Die folgenden fünf Fragen unserer Interview-Reihe werden regelmäßig von den unterschiedlichsten Köpfen der Buchbranche beantwortet und die Interviews werden hier im Blog veröffentlicht. Dadurch entstehen Beiträge, die zum einen Aufmerksamkeit auf jene lenken, die “was mit Büchern machen”, und die zum anderen die Veränderungen und Herausforderungen in den verschiedenen Bereichen der Branche sichtbar werden lassen. Wenn Sie ebenfalls teilnehmen möchten, senden Sie Ihre Antworten und ein Bild von Ihnen bitte an Leander Wattig. Als Inspirationsquelle könnten Ihnen die bisherigen Interviews dienen. (Jedoch behalte ich mir vor, nicht alle Zusendungen zu veröffentlichen.)

Manuel Schenk

Wer sind Sie und was machen Sie mit Büchern?

Mein Name ist Manuel Schenk, ich lebe und arbeite in Dortmund und habe vor einigen Jahren die Leidenschaft zum Geschichtenerzählen entdeckt. Als Fachinformatiker/Webentwickler habe ich schon diverse Programme und Webseiten erstellt. Als ich 2006 ein kleines Fantasy-Browserspiel auf die Beine gestellt habe, entfaltete sich die Idee, zu jeder „Quest“ im Spiel eine Kurzgeschichte zu verfassen. Schließlich hatte ich einen Einleitungstext geschrieben, der die Spieler auf das Geschehen einstimmen sollte.

Nach diversen – leider negativen – Erfahrungen mit Verlagen habe ich mich dazu entschlossen, alles in Eigenregie zu veröffentlichen. Neben der mittlerweile 6-teiligen Fantasyreihe „Die Neduras-Saga“, habe ich zwei Thriller, einen humorvollen Roman und ein IT-Fachbuch veröffentlicht. Die ersten Veröffentlichungen liefen über den Dienstleister BookOnDemand. Die aktuellen Werke sind im Amazon-Programm KDP (als eBook) und über die Amazon-Tochter CreateSpace als Taschenbuch erschienen. Eine Anbindung weiterer eBook-Shops ist in Kürze geplant. Zum Thriller Dimension wird dieses Jahr das Hörbuch erscheinen.

Von Büchern – und vor allem deren Geschichten – geht für mich eine Faszination aus, die ich kaum in Worte fassen kann. Ich möchte gerne noch mehr Zeit in meinen Fantasiewelten verbringen, die sich auf wundersame Weise in meinen Hirnwindungen verfangen haben. Die vielen Geschichten müssen endlich aus meinem Kopf … auf’s Papier.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei Ihnen aus?

Der Alltag ist für mich mit Arbeit angefüllt, die mit Büchern leider nur sehr wenig zu tun hat. Spannend wird es für mich, wenn ich in meiner Freizeit meiner Leidenschaft frönen kann. In aller Ruhe entwickeln sich die Geschichten am Besten. Aber auch für die kleinen Wartezeiten im Alltag habe ich oft ein Notizblock und einen Kugelschreiber parat. Man muss zwischen Terminen die Zeit effektiv nutzen. Wenn sich ein Buch der Fertigstellung nähert, kann es schon mal vorkommen, dass ich mir eine Woche Urlaub nehme, um das Werk zu vollenden.

Wie hat sich Ihre Arbeit in den letzten Jahren bzw. in der letzten Zeit verändert?

Ich arbeite viel strukturierter an meinen Geschichten, als noch vor ein paar Jahren. Das liegt zum Teil daran, dass ich nicht mehr nur an einem Projekt gleichzeitig schreibe. Mittlerweile habe ich in meinem privaten Büro sogar ein Whiteboard, an welchem ich meine Ideen zwischendurch skizziere.

Als grafisches Hilfsmittel bin ich auf Inkscape für meine Buchcover umgestiegen, um diese als Vektorgrafik zu erstellen. Die stufenlose (und vor allem verlustfreie) Skalierung der Cover ist einfach fantastisch.

Des weiteren experimentiere ich momentan viel mehr mit sozialen Medien, veranstalte Gewinnspiele und halte nach Veranstaltungen Ausschau, auf denen ich ein paar Kapitel zum Besten geben kann. Ganz neu ist die Erfahrung, ein Hörbuch zu produzieren. Dieses habe ich natürlich nicht zuhause mit einem alten Kassettenrecorder aufgenommen, sondern in einem kleinen Studio in Unna eingelesen. Ich bin schon ganz gespannt darauf, es endlich der Öffentlichkeit zu präsentieren.

Was ist ein typisches Problem bei Ihrer Arbeit, für das Sie eine Lösung suchen?

Es gibt eigentlich immer zwei Hauptprobleme. Das erste ist das Marketing der eigenen Werke. Ich überlege, ob ich nicht doch das eine oder andere Projekt bei einem Verlag unterbringen sollte. Würde mir das mehr bringen, als ein Independent-Autor, ein „Outlaw“, zu sein? Schwierig zu beantworten.

Das zweite, viel größere, Problem ist die Zeit zum Schreiben. Davon hat man leider viel zu wenig, wenn man Rechnungen bezahlen muss und auch noch seine sozialen Kontakte pflegen möchte. Wo ist bloß der Lottogewinn, wenn man ihn braucht? :)

Wo finden wir Sie im Internet?

Einen Überblick über meine Werke und alle weiteren News findet man auf meiner Homepage www.manuelschenk.de. Auf Facebook bin ich natürlich auch vertreten und habe zu jedem Projekt eine Fanseite eingerichtet. Google+ und Twitter werden von mir ebenso genutzt.

Ich freue mich immer über interessante Kontakte und Anregungen zu Buchprojekten.

Vielen Dank für Ihre Zeit!

Bildquelle: Manuel Schenk