Simone Dalbert

Simone Dalbert (www.papiergefluester.com) kann nicht ohne Bücher. Als Buchhändlerin bringt sie ihre Lieblinge täglich in Umlauf und steckt Kunden mit ihrer Begeisterung an. Hier gewährt sie uns nun Einblicke in die Welt des Buchhandels, die hinter den Kulissen die eine oder andere Kuriosität zu bieten hat.

Viele Leser hier auf „Ich mach was mit Büchern“ werden meine kleinen Geschichten aus der Buchhandlung kennen. Schon vor einer ganzen Weile sprach mich Leander Wattig an, ob ich nicht Lust hätte, eine Reihe mit Anekdoten aus dem Leben einer Buchhändlerin auf seiner Seite zu veröffentlichen. Nach den ersten Kurzgeschichten war klar, mir machte es richtig Spaß, meine Erlebnis aus dem Berufsalltag einer Buchhändlerin in Worte zu fassen, und den Lesern machte es Spaß, mal hinter den Tresen zu schauen.

Viele kannten ähnliche Szenen aus ihren eigenen Erfahrungen, andere gehen jetzt anders in Buchhandlungen und bestellen nie wieder ein Schulbuch, ohne die ISBN parat zu haben. Oder nennen uns freiwillig ihren Namen, wenn sie ein Buch abholen möchten. Manche Geschichten erzählen auch einfach nur über den Spaß, den wir auch im Buchhandel öfter mal haben.

Mit der Zeit sammelten sich einige Geschichten an, die man hier auf „Ich mach was mit Büchern“ noch immer finden kann. Im Internet bleibt zwar alles erhalten, wird aber meist nur kurze Zeit wahrgenommen. So kam ich auf die Idee, dass die Geschichten eigentlich gesammelt werden müssten, zum Beispiel in Form eines E-Books. Dieser Gedanke reifte eine ganze Weile, da ich mit anderen Projekten ausgelastet war. Und dann schlug das Schicksal zu.

Normalerweise fragen Autoren oft bei etlichen Verlagen an, bis ihr Werk veröffentlicht wird. Bei mir war sehr viel Glück und auch Zufall im Spiel. Schon im Frühjahr hatte ich Peter Schmid-Meil auf dem BuchCamp kennen gelernt, mehr zufällig auf der Frankfurter Buchmesse wieder getroffen. Danke an Silke Hartmann, der ich das zufällige zweite Treffen verdanke, ohne das es das Buch „Papiergeflüster – Aus dem Leben einer Buchhändlerin“ wohl nie gegeben hätte. Peter suchte nämlich gerade nach Inhalten, die man als E-Book im neuen Verlag TUBUK.digital veröffentlichen könnte. Wir tauschten die Kontaktdaten aus, er schaute sich meine Buchgeschichten an und jetzt war der Zug nicht mehr zu stoppen, der mich ehrlich gesagt ein wenig überrollte. Denn noch kurz zuvor hätte ich nicht wirklich geglaubt, dass aus dieser Idee Realität werden könnte.

Er war begeistert von den Szenen eines Buchhändlerlebens, aber es waren noch zu wenige, selbst für ein kleines E-Book. Also saß ich wieder am Schreibtisch und schrieb, Ideen waren noch genügend vorhanden. Susanne Schmitz von TUBUK.digital lektorierte die Geschichten, zusammen suchten wir passende Tweets von @buchgeschichten, die wir einstreuen konnten. „Papiergeflüster – Aus dem Leben einer Buchhändlerin“ entstand.

Im Januar war es dann schon so weit, das E-Book von „Papiergeflüster“ war geboren. Ein unglaubliches Gefühl, das eigene Geschriebene so zu sehen, wunderbar! Aber das Wunder war noch nicht zu Ende. Wenig später bekam ich die Nachricht, dass „Papiergeflüster“ sogar gedruckt erscheinen würde, im Acabus Verlag. Davon hätte ich nicht zu träumen gewagt, ein Buch auf Papier, mit mir als Autor. Ganz ehrlich, es ist ein seltsames Gefühl, seinen eigenen Namen im Bibliographie-Programm zu lesen, aber kein schlechtes.

Da ich es selbst kaum glauben konnte, hatte ich erst einmal nur sehr wenigen Leuten davon erzählt. Bis es dann offiziell auf der Verlagshomepage stand, jetzt war es wirklich wahr. Mein kleines Wunder, über das ich noch immer nur staunen kann.

Vielen Dank an alle, die geholfen haben, „Papiergeflüster“ entstehen zu lassen!