Claudia Martini: Zwitscherst du dir noch einen oder twitterst du schon?

von Claudia Martini am 30. Mai 2011

Claudia Martini

Claudia Martini

Claudia Martini präsentiert sich als Frau in Stöckeln auf dem großen Marktplatz der Bücherwelt. Nun gewährt sie uns regelmäßig Einblicke in ihre bizarre Welt der Selbstvermarktung und ihre täglichen Herausforderungen als „Jungautorin“! Dabei stellt sie nicht nur sich selbst, andere und die neueste Technologie in Frage, sondern auch die Höherwertigkeit von Champagner im Vergleich zu Prosecco.

Dass ich ganz gerne mal einen zwitschere, wissen viele meiner Freunde und Sie jetzt auch. Aber dass ich auch im Internet zwitschere, ist neu. Nein, ich rede nicht vom elektronischen Alkoholgenuss, sondern von der elektronischen Kommunikation via 140 Zeichen, genannt Twitter. Das es so was überhaupt gibt, war mir bis vor Kurzem ganz neu.

Mein elektronisches Plakat stand also schon ein paar Wochen ganz unberührt im Internet und ich suchte Möglichkeiten, mich bekannt zu machen, Informationen und Kontakte in der Verlagswelt auszutauschen. Wie ich auf Twitter gekommen bin? Keine Ahnung!

Ich glaube, meine Gedanken stöckelten so: Erst wollte ich Bilder und dazu einige Auszüge aus meinem Buch im Netz der Öffentlichkeit zur Begutachtung zur Verfügung stellen. Dabei bin ich auf Flickr gestoßen. Nach meinem ersten Login, war Flickr für mich gegessen. Warum? Ich denke irgendso eine Frauensache hat mich daran gehindert, mich damit zu identifizieren. Also habe ich weitergesucht. Und über Hinweise im Internet und die Erwähnung von Twitter im Fernsehen, kam ich schließlich auf die Seite der 140 Zeichen.

Die Anmeldung ging einfacher als gedacht und der Name war schon vorprogrammiert: Frau in Stoeckeln!! Das Schlimmste kam aber erst nach der Anmeldung: „Was schreibe ich denn nur? Was will ich in 140 Zeichen meinen Mitmenschen denn mitteilen?“ Da mir das noch nicht wirklich klar war, stürzte ich mich vorerst auf das Beobachten anderer und ihrer aussagekräftigen Tweets. Aber ob mich der morgendliche Klogang einer genervten Mutter von 3 Kindern oder die Probleme mit dem iPhone eines heranwachsenden Jünglings wirklich interessieren, wagte ich zu bezweifeln. Also konzentrierte ich mich darauf, Leute zu finden, die vielleicht was mit Büchern oder mit Medien zu tun haben konnten. Schwieriges Unterfangen, Frau Martini! Denn wer sagt einem, dass sich hinter dem Pseudonym „WilliSchmatz“ ein Lektor eines großen Verlages verbirgt oder „FrauMäuschenvonNebenan“ die Programmleiterin ist. Ja, genau, Keiner!! Also zurück auf Los, Frau Martini!

Zwischenzeitlich verabschiedete ich mich auch von der Idee, Bilder inklusive Texte im Netz preiszugeben, da ich erstens noch keine geeignete Plattform gefunden hatte und auch Herrn von und zu Guttenberg nicht die Chance geben wollte, alle meine Texte per copy/paste weiter zu verwenden. Aber ich fand trotz alledem, dass Twitter eine gute Möglichkeit war, sich auszutauschen, aber nur, wenn man eine konkretes Thema hatte und es in Kombination mit anderen Kommunikationsmitteln benutzte, also hielt ich daran fest.

Nur  musste ich nach einiger Zeit feststellen, dass ich bei meiner Selbstvermarktung keinen Deut weitergekommen war. Dank einiger netter und offenherziger Tweets war mir zwar mittlerweile klar, wie sich ein alleinstehender Mann fühlt, wenn er im Sitzen pinkeln muss, aber wie ich mein Buch optimal vermarkte, stand leider noch in den Sternen.

Aber ich wäre nicht die Frau in Stöckeln, wenn ich nicht zu den Sternen griffe!!

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