Die folgenden sechs Fragen unserer Interview-Reihe werden regelmäßig von den unterschiedlichsten Köpfen der Buchbranche beantwortet und die Interviews werden hier im Blog veröffentlicht. Dadurch entstehen Beiträge, die zum einen Aufmerksamkeit auf jene lenken, die “was mit Büchern machen”, und die zum anderen die Veränderungen und Herausforderungen in den verschiedenen Bereichen der Branche sichtbar werden lassen. Wenn Sie ebenfalls teilnehmen möchten, senden Sie Ihre Antworten und ein Bild von Ihnen bitte an Leander Wattig. Als Inspirationsquelle könnten Ihnen die bisherigen Interviews dienen. (Jedoch behalte ich mir vor, nicht alle Zusendungen zu veröffentlichen.)

Martin Schmitz-KuhlWer sind Sie und was machen Sie mit Büchern?

Ich bin Mitgesellschafter der kleinen, aber feinen Agentur Schwarzburg aus Frankfurt. Wir haben uns bei unserer Gründung den Slogan „Für bessere Medien“ gegeben. Das war natürlich etwas großspurig, aber durchaus ernst gemeint – denn schlechte und lieblose Medien gibt es genug. Seit einiger Zeit fokussieren wir uns auf die Buchbranche – zu unseren Kunden gehören zum Beispiel die Deutsche Nationalbibliothek oder auch der Campus-Verlag. Last but not least bin ich auch selbst (Kinderbuch-)Autor. So habe ich mit meiner Frau, der Illustratorin Anke Kuhl das Bilderbuch „Alle Kinder. Ein ABC der Schadenfreude“ (Klett Kinderbuch) gemacht und zurzeit probiere ich die neue Plattform Oetinger34 aus.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei Ihnen aus?

Das kommt darauf an, ob ich Kundenprojekte umsetze oder ob ich eigene Projekte mache. Für letztere nehmen wir uns nämlich immer wieder die Zeit, selbst wenn sie erst einmal nichts „einbringen“. Zwei Projekte will ich hier kurz nennen. Erstens: Das neue Online-Magazin www.bookster-frankfurt.de. Dort stellen wir wöchentlich einen Frankfurter Buchmenschen vor. Denn die Buchstadt Frankfurt lebt! Zweitens: Das Buch „Bookster. Gespräche über die Zukunft des Buches“ (Arbeitstitel). Es soll zur Leipziger Buchmesse 2015 erscheinen.

Wie hat sich Ihre Arbeit über die Zeit verändert?

Als Journalist und Magazinentwickler war ich eigentlich immer ein überzeugter „Printler“. Und nach wie vor geht mir nichts über ein gut gemachtes (Print-)Magazin. Aber die Zeit bleibt nicht stehen, und wenn man sich darauf einlässt, kann man den Vorzügen digitaler Medien natürlich auch etwas abgewinnen. Das oben genannte Online-Magazin ist der Versuch, unsere inhaltlichen und ästhetischen Ansprüche auf ein Digitalmedium zu übertragen.

Was ist ein Problem bei Ihrer Arbeit, für das Sie eine Lösung suchen?

Wie verändern Digitalisierung und Vernetzung die Magazine und die Magazinbranche? Das ist eine Frage, mit der wir uns seit Jahren – als „Betroffene“ – beschäftigen. Wie verändern Digitalisierung und Vernetzung die Bücher und die Buchbranche? Das ist eine Frage, mit der ich mich seit einiger Zeit journalistisch beschäftige. Hiezu führe ich gerade zahlreiche Gespräche mit diversen interessanten Menschen und Branchenkennern. Heraus kommen soll ein Buch, das nicht nur die Zukunft des Buches beschreibt, sondern sie auch an sich selbst demonstriert. Denn eines kann man sicher sagen: Das Buch wird weiter existieren, allerdings in einer Vielzahl von Erscheinungsformen, nicht nur zwischen zwei Buchdeckeln. Und genau so soll auch mein Buch erscheinen: Es wird ein E-Book geben, genauso wie ein BoD-Taschenbuch. Darüber hinaus soll man aber in einer Online-Version auch gezielt nur einzelne Artikel kaufen können. Social Reading wird eine Rolle spielen. Neue Plattformen wie Flipintu. Und es ist natürlich eine schön gestaltete Premium-Print-Ausgabe geplant.

Wer sollte Sie ggf. kontaktieren – welche Art von Kontakten wäre zurzeit hilfreich für Sie?

Wir suchen für unsere Seite www.bookster-frankfurt.de ständig interessante Menschen aus der Buchbranche, die wir vorstellen können. Sie müssen allerdings aus Frankfurt und Umgebung kommen. Und für mein Buchprojekt suche ich noch interessante Gesprächspartner, die etwas zum Thema „Zukunft des Buches und der Buchbranche“ zu sagen haben. Da man sich für beides eher nicht selbst vorschlägt, freue ich mich über Vorschläge Dritter.

Wo finden wir Sie im Internet?

Unsere Agentur findet man unter www.agentur-schwarzburg.de. Und mich findet man bei Facebook und XING. Oder per Mail an schmitz-kuhl@agentur-schwarzburg.de

Vielen Dank für Ihre Zeit!

Bildquelle: Martin Schmitz-Kuhl