Die folgenden sechs Fragen unserer Interview-Reihe werden regelmäßig von den unterschiedlichsten Köpfen der Buchbranche beantwortet und die Interviews werden hier im Blog veröffentlicht. Dadurch entstehen Beiträge, die zum einen Aufmerksamkeit auf jene lenken, die “was mit Büchern machen”, und die zum anderen die Veränderungen und Herausforderungen in den verschiedenen Bereichen der Branche sichtbar werden lassen. Wenn Sie ebenfalls teilnehmen möchten, senden Sie Ihre Antworten und ein Bild von Ihnen bitte an Leander Wattig. Als Inspirationsquelle könnten Ihnen die bisherigen Interviews dienen. (Jedoch behalte ich mir vor, nicht alle Zusendungen zu veröffentlichen.)

Sandra Thoms

Wer sind Sie und was machen Sie mit Büchern?

Ich bin Verlegerin, Autorencoach, Dozentin und seit kurzem auch Bloggerin. Oder kurz gesagt: Bücherhebamme, denn ich bringe Bücher auf die Welt und begleite sie, egal ob als Verlegerin oder als Coach.

Nach meinem Studium (Übersetzungswissenschaften, Kulturmanagement, Mediengestalterin) bin ich eher zufällig im Verlag gelandet – es wurden bei wissenschaftlichen Springer damals französischsprachige Mitarbeiter, die Ahnung von Physik haben, gesucht – und seither kann ich mich von der Branche nicht mehr trennen.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei Ihnen aus?

Hängt davon ab, ob es ein „Bürotag“ oder ein „Termintag“ wird. Beim „Termintag“ habe ich wenig Gestaltungsmöglichkeiten, das sind Termine wie Messen, Seminare oder Kongresse. Aber egal, ob Büro oder Termin, der Tag beginnt immer mit einem Spaziergang mit meinem Mops Voltaire. Das hilft beim Wachwerden und Vorsortieren des Tages. Bei Bürotagen beginne ich danach mit der größten Aufgabe auf meiner To Do Liste – und das bevor ich die Mailbox öffne, denn wenn die erst einmal offen ist, verzettle ich mich zu leicht.

Wie hat sich Ihre Arbeit über die Zeit verändert?

Die größte Veränderung war der Sprung in die Selbständigkeit als Verlegerin 2007. Vorher galten Kernarbeitszeiten, Wochenarbeitsstunden, Jahresurlaub, Feiertage – danach nur noch das fertige Projekt. Es hat mich viel Disziplin gekostet, mir hier eine neue Struktur aufzubauen, die berücksichtigt, dass ich keine Maschine bin und daher irgendwann Pausen brauche.

Was ist ein Problem bei Ihrer Arbeit, für das Sie eine Lösung suchen?

Eine meiner Lieblingsfragestellungen ist die, wie das Erzählen von Geschichten in Zukunft mit den neuen technischen Möglichkeiten aussehen wird. Dem Thema widme ich mich auch auf meinen Blog „Miss Eyre und Mops“. Ich bin der festen Überzeugung, dass das Erzählen von Geschichten und das Zuhören menschliche Grundbedürfnisse sind. Doch die Form kann variieren, von der mündlichen Überlieferung, zur schriftlichen Dokumentation, zur digitalen Bebilderung. Und was erwartet uns als nächstes?

Wer sollte Sie ggf. kontaktieren – welche Art von Kontakten wäre zurzeit hilfreich für Sie?

Ich bin immer auf der Suche nach Seminarveranstaltern, die Dozenten zum Thema digitales Publizieren oder kreatives Schreiben suchen. Und natürlich freue ich mich über jeden Meinungsaustausch über Geschichten und deren Formen.

Wo finden wir Sie im Internet?

Die Verlage finden sich unter www.dryas.de, www.goldfinchverlag.de, www.edition-reiseratte.de, als Dozentin und Autorencoach findet man mich unter www.romanmentoren.de und als Bloggerin unter www.miss-eyre.de

Vielen Dank für Ihre Zeit!

Bildquelle: Sandra Thoms