Die folgenden sechs Fragen unserer Interview-Reihe werden regelmäßig von den unterschiedlichsten Köpfen der Buchbranche beantwortet und die Interviews werden hier im Blog veröffentlicht. Dadurch entstehen Beiträge, die zum einen Aufmerksamkeit auf jene lenken, die “was mit Büchern machen”, und die zum anderen die Veränderungen und Herausforderungen in den verschiedenen Bereichen der Branche sichtbar werden lassen. Wenn Sie ebenfalls teilnehmen möchten, senden Sie Ihre Antworten und ein Bild von Ihnen bitte an Leander Wattig. Als Inspirationsquelle könnten Ihnen die bisherigen Interviews dienen. (Jedoch behalte ich mir vor, nicht alle Zusendungen zu veröffentlichen.)

Nicola EinsleWer sind Sie und was machen Sie mit Büchern?

Angefangen haben wir „mit Büchern“ vor etwa drei Jahren – als Literaturagentur connACT lit.agency – davor gab es uns allerdings bereits recht lange als klassisches Künstlermanagement, genauer seit dem Jahr 2000, in dem die connACT GmbH gegründet wurde. Wir fanden die meisten Buchtrailer entweder langweilig oder oft zu sehr auf Werbung oder Effekthascherei getrimmt und daran wollten wir etwas ändern. Und etwas dafür tun, dass die Auffindbarkeit im Netz für Bücher auf eine ansprechende und abwechslungsreiche Art und Weise für den bücherlesenden Internet-Nutzer auch einfacher wird. Deshalb haben wir litbits.de gegründet, ein neues Literaturportal, auf dem in kurzen, schönen Clips die Tonalität und das Thema der Bücher gezeigt wird. So kann der Nutzer sehen, was er zu lesen bekommt und entscheiden, was ihn interessieren könnte. Fast so, als würde er den Buchhändler um die Ecke um einen Tipp für sein nächstes Buch bitten. Und deshalb verlinken wir auch konsequent direkt zu den Verlagen, bei denen die Bücher erscheinen.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei Ihnen aus?

Nach der Morgen-Hunderunde mit Bürolady Lily werden die neuesten Mails gecheckt, die sozialen Netzwerke aktualisiert und dann geht’s los: Manuskripte lesen und vorlektorieren, neue Ideen für lit bits-Clips ausdenken, Austausch mit Autoren und Verlagen über neue mögliche Projekte und Skype-Konferenz mit unserer Berliner Mitarbeiterin. Wenn’s passt, eine Kleinigkeit zu Mittag essen und weiter im Arbeitsalltag: Es gibt zu allem auch immer eine Menge administrativen Kram zu erledigen, leider und das alles geht manchmal schon weit über 9 to 5 hinaus!

Wie hat sich Ihre Arbeit über die Zeit verändert?

Ich finde es schade, dass heute mehr und mehr über digitale Kommunikation erledigt wird – nicht mehr übers Telefon oder bei einem Treffen. Man redet viel zu wenig miteinander. Manchmal ist es schneller, eine Mail zu schreiben, aber schneller ist ja nicht immer besser – und viel schöner ist das Miteinander-Sprechen! Deshalb genieße ich um so mehr die Brainstormings zu unseren nächsten Clips, denn das machen wir immer zusammen an einem Tisch!

Was ist ein Problem bei Ihrer Arbeit, für das Sie eine Lösung suchen?

Das berühmte „Katze-in-den-Schwanz-Beiss“-Problem: Viele potenzielle Kunden/Verlage steigen erst ein, wenn etwas schon erfolgreich im Sinne von stark frequentiert ist. Die starke Frequenz entsteht aber erst durch Aufträge der Verlage – also schöne neue Clips auf unserer Seite…

Wer sollte Sie ggf. kontaktieren – welche Art von Kontakten wäre zurzeit hilfreich für Sie?

Ganz klar: Verlage und Autoren! Es wäre toll, wenn die Verlage mit dazu beitragen würden, dass lit bits erfolgreich werden kann, indem sie dafür sorgen, dass die Literaturplattform immer neuen Content zu bieten hat und somit die Leser in absehbarer Zeit bei litbits das finden, was sie suchen: Einen verlässlichen Tipp für ihr nächstes Buch – egal welchen Genres!

Wo finden wir Sie im Internet?

Vielen Dank für Ihre Zeit!

Bildquelle: Nicola Einsle