Die folgenden sechs Fragen unserer Interview-Reihe werden regelmäßig von den unterschiedlichsten Köpfen der Buchbranche beantwortet und die Interviews werden hier im Blog veröffentlicht. Dadurch entstehen Beiträge, die zum einen Aufmerksamkeit auf jene lenken, die “was mit Büchern machen”, und die zum anderen die Veränderungen und Herausforderungen in den verschiedenen Bereichen der Branche sichtbar werden lassen. Wenn Sie ebenfalls teilnehmen möchten, senden Sie Ihre Antworten und ein Bild von Ihnen bitte an Leander Wattig. Als Inspirationsquelle könnten Ihnen die bisherigen Interviews dienen. (Jedoch behalte ich mir vor, nicht alle Zusendungen zu veröffentlichen.)

Nikolay Barabanov und Anna Burck

Wer sind Sie und was machen Sie mit Büchern?

Wir sind Nikolay Barabanov und Anna Burck vom Verlag Daktylos Media : Interactive Children’s Books. Anna hat deutsche und russische Literatur studiert und arbeitet nebenher als Übersetzerin, Autorin und Online-Redakteurin. In einem Verlag zu arbeiten war für sie schon lange ein Traum. Nick ist von Beruf Architekt. Viele Jahre hat er das Projektmanagement in einem großen Moskauer Architekturbüro geleitet. Mit dem Umzug nach Deutschland hat er sich entschieden selbständig zu arbeiten, und zwar mit Büchern und neuen Medien.

Wir haben ein neues Buch-App-Format für Kinder entwickelt: die Daktylos Lesequest. Das Besondere daran ist, dass in dieser App gute Literatur und das Lesen im Mittelpunkt stehen. Sie richtet sich an Kinder im Lesealter. In unserer Lesequest werden die Illustrationen durch das Antippen von Schlüsselwörtern im Text animiert. So kommt man in der Geschichte weiter. Außerdem kann man darin zwischen Deutsch, Englisch und Russisch umschalten. Die „Meta Morfoß App“ ist unsere erste Buch-App, sie soll in der zweiten Jahreshälfte 2014 in den Stores erscheinen. “Meta Morfoß” ist eine wunderbare Erzählung, die Peter Hacks, einer der großen DDR-Dramatiker, vor vierzig Jahren geschrieben hat. Wir arbeiten mit dem Eulenspiegel Verlag zusammen, der die Rechte für Hacks inne hat.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei Ihnen aus?

Früh bringen wir unsere Kinder weg und dann besprechen und verteilen wir bei einer Tasse Kaffee die anstehende Arbeit. Bis die Kinder wieder zu Hause sind, nutzen wir jede Minute aus, um mit dem Projekt voranzukommen. Es kommt öfter vor, dass wir darüber das Mittagessen vergessen. Wenn die Köpfe zu stark rauchen, schwingen wir zwischendurch auch mal den Wischlappen oder werfen eine Trommel Wäsche an. Abends, wenn die Kinder im Bett sind, arbeiten wir weiter.

Wie hat sich Ihre Arbeit über die Zeit verändert?

Wir hatten im Juni 2013 die Idee, dieses Projekt zu starten, und im Oktober haben wir dann offiziell unsere GbR gegründet. Es macht uns wirklich glücklich zu sehen, wie aus einer ersten Idee, einer Eingebung, nach und nach ein reales Produkt hervorgeht, wie sich alles zu einem Ganzen zusammenfügt. Als die Idee für das Lesequest formuliert war, haben wir für die Realisierung übers Internet die passenden Leute gesucht und gefunden. Mit einem Illustrator, einer UI/UX Designerin und einem Programmierer haben wir den Prototypen für die Meta Morfoß App entwickelt. Zum Team gehören noch ein Sounddesigner und zwei Übersetzerinnen.

Wir haben gemerkt, dass unsere Kinder uns ganz wertvolle Hinweise für die Arbeit geben können. Sie testen den Prototypen und reden Klartext, welches Design ihnen gefällt oder nicht und warum.

Die anfängliche Unsicherheit, ob die Idee überhaupt umsetzbar ist, und die Angst vor den vielen Risiken, die mit einer Gründung verknüpft sind, werden kleiner durch das große positive Feedback, das wir jeden Tag bekommen. Das macht uns Mut, gibt viel Kraft und spornt an weiterzumachen.

Was ist ein Problem bei Ihrer Arbeit, für das Sie eine Lösung suchen?

Eine gute App zu entwickeln kostet natürlich viel. Wir sind noch am Anfang und die Aussicht auf einen Bankkredit, den wir für Investitionen und Betriebsausgaben brauchen, ist ein Ziel, das noch um einiges entfernt ist. Deshalb führen wir zurzeit eine Crowdfunding-Kampagne zur Finanzierung der ersten App durch: www.startnext.de/meta-morfoss-app. Wir freuen uns natürlich über jeden neuen Fan und über alle, die uns beim Funding unterstützen wollen! Alle kennen das Zeitproblem. Zu zweit schaffen wir schon viel, aber gerade für das Marketing würden wir gern viel mehr Zeit verwenden. Wir sind allen dankbar, die uns helfen, unser Projekt im Internet bekannt zu machen!

Wer sollte Sie ggf. kontaktieren – welche Art von Kontakten wäre zurzeit hilfreich für Sie?

Wir suchen den Austausch mit Leuten aus der Branche, die im Bereich Digital Publishing und Kindermedien unterwegs sind. Zurzeit brauchen wir Multiplikatoren, die uns helfen unseren Verlag und die Crowdfunding-Kampagne bekannt zu machen. Und wir möchten gern mit Investoren und Business Angels in Kontakt kommen, mit denen wir Finanzierungsmöglichkeiten für Daktylos Media besprechen können.

Wo finden wir Sie im Internet?

Vielen Dank für Ihre Zeit!

Bildquelle: Nikolay Barabanov und Anna Burck