Die folgenden sechs Fragen unserer Interview-Reihe werden regelmäßig von den unterschiedlichsten Köpfen der Buchbranche beantwortet und die Interviews werden hier im Blog veröffentlicht. Dadurch entstehen Beiträge, die zum einen Aufmerksamkeit auf jene lenken, die “was mit Büchern machen”, und die zum anderen die Veränderungen und Herausforderungen in den verschiedenen Bereichen der Branche sichtbar werden lassen. Wenn Sie ebenfalls teilnehmen möchten, senden Sie Ihre Antworten und ein Bild von Ihnen bitte an Leander Wattig. Als Inspirationsquelle könnten Ihnen die bisherigen Interviews dienen. (Jedoch behalte ich mir vor, nicht alle Zusendungen zu veröffentlichen.)

Maike FrieWer sind Sie und was machen Sie mit Büchern?

In meinem Kurzlebenslauf, den ich zu Literaturwettbewerben einschicke, steht: „Münsteranerin von 1976, nach Stationen in Oslo, Hamburg und Stuttgart heimgekehrt, freiberuflich tätig als Lektorin, Texterin, Dozentin und Mutter“. Das stimmt soweit; außerdem habe ich Skandinavistik, Germanistik und Kulturwissenschaften studiert sowie eine Ausbildung zur PR-Beraterin absolviert. Nach ein paar Jahren in einer PR-Agentur bin ich seit 2005 freiberuflich tätig. Mit Büchern mache ich vor allem eins: Lesen! Das Tolle daran ist – ich darf viele schon vor ihrem Erscheinen, beim Entstehungsprozess, lesen, denn ich betreue Autoren beim Schreiben. Da reisen Kapitel mit Anmerkungen hin und her; da rauchen Köpfe, wenn wir uns treffen und Lösungen für Schreibhürden suchen; da freuen wir uns gemeinsam, wenn ein fertig komponierter Text Unterschlupf bei einem Verlag findet.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei Ihnen aus?

Wenn die Kinder morgens in Schule und KiTa untergebracht sind, fahre ich in mein Büro, das ich als Untermieterin einer Agentur bezogen habe. Dort schreibe, lese, lektoriere, maile, telefoniere ich und bereite Kurse vor. Mittags sammle ich meine Kinder wieder ein und bin dann nachmittags als Mutter tätig. Meine Kurse laufen häufig abends und am Wochenende, sodass ich ein wenig mehr Arbeitszeit gewinne.

Wie hat sich Ihre Arbeit über die Zeit verändert?

Organisatorisch verändert sich meine Arbeit stetig mit meinen Töchtern – je größer und selbstständiger sie werden, desto mehr netto-Zeit zum Arbeiten bekomme ich. Inhaltlich hat sich meine freiberufliche Tätigkeit insofern verändert, dass ich sie diesen organisatorischen Zwängen angepasst habe: Sprich, ich gebe mehr Seminare, weil die abends und am Wochenende stattfinden können, ich biete weniger PR-Dienstleistungen an, weil die oft sehr kurzfristig oder kontinuierlich zu erbringen sind, und dafür mehr Lektoratsdiensteistungen, weil ich diese – insbesondere bei der Zusammenarbeit mit Autoren – häppchenweise erledigen und längerfristig planen kann.

Was ist ein Problem bei Ihrer Arbeit, für das Sie eine Lösung suchen?

Probleme bei meiner Arbeit sind oft inhaltlicher oder technischer Art, und da ist es prima, auf gute Netzwerke zurückgreifen zu können. Die habe ich sowohl im lokalen und persönlichen Umfeld (auch hilfreich bei Problemen Kinder-organisatorischer Art) als auch im virtuellen Raum im Lektorenverband und bei den Textinen. Mein persönliches Problem ist, dass ich gerne auf zu vielen Hochzeiten tanze: Lektorieren, Unterrichten, selber Schreiben, sich Austauschen und Fortbilden, Übersetzen und und und – und da ist auch noch keine Lösung in Sicht (höchstens das Klonen …), weil ich keinen der Bereiche aufgeben möchte.

Wer sollte Sie ggf. kontaktieren – welche Art von Kontakten wäre zurzeit hilfreich für Sie?

Kontakte pflege ich gerne zu Gleichgesinnten, da ich mich durch diesen Austausch stetig weiterentwickeln kann. Kontaktieren dürfen mich gerne andere Schreibbegeisterte, die sich für ein Lektorat oder einen Schreibworkshop interessieren. Außerdem möchte ich gerne meine Norwegischkenntnisse verstärkt nutzen, sodass Kontakte zu Verlagen, die Übersetzungen aus dem Skandinavischen veröffentlichen, hilfreich wären.

Wo finden wir Sie im Internet?

Meine Internetseite www.skriving.de versammelt Informationen rund um meine Arbeitsschwerpunkte Lektorat – Text – Norwegisch. Die Autorenseite www.maikefrie.de geht bald online und konzentriert sich auf das Schreiben: Schreibwerkstätten für alle Interessierte und alles rund um meine eigenen Veröffentlichungen. Außerdem twittere ich unter meinem Namen, und natürlich gibt es Profile von mir in Netzwerken und dort, wo ich irgendwie in Erscheinung getreten bin (z. B. www.texttreff.de, www.vfll.de, www.amazon.de).

Vielen Dank für Ihre Zeit!

Foto: Sandra Konold