Simone Dalbert: Murphy und sein dämliches Gesetz

von Simone Dalbert am 18. Januar 2012

Simone Dalbert

Simone Dalbert kann nicht ohne Bücher. Als Buchhändlerin bringt sie ihre Lieblinge täglich in Umlauf und steckt Kunden mit ihrer Begeisterung an. Hier gewährt sie uns nun Einblicke in die Welt des Buchhandels, die hinter den Kulissen die eine oder andere Kuriosität zu bieten hat.

Nach Murphys Gesetz geht etwas, wenn schon, dann so richtig schief. Das kennt wahrscheinlich jeder von uns nur zu gut. Auch die Buchhändler bleiben davon nicht verschont.

In 99 Prozent aller Fälle kommt das bestellte Buch wie gewünscht am nächsten Tag bei uns an. Ab und an kommt es vor, dass es kurzfristig nicht lieferbar ist oder sonst etwas bei der Auslieferung schief geht.

In 99 Prozent dieser Fälle kommt das Buch einen Tag später endlich bei uns an. Aber es gibt diesen winzigen Teil aller Bestellungen, bei denen man kaum glauben mag, dass all das mit nur einem Buch schief gehen kann.

Erster Versuch: Das Buch wird bestellt. Es ist kein besonderer Titel, der Großhändler führt ihn, alles sieht nach einer ganz normalen Bestellung aus. Das Buch trifft am nächsten Morgen in einer Bücher-Wanne zusammen mit anderen Büchern ein. Welches ist das einzige beschädigte Buch in der ganzen Wanne? Genau, dieses eine. Noch gar nicht tragisch, kann ja mal vorkommen.

Zweiter Versuch: Das Buch wird neu bestellt, die Kundin informiert, das Buch wird einen Tag später eintreffen. Am nächsten Morgen großes Staunen, das Buch sah gestern noch ganz anders aus! Der Aufkleber auf der Rückseite behauptet, es sei das gleiche Buch. Leider klebt er aber auf dem falschen Titel. Kann ja mal vorkommen, der Anruf bei der Kundin wird aber schon ein wenig peinlicher.

Dritter Versuch: Wieder wird bestellt. Am Tag darauf der große Schrecken, anscheinend hat sich das Buch über Nacht zum Bestseller entwickelt. Oder wir haben inzwischen das Lager des Großhändlers geleert. Auf jeden Fall ist das Buch kurzfristig nicht lieferbar. Die Kundin hat zum Glück Verständnis.

Vierter Versuch: Wir bestellen telefonisch bei einem anderen Großhändler. Damit ist sicher, dass es noch lieferbar ist. Leider ist aber Dezember, über Nacht schneite es, die Autobahnen sind dicht, der LKW, in dem unser Buch liegt, steckt fest.

Unglaublich? Aber wahr. Diese Geschichte hätte ich mir gar nicht ausdenken können, wir haben sie erlebt. Am Tag darauf konnte die Kundin das Buch endlich in Empfang nehmen. Murphy hatte es mal wieder bewiesen, wenn etwas schief geht, dann so richtig.

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  • Rocco8

    Da Vorfreude die schönste Freude ist, wird sich die Kundin doch über den Erhalt ihres Buches mehr gefreut haben, als wie wenn es einfach und schnöde am nächsten Tag dagewesen wäre ;-)

    • Simone Dalbert

      Mit dem Argument werde ich es beim nächsten Mal versuchen. ;)

  • http://www.facebook.com/profile.php?id=100000220449229 Carolin Kiener

    Da hattet ihr ja eine sehr verständnisvolle Kundin! Manchmal erlebt man da ja leider ganz anderes… 

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