Petra Hermanns: Ich bin Geschäftsführerin der deutschen Literatur- und Filmagentur scripts for sale

Die folgenden sechs Fragen unserer Interview-Reihe werden regelmäßig von den unterschiedlichsten Köpfen der Buchbranche beantwortet und die Interviews werden hier im Blog veröffentlicht. Dadurch entstehen Beiträge, die zum einen Aufmerksamkeit auf jene lenken, die “was mit Büchern machen”, und die zum anderen die Veränderungen und Herausforderungen in den verschiedenen Bereichen der Branche sichtbar werden lassen. Wenn Sie ebenfalls teilnehmen möchten, senden Sie Ihre Antworten und ein Bild von Ihnen bitte an Leander Wattig. Als Inspirationsquelle könnten Ihnen die bisherigen Interviews dienen. (Jedoch behalte ich mir vor, nicht alle Zusendungen zu veröffentlichen.)

Petra Hermanns: Ich bin Geschäftsführerin der deutschen Literatur- und Filmagentur scripts for saleWer sind Sie und was machen Sie mit Büchern?

Mein Name ist Petra Hermanns. Ich bin Geschäftsführerin der deutschen Literatur- und Filmagentur scripts for sale, die seit 15 Jahren besteht. Mein Beruf ist es, Manuskripte an Verlage zu verkaufen, Autoren zu beraten und ihre Karrieren zu fördern und zu begleiten – mit allem, was dazu gehört. Bücher sind meine Leidenschaft und ich bin sehr glücklich, dass ich in diesem Beruf arbeiten kann.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei Ihnen aus?

Normalerweise bin ich gegen halb neun im Büro, sortiere mich und meinen Tag, lese ein bisschen Branchen- und Tagespresse, erledige die Dinge, zu denen ich Ruhe brauche, beantworte schon ein paar Mails. Ab zehn Uhr beginnen die Telefonate mit den Autoren und Lektoren in den Verlagen. Meistens sind das Gespräche über neue Stoffe, strategische Dinge für die nächsten Wochen oder über Konflikte, die es gerade in der Zusammenarbeit zwischen den Autoren mit ihren jeweiligen Verlagen gibt. Mit den Lektoren spreche ich ebenfalls über gemeinsame und mögliche neue Projekte, dabei geht es auch um Verhandlungen, wenn gerade ein Projekt von einer meiner Autoren auf konkretes Interesse bei einem Verlag gestoßen ist. Neben den Telefonaten sind Mails natürlich das Mittel der Kommunikation, eigentlich fast noch mehr als die Telefonate, etwa 60-80 Mails schreibe ich am Tag. Häufig bin ich auch auf Geschäftsreisen, besuche Verlage und Autoren, Messen oder Branchentreffen. Kurzum: Mein Tag besteht fast zu 100 Prozent aus Kommunikation. Gelesen wird dann am Wochenende oder an Lesetagen, die ich manchmal unter der Woche einlege, um zeitnah Stoffe und Manuskripte zu prüfen.

Wie hat sich Ihre Arbeit über die Zeit verändert?

Seit der Möglichkeit der Emails ist die Kommunikation sehr schnell geworden, die Taktung im täglichen Büroalltag hat sich in den letzten zehn Jahren doch dramatisch verändert und ich bin froh, dass mir dieses Tempo liegt: Die meisten Menschen erwarten eine Antwort auf ihre Mail noch am selben Tag und in der Regel beantworte ich fast jede Mail innerhalb von 48 Stunden. Daneben gibt es natürlich die großen strukturellen Veränderungen der letzten zehn Jahre in der Buch- und Verlagsbranche, die sowohl mich als auch meine Autoren ganz direkt betreffen und unseren Alltag prägen.

Was ist ein Problem bei Ihrer Arbeit, für das Sie eine Lösung suchen?

Ich wünsche mir, dass Verlage ihren Autoren das Wort „Marketing und PR“ innerhalb ihrer Möglichkeiten in der Buchbranche erklären würden, bevor ein Verlagsvertrag geschlossen wird. Denn über das, was Autorinnen und Autoren mit diesen Begriffen assoziieren (wie großes Endkundenmarketing, Anzeigenkampagnen, TV-Auftritte) und was Verlage diesbezüglich leisten können und wollen, besteht eine oftmals große Diskrepanz. Die Stunden, die ich brauche, um Autoren zu erläutern, was Verlage eigentlich meinen, wenn sie von einem „Spitzentitelmarketing“ sprechen stehen regelmäßig an der Tagesordnung und sind recht mühsam. Generell wünsche ich mir eine transparentere Kommunikation zwischen Verlagen und ihren Autoren, insbesondere auch mehr Kommunikation zwischen Autoren und anderen Abteilungen außer nur dem Lektorat. Alles in allem aber denke und lebe ich nicht problem-, sondern lösungsorientiert. In meiner Arbeit gibt es wenig, worüber ich mich beklagen könnte.

Wer sollte Sie ggf. kontaktieren – welche Art von Kontakten wäre zurzeit hilfreich für Sie?

Ich freue mich immer über neue Talente und Manuskripte, die mich überraschen, fesseln, begeistern. Ebenfalls freue ich mich über Einladungen zu interessanten Podiumsdiskussionen oder Gesprächen auf Messen und Festivals.

Wo finden wir Sie im Internet?

www.scriptsforsale.de

Vielen Dank für Ihre Zeit!

Bildquelle: Petra Hermanns

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