Rémi Jaccard: Wir arbeiten an einem Ort für die Wirklichkeit der Literatur

Die folgenden sechs Fragen unserer Interview-Reihe werden regelmäßig von den unterschiedlichsten Köpfen der Buchbranche beantwortet und die Interviews werden hier im Blog veröffentlicht. Dadurch entstehen Beiträge, die zum einen Aufmerksamkeit auf jene lenken, die “was mit Büchern machen”, und die zum anderen die Veränderungen und Herausforderungen in den verschiedenen Bereichen der Branche sichtbar werden lassen. Wenn Sie ebenfalls teilnehmen möchten, senden Sie Ihre Antworten und ein Bild von Ihnen bitte an Leander Wattig. Als Inspirationsquelle könnten Ihnen die bisherigen Interviews dienen. (Jedoch behalte ich mir vor, nicht alle Zusendungen zu veröffentlichen.)

Rémi Jaccard

Wer sind Sie und was machen Sie mit Büchern?

Mein Name ist Rémi Jaccard und seit einigen Monaten leite ich, gemeinsam mit Gesa Schneider, den Strauhof in Zürich. Der Strauhof, der ja bis letztes Jahr lange und erfolgreich Literaturausstellungen gezeigt hatte, wird nach einem kurzen Unterbruch am 25.9.2015 unter einer neuen Trägerschaft wieder eröffnet. Was ich also mit Büchern mache, ist, ihre Geschichten und Sprache, Hintergründe über die Personen, die sie schreiben, oder die Bedingungen, unter denen sie entstehen, in den Raum zu übertragen. Wir arbeiten an einem Ort für die Wirklichkeit der Literatur.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei Ihnen aus?

Seit Juli haben wir unser Büro im ehemaligen Café des Strauhofs mitten in der Zürcher Altstadt eingerichtet – ein grossartiger Arbeitsort. Typische Arbeitstage gibt im Moment nicht, da wir noch in der Aufbauphase sind. Im Moment wird gerade die erste Ausstellung «Mars – Literatur im All» installiert. Daneben planen wir die Eröffnung und arbeiten an unserer Kommunikation, ich kümmere mich aber auch um ein neues Kassensystem oder die Signaletik im Haus. Parallel entstehen Rahmenprogramm und Vermittlungsangebot, aber auch Konzepte und Budgets für die kommenden Ausstellungen. Und nicht zuletzt läuft bis zum 21. September noch unsere crowdfunding-Kampagne.

Wie hat sich Ihre Arbeit über die Zeit verändert?

Die Intensität hat seit der Planungsphase im Frühjahr deutlich zugenommen. Unser Team ist gewachsen, während die Zeit für Gedankenspiele abgenommen hat. Im Moment fehlt mir etwas die Möglichkeit für die strategische und konzeptuelle Arbeit, da alles darauf ausgerichtet ist, dass der Strauhof zur Eröffnung funktioniert. Dafür ist es umso schöner zu sehen, wie sich Ideen und Vorstellungen konkretisieren und Wirklichkeit werden.

Was ist ein Problem bei Ihrer Arbeit, für das Sie eine Lösung suchen?

Ein angenehmes Problem bei meiner Arbeit ist, Literatur auszustellen, aber nicht nur Zitate und Buchcover zu präsentieren, sondern ihren Inhalt und ihre Atmosphäre einzufangen und sichtbar zu machen. Dabei suche ich keineswegs eine abschliessende Lösung, als vielmehr die Bereitschaft, mich immer wieder auf neue Ansätze einzulassen. Ein weniger angenehmes Problem ist das Beschaffen der Mittel, die für Betrieb, Programm und Kommunikation nötig sind.

Wer sollte Sie ggf. kontaktieren – welche Art von Kontakten wäre zurzeit hilfreich für Sie?

Zurzeit brauchen wir vor allem Menschen, die Bücher wie wir als Portal zur Imagination verstehen und den Strauhof unterstützen, sei es als Gönnerinnen oder als Besucher, sei es als Blogger oder Journalistinnen.

Wo finden wir Sie im Internet?

Sie finden uns primär unter www.strauhof.ch, aber auch auf Facebook, Instagram und Twitter. Und natürlich die bereits erwähnte crowdfunding-Kampagne, bei der Sie von Beginn dieses neue Kapitels in der Geschichte des Strauhofs mitschreiben können: https://wemakeit.com/projects/strauhof-ein-neues-kapitel

Vielen Dank für Ihre Zeit!

Bildquelle: Rémi Jaccard

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