Die folgenden sechs Fragen unserer Interview-Reihe werden regelmäßig von den unterschiedlichsten Köpfen der Buchbranche beantwortet und die Interviews werden hier im Blog veröffentlicht. Dadurch entstehen Beiträge, die zum einen Aufmerksamkeit auf jene lenken, die “was mit Büchern machen”, und die zum anderen die Veränderungen und Herausforderungen in den verschiedenen Bereichen der Branche sichtbar werden lassen. Wenn Sie ebenfalls teilnehmen möchten, senden Sie Ihre Antworten und ein Bild von Ihnen bitte an Leander Wattig. Als Inspirationsquelle könnten Ihnen die bisherigen Interviews dienen. (Jedoch behalte ich mir vor, nicht alle Zusendungen zu veröffentlichen.)

Frank Grossklaus

Wer sind Sie und was machen Sie mit Büchern?

Wer bin ich? Gute Frage… und wenn ja, wie viele? Frank Großklaus, Mitgründer von readfy, einer Leseplattform für kostenlose werbefinanzierte eBooks. Man kann mit Apps auf mobilen Endgeräten wie Smartphones und Tablets lesen – manche nennen es auch das „Spotify für eBooks“.

Was mache ich mit Büchern? Ich lese, schreibe und verkaufe sie – und alles mit Leidenschaft. Als Gadget-Freak habe ich Ende der Neunziger angefangen eBooks auf dem Palm zu lesen, das waren dann in der Regel txt-Dateien. Durch meine jahrelange Tätigkeit im Online-Marketing und –Projektmanagement habe ich mir irgendwann mal Gedanken darüber gemacht, wie man vor allem kostenlose eBooks vernünftig im Internet auffindbar machen kann und das Verzeichnis threebooks.de ins Leben gerufen. In dem Zusammenhang habe ich die ersten eBooks selbst geschrieben und Self-Publishing ausprobiert. Eins führte zum andern und es entstand ein kleiner eBook-Verlag. Die Mischung aus Online Marketing und E-Publishing hat mich letztlich zu readfy gebracht.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei Ihnen aus?

Ich bin bei readfy für Marketing, Content und Vertrieb verantwortlich. Dementsprechend bin ich zum einen viel mit Verlagen und eBook-Aggregatoren in Kontakt, zum andern plane ich Vermarktungsaktionen und –kooperationen. Wir sind viel unterwegs, um readfy in der deutschen Verlagslandschaft bekannt zu machen.

Da wir noch im Aufbau sind und der kommerzielle Marktstart im Sommer stattfindet, gibt es an allen Fronten eine Menge zu tun.

Wie hat sich Ihre Arbeit über die Zeit verändert?

Was sich nicht verändert hat ist glücklicherweise die abwechslungsreiche Zusammenarbeit mit kreativen Menschen aus den unterschiedlichsten Branchen – außer, dass ich den Eindruck habe, dass die immer jünger werden… oder liegt das an mir?

Was sich schon geändert hat ist meinem Empfinden nach die Geschwindigkeit mit der die neuen Werkzeuge sich für meine Arbeit entwickeln. Auf der Bookmark-Leiste in meinem Browser ist schon gar kein Platz mehr für die ganzen Tools, die wir benutzen. Da war das Internet im alten Jahrtausend noch deutlich übersichtlicher.

Was ist ein Problem bei Ihrer Arbeit, für das Sie eine Lösung suchen?

Eine unserer spannenden Aufgaben ist es herauszufinden, wie man den Lesern ein tolles Leseerlebnis mit kostenlosen eBooks bereitet und sie gleichzeitig nicht zu sehr mit der Werbung stört, durch die die Bücher finanziert werden. Wir arbeiten an der goldenen Mitte, von der dann alle profitieren können – die Leser, die Autoren und Verlage und wir.

Wer sollte Sie ggf. kontaktieren – welche Art von Kontakten wäre zurzeit hilfreich für Sie?

Ich freue mich über Kontakte zu allen Verlagen, mit denen wir noch nicht im Gespräch sind und die readfy als zusätzlichen Vertriebskanal für ihre Bücher nutzen wollen.

Wo finden wir Sie im Internet?

Die readfy-Website findet man unter www.readfy.com.
Twitter: twitter.com/_readfy
Facebook: facebook.com/Readfy
Google+: plus.google.com/+Readfy

Ich persönlich vernetze mich auch gerne weiter unter Xing und LinkedIn.

Vielen Dank für Ihre Zeit!

Bildquelle: Frank Großklaus