Die folgenden sechs Fragen unserer Interview-Reihe werden regelmäßig von den unterschiedlichsten Köpfen der Buchbranche beantwortet und die Interviews werden hier im Blog veröffentlicht. Dadurch entstehen Beiträge, die zum einen Aufmerksamkeit auf jene lenken, die “was mit Büchern machen”, und die zum anderen die Veränderungen und Herausforderungen in den verschiedenen Bereichen der Branche sichtbar werden lassen. Wenn Sie ebenfalls teilnehmen möchten, senden Sie Ihre Antworten und ein Bild von Ihnen bitte an Leander Wattig. Als Inspirationsquelle könnten Ihnen die bisherigen Interviews dienen. (Jedoch behalte ich mir vor, nicht alle Zusendungen zu veröffentlichen.)

David GrayWer sind Sie und was machen Sie mit Büchern?

Ich verfasse und lese Bücher. Ich tauge zu nicht viel sonst. Hin und wieder kritisiere ich auch Filme für verschiedene Zeitungen und Onlinemagazine. Man könnte also sagen ich bin professioneller Schreiber, Leser und Filmschauer.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei Ihnen aus?

Mein Tagesablauf in 3 Kannen Kaffee und 30 Zigaretten:

Die erste Kanne Kaffee hilft bei der Abarbeitung der e-Mails, die am vergangenen Tag in mein Postfach flatterten und dabei die darauf folgende Presseschau auf die Onlineausgaben von FAZ, Guardian, TAZ, Irish Independet und SPIEGEL Online ohne lautstarke Wutanfälle zu überstehen. Sie reicht auch noch um anschließend Hirn und Herz für die morgendlichen Telefonate mit Kollegen, Partnern, meiner Literaturagentur oder dem Lektor zu schmieren.

Das ist der Punkt, an dem die erste Kanne Kaffee geleert ist und neuer gebrüht werden muss. Ist die 2. Kanne soweit, mache ich mich an meine eigentliche Arbeit: das Schreiben von Romanen, Shortstory und Essays. Hin und wieder zieht man mich auch für Dialogbearbeitungen von TV-Drehbüchern heran, denen meist Vorrang vor den eigenen Projekten eingeräumt werden muss, da die Arbeit daran an Deadlines geknüpft ist, die meist knapp bemessen sind. Das dauert bis gegen Sechs Uhr abends.

Nach einer Pause von etwa 2 Stunden sehe ich mir entweder Filme an, die besprochen werden wollen, oder … lese auf einem alten Sofa, das zu kurz für meine fast zwei Meter Körperlänge und eigentlich ziemlich unbequem ist. Dies ist dann der Zeitpunkt, an dem ich auch mein tägliches Pensum von ca. 30 Zigaretten erreicht habe …

Wie hat sich Ihre Arbeit über die Zeit verändert?

Mein Leben ist mehr an den Schreibtisch gebunden als früher. Vieles spielt sich heute online ab, was vor einigen Jahren noch persönlich und live erledigt wurde. Ob das eine rundum gesunde Entwicklung ist, weiß ich noch nicht zu beurteilen.

Außerdem erwarten immer mehr Entscheider, dass man als Autor etwas umsonst abzugeben hätte. Das ist definitiv nervig. Und offenbar ein Phänomen, das sich vornehmlich auf die Unterhaltungsindustrie beschränkt.

Was ist ein Problem bei Ihrer Arbeit, für das Sie eine Lösung suchen?

Meine hochverehrte Autorenjungesellenbudenreinigungskraft hat sich mit ihrem Mann nach Australien abgesetzt, um dort ein neues Leben zu beginnen. Sie hatte einen Abschluss in Kommunikations- und Medienwissenschaften und war die unnachgiebigste Kritikerin meiner im Entstehen begriffenen Werke. Bislang war es unmöglich, einen Ersatz zu finden, der mit ähnlichem gesunden Menschenverstand und literarischen Scharfsinn glänzen konnte. Doch ich versuche es weiter …

Wer sollte Sie ggf. kontaktieren – welche Art von Kontakten wäre zurzeit hilfreich für Sie?

Ich brauche endlich eine Webseite …

Wo finden wir Sie im Internet?

Zum Beispiel hier: http://www.ploettner-verlag.de/autoren/david-gray/

Oder hier: https://www.facebook.com/david.gray.94617

Vielen Dank für Ihre Zeit!

Bildquelle: David Gray