren die Welt zu erklären. Oder die technischen Geräte selbst werden – was auch auf den Buchmessen oft vorkommt – einfach nur präsentiert und es bleibt der Fantasie des betrachtenden Autors überlassen, was damit anzufangen sei.

AutorenCamp

Daher ist es eine tolle Sache, dass die Leipziger Buchmesse dieses Jahr als Teil von autoren@leipzig am Buchmesse-Wochenende (17.-18.03.2012) eine von Franz Patzig mit meiner Unterstützung organisierte spezielle Plattform für Autoren bietet, die es in der Form bisher noch nicht gegeben hat: das AutorenCamp. Die Grundidee ist, dass hier Autoren selbst ihren Kollegen vorstellen, wie sie mit den neuen Techniken umgehen, welche Erfahrungen sie gemacht haben und welche Fragen offen sind und diskutiert werden sollten. Also ein Austausch auf Augenhöhe unter Autoren. Thematisch ist die Veranstaltung aber offen. Es können alle Themen diskutiert werden, die Euch interessieren. Es geht also nicht nur um Technik oder Selbstvermarktung.

Das Konferenzformat nennt sich “BarCamp“: Die Idee hinter dem Format ist, dass es sich zwar um eine Konferenz handelt, aber ohne vorgefertigtes Programm. Konkret bedeutet das, dass die Teilnehmer vor Ort bestimmen, was auf die Agenda kommt. So präsentiert jeder Teilnehmer, der mag, ein Thema, über das er gern in Form eines kurzen Vortrags oder Workshops sprechen möchte. Dann wird abgestimmt und jeder besucht die Programmpunkte, die er interessant findet. Insgesamt ergibt sich ein sehr interaktiver Ansatz, von dem alle Teilnehmer profitieren. Es ist eben nicht die typische Konferenz, bei der viele nur passiv herumsitzen und sich Sachen anhören, die sie vielleicht nicht wirklich interessieren. Mehr Informationen zum BarCamp-Format gibt es hier. Ich beantworte aber auch gern Fragen in den Kommentaren.

Vonseiten der Leipziger Buchmesse ist es ein starkes Zeichen, dass sie eine solche Veranstaltung möglich macht. Sie ist zwar ein Kunde von mir, ich unterstütze die Aktion aber nicht deshalb, sondern weil ich davon überzeugt bin, dass diese Art von Austausch wirklich hilft und genutzt werden sollte.

Was muss ich als Autor tun, um teilzunehmen?

Die Sache ist ganz unkompliziert. Einfach hier anmelden. Über die Plattform mixxt organisieren wir die Veranstaltung. Die Teilnahme an den beiden Konferenztagen wird im Verlauf dieser Woche freigeschaltet und schon jetzt könnt Ihr Euch auf die Warteliste setzen. Zudem könnt Ihr auch schon Themenvorschläge einbringen, sodass die anderen sehen, wofür Ihr Euch interessiert.

Natürlich ist eine solche Konferenz auch mit Kosten verbunden, weshalb sich Franz Patzig über Sponsoring-Anfragen ebenfalls freut.

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Danke

von Leander Wattig am 10. Februar 2012

Ich weiß noch, wie ich 2009 vorm Start von “Ich mach was mit Büchern” die Worte googelte und es zeigte exakt 0 Treffer. Jetzt hab ich’s mal wieder gemacht und es sind nicht weniger als 1 Million Treffer. Wahnsinn. Ein Riesen-Dankeschön an Euch alle, dass die Idee auch 2012 noch quicklebendig ist! :)

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Die folgenden fünf Fragen werden regelmäßig von den unterschiedlichsten Köpfen der Buchbranche beantwortet und die Interviews werden hier im Blog veröffentlicht. Dadurch entstehen Beiträge, die zum einen Aufmerksamkeit auf jene lenken, die “was mit Büchern machen”, und die zum anderen die Veränderungen und Herausforderungen in den verschiedenen Bereichen der Branche sichtbar werden lassen. Wenn Sie ebenfalls teilnehmen möchten, senden Sie Ihre Antworten und ein Bild von Ihnen bitte an Leander Wattig. Als Inspirationsquelle könnten Ihnen die bisherigen Interviews dienen. (Jedoch behalte ich mir vor, nicht alle Zusendungen zu veröffentlichen.)

Wer sind Sie und was machen Sie mit Büchern?

Mein Name ist Alexander Karl, ich bin Student – und Schriftsteller. Bereits mit 16 Jahren habe ich mit meinem Jugendroman „Real me – Die Suche nach dem wahren Ich“ begonnen. Eigentlich wollte ich mich während einer langweiligen Unterrichtsstunde nur etwas ablenken und habe eine Geschichte auf meinen Collegeblock geschrieben. Die seitdem deutlich überarbeitete Version erscheint dieses Jahr im Frühjahr/Sommer im Papierfresserchens MTM-Verlag.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei Ihnen aus?

Ich lebe nicht vom Schreiben – es wäre aber ein Traum, das eines Tages zu können. Ein typischer Tag beinhaltet daher vor allem viel Arbeit für die Uni und meinen Nebenjob: Ich betreue den medienkritischen Blog der Medienwissenschaft in Tübingen. Wann immer es sich aber anbietet, blogge ich über „Real me“, schreibe an Büchern oder Kurzgeschichten oder versuche, Stück für Stück Fuß im Buchmarkt zu fassen.

Wie hat sich Ihre Arbeit in den letzten Jahren bzw. in der letzten Zeit verändert?

Schreiben ist und bleibt für mich eine Leidenschaft. Waren meine ersten Gehversuche aber früher noch sehr unsicher, weiß ich mittlerweile, wie der Buchmarkt funktioniert und habe meine Naivität abgelegt. Nur, weil man ein Buch schreibt, kann man noch lange nicht von einer Veröffentlichung ausgehen, geschweige denn davon, vom Schreiben leben zu können. Schreiben hat viel mit Kreativität zu tun, aber es ist auch ein Handwerk und vielleicht noch etwas mehr ein Glücksspiel.

Was ist ein typisches Problem bei Ihrer Arbeit, für das Sie eine Lösung suchen?

Ich träume davon, einen Bestseller zu schreiben. Und damit wären wir wieder beim Glücksspiel: Der Zeitpunkt und das Thema muss richtig sein, eine Agentur und ein Verlag müssen an einen glauben. Und natürlich müssen die Leute das Buch mögen. Dass das alles zusammenkommt, ist wie der berühmte Sechser im Lotto. Aber ich werde es weiter probieren: Ich habe noch viele Ideen, das Internet eröffnet viele Möglichkeiten, die es nur zu nutzen gilt. Ich glaube, dass durch Enhanced-Books ein toller neuer Markt entsteht, den man sehr kreativ nutzen kann. Als Medienwissenschaftler bringe ich dafür gute Voraussetzungen mit.

Wo finden wir Sie im Internet?

Es gibt einen Blog zu meinem Jugendroman „Real me – Die Suche nach dem wahren Ich“: www.realmebuch.wordpress.com. Außerdem gibt es eine Seite auf Facebook. Wer mich persönlich kennen lernen und lesen hören möchte, kann dies am 18.3.2012 auf der Leipziger Buchmesse. Wann und wo genau, erfährt man – na klar – auf dem Blog oder bei Facebook. Übrigens: „Real me“ kann schon vorbestellt werden.

Bildquelle: Alexander Karl
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Die folgenden fünf Fragen werden regelmäßig von den unterschiedlichsten Köpfen der Buchbranche beantwortet und die Interviews werden hier im Blog veröffentlicht. Dadurch entstehen Beiträge, die zum einen Aufmerksamkeit auf jene lenken, die “was mit Büchern machen”, und die zum anderen die Veränderungen und Herausforderungen in den verschiedenen Bereichen der Branche sichtbar werden lassen. Wenn Sie ebenfalls teilnehmen möchten, senden Sie Ihre Antworten und ein Bild von Ihnen bitte an Leander Wattig. Als Inspirationsquelle könnten Ihnen die bisherigen Interviews dienen. (Jedoch behalte ich mir vor, nicht alle Zusendungen zu veröffentlichen.)

Wer sind Sie und was machen Sie mit Büchern?

Mein Name ist Dan Bender und ich bin Geschäftsführer der MySkoob GmbH. MySkoob ist ein junges Start-up, das Design-eBooks produziert. Wir finden, dass ein E-Book mehr sein sollte als schlicht digital verfügbar gemachter Text und so sehen wir großes Potential in hochqualitativen Design-E-Books und interaktiven E-Büchern.

Wir verlegen einen eigenen Weltliteratur-Kanon, welchen wir mit modernen Illustrationen anreichern und dazu noch den Text für E-Reader und Tablets
optimiert programmieren. Dazu haben wir in Strichpunkt Design als international bekannte und hundertfach ausgezeichnete Design-Agentur einen besonderen Partner, der diesen Wunsch mit uns teilt und für die kreative Ausgestaltung von vielen unserer Klassiker sorgt.

Ein Blog hat dieses Projekt vor einiger Zeit ganz cool zusammengefasst: MySkoob – alter Wein in neuen Schläuchen. Dass das zum Glück gut ankommt, zeigen neben dem tollen Feedback unserer Kunden auch Auszeichnungen, die wir bereits erhalten haben: Nachdem wir bereits im November vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie mit dem Preis „Kultur – und Kreativpiloten 2011“ bedacht wurden, gewannen wir gerade einen der wichtigsten Design-Awards der Welt beim 58. TDC Communication Design Wettbewerb, den Type Directors Club Award.

Des Weiteren arbeiten wir mit Verlagen und Firmen zusammen und unterstützen beim digitalen Publizieren.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei Ihnen aus?

Wir programmieren und bewerben Bücher: Unser eigenes Klassiker-Portfolio, das wir in enger Zusammenarbeit mit Designern aufbauen, und Auftragsarbeiten, welche wir in Abstimmung mit Kunden entwickeln. So verbringe ich natürlich sehr viel Zeit am Computer und am Telefon, entweder am Schreibtisch sitzend oder im Zug irgendwo unterwegs. Dazu kommen immer wieder Veranstaltungen, an denen wir teilnehmen: „Buch-Veranstaltungen“ und Gründer-Events wie zum Beispiel das IdeaLab an der WHU in Vallendar.

Ich bin froh, selbstständig und in einem kreativen Umfeld tätig zu sein, in welchem ich viele ambitionierte Menschen kennenlerne. Da stören selbst lange Arbeitszeiten kein bisschen.

Wie hat sich Ihre Arbeit in den letzten Jahren bzw. in der letzten Zeit verändert?

MySkoob ist während des Studiums gegründet worden. So hat sich in den vergangenen Monaten so ziemlich alles geändert.

Was ist ein typisches Problem bei Ihrer Arbeit, für das Sie eine Lösung suchen?

Nun, wir sind – ohne jetzt jemandem auf den Schlips treten zu wollen – in der Regel einige Jahre jünger als viele Andere, die in der Buchbranche tätig sind. Wir sind mit Internet und Videospielen aufgewachsen. Für uns ist digitaler Konsum von enhanced E-Books eine logische Konsequenz und etwas, das wir spannend finden – eine echte Chance für dieses großartige Medium. In den letzten Monaten bin ich dagegen häufig auf Menschen getroffen, die darin eine Bedrohung, ja, beinahe den Untergang vom Buch sehen.

Wir hoffen, dass wir immer mehr Menschen für das Medium begeistern können, „Fachleute“ und vor Allem auch Konsumenten. Insbesondere Smartphone-Besitzer möchten wir ansprechen und zu einer kleinen Alltagsflucht motivieren.

Wo finden wir Sie im Internet?

www.myskoob.com und natürlich auf Facebook und Twitter: www.facebook.com/myskoob und @MySkoob.

MySkoobs Romeo & Julia ist im Übrigen gerade kostenlos. Download über den iBookstore für iPhone, iPod Touch und iPad via www.myskoob.com/books/romeo.

Weitere Sprachen (auch deutsch) und Plattformen (u.A. Kindle, Kobo, Nook) folgen in wenigen Wochen.

Bildquelle: Dan Bender / schneiderphotography.de
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Annette Schwindt wollte wie so viele eigentlich einen Roman schreiben. Doch daraus wurde (noch?) nichts. Zuerst jobbte sie als Literaturkritikerin bei einer Tageszeitung, dann veröffentlichte sie Glossen und Kurzgeschichten, wurde in Buchprojekte von anderen involviert, begann zu bloggen. Inzwischen hat sie sich als Fachbuchautorin einen Namen gemacht und berät Verlage bei ihren Aktivitäten im Social Web. Hier erzählt sie von ihren Erfahrungen mit Büchern und deren Geschichte:

Im vorangegangenen Artikel habe ich über den Kultroman des norwegischen Autors Pål H. Christiansen berichtet. In diesem zweiten Teil geht es um seine Kinderbuchserie:

Pål H. Christiansen (2/3): Die Fjodor-Bücher

Als ich Pål kennenlernte, arbeitete er gerade an Band drei seiner Kinderbuchserie über den frechen Kabeljau Fjodor und seinen Freund, den Jungen Palle. Damals gab es die Bücher nur in norwegischer Sprache. Wenn ich also verstehen wollte, um was es ging, musste ich wohl oder übel ein bisschen Norwegisch lernen. Wie gut, dass die Bücher für Leseanfänger geschrieben sind! ;-)

Ich tauchte also ein ins Fjodor-Universum, lernte mehr über Zauberstiefel und das Reparieren von Fischen und konnte dabei beobachten, wie die neuen Abenteuer von diesem Unterwasser-Motzkopf entstanden. Wie lange es dauert bis ein Text fertig ist, wie dann die Illustrationen dazu kommen und schließlich das fertige Buch aussieht.

Als Påls Webmaster durfte ich auch Fjodors Webpräsenz gestalten, was bei den tollen Illustrationen von Annlaug Auestad natürlich besonderen Spaß gemacht hat. :-)

Der bisherige Höhepunkt meiner Arbeit mit Fjodor war aber die Vermittlung der Buchserie via Facebook an den deutschen Terzio-Verlag, der daraus mit Felix Janosa eine Kindermusical-Reihe nach dem Vorbild von Ritter Rost entwickelt hat. Diese Erfolgsgeschichte bekam auch viele Likes als Nominierung zur Premiere des Virenschleuder-Preises im vergangenen Jahr.

Seit Januar 2012 ist Terzio nun beim Carlsen Verlag . Pål und ich sind gespannt, wie sich das auf die Fjodor-Reihe auswirken wird. Band eins und zwei sind bereits auf Deutsch erschienen. Der dritte Band, bei dessen Entstehung ich damals den Autor kennengelernt habe, ist in Norwegen gerade neu aufgelegt worden. Insgesamt gibt es in Norwegen bislang fünf Fjodor-Bände. Also mal sehen, was ich als nächstes mit dem frechen Fisch erleben werde… ;-)

Bildquelle: NamensnennungKeine kommerzielle NutzungWeitergabe unter gleichen Bedingungen Bestimmte Rechte vorbehalten von palhchristiansen (www.phc.no)

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Wer sind Sie und was machen Sie mit Büchern?

Ich bin Gründer von Scribando – dem Literatur-Kickstarter – und versuche, spannender Literatur und den Autoren dahinter zum Durchbruch zu verhelfen.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei Ihnen aus?

Ich starte jeden Tag damit, dass ich mich darauf fokussiere, was ich mit Scribando erreichen möchte und wie wir Leser und Autoren begeistern können. Dies motiviert mich und hilft mir, die wichtigsten Dinge zu sehen und zu erledigen. Die Tätigkeiten meines Arbeitstages würde ich in etwa so aufteilen: 50% E-Mails und Gespräche, 25% Programmieren und Designen und 25% Gedanken machen, in die Zukunft blicken und planen. Am Ende des Tages ist meine To-Do Liste zumeist noch lang – aber Zeit für Familie, Freunde und Hobbys ist mir wichtig – und daher hat auch jeder Arbeitstag sein Ende. :-)

Wie hat sich Ihre Arbeit in den letzten Jahren bzw. in der letzten Zeit verändert?

Seit wir bei Scribando den Literatur-Kickstarter gelauncht haben, sind viele Tätigkeiten und Herausforderungen hinzugekommen! Da wir unseren Lesern und Autoren etwas Spannendes bieten möchten, wird mir eigentlich nie langweilig, denn es gibt immer etwas zu tun und zu verbessern! Das Gute ist: Ich lerne jeden Tag dazu und erfahre mehr darüber, wie spannende deutschsprachige Literatur am Besten verbreitet werden kann.

Was ist ein typisches Problem bei Ihrer Arbeit, für das Sie eine Lösung suchen?

Ein typisches Problem, welches ich habe, ist mit Sicherheit, zu viel Zeit vor dem Computer zu verbringen. ;-) Als Plattformbetreiber ist dies zwar nicht ungewöhnlich – jedoch hoffe ich, in Zukunft mehr Zeit für Gespräche, Neues, Reisen und Abwechslung zu finden. Darüber hinaus suche ich spannende Kooperations-Partner in der Verlags- und Medienbranche. Wer weiterhelfen kann und Scribando spannend findet, der kann mir also eine Freude machen!

Wo finden wir Sie im Internet?

Auf www.scribando.com.

Bildquelle: Albert Griesmayr
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Michael Krüger, Verleger der Hanser Literaturverlage, spricht über den Umgang im Verlag mit unverlangt eingesandten Manuskripten:

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