Claudia Martini

Claudia Martini präsentiert sich als Frau in Stöckeln auf dem großen Marktplatz der Bücherwelt. Nun gewährt sie uns regelmäßig Einblicke in ihre bizarre Welt des Selfpublishing, der Selbstvermarktung und ihre täglichen Herausforderungen als „Jungautorin“.

Ich stehe in den Startlöchern, der Countdown läuft. Bald werde ich mein erstes Buch als ebook veröffentlichen. Das ist schon ein komisches Gefühl, dass mein Titel bei Amazon zum Verkauf stehen wird. Vor fünf Jahren wusste ich noch nicht einmal, dass ich einen ordentlichen Satz hinter den anderen, geschweige denn eine Spannungskurve in eine Handlung, bringen kann. Mein Deutschlehrer, der alte Peiniger, hätte wahrscheinlich vor Jahrzehnten sein gesamtes Hab und Gut verwettet, dass aus mir nie eine Autorin wird. Außer ErwInf, EinfInf und die KTKKFM Kommaregeln (Kausal, Temporal … oder so ähnlich?!) war mir nicht viel zu vermitteln – von dem Schreiben eines unterhaltsamen Aufsatzes mal ganz abgesehen. Sobald ich mich gegen ihn aufbäumte, bekam ich Folgendes zu hören: “Claudia, wenn Kuchen spricht, dann haben Krümel Pause!” Also beschloss ich aus dem Krümel ein Törtchen zu machen und beschaffte mir einen Globetrotter als Freund, der ungeahnte Fähigkeiten in mir erweckte. Und nun bin ich eine schreibende Cremeschnitte, die erwartungsvoll in die nahende Zukunft schaut.

Als Tablett für meinen kreativen Kuchen (bildlich gesprochen bleibe ich gerade beim Backwerk hängen) dient der Kindle. Und genau so einen haben ich mir selbst vor ein paar Wochen angeschafft, um daran meine Werke testen zu können. Das, was man verkauft, muss man auch selbst probiert haben, finde ich. Also bin ich mit meinem e-reader durch Amazon gesurft, habe mir Probeseiten von Büchern zuschicken lassen, habe gelesen, gelöscht, gestaunt und sogar meine ersten Indie-Bücher von “Kollegen” gekauft. Das eigene ebook zu erstellen und direkt zu testen, ist furchtbar einfach und sogar für Cremeschnitten wie mich möglich. Dabei geholfen hat mir auch das Literaturcafe, das mit seinem kurzen, aber treffenden “Handbuch” für die Erstellung von ebooks mich die ersten Hürden hat überspringen lassen. Und nach alledem muss ich sagen: mir macht mein Kindle immer mehr Spaß, nicht nur als zukünftiges Plattförmchen für mein eigenes ebook, sondern auch in meinem Alltag als Leser.

Aber zurück zur großen Sause! Für den Festtag habe ich alles vorbereitet: Mein Autorenprofil, der Klappentext und die Tags für Amazon stehen, das Manuskript liegt überarbeitet und konvertiert bereit, nur für ein Cover muss ich mich noch entscheiden.

Eins ist jedoch klar, meinen “alten” Deutschlehrer werde ich dazu nicht befragen. Die Torte, die mal ein Krümel war, muss sich ja nur noch entscheiden, ob sie Tortenguss Nr. 1 oder Nr. 2 nimmt!

Bildquelle: Claudia Martini

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Auf dem AutorenCamp (Anmeldung) wollen wir all die Themen diskutieren, die Autoren interessieren. Es gibt schon zahlreiche Vorschläge (hier ergänzen):

Name: Mela Eckenfels
Thema: Fanfiction – Impulsvortrag und Diskussion
Beschreibung: Fanfiction ist ein Phänomen der Genreliteratur. Leser spinnen die Geschichten weiter und hauchen Charakteren ein zweites oder drittes Leben ein. Der Autor verliert die Kontrolle über seine Ideen und was wenn dann die Werke auch noch veröffentlicht werden? Sind die Autoren von Fan-Fiction lästige Konkurrenz oder eine Chance und wie kann der Urpsurngsautor damit umgehen?

Name: Susanne Kitlinski
Thema: Pro-Action-Cafe – Crowdsourcing für mein eigenes Projekt – Interaktive Übung
Beschreibung: Das Pro-Action Cafe ist eine Ort für kreative und aktionsorientierte Conversation and der Teilnehmende ihr eigenes Projekt, Ideen, Fragen mitbringen und Unterstützung bekommen ihr Anliegen weiter zu bringen.

Name: Uwe Kullnick,
Thema: Kinderbücher müssen farbig sein?
Beschreibung: Produktion und Nutzung von eBook Kinderbüchern. Im deutschsprachigen Bereich haben sicher noch wenige Kinder einen e-book reader. Obwohl die theoretische Nachfrage auch nach Kinderbüchern gestiegen ist, sind die Verkaufszahlungen überschaubar. Rückmeldungen von interessierten Erwachsenen ergaben, dass sie die Bücher eher noch als Vorlesebücher nutzen, als ihren Kids ihren Reader/iPad überlassen wollten. Auch bemängelten sie die Farblosigkeit der meisten echten Reader. Gibt es ähnliche Erfahrungen, wie könnten Kinderbücher aus dem Schattendasein, der Literatur für Erwachsene heraustreten? Ist das Apple Projekt für Schulbücher ein Weg in diese Richtung.

Name: Alexander Karl
Thema: Junge Autoren in Deutschland
Beschreibung: Junge Autoren in Deutschland haben es schwer – viele Verlage setzen primär auf “erfahrene” Autoren aus dem In- und Ausland. Welche Möglichkeiten gibt es für junge Autoren? Wie kann man sich selbst vermarkten (oder es zumindest versuchen)?

Name: Olaf Trunschke
Thema: What the fuck is an ebook?
Beschreibung: E-Books sorgen für Schlagzeilen. Dabei ist die neue Art des Lesens eine alte Geschichte. Generationen von Lesegeräten erfreuen die Sammler von Gadgets. Und auch die Idee selbst hat lange Tradition:
Hypertext & Hypermedia – die genialen Visionen von Ted Nelson sind in Wikipedia und überhaupt im Web 2.0 zur Wirklichkeit geworden. Zu »Literary Machines« wurden Notebook, iPad und E-Book-Reader nicht: Der Computer blieb ein Papier-Simulator. – Enriched und enhanced E-Books, die Tümpel und Oasen in der ePub-Wüste, sind nicht das Ziel der Reise.
Ein Medium »E-Book«, das mehr ist als nur eine andere Datensammlung, wird Text und Ton, Video, Zeit und Zufall miteinander verschmelzen. Echtzeitdaten aus dem Netz verändern Inhalt und Struktur. Der Leser wird zum Komplizen. Geschichten erwachen zum Leben. – Visionen aus Autorensicht …

Name: Olaf Trunschke
Thema: Self-Publishing – Vision und Wirklichkeit
Beschreibung: Nicht nur Newcomer, auch immer mehr gestandene Autoren gehen den Weg des Self-Publishing. Die Tore des Literaturbetriebes allerdings bleiben geschlossen: Solche Bücher werden weder vom Buchhandel auf-, noch vom Feuilleton wahrgenommen. Reichen die Website und das Social Media Marketing aus, um die potentiellen Leser zu erreichen?

Name: Karl Olsberg (alias Karl von Wendt)
Thema: Social Writing
Beschreibung: Kurz nach der Messe startet das erste auf dem Open Collaboration-Prinzip basierende Social Writing-Projekt. Ich würde das Projekt gern vorstellen und mit Euch diskutieren, was Social Writing ist und was es für Autoren und Verlage bedeuten kann. (Das Thema passt gut zu Mela Eckenfels’ Fanfiction-Thema – vielleicht können wir das kombinieren).

Name: Hilke-Gesa Bußmann und Jannis Plastargias
Thema: Social Media Tools für Autor_innen – eine Diskussion mit Ergebnissicherung
Beschreibung: Ist heutzutage eine Fanpage auf Facebook ein Muss für Autor_innen, die einen Roman veröffentlichen? Nutzt es mir, Marketing in Google+, MySpace oder XING auszuprobieren? Wie mache ich auf Twitter auf mein Buch aufmerksam? Muss ich diese Maßnahmen mit einem eigenen Blog flankieren? Ist das nicht alles verlorene Liebesmüh´? Was bringen solche Plattformen wie lovelybooks, Gedanken-sind-frei oder bilandia? Welche Tools nutzen die Teilnehmer_innen dieses Seminars? Ziel nach einer kurzen Einführung der beiden Referent_innen wird es sein, Methoden und Möglichkeiten zu sammeln und zusammenzustellen, die man dann nach dem Autorencamp auf einer Facebook-Seite zur Diskussion und um Bitte um Ergänzung stellen kann…
 
Links:

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Liebe Nachwuchsautoren!

Fiebern Sie der Leipziger Buchmesse entgegen, um einen Verlag von Ihrem Text zu überzeugen? Dann suche ich Sie!

Ich heiße Maximilian Nowroth, studiere BWL in Mannheim und mein Traumberuf ist Journalist. Ich bin Stipendiat der Journalistischen Nachwuchsförderung der Konrad-Adenauer-Stiftung und berichte mit 15 anderen Nachwuchsjournalisten von der Leipziger Buchmesse. Gemeinsam mit meiner Kollegin Jenna Behrends würde ich gerne eine Nachwuchsautorin oder einen Nachwuchsautor auf der Messe begleiten.

Uns interessiert, mit welchen Erwartungen Sie nach Leipzig kommen, welche Herausforderungen Sie meistern müssen, und natürlich – ob Ihr Traum von einem Vertrag Wirklichkeit wird.

Bitte melden Sie sich unter maximilian.nowroth@googlemail.com, um Details zu besprechen.

Ich wünsche Ihnen in jedem Fall viel Erfolg auf Ihrem beruflichen Weg!

Ihr Maximilian Nowroth

Bildquelle: Maximilian Nowroth

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Die folgenden fünf Fragen werden regelmäßig von den unterschiedlichsten Köpfen der Buchbranche beantwortet und die Interviews werden hier im Blog veröffentlicht. Dadurch entstehen Beiträge, die zum einen Aufmerksamkeit auf jene lenken, die “was mit Büchern machen”, und die zum anderen die Veränderungen und Herausforderungen in den verschiedenen Bereichen der Branche sichtbar werden lassen. Wenn Sie ebenfalls teilnehmen möchten, senden Sie Ihre Antworten und ein Bild von Ihnen bitte an Leander Wattig. Als Inspirationsquelle könnten Ihnen die bisherigen Interviews dienen. (Jedoch behalte ich mir vor, nicht alle Zusendungen zu veröffentlichen.)

Wer sind Sie und was machen Sie mit Büchern?

Wir sind Inci Bürhaniye und Selma Wels, sich meist liebende Schwestern, in Deutschland geboren und aufgewachsen, anständige Kinder echter türkischer Eltern. Wir haben binooki 2011 in Berlin gegründet, um türkische Gegenwartsliteratur auf Deutsch zu verlegen und damit die Kulturen unserer beiden Heimaten zu verbinden. Und das jenseits von allen breitgetretenen Stereotypen. Wir geben jungen türkischen Autoren eine deutsche Stimme, verlegen Belletristik und deutsche Erstübersetzungen türkischer Klassiker. Das hat bisher gefehlt. Also machen wir es einfach selbst. Wir möchten künftig um die zehn Titel pro Jahr veröffentlichen – auf Papier gedruckt und auch als E-Book.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei Ihnen aus?

In unserem Büro in Berlin-Kreuzberg startet der Tag spätestens um 9:30 Uhr und hört in der Regel irgendwann nach 19 Uhr – zumindest im Büro – auf. Dabei verbringen wir überwiegend digital eine gute Zeit mit unseren Autoren, Übersetzern, Lektoren und noch vielen mehr, die weitflächig über Europa verteilt sind. Persönlich treffen wir die Berliner. Zu ihnen gehören unsere Grafikerin, unser Webdesigner und die Programmierer.

Den häufigsten telefonischen Kontakt hatten wir in den letzten Wochen allerdings mit Frau Marx von der Leipziger Buchmesse (zuständig für Halle 5), die uns Neulinge mit einer unnachahmlichen Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft unsere selbst noch so seltsamsten Fragen immer auf herzlich sympathische Weise beantwortet und ohne die wir wahrscheinlich ziemlich aufgeschmissen wären.

Und nach dem offiziellen Ende eines Arbeitstages beantworten wir manchmal um 22:58 Uhr auch 5 Fragen.

Wie hat sich Ihre Arbeit in den letzten Jahren bzw. in der letzten Zeit verändert?

Grundlegend. Wir machen etwas vollkommen Neues und Anderes. Trotz oder gerade wegen fehlender Erfahrung macht es unheimlich Spaß Entscheidungen auch mal nach Bauchgefühl zu treffen. Sehr schön ist im Übrigen auch: Wir sind jetzt öfter in Istanbul.

Was ist ein typisches Problem bei Ihrer Arbeit, für das Sie eine Lösung suchen?

Also typisch ist, dass wir gerade ganz viele neue Dinge lernen und in unserer Unerfahrenheit einiges sicherlich auch anders machen als andere.

Ob das ein Problem ist? Nein, ist es nicht. Zumindest nicht ein uns bekanntes Problem. Und genau dadurch gehen wir unseren Weg so wie wir ihn gehen möchten.

Wo finden wir Sie im Internet?

www.binooki.com | facebook.com/binooki | twitter@binooki

Bildquelle: Selma Wels

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Die folgenden fünf Fragen werden regelmäßig von den unterschiedlichsten Köpfen der Buchbranche beantwortet und die Interviews werden hier im Blog veröffentlicht. Dadurch entstehen Beiträge, die zum einen Aufmerksamkeit auf jene lenken, die “was mit Büchern machen”, und die zum anderen die Veränderungen und Herausforderungen in den verschiedenen Bereichen der Branche sichtbar werden lassen. Wenn Sie ebenfalls teilnehmen möchten, senden Sie Ihre Antworten und ein Bild von Ihnen bitte an Leander Wattig. Als Inspirationsquelle könnten Ihnen die bisherigen Interviews dienen. (Jedoch behalte ich mir vor, nicht alle Zusendungen zu veröffentlichen.)

Wer sind Sie und was machen Sie mit Büchern?

Was ich mit Büchern mache? Ich schreibe sie, ich lese sie, ich schreibe in sie hinein, während ich sie lese, und in den neunziger Jahren habe ich sie kopiert, getackert, geheftet, geschmuggelt, verlegt und mit der Auflage eines Buches, bei dem ich nur Herausgeber war, habe ich mir einen Schreibtisch gebaut, über dessen Ausmaße König Ludwig XIV. in Verzückung geraten wäre. Für meine Geschichten habe ich meine Freiheit, meine Liebe, meine Gesundheit und meine Zukunft riskiert. Ich bin Autor.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei Ihnen aus?

Mein typischer Arbeitstag beginnt um 6.30 Uhr, bevor meine Familie aufwacht. Mit einer Tasse guten Kaffee und zwei großen Scheiben Brot, eine süß, eine deftig belegt, verziehe ich mich unter das Dach in mein Büro. Dann schreibe ich. Bis 11 Uhr braucht niemand anzurufen, ich gehe nicht ans Telefon. Bis 12 Uhr tue ich das, ebenso checke ich Email und Social Media, danach hole ich Charlie von der Grundschule ab. Meine Liebe kocht lecker Mittagessen – und wenn das mediterran ausfällt, trinke ich gerne ein Glas Shiraz oder Merlot dazu. Wir essen gerne italienisch. Meistens viermal die Woche. Um 13.45 Uhr gehe ich mit einer zweiten Tasse guten Kaffee wieder ins Büro und schreibe oder korrigiere, wobei ich bis mindestens 15 Uhr nicht ans Telefon gehe. Zwischen 16 und 17 Uhr ist mein Arbeitstag zu Ende.

Wie hat sich Ihre Arbeit in den letzten Jahren bzw. in der letzten Zeit verändert?

In dem Rhythmus arbeite ich seit 2008. Seitdem können wir von meinen Geschichten leben. Vorher bin ich auch anderen Beschäftigungen nachgegangen, die mit Geschichtenerzählen zu tun hatten: Drehbuchdoktor, Produzent, Cutter, Kameramann … in der Zeit musste ich meine Romane schreiben, wie es die Projekte zuließen. Daher weiß ich um den Wert meines jetzigen Arbeitsalltags.

Ein kleiner Wechsel kam 2011 mit der Veröffentlichung meiner vier Ebook-Romane für 1,50 € bei Epubli (downloadbar bei Epubli.de, Amazon und iBookstore). Über die Ebooks und die Recherche dazu bin ich aktiver in den Social Media geworden und dabei geblieben, was einige Stunden pro Woche ausmacht.

Was ist ein typisches Problem bei Ihrer Arbeit, für das Sie eine Lösung suchen?

Da ich ungefähr 5 Jahre berufsfern (Pizzataxifahrer, Kellner etc.) gearbeitet habe, danach 10 Jahre berufsnah, und erst seit vier Jahren hauptberuflich Geschichtenerzähler bin, fühlt sich das für mich erstmal so an, als würde ich auf hohem Niveau klagen, wenn ich an meiner jetzigen Situation etwas auszusetzen habe. Dennoch muss ich sagen, dass wir nur aufgrund unseres bescheidenen Lebensstils von meinem Einkommen leben können. Ein Auto leisten wir uns zum Beispiel nicht – bei drei Kids. Für mich persönlich ist die finanzielle Absicherung meiner Familie das größte Problem. Abgesehen davon liebe ich jede Facette meines Berufs.

Wo finden wir Sie im Internet?

http://www.thorsten-nesch.com
http://www.facebook.com/thorsten.nesch
Twitter @TheNesch

Bildquelle: Thorsten Nesch

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Vielen Dank an Alexander Karl für die Zusendung dieses interessanten und authentischen Videos, das Einblick in die Situation von Nachwuchsautoren gibt – ein spannendes Thema für das AutorenCamp:

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Wer sind Sie und was machen Sie mit Büchern?

Mein Name ist Steffen Flügler und ich bin in Mannheim geboren, neben meiner Arbeit im psychotherapeutischen Bereich bin ich hauptsächlich als Dozent und Buchautor tätig.

Im Mai 2009 habe ich mein erstes Buch „Treppe in die Dunkelheit – Eine Suchtgeschichte“ veröffentlicht. Es handelt sich dabei um meine eigene 17 Jahre dauernde „Drogenkarriere“, die ich vor etwa 18 Jahren überwunden habe. Mit diesem Buch besuche ich Schulen, Universitäten, Betriebe und öffentliche Veranstaltungen, um einen tieferen Einblick zum Thema Abhängigkeit zu geben.

2011 wurde in der Anthologie „Geschlossene Gesellschaft?“ mein Text „Auf der Suche nach der Sucht“ veröffentlicht. 2012 wird mein neues Buch „Anti-Streber“ erscheinen, bei welchem Schulversagen im Fokus steht. Meine Veröffentlichungen haben durchweg autobiografischen Charakter.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei Ihnen aus?

Durch meine verschiedenen Tätigkeitsfelder ist mir in den letzten Jahren ein „typischer Arbeitstag“ abhanden gekommen. Es ist keine Seltenheit, dass ich meinen Wecker 4-5 Mal innerhalb einer Woche auf die verschiedensten Zeiten umstelle. Was sich bestimmt für so manchen als reinster Horror und purer Stress liest, ist für mich allerdings die reinste Freude. Die Monotonie des Alltags kann mich auf jeden Fall nicht mehr für sich einnehmen.

Wie hat sich Ihre Arbeit in den letzten Jahren bzw. in der letzten Zeit verändert?

Meine jetzige Arbeit übe ich ja erst seit wenigen Jahren aus und sammle dadurch ständig neue Erfahrungen. Mit jeder dieser Erfahrungen ändert sich zwangsläufig auch etwas in meinem Tun. Durch das Schreiben findet aber auch eine ständige Veränderung in meinem Leben statt, was ich selbst nie für möglich gehalten hätte. Schreiben und Literatur im Allgemeinen waren einmal Dinge gewesen, die ich regelrecht verabscheute. Das lag wohl zum größten Teil daran, dass ich schon in der Grundschule ausschließlich negative Erfahrung damit sammelte und irgendwann zu mir sagte, du kannst das eben nicht.

Zu meinem ersten Buch wurde ich von meiner jüngeren Schwester (u.a. Autorin) fast 2 Jahre überredet, ja fast schon genötigt. Im Prinzip fing ich damit nur an, um ihr zu zeigen, siehst du, ich kann es nicht… Allerdings entwickelte sich während dieses Prozesses so eine starke Leidenschaft dafür in mir, dass das komplette Buch schon nach wenigen Monaten fertig war und meine Schwester sinngemäß sagte, siehst du, du kannst es doch…

Gerade wenn ich vor Schülern lese und erzähle, ist mir in den anschließenden Gesprächen – die vom Charakter her eher auf Alkohol- und Drogenkonsum fokussiert sind – immer sehr wichtig, auch einzubringen, dass die persönliche Passion oft dort begraben liegt, wo man sie am wenigsten vermutet.

Was ist ein typisches Problem bei Ihrer Arbeit, für das Sie eine Lösung suchen?

Ein typisches Problem bei meiner Arbeit ist wohl die Ungeduld. Ich denke aber auch, dass ich mit diesem Problem nicht alleine dastehe. Vielen Autoren ist es wohl ein Bedürfnis, so schnell wie möglich eine große Leserschaft zu erreichen, am besten bei einem großen Verlag zu unterschreiben und einen Bestseller zu landen. Dieses Problem nimmt aber nie überhand, weil ich mich mehr auf die Dinge besinne, die ich schon erreicht habe.

Vor wenigen Jahren noch ging ich einem Beruf nach, der mich sehr unzufrieden machte. Heute übe ich eine Tätigkeit aus, die mir wirklichen Spaß macht und meinem Leben einen ganz anderen und vor allem tieferen Sinn gibt.

Ich bin zwar weder ein Mitglied in einem Yachtclub (was ich auch nicht unbedingt für erstrebenswert halte) noch besitze ich eine goldene Mastercard (würde ich schon eher nehmen), aber ich kann mit meinem Buch und den dazugehörigen Vorträgen zumindest so einigermaßen meinen Lebensunterhalt bestreiten.

An dieser Stelle möchte ich mich auch bei meiner treuen Leserschaft für den Support, die zahlreichen Leserbriefe und die vielen Weiterempfehlungen bedanken.

Wo finden wir Sie im Internet?

Im Internet bin ich zu finden unter: www.steffen-fluegler.de, auf meiner Facebook-Buchseite oder einfach Steffen Flügler googeln.

Bildquelle: Steffen Flügler

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Die folgenden fünf Fragen werden regelmäßig von den unterschiedlichsten Köpfen der Buchbranche beantwortet und die Interviews werden hier im Blog veröffentlicht. Dadurch entstehen Beiträge, die zum einen Aufmerksamkeit auf jene lenken, die “was mit Büchern machen”, und die zum anderen die Veränderungen und Herausforderungen in den verschiedenen Bereichen der Branche sichtbar werden lassen. Wenn Sie ebenfalls teilnehmen möchten, senden Sie Ihre Antworten und ein Bild von Ihnen bitte an Leander Wattig. Als Inspirationsquelle könnten Ihnen die bisherigen Interviews dienen. (Jedoch behalte ich mir vor, nicht alle Zusendungen zu veröffentlichen.)

Wer sind Sie und was machen Sie mit Büchern?

Mein Name ist Natascha Sinn und ich schreibe unter dem Pseudonym „N.T. Stray“. Geboren und Aufgewachsen bin ich im Schwabenland, in einem 4.000-Seelen-Dorf, wo man Andersartigkeit grundsätzlich ablehnt. Und bei uns war alles anders. Mein Vater und mein Onkel begingen Selbstmord, meine Brüder wurden kriminell und meine Mutter war zu städtisch. Dazu kam ich, die nicht in der örtlichen Landjugend ging, weil sie Straight Edge war und Drogen somit ablehnte. Das alles bekam ich zu spüren.

Ich begann mir à la Pipi Langstrumpf die Welt zu machen, wie sie mir gefällt, und begann früh mit dem Schreiben. Comics in der Vorschule, später dann Geschichten mit mehr Text, Abizeitung und so weiter. Kurz schrieb ich für ein Onlineportal, das sich mit Videospielen beschäftigt. Doch das Korsett der Vorgaben war mir dort zu eng.

Als gelernte Sport- und Fitnesskauffrau habe ich lange in verschiedenen Clubs gearbeitet bis ich mich entschlossen habe, das Abitur nachzuholen und zu studieren. Nach 4 Semestern Lehramtsstudium an der PH hörte ich jedoch auf, um mir in Wien ein neues Leben aufzubauen. Im Moment absolviere ich eine Ausbildung zur Trainerin in der Erwachsenenbildung. Meine Nebenjobliste geht von der Bäckerei über Lohnbuchhaltung zu Haarmodel. Und immer habe ich nebenbei geschrieben. Mein Genre wird gern in die Fantasy-Schublade gesteckt. Ich nenne es eher „theologisch angehauchte Action“. Neben diesem Projekt schreibe ich an einem autobiografischen Werk, welches im Herbst diesen Jahres fertig sein wird.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei Ihnen aus?

Ein typischer Arbeitstag beginnt mit meiner Ausbildung, in der ich vor allem mit Kommunikation zu tun habe und mich mit den Herren Watzlawick und von Thun beschäftige. Danach eine kleine Trainingseinheit, Haushalt und Blogpflege. Meistens schreibe ich am Abend bis spät in die Nacht. Notizen mache ich mir den ganzen Tag über auf alle möglichen Sachen – klassisch auf Papier oder Serviette, wenn es gar nicht anders geht auf den Unterarm. Zum Glück habe ich nun ein tolles Samsung bekommen, mit dem man seine Notizen super verwalten kann. Doch im Grunde bevorzuge ich Stift und Papier. Die Papier- und Digitalzettelwirtschaft versuche ich zeitnah aufzuarbeiten und in verschiedene Mengengerüste einzutragen. Langweilig wird es jedenfalls nie.

Wie hat sich Ihre Arbeit in den letzten Jahren bzw. in der letzten Zeit verändert?

Nachdem ich meine 5 Bücher konzipiert und das Erste fertig geschrieben habe, geht es nun an das „Geschäftliche“. Das Erstellen und Pflegen der Homepage, das Berücksichtigen von Paragrafen und Vorgaben. Recherche, Vertriebswege, Werbemöglichkeiten und -partner finden. Im Selbstverlag muss auch das alles allein bewältigt werden. Aber man lernt unglaublich viel im Do-it-Yourself-Verfahren.

Was ist ein typisches Problem bei Ihrer Arbeit, für das Sie eine Lösung suchen?

Wenn ich schreibe, bin ich kaum ansprechbar, weil alles fließt und aus meinem Kopf und Fingern muss. Ich wünsche mir eine USB-Schnittstelle am Kopf, damit ich alles für später wegspeichern kann und mich während der kreativen Zeit auch besser um mein Umfeld kümmern kann. Leider hat das noch keiner erfunden und ich bin auch fast der Überzeugung, dass es illegal wäre.

Natürlich würde ich mich freuen, wenn irgendwann mal ein Verlag auf mich aufmerksam wird und mich um einige Aufgaben erleichtert. Inzwischen bekomme ich es aber auch sehr gut selbst hin.

Wo finden wir Sie im Internet?

www.ntstray.com
Natürlich bin ich als „N.T. Stray“ auch total vertwittert und verfacebookt.

Bildquelle: Natascha Sinn

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Die folgenden fünf Fragen werden regelmäßig von den unterschiedlichsten Köpfen der Buchbranche beantwortet und die Interviews werden hier im Blog veröffentlicht. Dadurch entstehen Beiträge, die zum einen Aufmerksamkeit auf jene lenken, die “was mit Büchern machen”, und die zum anderen die Veränderungen und Herausforderungen in den verschiedenen Bereichen der Branche sichtbar werden lassen. Wenn Sie ebenfalls teilnehmen möchten, senden Sie Ihre Antworten und ein Bild von Ihnen bitte an Leander Wattig. Als Inspirationsquelle könnten Ihnen die bisherigen Interviews dienen. (Jedoch behalte ich mir vor, nicht alle Zusendungen zu veröffentlichen.)

Wer sind Sie und was machen Sie mit Büchern?

Mein Name ist Birgit Freudemann. Gemeinsam mit meinem Partner Karl-Heinz Düvel betreibe ich seit 2006 ein freies Lektorat und Korrektorat mit dem großen Vorteil für unsere Autoren: Vier Augen sehen mehr als zwei.

Als gelernte Buchhändlerin bin ich von Anfang an vertraut mit allen Fragen rund um das Buch. Nach Folgetätigkeiten bei einer Zeitungs- und einer Zeitschriftenredaktion und anschließendem Studium der Philosophie, Ethnologie und Politik mit dem Abschluss Magister Artium (M.A.) habe ich aus familiären Gründen viele Jahre lang als freie Korrektorin für einen recht bekannten Verlag gearbeitet, in späteren Jahren ein Fernstudium in Kulturtourismus und Event-Management aufgenommen.

Diese Erfahrungen sind die Basis für unser Lektorat. Die von mir vertretene geisteswissenschaftliche und belletristische Sparte ist durch die fachliche Spezialisierung meines Partners um die Komponente Landwirtschaft (Schwerpunkt tropische, subtropische Landwirtschaft, Beratung sowie standortgerechter Landbau) erweitert worden.

Wir sind sowohl Ansprechpartner für freie Autoren der Belletristik, die ihre Romane und Erzählungen oder auch Lebenserinnerungen druckreif gestalten möchten, wie auch für Studierende und Geisteswissenschaftler, die ein Korrektorat ihrer Abschlussarbeiten benötigen. Wir nehmen uns auch gern der Manuskripte von Kinderbuch- und Fachbuchautoren an, lektorieren Webtexte und Filmtexte. In seltenen Fällen, in denen Autoren und Autorinnen keine eigene Datei erstellen können, übernehmen wir die Texterfassung noch vor dem Lektorat.

Gelegentlich schreibe ich selbst, z. B. Künstlerporträts. Überdies befasse ich mich seit Jahr und Tag mit der textlichen Aufarbeitung des künstlerischen Schaffens meines verstorbenen Mannes Werner Freudemann, weitere Details können nachgelesen werden unter: www.kulturimkonvent.de

Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei Ihnen aus?

Sofern es die Auftragslage erfordert, arbeiten wir mitunter bis in den späteren Abend hinein mit wenigen Ausnahmen an jedem Tag der Woche, bearbeiten die vorliegenden Manuskripte, erledigen Korrespondenz und Telefonate, reagieren auf Anfragen, kümmern uns um Akquise, erstellen Angebote. Die Arbeit am Manuskript – sie erfordert Konzentration und Aufmerksamkeit – wird häufig unterbrochen von Anrufen einiger Autoren, die spezielle Fragen haben oder Rat suchen. Da neben der reinen Textarbeit die Autorenbetreuung ein wichtiger Bestandteil unseres Service ist, kümmern wir uns gern um die jeweiligen Belange – selbst rein private, das bleibt gar nicht aus.

Das Lesen und Bearbeiten der vorliegenden Texte ist sehr zeitintensiv, auch weil es immer wieder Recherchen oder Rückfragen bei den Autoren erfordert. Da uns die Zufriedenheit unserer Auftraggeber wichtig ist und generell die Textoptimierung uns am Herzen liegt, gehen wir sehr engagiert und einfühlsam vor. Die Autorin/der Autor sollen sich gut aufgehoben fühlen und in ihrem Text wiederfinden. Als großes Lob für unsere Arbeit verbuchen wir, wenn ein Autor nach erfolgtem Lektorat meint, wir hätten doch eigentlich fast gar nichts korrigiert, wir ihm aber nachweisen können, dass wir doch eine ganze Menge an Änderungen vorgenommen oder ganz in seiner Diktion neu formuliert haben.

Wie hat sich Ihre Arbeit in den letzten Jahren bzw. in der letzten Zeit verändert?

Nachdem ich seit Kurzem ausschließlich als freie Lektorin beschäftigt bin, habe ich wesentlich mehr Zeit für unsere Klientel und ihre Manuskripte und kann auch mal eine berufsbezogene Fortbildung, einen Workshop oder ein Seminar wahrnehmen.

Autoren werden zunehmend, fast möchte ich sagen zwangsläufig selbstbewusster in Bezug auf Veröffentlichung und nehmen gern die Möglichkeit wahr, im BoD-Verfahren ihr Manuskript zu publizieren. Sie erfahren häufig, dass sie so gut wie keine Chance haben, von einem ordentlichen Verlag anerkannt zu werden.

Verlage weisen ja mitunter darauf hin, dass sie mit Bergen von Manuskripten überhäuft werden und keine Zeit finden, frei eingereichte Werke auch nur ansatzweise zu lesen, folglich alle Manuskripte ohne Weiteres sofort “unter den Tisch fallen lassen”, – ein geradezu vernichtender Umgang mit schriftstellerischen Ressourcen und dem Kulturgut schlechthin.

Während wir in Folge früherer Bemühungen, einen ordentlichen Verlag zu finden, Exposé und Probeseiten im Auftrag unserer Autoren einreichten und vielleicht sogar Antwort erhielten – zwar stets Absagen, aber immerhin doch eine Reaktion –, werden wir heute von so manchen Lektoren/Lektorinnen angesehener Verlage völlig ignoriert. Ein bedenkliches elitäres Verhalten gegenüber Kollegen, die vermutlich gleiche Qualifikationen, gleiche Interessen hinsichtlich der Arbeit am Kulturgut Buch haben, nur eben keine Festanstellung in einem Verlag.

In der Konsequenz führt das dazu, dass wir, falls Autoren alles selbst in die Hand nehmen wollen – sei es im Selbstverlag oder via BoD –, zunehmend auch als Layouter und Setzer gefragt sein werden. Mit dem Erwerb der dafür erforderlichen Kompetenz, der Hard- und Software-Komponente bis hin zum druckfertigen Manuskript, werden wir uns folglich verstärkt befassen oder aber uns um Alternativen bemühen müssen.

Was ist ein typisches Problem bei Ihrer Arbeit, für das Sie eine Lösung suchen?

Ein großes Problem ist die Honorargestaltung. Häufig treten Autoren/Autorinnen an uns heran, weil sie einerseits wissen, dass sie eine Textüberprüfung benötigen, im Prinzip aber am liebsten gar nichts oder nur ganz wenig dafür bezahlen möchten. Lektoratsanfragen lösen immer schon einen erheblichen Arbeitsvorgang aus und sei es nur das Querlesen des Textes für einen ersten Überblick zwecks Angebotserstellung. Bereits im Vorfeld ergibt sich oft umfangreicher, zeitraubender Klärungsbedarf, Überlegungen zum Text sind anzustellen und Konzentration auf das Sujet, oft gepaart mit wertvollen Gratisinformationen für den Autor. Am Ende erfolgt auf das Angebot keine Antwort oder eine stupende Absage, weil man die Arbeit woanders billiger einkaufen konnte. Lektoren erfahren also nicht immer die angemessene Wertschätzung, sondern finden sich im Tal des Preisdumpings wieder in dem Gefühl, dass ihre Qualitätsarbeit nicht im Vordergrund steht, sondern der niedrige Preis ausschlaggebend ist. Dieser Abwertung und Geringschätzung der Lektoratsarbeit würde ich gern gegensteuern.

Doch es gibt sie, die gar nicht so seltenen rühmlichen Ausnahmen: Der Klient, die Klientin akzeptiert das Honorar, lässt uns viel ‘freie Hand’ und freut sich aufrichtig über das letztendlich überzeugende Ergebnis unseres engagierten Arbeitens.

Wo finden wir Sie im Internet?

Meine Website: www.schreibwerkstatt-bf.de gibt Aufschluss über die Arbeitsweise unseres Lektorats und die Referenzen. Verschiedene Links leiten zu meinen journalistischen Arbeiten.

Ich bin auch in dem Netzwerk: www.unternehmer-treffen.net zu finden.

Bildquelle: Birgit Freudemann

Von Autoren für Autoren: das AutorenCamp
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Annette Schwindt wollte wie so viele eigentlich einen Roman schreiben. Doch daraus wurde (noch?) nichts. Zuerst jobbte sie als Literaturkritikerin bei einer Tageszeitung, dann veröffentlichte sie Glossen und Kurzgeschichten, wurde in Buchprojekte von anderen involviert, begann zu bloggen. Inzwischen hat sie sich als Fachbuchautorin einen Namen gemacht und berät Verlage bei ihren Aktivitäten im Social Web. Hier erzählt sie von ihren Erfahrungen mit Büchern und deren Geschichte:

In den beiden vorigen Artikeln (#1, #2) habe ich bereits über meine  Zusammenarbeit mit dem norwegischen Autor Pål H. Christiansen berichtet. Hier nun noch ein dritter, abschließender Beitrag:

Pål H. Christiansen (3/3): Übersetzungen und ihre Veröffentlichung

Der Umgang mit Übersetzungen ist eine der Tätigkeiten, in die ich bei meiner Arbeit mit Pål auch hineingeschlittert bin. Pål hat eine aktive Fancommunity aus aller Welt, in der aber nur manche Norwegisch sprechen. Da es anfangs keine Übersetzungen seiner Bücher gab, haben einige Fans begonnen, diese selbst anzufertigen und Pål zur Veröffentlichung auf seiner Website zur Verfügung zu stellen. Dabei handelt es sich teils um Ausschnitte, teils aber auch um komplette Bücher!

Anfangs haben wir versucht, Verlage im jeweligen Land zu kontaktieren, die mit diesen Übersetzungen zu einer eigenen Veröffentlichung  motiviert werden könnten. Alle unsere Versuche, dies über das  übliche, nach den Vorgaben des Verlages gestaltete Einreichen eines Probekapitels zu erreichen, schlugen fehl.  Dass sich ein deutscher Verlag für die Fjodorbücher fand, ergab sich eher zufällig.

Påls bekanntester Roman  „Drømmer om storhet“ genießt unter a-ha-Fans Kultstatus. Eine Übersetzung stellt somit ein Sammlerobjekt dar, auf das viele Fans gerade in englischer Sprache schon seit Jahren gewartet hatten. Um sie nicht länger warten zu lassen, nachdem es  sich als extrem schwierig herausgestellt hatte, ohne Kontakte an englischsprachige Verlage heranzukommen, entschloss sich Pål dazu, „The Scoundrel Days of Hobo Highbrow“ in seinem eigenen kleinen Verlag Fabula als Print zu veröffentlichen und über seine Website zu verkaufen.

Auch für die italienische Übersetzung ließ sich kein Verlag finden, weshalb die Übersetzerin den Roman nun als Book on Demand bzw. eBook über lulu.com anbietet. Weitere Übersetzungen von Fans (Französisch, Spanisch, Portugiesisch) sind im Werden, Verlage haben wir bislang noch keine dazu gefunden …

Derzeit suchen wir konkret nach einem deutschen Verlag für Pål H. Christiansens preisgekrönten Roman „Humle og Honning“ (Hummel und Honig), von dem in Norwegen auch ein zweiter Band in Planung ist. Bisherige traditionelle Versuche sind nicht erfolgreich gewesen. Als Übersetzerin wäre Chrinstine von Bülow, die bereits oben genannten Roman und die Fjodorbücher ins Deutsche übertragen hat, bereits verfügbar. Von ihr stammt auch die Probeübersetzung , die wir auf Påls Website  inklusive Hintergrundinfos zugänglich gemacht haben. Vielleicht wird ja auf diesem Wege ein Verlag darauf aufmerksam? Weitere Infos gibt es bei mir unter office@schwindt-pr.com

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