Die folgenden sechs Fragen unserer Interview-Reihe werden regelmäßig von den unterschiedlichsten Köpfen der Buchbranche beantwortet und die Interviews werden hier im Blog veröffentlicht. Dadurch entstehen Beiträge, die zum einen Aufmerksamkeit auf jene lenken, die “was mit Büchern machen”, und die zum anderen die Veränderungen und Herausforderungen in den verschiedenen Bereichen der Branche sichtbar werden lassen. Wenn Sie ebenfalls teilnehmen möchten, senden Sie Ihre Antworten und ein Bild von Ihnen bitte an Leander Wattig. Als Inspirationsquelle könnten Ihnen die bisherigen Interviews dienen. (Jedoch behalte ich mir vor, nicht alle Zusendungen zu veröffentlichen.)

Kathrin Bolte

Wer sind Sie und was machen Sie mit Büchern?

Ich bin Kathrin Bolte aus Peine in Niedersachsen und betreibe das Blog BOLTEbloggt.de – hier geht es in erster Linie um Bücher, aber auch um das was in der Buchbranche los ist und was in meinem Leben so aufregendes oder weniger aufregendes geschieht.

Das Blog war der erste Schritt sagen zu können: „Ich mach jetzt auch was mit Büchern“. Dadurch wurde nämlich unsere Tageszeitung auf mich aufmerksam und ich wurde freier Mitarbeiter und das wiederum brachte mich mit der Bestsellerautorin Kathrin Lange aus Hildesheim zusammen. Sie stellte weitere Kontakte her, sodass ich heute Pressesprecherin und Marketingfrau der Verlage Dryas, Goldfinch und der Edition Reiseratte bin. Zudem mache ich das Marketing für die Romanmentoren, für diverse Autoren, schreibe gerade selbst ein Buch (könnten auch zwei werden) und ich veranstalte die literaTOUR-peine.de – eine Reihe von Autorenlesungen der besonderen Art.

Wenn ich dann mal nicht am PC sitze, streife ich durch die Buchhandlungen dieser Welt, begeistere mich für die NASCAR Sprint Cups (Daytona 500 – i love it), sitze hin und wieder im Fußballstadion (Hannover 96 natürlich) oder führe stundenlange Diskussionen mit meiner elfjährigen Tochter über den Sinn der Schule, des Zähneputzens oder des Lebens im Besonderen und Allgemeinen.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei Ihnen aus?

Einen typischen Arbeitstag gibt es bei mir nicht. Aufgrund der vielseitigen Tätigkeiten weiß ich oftmals erst am Morgen beim Lesen der Mails, wohin mich mein Tag führen wird. Aufgestanden wird um 6 Uhr. Halbe Stunde Yoga machen, um von dem herunterzukommen, was mich noch gar nicht raufgebracht hat. Kaffee trinken, 148 Mail checken, Welt retten – ganz im Sinne von Tim Benzko.

Meist sitze ich bis zum späten Nachmittag am Schreibtisch oder verlege mein Office in den Garten, da ich den Luxus genieße von Zuhause arbeiten zu dürfen. Den Montag habe ich mir seit kurzem als reinen Schreibtag ausgeschaut. An diesem schreibe ich Rezensionen, meine eigenen Ideen auf oder ich setze mich zum xten Mal an mein Buch.

Wie hat sich Ihre Arbeit über die Zeit verändert?

Was als absoluter Spaß an der Freud begann, wurde ernst und ich kann damit SEHR gut leben. Meinen Tag hat die Arbeit mit Büchern bereichert. Da ich nun einen echten Blick hinter die Kulissen werfen darf, ist jeder Arbeitstag absolut spannend. Die Arbeit zeigt mir alle Schritte der Entstehung von richtig guten Büchern. Bei den Romanmentoren lerne ich gemeinsam mit den Seminarteilnehmern wie aus einer Idee ein Buch entsteht. Beim Verlag lerne ich wie ein Buch in eine druckbare Form gebracht wird, wie es gedruckt und schlussendlich vermarktet wird. Wenn es dann den Lesern auch noch gefällt, dann ist das wie einen Oscar für seine Arbeit bekommen. An dem Spruch „Man lernt nie aus“ ist wahrlich was dran und das hält den Geist fit.

Verändert hat sich mein Alltag insofern, dass ich endlich einen Job habe, der mich wachsen lässt und der unheimlich viel Spaß macht. Er macht mich glücklich, ausgeglichen und zufrieden und das färbt auch auf die Familie ab. Das kann nicht jeder von sich behaupten.

Was ist ein Problem bei Ihrer Arbeit, für das Sie eine Lösung suchen?

Mein Problem war immer die Zeit. Seit Jahren bin ich selbständig – also selbst und ständig. Als Alleinerziehende einer Elfjährigen ein Drahtseilakt. Familie und Karriere. Das alte Thema. Meine jetzige Arbeit, bei freier Zeiteinteilung – und trotzdem bin ich für meine Kunden immer greifbar – lässt mir viel Raum mich dann um mein Kind zu kümmern, wenn es mich wirklich braucht. Es gibt bei uns beispielsweise jeden Tag ein frisch zubereitetes Mittagessen. Parallel dazu ein nettes Gespräch über Schule und Probleme, danach eine Kuschelrunde und dann geht jeder an seinen Schreibtisch. Jeden Freitag gehen meine Tochter und ich irgendwo zum Lunch.

Der feste Glaube daran, dass sich die Zeiten ändern, Mütter auch von zu Hause aus arbeiten und dabei Karriere machen können, hat mir geholfen durchzuhalten. Das Ergebnis habe ich in der dritten Frage beschrieben.

Es sollte mehr Unternehmen geben, die das ermöglichen. Ich bin sicher, dass ich mit meiner freien Zeiteinteilung und meinem entspannten Arbeiten effektiver für die Unternehmen bin, für die ich arbeite, als wenn ich jeden Tag einen nine-to-five-Job machen müsste. Die technischen Voraussetzungen sind da. Nur in den Köpfen fehlt noch ein Mausklick.

Wer sollte Sie ggf. kontaktieren – welche Art von Kontakten wäre zurzeit hilfreich für Sie?

Tolle Frage: jeder darf mich kontaktieren! Autoren sind herzlich willkommen. Gern übernehme ich das Marketing für sie oder gebe in einer kleinen, individuellen Schulung mein Wissen zu Marketing, Social Media Marketing und Werbung für Bücher weiter.

Immer wieder gerne nehme ich aber auch Kontakt zu Lesern auf. Buchverliebte sind bei mir genau richtig. Ich liebe es mich auszutauschen (ist wohl so´n Frauending).

Vernetzen ist das Stichwort in der Welt des Web 2.0 und ich persönlich konnte dadurch sehr viele Erfolge verzeichnen.

Wo finden wir Sie im Internet?

Hauptsächlich liest man über mich oder besser von mir auf www.BOLTEbloggt.de. Die Domain www.kathrin-bolte.de ist auch gefüllt mit ganz vielen Infos über meine Arbeit. Dann findet man mich noch unter www.literaTOUR-peine.de – das sind die Autorenlesungen der besonderen Art. Derzeit noch im Aufbau befindet sich www.PEINEbloggt.de doch das soll im Herbst 2014 ebenfalls mit Leben gefüllt werden. Ich habe eine Fanpage auf Facebook und wer bei Google „Kathrin Bolte“ eingibt, der erfährt auch den Rest von mir.

Danke, das hat echt Spaß gemacht! Bin dann mal lesen :-)

Vielen Dank für Ihre Zeit!

Bildquelle: Kathrin Bolte