Was Menschen mit Büchern machen. Seit 2009. Von Leander Wattig.

Beiträge aus der “Lektorats-Anekdoten” Kategorie

Sandra Schmidt: Ohne PC geht in meinem Job nichts

8. November 2011

Als freiberufliche Lektorin ist Sandra Schmidt wohl an einem der besten Arbeitsplätze der Welt tätig: zu Hause. Sie ist stetig auf der Suche nach neuen Herausforderungen und Autoren, die ihrem Manuskript den nötigen Feinschliff verpassen lassen wollen. Gerne berichtet sie uns hier von interessanten und eigentümlichen Begebenheiten aus ihrem Lebens- und Berufsalltag, die ihren Job immer wieder beleben und abwechslungsreich gestalten.

Als es an diesem Morgen an der Tür klingelte, sprang ich auf und begrüßte freudestrahlend eine Bekannte, die meinen neuen Arbeitsrechner unter dem Arm trug.

Ohne PC geht in diesem Job nichts und mein alter hat langsam ausgedient. Er läuft zwar problemlos, jedoch lassen Festplatten- und Arbeitsspeicher zu wünschen übrig, was von Zeit zu Zeit ziemlich nervig sein kann. Erst gestern z. B. rief mich ein Autor an, um die letzten Details bzgl. seines Manuskripts zu klären. Während er munter drauflosredete, musste ich erst seine Buchdatei öffnen, was im Endeffekt geschlagene acht Minuten dauerte, da dieses Manuskript aufgrund enthaltener Grafiken eine stattliche Größe erreicht hatte – acht Minuten können sehr lang sein …

Daher freute ich mich also umso mehr über den neuen Rechner, der perfekt schien für meine Anforderungen – vorerst. Tja, die Freude verflog schlagartig nach exakt zwei Wochen. Ein gedämpfter Knall, ein schwarzer Bildschirm und kleine Qualmwölkchen führten schnell zur Diagnose „Mainbord futsch“. Unfassbar! Na ja, der alte Rechner stand noch brav in der Zimmerecke und just drei Stunden vor dem Totalausfall hatte ich eine Sicherungskopie gemacht. Mein Fazit: Ein werksneuer PC muss her!

Übrigens sitze ich gerade – mal wieder – vor meinem alten Rechner und schreibe diesen Artikel, nachdem sich auf dem neu gekauften, ausgestattet mit neuem Betriebssystem, neuem großen Bildschirm, neuer riesiger Festplatte und neu installiertem Sicherheits- und Firewallprogramm, nach einigen wenigen Tagen ein nicht ganz so neuer fieser Virus eingenistet hat, der die komplette Software irreparabel zerstörte.

Nun halte ich bis auf Weiteres meiner „Safe-Lady“ die Stange, denn eine gute Kommunikation mit den Autoren ist mir ja auch sehr wichtig …

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Sandra Schmidt: Deutsche Sprache – schwere Sprache

1. November 2011

Als freiberufliche Lektorin ist Sandra Schmidt wohl an einem der besten Arbeitsplätze der Welt tätig: zu Hause. Sie ist stetig auf der Suche nach neuen Herausforderungen und Autoren, die ihrem Manuskript den nötigen Feinschliff verpassen lassen wollen. Gerne berichtet sie uns hier regelmäßig von interessanten und eigentümlichen Begebenheiten aus ihrem Lebens- und Berufsalltag, die ihren Job immer wieder beleben und abwechslungsreich gestalten.

Grübelnd schaue ich auf den Bildschirm, neben mir die halbleere Kaffeetasse, die dort seit wohl einer Stunde unberührt steht. Das bemerke ich aber erst, als ich einen ekelhaft kalten bitteren Schluck davon im Mund habe. Bäh! Mein Blick schweift wieder zurück auf den Text. Was um alles in der Welt bedeutet dieses Wort? „Beschweiss“ steht dort geschrieben. Auch im Zusammenhang mit dem Kontext fällt es mir schwer, den Sinn zu erahnen. Plötzlich fällt es mir wie Schuppen von den Augen und ich kann mir ein lautes Auflachen nicht verkneifen. Ja, das Sofa ist „beige-weiß“. Entzückend!

Das muss gleich aufgenommen werden in meine „Kalauer-Liste“, die ich bei dieser Gelegenheit schmunzelnd betrachte. Ein bisschen Spaß muss schließlich sein. Denn wenn die „Aporitschinels“ im „Pigiama“ durch den „Siberspace“ düsen, breitet sich „allmehlich“ ein breites Lächeln aus. Auch „Bequemtheit“ oder „Endteuchung“ werden aufgrund dieser „simspatischen“ Wortkonstruktionen „ausgetrixt“. Gut gelaunt wende ich mich wieder der Korrektur des Manuskripts zu …

Am Abend kommt mein Mann nach Hause und ich erkläre ihm, dass mein Auto am Nachmittag wiedermal erst nach unzähligen Versuchen ansprang: „Da muss irgendwas mit dem Zündschlauch nicht in Ordnung sein.“ Erst schaut er mich verdutzt an und dann entdecke ich ein verschmitztes Grinsen in seinem Gesicht. „Weißt du, wenn es am Zündschlauch liegen würde, hättest du ein echtes Problem, aber ich schaue gleich morgen mal, ob vielleicht das Zündkabel die Ursache ist.“ Nach einem kurzen Moment des Schweigens, in dem er mich immer noch belustigt betrachtet, können wir uns nicht mehr halten vor Lachen.

Tja, deutsche Sprache – schwere Sprache: Man lernt eben nie aus!

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