Die folgenden sechs Fragen unserer Interview-Reihe werden regelmäßig von den unterschiedlichsten Köpfen der Buchbranche beantwortet und die Interviews werden hier im Blog veröffentlicht. Dadurch entstehen Beiträge, die zum einen Aufmerksamkeit auf jene lenken, die “was mit Büchern machen”, und die zum anderen die Veränderungen und Herausforderungen in den verschiedenen Bereichen der Branche sichtbar werden lassen. Wenn Sie ebenfalls teilnehmen möchten, senden Sie Ihre Antworten und ein Bild von Ihnen bitte an Leander Wattig. Als Inspirationsquelle könnten Ihnen die bisherigen Interviews dienen. (Jedoch behalte ich mir vor, nicht alle Zusendungen zu veröffentlichen.)

Daniela Hense und Clemens SeitnerWer sind Sie und was machen Sie mit Büchern?

Wir sind „Fräulein Schneefeld & Herr Hund“, stationäre Genuss-­ und Entdeckungseinzelhändler für Schokolade und Bücher, im nostalgischen Gewand mit ein paar ironischen Knöpfen. Wir sind erst im Kommen, wollen dann aber bleiben, wo wir für unser Geschäft den besten Platz finden. Fräulein Schneefeld wird sich dort vornehmlich um Schokolade und Herr Hund eben um die Bücher kümmern.

Im Moment, wie es kalt­deutsch heißt, betreiben wir Akquise. Denn wir befinden uns in der Planungs­ und Finanzierungsphase zu unserem Unternehmen. Wir haben dazu bei Startnext ein Crowdfundingprojekt, wofür wir uns einige ganz reizvolle Dankeschöns ausgedacht haben.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei Ihnen aus?

Einen typischen Arbeitstag gibt es bei uns nicht. Kein Tag ist wie der andere. Wir bewegen uns in einem Universum aus Korrespondenz, dem Verfassen von Blogbeiträgen, der wichtigen Standortsuche, Besuchen von Messen und relevanten Events, der Feinjustierung des Businessplans, Gesprächen mit allen möglichen Menschen aus allen möglichen Bereichen, von kenntniserweiternden Schulungen und Seminaren, dem täglichen Brot und vieeel Schokolade … und dabei, leider, kaum genug Zeit für ein gutes Buch.

Wie hat sich Ihre Arbeit über die Zeit verändert?

Nachdem wir uns nun in diesem fortgeschrittenen Stadium auf dem Weg zur Geschäftseröffnung befinden, gibt es für uns inzwischen kaum noch andere Dinge, mit denen wir uns beschäftigen. Nach so langer und intensiver Vorbereitung und Auseinandersetzung mit den Geschäftsfeldern Buch & Schokolade gibt es für uns auch „kein zurück“ mehr. So dass wir wie eine Raupe im Salat uns beharrlich immer tiefer und weiter in die Materie einarbeiten. Und da gibt es Tage, wo es einfach kein Vorankommen gibt, und Tage, wo wir gleich mehrere Salatblätter auf einmal durchqueren. Wir befinden uns in einem schweren Spagat, unsere Authentizität bewahren zu wollen, nicht marktschreierisch bloße Werbung zu machen und trotzdem auf uns aufmerksam zu machen und es beim Namen zu nennen, dass wir nicht nur Zuspruch brauchen, sondern alle, die an unsere Idee glauben, auch ihre Portemonnaies öffnen.

Was ist ein Problem bei Ihrer Arbeit, für das Sie eine Lösung suchen?

Man kann vieles sein, doch nicht alles so gut, wie man es sich vielleicht wünscht. Und in Anbetracht der Notwendigkeiten zur Erreichung des gewünschten Ziels tut man sich keinen Gefallen, bestehende Schwächen zu verleugnen, die es bei jedem immer geben wird. Das große Problem oder besser, die große Aufgabe für uns ist in den letzten 12 Monaten gewesen, bei unseren Defiziten für Abhilfe zu sorgen. Bei uns lagen sie vorwiegend im rein kaufmännischen Bereich.

Im Prinzip ist unser Geschäft bereits eröffnet, denn was machen wir im Moment anderes als Marketing, PR und Verkauf. Es gibt zwar keine Ladentheke, aber Waren, für die wir Geld einnehmen wollen. Schokolade und Bücher, das klingt erst einmal schön und weckt bestimmte Assoziationen, es geht aber im Grunde darum, ein Produkt zu verkaufen. Das läuft mal gut, mal weniger gut, gehört aber einfach dazu. PUNKT.

Wer sollte Sie ggf. kontaktieren – welche Art von Kontakten wäre zurzeit hilfreich für Sie?

Im Moment geht es um zweierlei: die Mittel zum Erreichen des Funding-­Ziels zusammenzubekommen und Bekanntheit über Presse und in der Community zu generieren. Kontakte sind die, die morgen unsere Kunden sind bzw. heute und morgen dabei helfen wollen, unseren Namen und unsere Idee bekannt zu machen.

Alle, die überzeugt sind, dass es „Fräulein Schneefeld & Herr Hund“ wirklich geben soll, die etwas dafür tun können, also jeder der unsere Idee und unser Crowdfundingprojekt gerne verbreiten, ob in den Print­ , Digital­, Hörfunk­ oder Fernsehmedien, sowie jeder der sich finanziell einbringen möchte … es gibt dazu entsprechende Dankeschöns.

Wo finden wir Sie im Internet?

Vielen Dank für Ihre Zeit!

Bildquelle: Franziska Hauser