Alexander Mais: Insgesamt ist schon eine deutliche Abhängigkeit vom Internet zu spüren

von Alexander Mais am 27. Dezember 2009

in Interview-Reihe: Köpfe der Buchbranche

Wer sind Sie und was machen Sie mit Büchern?

Mein Name ist Alexander Mais und solange für jedes gelesene Buch zwei oder drei neue hinzukommen, staple ich sie in der Ecke, um dann gelegentlich eins davon zu lesen. Abgesehen von diesem privaten Umgang mit Büchern beschäftigen sie mich in meinem Alltag als Buchhandel/Verlagswirtschaft-Student an der HTWK Leipzig. Im Rahmen dieses Studiums befinde ich mich zurzeit im Praxissemester und absolviere bis zum 31.1.2010 ein viermonatiges Praktikum beim Mitteldeutschen Verlag in Halle. Sollte im Anschluss daran noch jemand für 6 Wochen Verwendung für mich haben …

Wie verändern die digitalen Medien bzw. das Internet Ihre Arbeit?

Egal ob Studium oder Verlag – beides habe ich nicht mehr ohne Internet als unverzichtbare Allzweckwaffe kennen gelernt. Welche Information man auch immer sucht, sei es eine Adresse oder auch mal der Preis eines eigenen Buches, das Internet ist immer wieder die erste Anlaufstelle, um sich schlau zu machen.

Zu meiner Schulzeit ging man noch gleich in die Bibliothek, heute geht es vorher noch ins Internet, um da schon die richtigen Bücher zu suchen und gegebenenfalls zu reservieren. Auch Gruppenarbeiten lassen sich auch ganz anders koordinieren als noch vor einigen Jahren. Viele der persönlichen Treffen lassen sich dieser Tage problemlos ins Internet verlagern.

Insgesamt ist schon eine deutliche Abhängigkeit vom Internet zu spüren. Fällt es mal aus, weiß man schon gar nicht mehr, wie man arbeiten soll.

Was ist ein typisches Problem bei Ihrer Arbeit, für das Sie eine Lösung suchen?

Soviel es auch vereinfacht oder an neuen Chancen bietet – das Internet birgt auch einige Probleme in sich. Aus eigener Erfahrung geht es da vor allem um die Verlässlichkeit von Informationen. Kann ich mich auf die Angaben verlassen, die ich finde? Wie steht es um die Glaubwürdigkeit einer Quelle, wenn es ich sie im Rahmen einer wissenschaftlichen Arbeit benötige? Sind Kontaktdaten noch aktuell, wenn ich Ansprechpartner suche, um meine Bücher an den Mann oder die Frau zu bringen? Gerade da erlebt man immer wieder böse Überraschungen. Eine Website ist auch in kleinen Unternehmen schnell erstellt, aber die Pflege wird dann gerne einmal vergessen und so schwirren veraltete Informationen durch das Netz.

Auch eine Lösung für das bessere, reibungslose Miteinander statt Nebeneinander von Open Source- und proprietärer Software wäre wünschenswert. Insbesondere im Office-Bereich.

Wo finden wir Sie im Internet?

Solange das Praktikum noch läuft, hinterlasse ich meine Spuren im Internet unter http://www.twitter.com/mdvPraktikanten. Da versuchen sich 3 Praktikanten an der Gradwanderung zwischen „werbenden“ Informationen aus dem Verlag und Eindrücken aus unserem persönlichen Arbeitsalltag. In meinem Fall gibt es immer die Neuigkeiten aus dem #vertrieb.

________________________________________________

Diese vier Fragen werden regelmäßig von Leuten aus der Buchbranche beantwortet und die Interviews werden hier im Blog veröffentlicht. Dadurch entstehen Beiträge, die zum einen Aufmerksamkeit auf jene lenken, die “was mit Büchern machen”, und die zum anderen die Veränderungen und Probleme in den verschiedenen Bereichen der Branche sichtbar werden lassen. Wenn Sie ebenfalls teilnehmen möchten, senden Sie Ihre Antworten und ein Bild von Ihnen in Ihrer Bucharbeits-Umgebung bitte an Leander Wattig. Als Inspirationsquelle könnten Ihnen die bisherigen Interviews dienen.

Voriger Beitrag:

Nächster Beitrag:

blogoscoop