Die folgenden fünf Fragen werden regelmäßig von den unterschiedlichsten Köpfen der Buchbranche beantwortet und die Interviews werden hier im Blog veröffentlicht. Dadurch entstehen Beiträge, die zum einen Aufmerksamkeit auf jene lenken, die “was mit Büchern machen”, und die zum anderen die Veränderungen und Herausforderungen in den verschiedenen Bereichen der Branche sichtbar werden lassen. Wenn Sie ebenfalls teilnehmen möchten, senden Sie Ihre Antworten und ein Bild von Ihnen bitte an Leander Wattig. Als Inspirationsquelle könnten Ihnen die bisherigen Interviews dienen. (Jedoch behalte ich mir vor, nicht alle Zusendungen zu veröffentlichen.)

Wer sind Sie und was machen Sie mit Büchern?
Mein Name ist Natascha Sinn und ich schreibe unter dem Pseudonym „N.T. Stray“. Geboren und Aufgewachsen bin ich im Schwabenland, in einem 4.000-Seelen-Dorf, wo man Andersartigkeit grundsätzlich ablehnt. Und bei uns war alles anders. Mein Vater und mein Onkel begingen Selbstmord, meine Brüder wurden kriminell und meine Mutter war zu städtisch. Dazu kam ich, die nicht in der örtlichen Landjugend ging, weil sie Straight Edge war und Drogen somit ablehnte. Das alles bekam ich zu spüren.
Ich begann mir à la Pipi Langstrumpf die Welt zu machen, wie sie mir gefällt, und begann früh mit dem Schreiben. Comics in der Vorschule, später dann Geschichten mit mehr Text, Abizeitung und so weiter. Kurz schrieb ich für ein Onlineportal, das sich mit Videospielen beschäftigt. Doch das Korsett der Vorgaben war mir dort zu eng.
Als gelernte Sport- und Fitnesskauffrau habe ich lange in verschiedenen Clubs gearbeitet bis ich mich entschlossen habe, das Abitur nachzuholen und zu studieren. Nach 4 Semestern Lehramtsstudium an der PH hörte ich jedoch auf, um mir in Wien ein neues Leben aufzubauen. Im Moment absolviere ich eine Ausbildung zur Trainerin in der Erwachsenenbildung. Meine Nebenjobliste geht von der Bäckerei über Lohnbuchhaltung zu Haarmodel. Und immer habe ich nebenbei geschrieben. Mein Genre wird gern in die Fantasy-Schublade gesteckt. Ich nenne es eher „theologisch angehauchte Action“. Neben diesem Projekt schreibe ich an einem autobiografischen Werk, welches im Herbst diesen Jahres fertig sein wird.
Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei Ihnen aus?
Ein typischer Arbeitstag beginnt mit meiner Ausbildung, in der ich vor allem mit Kommunikation zu tun habe und mich mit den Herren Watzlawick und von Thun beschäftige. Danach eine kleine Trainingseinheit, Haushalt und Blogpflege. Meistens schreibe ich am Abend bis spät in die Nacht. Notizen mache ich mir den ganzen Tag über auf alle möglichen Sachen – klassisch auf Papier oder Serviette, wenn es gar nicht anders geht auf den Unterarm. Zum Glück habe ich nun ein tolles Samsung bekommen, mit dem man seine Notizen super verwalten kann. Doch im Grunde bevorzuge ich Stift und Papier. Die Papier- und Digitalzettelwirtschaft versuche ich zeitnah aufzuarbeiten und in verschiedene Mengengerüste einzutragen. Langweilig wird es jedenfalls nie.
Wie hat sich Ihre Arbeit in den letzten Jahren bzw. in der letzten Zeit verändert?
Nachdem ich meine 5 Bücher konzipiert und das Erste fertig geschrieben habe, geht es nun an das „Geschäftliche“. Das Erstellen und Pflegen der Homepage, das Berücksichtigen von Paragrafen und Vorgaben. Recherche, Vertriebswege, Werbemöglichkeiten und -partner finden. Im Selbstverlag muss auch das alles allein bewältigt werden. Aber man lernt unglaublich viel im Do-it-Yourself-Verfahren.
Was ist ein typisches Problem bei Ihrer Arbeit, für das Sie eine Lösung suchen?
Wenn ich schreibe, bin ich kaum ansprechbar, weil alles fließt und aus meinem Kopf und Fingern muss. Ich wünsche mir eine USB-Schnittstelle am Kopf, damit ich alles für später wegspeichern kann und mich während der kreativen Zeit auch besser um mein Umfeld kümmern kann. Leider hat das noch keiner erfunden und ich bin auch fast der Überzeugung, dass es illegal wäre.
Natürlich würde ich mich freuen, wenn irgendwann mal ein Verlag auf mich aufmerksam wird und mich um einige Aufgaben erleichtert. Inzwischen bekomme ich es aber auch sehr gut selbst hin.
Wo finden wir Sie im Internet?
www.ntstray.com
Natürlich bin ich als „N.T. Stray“ auch total vertwittert und verfacebookt.
Bildquelle: Natascha Sinn
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