Was Menschen mit Büchern machen. Seit 2009. Von Leander Wattig.

Beiträge aus der “Das vernetzte Romanprojekt” Kategorie

Bernhard Blöchl: Das vernetzte Romanprojekt (3): von Print ins Netz und zurück

10. September 2013

Eine Gastkolumne von Bernhard Blöchl

Die Zeiten, in denen ein Buch ausschließlich zwischen zwei Umschlagseiten stattfindet, sind vorbei. Das Internet bietet ungeahnte neue Möglichkeiten – sowohl beim Publizieren und Vermarkten, als auch beim kreativen Erzählen. In dieser Reihe gibt der Münchner Autor Bernhard Blöchl, 37, Einblicke in ein Schelmenstück, das sich um seinen kürzlich erschienenen Debütroman „Für immer Juli“ entfaltet. Ein literarisches Experiment, das die Online-Offline-Grenze ignoriert – und Hoffnung macht für eine Web-affine Schriftstellergeneration. Im dritten und letzten Teil geht es um die Weiterentwicklung des Blogs zum Sachbuch.

Wenn der eigene Roman erscheint, vor allem das Debüt, verliert so einiges an Bedeutung. Der Tag, an dem ich „Für immer Juli“ in Händen hielt, das Papier der gebundenen Seiten roch, über den Umschlag strich, den Rotraut Susanne Berner gestaltet hatte, der Tag also war ein wolkenloses Hoch, und alles andere war mir – mit Verlaub – ziemlich wurscht.

Doch nicht lange, immerhin stand noch eine knifflige Aufgabe an: Ich musste die Leser von Schlussmitluschig.de über meinen Roman informieren. Den Roman, weswegen ich beziehungsweise Julian das Blog überhaupt gestartet habe beziehungsweise hat. Das klingt leichter, als es war. Denn wie erklärt man gutgläubigen Followern, dass der Blogbetreiber nicht der Autor, sondern die Hauptfigur der Romangeschichte ist? Rätsel auflösen und das war‘s? Das erschien mir zu einfach. Also entschied ich mich dafür, Julian Hartmann weiterbloggen zu lassen (jede andere Lösung hätte er ohnehin nicht akzeptiert). Und so kam es, dass Julian Hartmann in einem Blogbeitrag mich ins Spiel brachte, mich vorstellte als seinen „Journalistenkollegen Bernhard Blöchl“, der ihm bei der Veröffentlichung geholfen habe.

Alter Ego, Baby!

Hier ein Auszug aus dem wohl schwierigsten Artikel seit dem ersten Eintrag: „Alice Schwarzer wäre stolz auf mich, aber das hilft mir jetzt auch nicht weiter, denn Emma ist weg. Also meine Emma. Mit diesen ersten Worten beginnt ein Buch, das in diesen Tagen erscheint und das meine persönliche Geschichte ausführlich erzählt. ,Für immer Juli‘ schildert mein Vorhaben, nicht mehr Juli genannt zu werden, wie bisher, sondern als Julian meine verlorene Männlichkeit wiederzufinden. Eine Tour de force durch München, Wien und Macholand. Ein Spiel mit Identitäten. Und über allem schwebt die Frage: Kann man ein anderer sein, als man ist, und wenn ja: Wie lange geht das gut? Ob ,Für immer Juli‘ ein Männerroman ist? Vielleicht. Ein Schelmenroman? Unbedingt. Unbedingter Lesestoff für alle, denen es so geht wie mir. Oder die schon immer wissen wollten, wie man denn nun sein soll als moderner Mann? Alter Ego, Baby! Geholfen hat mir bei der Veröffentlichung mein Journalistenkollege Bernhard Blöchl. Wir sind zwar nicht immer einer Meinung, das könnt ihr mir ruhig glauben, aber die Teilzeitlusche ist schon ganz okay. Jedenfalls sind wir beide mächtig stolz, dass ,Für immer Juli‘ endlich erscheint. Im kleinen feinen MaroVerlag. Dort, wo einst Charles Bukowski groß herauskam (Hell, yes!).“

Die Reaktionen waren überwiegend positiv. Überraschend positiv! Wir bekamen respektvollen Zuspruch von befreundeten Bloggern, Lesern und ein paar Journalisten. Die einen sprachen von einem „genialen Marketing-Coup“, die anderen konnten es nicht glauben, wieder andere fühlten sich in einer ungewissen Ahnung bestätigt, dass mit diesem Julian, der bisher keine Spuren im Netz hinterlassen hat, irgendetwas nicht stimmte. In einem nächsten Beitrag führten wir ein Interview über unser Buch, also Julian und ich. Eine Übung, die Schriftsteller mitunter praktizieren, um ihre Figuren besser kennenzulernen. In diesem Fall war es die konsequente Fortführung des Experiments. Eines Experiments, das sich dem Ende näherte. Dachte ich zumindest.

Das Buch zum Blog zum Roman

Doch dann kam diese E-Mail, die dem Schelmenstück die Schlusspointe verpassen sollte. Eine freundliche Lektorin hatte Julian Hartmann angeschrieben und ihn gefragt, ob er sich vorstellen könne, aus dem Blog ein kleines Buchprojekt zu entwickeln. Was die Programmleiterin Sachbuch nicht wusste (womöglich aber ahnte): Julian Hartmann ist eine Kunstfigur. Doch wie sich bald herausstellte, sollte das kein Hinderungsgrund für die geplante Zusammenarbeit sein – im Gegenteil: Der große Publikumsverlag aus dem Norden fand das Spiel reizvoll und charmant. Und so wird es 2014 „Schluss mit luschig!“ als gedrucktes Buch geben, der Autor: Julian Hartmann.

Persönliches Fazit: Mein Projekt begann mit einem Romanmanuskript, entfaltete sich in der Online-Welt, um Publikum zu generieren, und wurde dort für ein weiteres Buch entdeckt. Von Print ins Netz und zurück. Ein publizistischer Traum. Mich hat das vernetzte Romanprojekt überrascht und bestätigt, beflügelt und bereichert, und ich kann jedem Autor nur empfehlen, die traditionellen Erzähl-, Publikations- und Marketingformen immer wieder zu hinterfragen. Bloggende Protagonisten. Geschichten, die im Netz beginnen und im gedruckten Buch enden. Vernetzte Autoren, die gemeinsam im Web schreiben. Twitter-Storys. Ach, so viele Möglichkeiten. Wolf Haas hat mir einmal in einem Interview geraten: „Man muss den Leser ein bisschen verzaubern, damit er nicht davonrennt.“ Darum geht‘s. Regel Nummer 1: Du sollst nicht langweilen. Und gerade im Zusammenspiel von Online und Offline, von Netz und Print sehe ich eine riesige Spielwiese für kreative Autoren. Tobt euch aus, ihr Publizisten 3.0!

Ende der Reihe. Teil 1 beschäftigte sich mit der Frage, wie man aus Absagen Motivation ziehen kann, Teil 2 stellte den Protagonist als Lieblingsblogger vor.

Zum Autor: Bernhard Blöchl, Jahrgang 1976, ist Autor, Blogger und Journalist aus München und arbeitet hauptsächlich im Kultur- und Freizeitressort der Süddeutschen Zeitung und SZ Extra. Unter www.lieblingssaetze.de hat er ein Museum der schönen Sätze eingerichtet, in dem er inspirierende Romananfänge und Songzeilen sammelt. „Für immer Juli“ ist sein erstes Romanprojekt.

Autorenfoto: zeegaro

Bernhard Blöchl: Das vernetzte Romanprojekt (2): der Protagonist als Lieblingsblogger

5. September 2013

Eine Gastkolumne von Bernhard Blöchl

Die Zeiten, in denen ein Buch ausschließlich zwischen zwei Umschlagseiten stattfindet, sind vorbei. Das Internet bietet ungeahnte neue Möglichkeiten – sowohl beim Publizieren und Vermarkten, als auch beim kreativen Erzählen. In dieser Reihe gibt der Münchner Autor Bernhard Blöchl, 37, Einblicke in ein Schelmenstück, das sich um seinen kürzlich erschienenen Debütroman „Für immer Juli“ entfaltet. Ein literarisches Experiment, das die Online-Offline-Grenze ignoriert – und Hoffnung macht für eine Web-affine Schriftstellergeneration. Im zweiten Teil geht es um die Entdeckung der Romanfigur als Lieblingsblogger.

Der Tag, an dem meine Hauptfigur beschloss, aus dem Roman zu fallen, war heiß und erdrückend. Es war der Sommer, als Bayern München dreimal Zweiter wurde. Es war der Sommer der verpassten Chancen, in jeder Hinsicht. Hoffnung für meinen Lieblingsverein gab es in der Historie immer, da ist man als roter Münchner verwöhnt; etwas Hoffnung für meinen Debütroman gab es aber auch. Zu verlockend erschien mir die Idee, meine Geschichte im Netz weiterzuschreiben. Das literarische Experiment, eine Romanfigur bloggen zu lassen – die Figur eines Romans, den noch keiner kennt -, sollte mir die Frage beantworten, ob das Thema meiner Erzählung tatsächlich „durch“ ist, wie einige Verlage behaupteten, die das Manuskript abgelehnt hatten.

Das Blog mit der Hose spinnt das Kernthema des Romans weiter

Schlussmitluschig.de ging Mitte Oktober 2012 an den Start. Seitdem publiziert Julian Hartmann seine „Notizen zum Mannsein“. Im Roman entwickelt der von den Frauen enttäuschte und von seiner Freundin verlassene Mittdreißiger den Plan, sich zu emannzipieren; auf dem Blog wird seine Suche nach der verloren geglaubten Männlichkeit in kurzen Texten und Internet-tauglichen Darstellungsformen konkret. Die Website als digitale Metaebene zum Buch. Julian stellt sich als Sinnsuchender einer Männergeneration vor, die in den Neunzigern groß wurde, „diesem Nicht-Jahrzehnt, als die Metrosexuellen noch androgyne Hoffnungen hatten.“ Und er setzt sich Ziele: „Ja, es herrscht Chaos. Deshalb blogge ich. Ich möchte Teil einer Männerbewegung sein! Ich möchte begreifen, was Frauen wollen (wissen sie es selbst?). Und herausfinden, ob ich so sein kann. Seht es als Experiment. Für ein wenig Orientierung im Gender-Dschungel.“

„Das Blog mit der Hose“, wie die Seite wegen seines Unterhosenlogos genannt wird, nähert sich mit Thesen, Typologien, Zitaten, vor allem aber: mit einem selbstironischen Unterton jener Kernfrage, die auch der Roman aufwirft: Zwischen Lusche, Alpha-Softie und Macho – was macht den modernen Mann aus? Vor allem die Listen waren es, die schnell großen Zuspruch fanden. 33 Dinge, die der moderne Mann endlich kapieren sollte. 33 Dinge, die die moderne Frau endlich kapieren sollte. 33 Dinge, die moderne Paare endlich kapieren sollten usw. entwickelten sich zu populärem Content, der über die angeschlossenen Facebook– und Twitter-Kanäle rasch verbreitet wurden.

„Für immer Juli“ erscheint im MaroVerlag

Der Tag, an dem meine Hauptfigur doch noch einen Verleger fand, war mild und erfrischend. Es war der Sommer, als Bayern dreimal Erster wurde. Es war der Sommer der erfüllten Hoffnungen, in jeder Hinsicht. Schlussmitluschig.de hatte sich zu einer beliebten Adresse im Netz entwickelt. Interviews mit Parship und Friendscout24, eine Erwähnung in der GQ, die Aufnahme des von Juli erfundenen Begriffs der Emannzipation im Duden-Wörterbuch der Szenesprachen, Kooperationsanfragen von Unterhosenherstellern und Dating-Portalen – all das zeigte uns in überwältigender Weise: Das Thema meines Romans, die Orientierungslosigkeit des modernen Mannes, ist ganz und gar nicht “durch”. Es knirscht gerade bemerkenswert. Mehr als 100.000 Zugriffe in neun Monaten, 1.000 Facebook-Fans und mehr als 400 Twitter-Follower haben Juli und mich bestätigt.

Das war der Hintergrund, als „Für immer Juli“ erschien. Im Juli. Im wunderbaren MaroVerlag. Nach dem Erfolg des Blogs war ich bereit gewesen, mein Buch im Selfpublishing-Verfahren herauszubringen und über „Schluss mit luschig“ zu promoten. Dass ich nach langer Suche letztlich doch noch einen Verlag gefunden habe, änderte die Pläne. Zu großen Respekt habe ich vor der Kunst, professionell lektoriert und publiziert zu werden. Als Marketing-Tool und Mehrwert sollte das Blog freilich dennoch nützlich sein, diesen Weg wollte ich weiter gehen. Eine Frage aber galt es noch zu beantworten: Wie würden die Schluss-mit-luschig-Leser auf das Schelmenstück der bloggenden Romanfigur reagieren? Denn noch hatten sie keine Ahnung, dass sie Teil von größeren Zusammenhängen waren.

Um diese Frage geht es im dritten Teil der Reihe, außerdem darum, wie sich aus dem literarischen Experiment ein weiteres Buch entwickeln sollte.

Zum Autor: Bernhard Blöchl, Jahrgang 1976, ist Autor, Blogger und Journalist aus München und arbeitet hauptsächlich im Kultur- und Freizeitressort der Süddeutschen Zeitung und SZ Extra. Unter www.lieblingssaetze.de hat er ein Museum der schönen Sätze eingerichtet, in dem er inspirierende Romananfänge und Songzeilen sammelt. „Für immer Juli“ ist sein erstes Romanprojekt.

Autorenfoto: zeegaro

Bernhard Blöchl: Das vernetzte Romanprojekt (1): Absagen als Antrieb

26. August 2013

Eine Gastkolumne von Bernhard Blöchl

Die Zeiten, in denen ein Buch ausschließlich zwischen zwei Umschlagseiten stattfindet, sind vorbei. Das Internet bietet ungeahnte neue Möglichkeiten – sowohl beim Publizieren und Vermarkten, als auch beim kreativen Erzählen. In dieser Reihe gibt der Münchner Autor Bernhard Blöchl, 37, Einblicke in ein Schelmenstück, das sich um seinen kürzlich erschienenen Debütroman „Für immer Juli“ entfaltet. Ein literarisches Experiment, das die Online-Offline-Grenze ignoriert – und Hoffnung macht für eine Web-affine Schriftstellergeneration. Im ersten Teil geht es um frustrierende Absagen und motivierende Ideen.

Eigentlich konnte ich mich nicht beschweren. Mein erster Ausflug ins Abenteuerland für Autoren war geprägt von der normalsten Sache der Schriftstellerwelt: Absagen. Ein Wort wie Schreibblockade, Papierstau oder Ladenhüter. „Schwer zu positionieren“, hieß es in der einen Mail, „darüber kann ich nicht lachen“, unkte es in der nächsten, „schön und gut, aber das Thema ist durch“, niederschmetterte es in der dritten. Erster Versuch, kein Verlag – Alltag in Bücherdeutschland, einem Land, wo angeblich jeder Zehnte seinen Roman schreiben möchte.

Und ich hatte sogar noch Glück, immerhin fand ich früh eine Agentur, die mein Teilmanuskript als „außergewöhnlich“ einstufte und mich unter Vertrag nahm. „Für immer Juli“, wie mein Schelmenroman zur Orientierungslosigkeit des modernen Mannes von Anfang an hieß, sollte verkauft werden, noch bevor der Roman zu Ende geschrieben war. Daraus wurde nichts. Ich setzte den Schlusspunkt unter die Story meines Herzens im Juli 2012 – nach eineinhalb Jahren Schreibarbeit (und ich schreibe bewusst von Arbeit); die großen Verlage, denen meine Agentin das Manuskript hoffnungsfroh angeboten hatte, waren längst fertig mit ihm.

Durch ist Vokuhila, „DSDS“ oder Aperol Spritz, aber doch nicht eines der spannendsten Themen diesseits und jenseits der Geschlechtergrenze

Darüber konnte ich nicht lachen. Vor allem die wiederholt formulierte Begründung, das Thema sei durch, war es, die mich und meine Hauptfigur anstachelte. Die Frage, wie der moderne Mann Mitte 30 sein soll, Schwierigkeiten beim Wandel der Geschlechterrollen – all das soll „durch“ sein? Durch ist Vokuhila, „DSDS“ oder Aperol Spritz, aber doch nicht eines der spannendsten Themen diesseits und jenseits der Geschlechtergrenze. Vor allem Juli, der sinnsuchende Protagonist aus meiner Geschichte, war es, der die Ohrfeige der Verlage nicht hinnehmen wollte. Und so kam der Tag, an dem Juli aus dem Roman fiel.

„Mach doch einen Blog, positioniere dich als Männerversteher und bau dir dein Publikum im Netz selbst auf“, riet mir mein befreundeter Kollege Christian Einsiedel. Die Idee inspirierte mich, aber sie war noch nicht perfekt. Mich selbst in den Mittelpunkt zu rücken und einen auf Dr. Oberschlau zu machen, damit konnte ich mich nicht anfreunden. Ich bin Autor und kein Experte, Fantasie ist mein Wissen. Also grübelte ich weiter, während der Blogautor längst mit den manikürten Fingernägeln scharrte: Juli wollte den Job erledigen. Er hatte eine eingespielte Stimme und er hatte etwas zu sagen. Seine Mission hatte er bereits im Roman vorgegeben: Schluss mit luschig! Der Name des Blogs war demnach schnell gefunden (weitere Ideen wie Testosterontoni.de, Fiftyshadesofmen.de oder Mackeritis.de landeten auf den Plätzen).

Das literarische Experiment, eine Romanfigur bloggen zu lassen, die Figur eines Romans, den noch keiner kennt wohlgemerkt, sollte mir die Frage beantworten, ob das Thema meiner Geschichte tatsächlich „durch“ ist. Zum anderen spürte ich seit jeher kindliche Freude an postmodernen Ebenenverschiebungen, an dem Spiel mit Identitäten, an neuen Marketingtools. Und diese braucht man unbedingt, geht man den Weg des Selfpublishers – was nach den Absagen Ende 2012 mein Ansatz war.

Das Blog als digitale Metaebene zum Roman

Das Projekt gefiel mir immer mehr: das Blog als digitale Metaebene, die Fortschreibung des Romans mit digitalen Mitteln. Ein literarisches Experiment. Wo, bitteschön, steht geschrieben, dass die Hauptfigur eines Romans nur zwischen zwei Buchdeckeln wirken soll? Ich zähle mich zu jener Autorengeneration, die das Schreiben offline lernte, aber auch online nach Herzenslust herumpubliziert. Julis Sprung ins Netz ist da nur konsequent: An der Schwelle von analog zu digital muss man mehr leisten, als nur einen gedruckten Roman zu verfassen, davon war ich fortan überzeugt. Dieses Spannungsfeld wollte ich neu ausloten.

Und noch ein Gedanke fügte sich in das postmoderne Schelmenstück ein wie Rotwein in eine gelungene Bolognese: Das Grundthema meines Romans spiegelt sich auch in dem Blogexperiment wider, die Frage nämlich: Kann man ein anderer sein, als man ist, und wenn ja, wie lange geht das gut?

Um diese Frage geht es im zweiten Teil der Reihe, außerdem um Zustimmung im Netz sowie die Entwicklung der Romanfigur zum Lieblingsblogger, über den die Medien berichten.

Zum Autor: Bernhard Blöchl, Jahrgang 1976, ist Autor, Blogger und Journalist aus München und arbeitet hauptsächlich im Kultur- und Freizeitressort der Süddeutschen Zeitung und SZ Extra. Unter www.lieblingssaetze.de hat er ein Museum der schönen Sätze eingerichtet, in dem er inspirierende Romananfänge und Songzeilen sammelt. „Für immer Juli“ ist sein erstes Romanprojekt.

Autorenfoto: zeegaro