Die folgenden sechs Fragen unserer Interview-Reihe werden regelmäßig von den unterschiedlichsten Köpfen der Buchbranche beantwortet und die Interviews werden hier im Blog veröffentlicht. Dadurch entstehen Beiträge, die zum einen Aufmerksamkeit auf jene lenken, die “was mit Büchern machen”, und die zum anderen die Veränderungen und Herausforderungen in den verschiedenen Bereichen der Branche sichtbar werden lassen. Wenn Sie ebenfalls teilnehmen möchten, senden Sie Ihre Antworten und ein Bild von Ihnen bitte an Leander Wattig. Als Inspirationsquelle könnten Ihnen die bisherigen Interviews dienen. (Jedoch behalte ich mir vor, nicht alle Zusendungen zu veröffentlichen.)

Folke Tegetthoff

Wer sind Sie und was machen Sie mit Büchern?

Mein Name ist Folke Tegetthoff, ich bin österreichischer Märchendichter, Erzähler und Initiator der Initiative Vorlesen geschichtenbox.com. Bislang sind 40 Bücher von mir erschienen. Sie wurden in 12 Sprachen übersetzt und haben sich 1,4-millionenfach verkauft. Darunter auch meine Klassiker wie die Kräuter- und Liebesmärchen, allein diese haben bislang rund 300.000 Menschen erreicht.

Mit meinen Büchern will ich zeigen, dass das Märchen weder herzige Unterhaltung für die Kleinen noch unerreichbare Traumwelt für die Großen ist. Es geht nicht um die Flucht aus der Wirklichkeit, sondern im Gegenteil dazu um die Sehnsucht, die Wirklichkeit tagtäglich zu leben. Genau das ist das Märchen.

Das Schreiben jedoch ist mir zu wenig, denn ich möchte das Märchen mit dem Erzählen so richtig lebendig machen! Daher habe ich auch vor 26 Jahren das erste Erzählkunstfestival in Österreich gestartet, das sich mittlerweile zu einem der größten in ganz Europa entwickelt hat (fabelhaft.at). Als Erzähler bin ich bereits in 40 Ländern aufgetreten mit mehr als 4.000 Gastspielen.

Seit nun bereits 32 Jahren befasse ich mich mit den Themen Erzählkunst, Märchen, Kunst des Zuhörens und dem Lesen/Vorlesen.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei Ihnen aus?

Wenn es wirklich ein Arbeitstag ist: 5.30 aufstehen, schreiben (was auch immer), gegen 8.00 eine Runde Radfahren, laufen, danach Frühstück (Dinkelmüsli mit Ziegenjoghurt und Früchten aus dem Garten), gegen 10 Uhr wieder zur Arbeit für 2-3 Stunden. Um die Mittagszeit herum werden Mails erledigt, Bank kontrolliert (ca. 1 Stunde täglich). Während eines minimalen Mittagessens Besprechung mit meiner Sekretärin. Nachmittags nochmals 2-3 Stunden (bei intensiven Projekten auch viel länger) Schreiben.

Wie hat sich Ihre Arbeit über die Zeit verändert?

Sie ist mehr geworden … Und hat sich um viele Bereiche erweitert: Konzeptarbeit, Projekte, Vorträge, theoretische Arbeiten.

Was ist ein Problem bei Ihrer Arbeit, für das Sie eine Lösung suchen?

Mein administrativer Bereich ist zu aufgebläht. Am liebsten wäre es mir, so wie früher zu arbeiten: Alleine und mich nur dem Schreiben zu widmen.

Wer sollte Sie ggf. kontaktieren – welche Art von Kontakten wäre zurzeit hilfreich für Sie?

Mit Hilfe der ersten österreichischen Crowdfunding Plattform 1000×1000 sind wir gerade auf der Suche nach Investoren (ab €250!) für unser Projekt geschichtenbox.com – die weltweit erste interaktive Geschichtensuchmaschine, gefüllt mit bereits über 3600 Geschichten renommierter Kinderbuchautoren. Mit der Plattform sollen schnell und einfach die passenden Vorlesegeschichten zur Verfügung gestellt werden. Automatischer Versand der Geschichten per E-Mail als freundliche Erinnerung „Du hast heute noch etwas Wichtiges vor – deinem Kind eine Geschichte vorzulesen!“

Alle Infos unter 1000×1000.at/geschichtenbox

Wo finden wir Sie im Internet?

www.tegetthoff.at

Initiative Vorlesen: www.geschichtenbox.com

Vielen Dank für Ihre Zeit!

Bildquelle: Folke Tegetthoff