… immer mit Buch

von Leander Wattig am 4. Januar 2012

Mein Großvater war viele Jahrzehnte als (selbstständiger) Buchhändler tätig. Ich liebe die alten Werbeinstrumente, welche sie damals genutzt haben. Dieses Zettelchen war z.B. dafür gedacht, auf passende Postsendungen geklebt zu werden. Kommt auch heute noch gut an. :)

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Simone Dalbert

Simone Dalbert kann nicht ohne Bücher. Als Buchhändlerin bringt sie ihre Lieblinge täglich in Umlauf und steckt Kunden mit ihrer Begeisterung an. Hier gewährt sie uns nun Einblicke in die Welt des Buchhandels, die hinter den Kulissen die eine oder andere Kuriosität zu bieten hat.

Alle Jahre wieder folgt auf das wuselige Weihnachtsgeschäft die Inventur. Alles muss erfasst, jede Postkarte und jede Rolle Geschenkpapier gezählt werden. Die Bücher können wir zum Glück scannen, ich habe auch noch die alte Methode mit Rechenmaschine und Fotoapparat erlebt. Fragt nicht.

Schon Wochen vorher fange ich an, mir Listen zu schreiben. Mit all den Dingen, die nicht gescannt, sondern von Hand gezählt und erfasst werden müssen. Damit auch ja keines vergessen wird. Das fängt bei den Kleinigkeiten wie den Postkarten im Lager an. Zu Weihnachten kauft natürlich niemand Sommerkarten, die liegen wohl verwahrt im Schrank. Da liegen sie gut, und werden gerne mal ignoriert.

Und es endet meist mit den Dingen, die man das ganze Jahr vor Augen hat und deshalb gar nicht mehr bewusst wahrnimmt. Wie zum Beispiel dem lebensgroßen Skelett, das der Jahreszeit entsprechend gekleidet herum steht und eher als Kollege, denn als Inventar, angesehen wird. Es heißt übrigens Ferdinand und trägt zur Inventurzeit meistens noch seine Nikolausmütze.

Ist dann alles gezählt, beginnt der große Scannerspaß. Ein Laptop wird mit einem Scanner und einem kilometerlangen Verlängerungskabel ausgestattet, über das jedes Jahr mindestens ein Kollege stolpert. Bisher zum Glück ohne größere Schäden an Personal oder technischer Ausstattung. Mit dem drehen wir dann die Runde im Laden. Dem Laptop, nicht dem Kollegen.

Das Inventurprogramm startet zuverlässig nicht so wie es soll. Kein Jahr, in dem ich nicht den „Es tut mir leid, aber klappt nicht!“ Anruf tätigen muss. Das Mistding denkt sich aber auch immer wieder etwas anderes aus, weshalb es nicht geht. Die Inventurverzögerung wird inzwischen schon eingeplant.

Läuft dann endlich alles, erarbeiten wir uns den Muskelkater des Jahres. Jedes Buch muss so weit aus dem Regal gezogen werden, dass der Barcode scannbar ist. Liebe Verlage, wenn ihr das hier lest, tut uns einen Gefallen und druckt den Code so nahe wie möglich am Buchrücken. Spätestens beim sechsten Regalbrett verflucht man jeden Verlag, der es genau anders herum handhabt. Ich nenne hier keine Namen.

Computer machen ja grundsätzlich nicht, was sie sollen. Mitten im Regalbrett hängen bleiben ist so eine Sache. Welches Buch hat er als letztes erfasst? Gute Frage. Manchmal ist es aber auch gar nicht seine Schuld. Vor zwei Jahren habe ich mir selbst den GAU beschert und beim Übertragen der Daten falsch geklickt. Sie waren weg. Alle.

Der Chef nahm es zum Glück mit Humor, ich habe mich selbst auch zur Genüge verflucht. Als ich die zweite Inventur in einem Jahr machen durfte.

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Stefan Krücken, Jahrgang 1975, leitet mit seiner Frau Julia den von ihnen gegründeten Ankerherz Verlag (Fb). In seiner Kolumne “Unser kleiner Verlag” gibt er uns hier nun jeden zweiten Donnerstag Einblicke hinter die Verlagskulissen.

Im Leben jedes Menschen, egal ob Astronaut, Frittenbudenbetreiber oder Ölmagnat, stellt sich irgendwann die Frage: Warum mache ich das eigentlich? Es gibt Berufe, in denen stellt sich die Sinnfrage gewiss häufiger, aber wir wollen hier nicht über Aktienhändler sprechen. In solchen Momenten erinnere ich mich an die schönen Dinge, an den wahren Grund, an den Kern dessen, warum wir Bücher publizieren. An das Gefühl, wenn der Laster auf dem Weg zur Auslieferung in Göttingen eine Palette in unserem Alten Tanzsaal ablädt, an eine Lesung, wenn Zuhörer gerührt sind, an den Stolz, wenn ein Werk ausverkauft ist. In 2011 gab es viele solcher Augenblicke, in denen nichts schöner ist, als Verleger zu sein, und der besonderste Moment hatte etwas mit der Frankfurter Buchmesse und unserem Buch „Godafoss“ zu tun.

In „Godafoss“ geht es um den Untergang des kleinen isländischen Frachters, der im November 1944 von einem deutschen U-Boot versenkt wurde, zwei Stunden vor dem Heimathafen; tragischerweise hatte sich der Kapitän entschieden, entgegen aller Anweisungen zu stoppen und englische Schiffbrüchige zu retten, deshalb war das Schiff ins Visier des U-Boots geraten. Dem isländischen Reporter Ottar Sveinsson war es gelungen, fast alle Überlebenden der Katastophe aufzusuchen und ihre Geschichten zu notieren, und ich hatte den Funker von U-300 entdeckt und interviewt. Die Arbeit am Manuskript zog sich über Monate; Ottar und ich trafen uns mehrfach in Reykjavik und in Hamburg, wir wurden Freunde. Dank Halldór Guðmundsson und Thomas Böhme, den sagenhaften Köpfen von „Sagenhaftes Island“, dem Gastland der Buchmesse, wurde ein Ereignis möglich, das keiner von uns vergessen wird: Wir brachten Sigurdur Guðmundsson, einst Matrose der „Godafoss“, einst 18 Jahre alt, und Horst Koske, damals Funker, damals neunzehn Jahre alt, erstmals zusammen.

Alle waren aufgewühlt vor dem Treffen, sehr nervös, wir überlegten, dass ein Arzt anwesend sein sollte, falls es für die alten Herren zuviel würde; je näher wir im Auto Richtung Frankfurt kamen, desto mehr war zu spüren, welche Bedeutung dieser Tag hatte. Horst Koske, 86, erzählte, dass er bis vor kurzem Alpträume durchlitt, in jeder Nacht einen Sandberg hinauflief, um darin zu ertrinken. Dann kam die große Stunde, Messehalle, isländischer Pavillon, mehrere hundert Zuhörer, es war soweit. Islands Außenminister hielt die Eröffnungsansprache, der Schauspieler Joachim Król las bewegend und wunderbar, und dann rief der Moderator die Namen der Überlebenden. Horst Koske, der gehbehindert ist, stand unsicher auf. Sigurdur Gudmundsson eilte auf ihn zu, er rief: „I don´t hate you, I love you“, dann nahmen sie sich in den Arm und die Tränen liefen, Erleichterung und Rührung, bei den alten Männern und bei allen, die diesem Moment beiwohnen durften.

Als wir Abends in einem Restaurant zusammen aßen, brummte Ottars Handy ununterbrochen. Die Begegnung war Hauptmeldung in allen Nachrichtensendungen, denn der Untergang der „Godafoss“, der 42 Menschen das Leben kostete, ist bis heute ein nationales Trauma für das kleine Land; „Spiegel online“ brachte einen feinen Beitrag, Zeitungen in England und auch der „Corriere della Serra“ berichtete. Am nächsten Morgen durften wir Islands Präsident Ólafur Ragnar Grímsson besuchen, der jedes Detail unseres Buchs bereits zu kennen schien. Das Schönste aber war, den alten Herren zuzusehen, wie sie darin blätterten, wie sie ohne Groll Fotos ansahen, sich von ihrem Leben erzählten, von den Kindern und Enkeln. Als seien sie alte Freunde, als würden sie sich schon immer kennen. Alles machte soviel Sinn an diesem Abend.

Im Frühjahr werden wir nach Island reisen, mit Horst Koske und seinem Sohn. Islands Präsident hat uns eingeladen. Wir werden die Stelle besuchen, vor einem Leuchtturm, an der die „Godafoss“ vermutlich auf dem Meeresboden liegt. Mit unseren isländischen Freunden wollen wir der Opfer der „Godafoss“ gedenken, und es gibt Überlegungen, das Friedenslicht von Reykjavik einzuschalten, eine Lichtinstallation von Yoko Ono, die sonst nur nach dem Geburstag von John Lennon in die Nacht über Island strahlt. Wir freuen uns darauf. Wieder so ein Moment.

Von links nach rechts: Stefan Kruecken (Ankerherz Verlag), Sigurdur Gudmundsson, Horst Koske, Ottar Sveinsson (Reporter Island)

Im Hafen von Reykjavik

Bildquelle: Stefan Krücken
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Vollzeit Praktikum (m/w) im Bereich Lizenzen / Film- und Hörbuchrechte bei Verlagsgruppe Random House GmbH in München 20-12-2011
Teilzeit Studentische Aushilfe bei Piper Verlag in München 20-12-2011
Vollzeit Volontariat (m/w) im Bereich Vertrieb / Produktmanagement bei Verlagsgruppe Random House GmbH in München 20-12-2011
Vollzeit Praktikum (m/w) im Lektorat Heyne Sachbuch bei Verlagsgruppe Random House GmbH in München 20-12-2011
Teilzeit Praktikant/in in den Bereichen Verlagswesen/Pressearbeit/Veranstaltungsorganisation bei Osburg Verlag / Schwindkommunikation in Berlin 20-12-2011
Teilzeit Teilzeitpraktikum im Literaturhaus mit den Schwerpunkt Social Media bei Literaturhaus Hamburg in Hamburg 19-12-2011
Freie Mitarbeit VERLAGSVERTRETER/INNEN bei hoerbuchedition words and music, ortsunabhängig 17-12-2011
Freie Mitarbeit Freier Mitarbeiter Adresspflege/Databasemanagement (m/w) bei Akademie Verlag in Berlin 16-12-2011
Teilzeit Buchhändler (m/w) bei Schöningh Buchhandlungen in Bad Kissingen 16-12-2011
Vollzeit Buchhändler (m/w) bei Schöningh Buchhandlungen in Bad Kissingen 16-12-2011
Freie Mitarbeit Global Book Markets – Join our team bei Rüdiger Wischenbart Content and Consulting, ortsunabhängig 16-12-2011
Vollzeit Volontariat Presse- und Öffentlichkeitsarbeit bei Hörbuch Hamburg Verlag in Hamburg 16-12-2011
Vollzeit Praktikum (m/w) im Lektorat Heyne Sachbuch bei Verlagsgruppe Random House GmbH in München 14-12-2011
Teilzeit Studentische Aushilfe bei Oldenbourg Verlag in München 13-12-2011
Teilzeit Studentische Aushilfen bei Oldenbourg Verlag in München 13-12-2011
Vollzeit VOLONTÄR/IN VERLAGSSERVICES bei Travel House Media in München 13-12-2011
Vollzeit Lektorats-Assistenz bei Oldenbourg Verlag in München 13-12-2011
Vollzeit Handelsmarketing-Spezialist/in Buchhandel bei Haufe-Lexware Services GmbH & Co.KG in München 12-12-2011
Vollzeit Volontariat in der Pressestelle eines Berliner Verlages bei Schwarzkopf & Schwarzkopf Verlag in Berlin 12-12-2011
Teilzeit Mitarbeit im Vertrieb bei IMAGINE Verlag in Feldafing / ortsunabhänig 12-12-2011
Freie Mitarbeit DaF – Dozenten gesucht! bei Knowledge Point GmbH in München 12-12-2011
Vollzeit Volontär Vertrieb/Marketing (m/w) bei Droste Verlag GmbH in Düsseldorf 12-12-2011
Vollzeit Praktikum (m/w) im Bereich Controlling ab Juni/Juli 2012 bei Verlagsgruppe Random House GmbH in München 09-12-2011
Freie Mitarbeit Web-Texter (rechtschreibsicher) bei Stadt Augsburg – Amt für Medien und Kommunikation in Augsburg 09-12-2011
Vollzeit Praktikanten für das Lektorat bei Schwarzkopf & Schwarzkopf Verlag GmbH in Berlin 09-12-2011
Vollzeit Praktikum Online-Marketing bei Cornelsen Schulverlage in Berlin 09-12-2011
Vollzeit Praktikum (m/w) im Bereich Inlandslizenzen bei Verlagsgruppe Random House GmbH in München 08-12-2011
Teilzeit Praktikum bei IMAGINE Verlag in Feldafing 08-12-2011
Vollzeit Praktikum (m/w) im Bereich Presse / Autorenveranstaltungen bei Verlagsgruppe Random House GmbH in München 08-12-2011
Vollzeit Gruppenleiter(in) Kundenservice bei LIBRI GmbH in Hamburg 08-12-2011
Freie Mitarbeit Web-Designer bei Stadt Augsburg – Amt für Medien und Kommunikation in Augsburg 08-12-2011
Vollzeit Praktikum in der LWL-Literaturkommission für Westfalen bei LWL-Literaturkommission für Westfalen in Münster 08-12-2011
Vollzeit Datenbank-Administrator / Entwickler (m/w) bei Deutscher Apotheker Verlag, R. Schmiedel GmbH & Co in Stuttgart 07-12-2011
Vollzeit Redaktionspraktikum im Reisemagazin-Verlag bei SD Media Services in Berlin 06-12-2011

Über die Buchbranchen-Jobbörse

Die Buchbranchen-Jobbörse ist eine kostenlose Jobbörse von Leander Wattig für die gesamte Buchbranche. Auf dieser Seite können Unternehmen kostenlos und ohne Anmeldung oder Registrierung Job-Angebote eintragen. Bewerber können – so die jobsuchenden Unternehmen diese Möglichkeit eingeräumt haben – Ihre Bewerbung direkt über diese Plattform an die vom Unternehmen hinterlegte E-Mail-Adresse senden. Die Betreiber dieser Plattform kommen mit den persönlichen Daten der Bewerber nicht in Berührung. Der Datenaustausch erfolgt direkt zwischen den Unternehmen und den Bewerbern.

Nach dem Eintragen eines Jobs wird eine Bestätigung mit dem Inhalt des Job-Angebotes an die vom Unternehmen hinterlegte E-Mail-Adresse verschickt. In dieser E-Mail befindet sich auch ein Link, über den ein nachträgliches Bearbeiten des Eintrages möglich ist.

Die Job-Einträge können abonniert werden: per E-Mail und per RSS-Feed gesondert nach Kategorien sowie über Twitter, über Facebook und über Google+. Eine Recherche von Angeboten ist bspw. über das Suchfeld möglich. Zudem lassen sich Job-Angebote u.a. nach Städten und Unternehmen sortiert anzeigen.

Das Einstellen von Job-Angeboten wird auch langfristig kostenlos bleiben.

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Die folgenden fünf Fragen werden regelmäßig von den unterschiedlichsten Köpfen der Buchbranche beantwortet und die Interviews werden hier im Blog veröffentlicht. Dadurch entstehen Beiträge, die zum einen Aufmerksamkeit auf jene lenken, die “was mit Büchern machen”, und die zum anderen die Veränderungen und Herausforderungen in den verschiedenen Bereichen der Branche sichtbar werden lassen. Wenn Sie ebenfalls teilnehmen möchten, senden Sie Ihre Antworten und ein Bild von Ihnen bitte an Leander Wattig. Als Inspirationsquelle könnten Ihnen die bisherigen Interviews dienen. (Jedoch behalte ich mir vor, nicht alle Zusendungen zu veröffentlichen.)

Wer sind Sie und was machen Sie mit Büchern?

Ich bin Ulrike Linnenbrink. Früher habe ich selbst Bücher geschrieben (Lübbe, Votum/Beltz), habe vor kurzem auch noch einen neuen Roman veröffentlicht (“Herbstliebe”, IL-Verlag, Basel 2010), mittlerweile liegt mein Schwerpunkt jedoch weniger beim Schreiben als auf der Gestaltung von Buchcovern. Das Herumspielen mit grafischen Elementen fasziniert mich absolut, die Erfolge sind auch eher sichtbar als beim Schreiben – z.B. an einem umfangreichen Roman.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei Ihnen aus?

Wirklich Typisches gibt es bei mir nicht. Nicht jeder Tag ist gleich. Das liegt immer daran, was und wie viel ich an noch unerledigten Arbeiten vor mir habe. In jedem Fall jedoch schaue ich in mein Email-Postfach und sehe nach, ob es Rückmeldungen zu meinen Layout-Vorschlägen gibt, ob sich evtl. ein neuer Cover-Kunde gemeldet hat, ob es Genehmigungen zur Verwendung von Bildern gibt, ob Rechnungen bezahlt wurden, etc. Dann sehe ich mir die Cover an, die gerade in Arbeit sind und denke darüber nach, was man daran evtl. noch besser machen könnte, ergänze, korrigiere und warte auf Daten, die mir vom Kunden u.U. noch fehlen (Klappentext, ISBN usw.).

Wie hat sich Ihre Arbeit in den letzten Jahren bzw. in der letzten Zeit verändert?

Bis darauf, dass ich mit den Jahren bei meiner Arbeit immer routinierter geworden bin, eigentlich nichts. Nach wie vor läuft in meinem Kopf umgehend so etwas wie ein Film mit Bild-Assoziationen und Farben ab, sobald ich nach einer Cover-Anfrage ein wenig über den Inhalt des Buchprojektes erfahren habe. Wie immer mache ich mich dann auf Bildersuche, arbeite mit dem Autor, der das Cover zur Selbstveröffentlichung braucht, oder mit den Verlagen, für die ich etwas zu machen habe, eng und sehr persönlich zusammen, versuche, auf alles so direkt wie möglich zu reagieren, Wünsche zu erfüllen oder von eigenen Ideen zu überzeugen. Meist habe ich damit Erfolg, manchmal jedoch “gewinnt” auch der Kunde, der von seinen festen Vorstellungen absolut nicht abweichen will. Das schmerzt mich zwar manchmal, macht aber nichts, denn er ist bei mir König.

Was ist ein typisches Problem bei Ihrer Arbeit, für das Sie eine Lösung suchen?

Als Problem würde ich es eigentlich nicht bezeichnen, aber es ist natürlich zunächst immer schwierig, für ein bestimmtes Buch das richtige/passende Bild und Gesamt-Layout zu finden – sofern ein Auftraggeber die passenden Bilder nicht gleich mit liefert (so dass es auch keine Lizenzprobleme gibt). Da ich meine Arbeit jedoch sehr, sehr gern mache, spiele ich da im Grunde auch gern ein Weilchen herum, bis es in meinem Kopf “klick” macht und ich mir sagen kann: Ja, DAS ist es!

Ein Problem wäre es für mich, wenn keine Aufträge mehr herein kämen und ich diese wunderbare Arbeit nicht mehr machen könnte. Ich vermute, ich müsste mich dann auf mein Kunststudium (im Rahmen meines Lehramtsstudiums) zurück besinnen und meine Staffelei wieder in Betrieb nehmen. Davor möge man mich jedoch bewahren, denn mit dem PC zu gestalten, macht mir sehr viel mehr Spaß. Benötige dafür auch nicht immer wieder neue, teure Leinwände und Farben – nur hochwertige Programme, aber die habe ich ja schon.

Wo finden wir Sie im Internet?

Es gibt einen “Wegweiser” zu all meinen WebSites im Netz – zu meinen Blogs, meinen Bücher-Seiten, meinen sonstigen Literatur-Sites und Themen, die für mich außerdem noch interessant sind. Unter www.ulrike-linnenbrink.de findet man alles, was ich seit 1999 ins Netz gestellt habe. Herauszuheben sei vielleicht: www.literatur-fast-pur.de (mit vielen Rezensionen) und www.wege-zum-buch.de, außerdem die WebSite zu meinem neuesten Roman www.herbstliebe.ulinne.de. Ah ja, und dann natürlich meine WebSite, über die man (unter “Referenzen”) viele meiner bisher gestalteten Buch-Cover finden kann: www.design.ulinne.de

Bildquelle: Ulrike Linnenbrink
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Claudia Martini

Claudia Martini präsentiert sich als Frau in Stöckeln auf dem großen Marktplatz der Bücherwelt. Nun gewährt sie uns regelmäßig Einblicke in ihre bizarre Welt des Selfpublishing, der Selbstvermarktung und ihre täglichen Herausforderungen als „Jungautorin“.

Zum Veröffentlichen eines Buches, auch in ebook-Form, gehört immer ein guter Klappentext. Schließlich benötigt der potentielle Käufer einen Anreiz, genau dieses Buch zu erwerben. Wird der Leser nicht aufgrund einer Empfehlung auf das Buch aufmerksam, dann ist ein Lockruf fällig. Dieser kommt in Form eines Klappentextes, eines aussagekräftigen Buchauszugs und eines ansprechenden Autorenprofils.

Da ich nicht profillos im Netz erscheinen will, nutze ich meinen derzeitigen Schreibleerlauf und kümmere mich um diese Werbeextras. Der Klappentext, ich schreibe:

… Es war einmal eine Frau in Stöckeln, die Auszog, einen Globetrotter zu bändigen …

Nein, geht gar nicht!

… Es handelt sich um eine Erzählung über Reisen, die nicht immer so verlaufen, wie man es erwartet. Hier treffen zwei extrem unterschiedliche Charaktere aufeinander. Zum einen der Globetrotter, der nichts benötigt als seinen Rucksack und seine Flipflops und zum anderen die Frau in Pink mit Schminkset und Handtasche. Dabei entstehen urkomische Geschichten, weil ihr Freund so ein guter Mensch ist, aber einen Hang zur Selbstverstümmelung hat. Sie ein schlechter Mensch ist, der weiß wie man seinen Körper richtig pflegt …

Weiß nicht!

… Aus Liebesgründen bereist eine junge Frau, die sich eigentlich in Gesellschaft von Gucci-Handtaschen und Stöckelschuhen am wohlsten fühlt, per Rucksack die Welt. Während eines solchen Urlaubes landet ihr Freund mit einer gefährlichen Beinentzündung in einem omanischen Krankenhaus. Sie kämpft um ihn und um sein Bein und plaudert dazwischen ein bisschen aus ihrem Handtäschchen…

Oder:

Die Frau in Stöckeln ist jung, sie ist erfolgreich, sie ist chic. Alles könnte so einfach sein, wenn da nicht ihr reiselustiger Globetrotter-Freund wäre.
Jetzt sitzt sie im Oman an seinem Krankenbett, ist völlig fertig und versucht verzweifelt, sein Bein vor der Amputation zu retten. Um sich ein wenig von der mistigen Situation abzulenken, und um als westliche Frau in einem islamischen Land nicht Amok zu laufen, flüchtet sie sich in Gedanken in die gemeinsamen Reisen. Was sich so harmlos anhört, ist ein Kampf zwischen Mann und Frau, zwischen Stöckelschuh und Flipflops, zwischen Rucksack und Handtasche…

Ich kann mich nicht entscheiden, wie der Klappentext meines Buches werden soll; ich finde alle schlecht. Dann widme ich mich halt der Autorinnenbiografie. Ich schreibe ein bisschen:

Die Autorin Claudia Martini wurde im Jahr 1973 im Ruhrpott geboren. Sie lebt und arbeitet in Köln. Claudia Martini bezeichnet sich selbst als Frau in Stöckeln mit dem Hang zu Prosecco, Handtaschen und zu vielen Schuhen. „Erdbeertee-Müsli“ ist ihr erster von drei Romanen, und ihre erste große Herausforderung nach der Besteigung des Ak-Sai Gletschers in Kirgisien. Mit diesem Werk schafft sie es sehr gut, Frauen davor zu bewahren, für die Liebe alles oder nichts zu tun.

Oder ich lüge ein bisschen:

Die Autorin Claudia Martini wurde im Jahr 1978 an der Ruhr geboren. Sie lebt und arbeitet in Köln. Claudia Martini bezeichnet sich selbst als hochbegabte Frau in Stöckeln mit dem Hang zu Prosecco und schönen Accessoires. Sie weiß mit ihren Romanen Frauen wie Männer zu begeistern und bietet nicht nur humorige Unterhaltung, sondern auch Spannungslektüre für jedermann.

Na, toll! Mensch, ist das schwierig und ich komme einfach nicht auf den Punkt. Wenn man über sich selbst und sein Buch schreiben soll, ist das viel schwieriger, als über Andere zu schreiben. Obwohl ich mir ja schlecht selbst auf den Schlips treten kann.

Aufgrund meiner Ratlosigkeit beschließe ich, das zu machen oder denn zu fragen, der auf der anderen Seite sitzt, nämlich Sie. Schließlich will ich mit den Klappentexten und meinem Profil nicht mich selbst ermuntern, sondern Sie oder Andere. Und jetzt sind Sie gefragt! Welcher ist nun der schlechteste – oh, Entschuldigung – welcher ist der beste Klappentext und welches Profil sagt Ihnen denn am meisten zu, lieber Leser?

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Die folgenden fünf Fragen werden regelmäßig von den unterschiedlichsten Köpfen der Buchbranche beantwortet und die Interviews werden hier im Blog veröffentlicht. Dadurch entstehen Beiträge, die zum einen Aufmerksamkeit auf jene lenken, die “was mit Büchern machen”, und die zum anderen die Veränderungen und Herausforderungen in den verschiedenen Bereichen der Branche sichtbar werden lassen. Wenn Sie ebenfalls teilnehmen möchten, senden Sie Ihre Antworten und ein Bild von Ihnen bitte an Leander Wattig. Als Inspirationsquelle könnten Ihnen die bisherigen Interviews dienen. (Jedoch behalte ich mir vor, nicht alle Zusendungen zu veröffentlichen.)

Wer sind Sie und was machen Sie mit Büchern?

Mit Büchern hatte ich eigentlich nie sehr viel zu tun. Als Kind war mir lesen ein Gräuel, ich fand es richtig ätzend. “Lisa auf dem Ponyhof” u.ä. interessierte mich so gar nicht. Bücher? Örgs. Bis meine Schwester mir mit 14 eine Kurzgeschichten-Sammlung von Edgar A. Poe schenkte. Ab da war es um mich geschehen. Weitere Horror- und Grusel-Bände folgten, aber auch Bücher wie das Tagebuch der Anne Frank (was ja gewissermaßen ebenfalls Horror ist – nur eben nicht fiktiv.) Dann “1984″ von Orwell, Kafka, Biographien (wie z.B. von Jimi Hendrix, Bob Marley und E. Che Guevara, etc.) Später weitete sich mein Lesegeschmack auf Fantasy und SciFi aus. Aber selber schreiben? Das kam mir nicht einmal im Entferntesten in den Sinn.

Im Laufe meines Studiums musste ich eine wichtige Chemie-Prüfung bestehen. Es war die dritte und letzte Chance, bei Nichtbestehen wäre ich zwangsexmatrikuliert worden (welch schönes Wort ;)) und irgendwie musste ich meinen Kopf von dem ganzen Zeug freibekommen, der sich darin befand. Geschichten, Situationen, fiktive Personen. Also schrieb ich – ohne ein Buch daraus machen zu wollen – alles auf. Kein Plot, kein roter Faden. Nur Zeugs. Daraus entstand – fragt mich nicht wie – dann doch eine Geschichte (noch unveröffentlicht;)). Nachdem ich die Chemieprüfung bestanden hatte, setzte ich mich dann an die Ausarbeitung der Geschichte …

Inzwischen habe ich in einer Anthologie meinen ersten Kurzroman “Kaffee mit Biss” unter dem Droemer Knaur´schen Label neobooks als Ebook veröffentlicht.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei Ihnen aus?

Ich arbeite zurzeit in der forensischen Anthropologie an der Altersbestimmung von 6.000-8.000 Jahre alten Individuen anhand des Zahnzementes und 3-dimensionaler Gesichtsrekonstruktion. Das hat mit Büchern eher wenig zu tun. ;) Ist aber hochspannend.

Wenn ich nach Hause komme, setze ich mich an den PC und schreibe. Schreiben ist wirklich zu meinem Leben geworden. Ich liebe es, die Figuren, die in meinem Kopf herumgeistern, zum Leben zu erwecken. Denn das ist genau es, was passiert. Sie werden lebendig und entwickeln sich weiter. Es mag verrückt klingen.

Zurzeit schreibe ich gerade an einer Kurzgeschichten-Anthologie, die ich im Self-Publishing bei amazon veröffentlichen möchte und an einer Fortsetzung des Kurzromans “Kaffee mit Biss”, die vielleicht (hoffentlich) im Print ein Zuhause finden wird. Ich finde es so schön, dass Autoren durch die Erschließung des E-Book-Marktes so viele Möglichkeiten haben und ihnen Türen geöffnet werden. Man kann ganz klassisch bei einem Verlag veröffentlichen – in elektronischer oder Print-Form und Dinge, wie eigene Kurzgeschichten-Anthologien (die nur selten bei einem Verlag unterkommen würden) selbst veröffentlichen. Man kann sich aber auch ganz selbstständig und unabhängig machen und alles in Eigenregie führen und auch so Erfolg haben – wenn die Qualität stimmt. Ein gutes Beispiel und mein persönliches Vorbild ist die Autorin Birgit Böckli. Sie macht unheimlich viel selbst (mit, aber auch ohne Verlag) und – weil sie es einfach kann – mit Erfolg. :)

Wie hat sich Ihre Arbeit in den letzten Jahren bzw. in der letzten Zeit verändert?

Ich könnte sagen, dass das Schreiben, nach der ersten Veröffentlichung, jetzt zu etwas “Ernsterem” geworden ist. Früher war es ja (von außen betrachtet) nur ein Hobby. Für mich persönlich hat sich aber nicht viel geändert. Meine Freunde sind weiterhin meine wichtigsten Feedback-Leser. Ihr Urteil ist mir enorm wichtig, da sie sich nicht scheuen, hart zu kritisieren. Das war auch vorher schon so und nur deshalb bin ich an dem Punkt, an dem ich jetzt bin. Ohne deren Hilfe hätte ich es nie geschafft, mich auf eine Weise zu verbessern, dass meine Geschichten veröffentlichungsreif geworden wären. (Danke Sonja ;)).

Oh, doch. Eines hat sich geändert. Ich hatte neulich meine erste Lesung. Vor Publikum. Das war toll. :o)

Was ist ein typisches Problem bei Ihrer Arbeit, für das Sie eine Lösung suchen?

Von Anfang an die perfekte Formulierung haben zu wollen und den Text “in einem Guss” schreiben zu wollen, ohne dass eine weitere Überarbeitung nötig wäre. Das klappt ja doch nie und blockiert nur. Lieber etwas schreiben, über das man später noch einmal „rüber liest“ und (wenn nötig – meist ist es nötig ;)) feilt, als stundenlang vor dem leeren Word-Dokument zu sitzen …

Wo finden wir Sie im Internet?

Ich habe eine Facebook-Seite: “Maria M. Lacroix“. Dort poste ich Neuigkeiten und was mich sonst so bewegt :). Ich freue mich über jede Freundschaftsanfrage. :o)

Ansonsten bin ich zugegebenermaßen ein kleiner Internet-Stoffel ;). Ich habe lieber eine einzige Seite, um die ich mich richtig kümmere und die ich täglich pflege, als Homepages, Blogs, etc. für die ich letztendlich nicht gleichermaßen Zeit hätte.

Bildquelle: Conny Ehm
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Annette Schwindt wollte wie so viele eigentlich einen Roman schreiben. Doch daraus wurde (noch?) nichts. Zuerst jobbte sie als Literaturkritikerin bei einer Tageszeitung, dann veröffentlichte sie Glossen und Kurzgeschichten, wurde in Buchprojekte von anderen involviert, begann zu bloggen. Inzwischen hat sie sich als Fachbuchautorin einen Namen gemacht und berät Verlage bei ihren Aktivitäten im Social Web. Hier erzählt sie von ihren Erfahrungen mit Büchern und deren Geschichte:

Mein Lieblingsfach in der Schule, das ich dann später auch studiert habe, war Französisch. Mein Lieblingsschauspieler war damals – sehr zum Entzücken meines Lehrers – Gérard Philipe. Und so stiftete mein Lehrer mich nicht nur dazu an, im Sommer 1990 an einem deutsch-französischen Schüleraustausch teilzunehmen, sondern empfahl mir auch noch „Le temps d’un soupir“ von Anne Philipe zu lesen. Beides mit nachhaltigen Folgen …

Dem Schüleraustausch verdanke ich die Begegnung mit R., in den ich mich rettungslos verliebte. Nachdem er mit seiner Gruppe im Sommer 1990 den Antrittsbesuch für den Austausch bei uns in Deutschland gemacht hatte, sollte der Gegenbesuch im folgenden Sommer stattfinden. Ein Jahr warten? Für eine frisch verliebte 18jährige absolut unmöglich. ;-) Also überredete ich einen Klassenkameraden, mit mir in den Weihnachtsferien schon dorthin zu fahren.

Inzwischen hatte ich auf Anraten meines Französischlehrers besagtes Büchlein von Anne Philipe, der Frau von Gérard Philippe gelesen. Darin führt sie Tagebuch über die letzten Wochen im Leben ihres Mannes, der bereits mit 36 Jahren an Krebs gestorben ist. Ein sehr emotionales Buch, das mich tief bewegt hat. Und so bat ich R., als wir im Winter an der Côte d’Azur zu Besuch waren, mich nach Ramatuelle (bei St.Tropez) zu fahren, um Gérard Philipes Grab zu besuchen. Seine Frau Anne war gerade im Jahr zuvor verstorben und im selben Grab beigesetzt worden. Das Grab hat nur einen schlichten weißen Stein mit den Namen der beiden und liegt auf einem Hügel über dem Meer …

Etwa zwei Jahre später verunglückte R. ganz in der Nähe mit dem Auto und es war lange nicht klar, ob er das überleben würde. Ich stand unter Schock. Da erinnerte ich mich an das Tagebuch von Anne Philipe und begann, mein eigenes zu schreiben. Das war vermutlich das einzige, was mich über diese furchtbaren Monate der Ungewissheit gerettet hat …

R. fand übrigens entgegen aller ärztlicher Voraussagen wieder zum Leben zurück und hat in den Gesprächen, die wir danach geführt haben, mein Leben für immer verändert. Wie und warum, das habe ich erst nach Jahren aufschreiben können.

PS. Eigentlich sollte das Ganze mal ein Roman werden und keine Kurzgeschichte. Aber wie so oft im Leben kam es anders. Bei der Recherche lernte ich nicht nur Rasso Bruckert, sondern auch meinen späteren Mann Thomas kennen. Mit R. und seiner Schwester korrespondiere ich heute noch.

Bildquelle: NamensnennungKeine kommerzielle NutzungWeitergabe unter gleichen Bedingungen Bestimmte Rechte vorbehalten von Annette Schwindt

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Die folgenden fünf Fragen werden regelmäßig von den unterschiedlichsten Köpfen der Buchbranche beantwortet und die Interviews werden hier im Blog veröffentlicht. Dadurch entstehen Beiträge, die zum einen Aufmerksamkeit auf jene lenken, die “was mit Büchern machen”, und die zum anderen die Veränderungen und Herausforderungen in den verschiedenen Bereichen der Branche sichtbar werden lassen. Wenn Sie ebenfalls teilnehmen möchten, senden Sie Ihre Antworten und ein Bild von Ihnen bitte an Leander Wattig. Als Inspirationsquelle könnten Ihnen die bisherigen Interviews dienen. (Jedoch behalte ich mir vor, nicht alle Zusendungen zu veröffentlichen.)

Wer sind Sie und was machen Sie mit Büchern?

Mein Name ist Heide Hasskerl. Geboren wurde ich in der Ära Walter Ulbricht. Deswegen wurde meine Vergangenheit vom real existierenden Sozialismus geprägt, dem meine Eltern hilflos gegenüberstanden. Ich vermute, dass ich des erlebten Unrechts wegen bereits in der Kindheit Texte und Geschichten geschrieben habe; Schreiben um zu vergessen – oder um nichts zu vergessen. Ich habe viel in meinem Leben gemacht: war Metzgerin, Melkerin, Zootechnikerin, Briefträgerin, Verkäuferin, Bio-Bäuerin, und mehr. Heute bin ich Gartenbuchautorin und Schriftstellerin. Neben dem Schreiben der Sachbücher / Ratgeber, fotografiere ich; ich fertige die Fotos zum jeweiligen Buch und skiziere überdies die Grafiken. Literarisch habe ich Preise und Stipendien erreichen können und kann auch hier auf Veröffentlichungen verweisen.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei Ihnen aus?

Einen typischen Arbeitstag kenne ich nicht: Meine Arbeiten sind vom Wetter abhängig: Ich pflanze und hege die zu porträtierenden Gewächse in meinem Garten und kann dadurch auf ein reiches Motivpotential von der „Entstehung“ bis zur Reife zurückgreifen. Schlechtwetterphasen werden zur Recherche, zum Schreiben oder zum Lesen genutzt. Wird aktuell an einem Buch geschrieben, hat der Tag einige Arbeitstunden mehr und beginnt oftmals mitten in der Nacht. Bezeichnend ist für mich die Fähigkeit ein Buch zu schreiben, das zweite währendessen zu konzipieren und dabei bereits gedanklich die Illustrationen vorzubereiten; den Ausgleich verschafft mir dann der Garten, die Selbstversorgung oder die Arbeit an meinem Roman, an dem ich bereits seit 10 Jahren schreibe und in dem ich das unter Ulbricht Erlebte reflektiere.

Wie hat sich Ihre Arbeit in den letzten Jahren bzw. in der letzten Zeit verändert?

Gartenbücher und -themen haben derzeit Konjunktur. Ich habe mir einen „Namen“ machen können, bin auch in den Fernsehstudios gefragt, wenn ein „Gartenexperten-Rat“ erforderlich ist. Einen „Namen“ zu haben bedeutet nicht, dass es beruflich einfacher wird! Ganz im Gegenteil: mit dem Erhöhen der Verkaufszahlen oder der Bekanntheit wächst die Zahl der Kritiker.

Was ist ein typisches Problem bei Ihrer Arbeit, für das Sie eine Lösung suchen?

Ein großes Problem sehe ich in der „Einsamkeit“, die den Schreibenden ereilt, sobald das Schreiben seinen Anfang gefunden hat. Ich versuche dieser „Einsamkeit“ durch Schreiben und Lesen an öffentlichen Plätzen entgegenzuwirken. Hier gibt es meiner Meinung nach noch viel Potential: Schön fände ich, wenn mehr Cafe‘s „Schreibplätze“ anbieten und Gelegenheit zum Dialog schaffen würden.

Wo finden wir Sie im Internet?

www.heide-hasskerl.de

Bildquelle: Heide Hasskerl
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Simone Dalbert

Simone Dalbert kann nicht ohne Bücher. Als Buchhändlerin bringt sie ihre Lieblinge täglich in Umlauf und steckt Kunden mit ihrer Begeisterung an. Hier gewährt sie uns nun Einblicke in die Welt des Buchhandels, die hinter den Kulissen die eine oder andere Kuriosität zu bieten hat.

Vor einem Jahr mussten wir die Filiale, in der ich lange Zeit gearbeitet hatte, schließen. Es hieß Abschied nehmen von vielen lieb gewonnenen Stammkunden. Keine leichte Zeit, da wird einem das Herz schon mal schwer.

Neben den Kunden, zu denen man mit der Zeit eine besondere Beziehung aufgebaut hatte, gab es auch die eine oder andere Überraschung. Man hat sich zwar regelmäßig gesehen, aber kaum ein Wort über das Geschäftliche hinaus gewechselt. Bis zu diesem letzten Tag. So manch einer hat uns unverhofft seine Wertschätzung ausgesprochen. Gerade bei Kunden, die anfangs nicht leicht zufrieden zu stellen waren, hat das gut getan. Und es gab uns allen Kraft für die letzten Tage.

Mit so manchem Kunden hat man im Laufe der Jahre auch mal private Worte gewechselt. Nie wirklich persönlich, meist Small Talk, trotzdem lernte man sich einfach kennen. Erzählte vom letzten Urlaub, oder wie man die Feiertage verbracht hatte. Eine dieser ganz besonderen Kundinnen rief mich einige Monate nach der Schließung auf meiner neuen Stelle an. Einfach nur, um zu fragen, wie es mir geht. Solche Momente tun unglaublich gut.

Noch oft denke ich an den älteren Herrn, der tagtäglich bei uns seine Zeitung kaufte. Wenn die Zeit dafür war, wechselte man ein paar Sätze über das Wetter oder das Tagesgeschehen. Meistens hatte er sein „Düdle“ (fränkisch für Tüte) schon dabei, die Frage danach gehörte einfach zu unserem Tag. Er war immer einer meiner Lieblingskunden. Wie viel wir ihm wirklich bedeuten, wurde mir aber erst an unserem letzten Tag klar. Als er sich mit Tränen in den Augen von uns verabschiedete.

Auf jedes Ende folgt ein Neuanfang und ich habe auch jetzt wieder viele tolle Kunden. Trotzdem denke ich noch oft und immer wieder gerne an all diese Menschen zurück, die mich in all den Jahren begleitet haben. Danke.

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