Anna Kaleri: Fruchtbar umschlungen

Die folgenden fünf Fragen werden regelmäßig von den unterschiedlichsten Köpfen der Buchbranche beantwortet und die Interviews werden hier im Blog veröffentlicht. Dadurch entstehen Beiträge, die zum einen Aufmerksamkeit auf jene lenken, die “was mit Büchern machen”, und die zum anderen die Veränderungen und Herausforderungen in den verschiedenen Bereichen der Branche sichtbar werden lassen. Wenn Sie ebenfalls teilnehmen möchten, senden Sie Ihre Antworten und ein Bild von Ihnen bitte an Leander Wattig. Als Inspirationsquelle könnten Ihnen die bisherigen Interviews dienen. (Jedoch behalte ich mir vor, nicht alle Zusendungen zu veröffentlichen.)

Wer sind Sie und was machen Sie mit Büchern?

Ich bin Anna Kaleri und stehe als Autorin ganz am Anfang einer Kette, die durch viele Stationen geht und an deren Ende ein Buch steht. Zur Zeit warte ich auf das Erscheinen meines zweiten Romans und insgesamt dritten Buches. Nebenbei, und manchmal hauptsächlich, leite ich die Prosawerkstatt Leipzig, in der sich schreibende Erwachsene und angehende Autoren das Handwerkszeug fürs Schreiben aneignen können. Dazu leite ich eine fortlaufende Werkstatt und Intensivkurse. Im Winter 2012 habe ich im wahrsten Sinne etwas mit Büchern gemacht, nämlich die erste Anthologie der Prosawerkstatt herausgegeben. Ich habe dabei gemerkt, wie zeitaufwändig so ein Buchprojekt ist und fand es spannend, mal die Seite zu wechseln, die Verantwortung für das Lektorat zu haben, mit einer Grafikerin und einer Setzerin zu arbeiten – alles das, was bei meinen eigenen Werken der Verlag übernimmt.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei Ihnen aus?

Das hängt davon ab, ob ich gerade am Schreiben bin oder am Organisieren, Texte lesen oder Theorie ausarbeiten. Ich träume leidenschaftlich viel und lese gern morgens, weshalb mein Tag meist etwas später beginnt… Etwas Gutes muss ja das Leben als Freiberufler haben. Während ich Tee koche, fährt der Computer hoch und da sitze ich in der Regel bis Abends um Sieben oder Acht. Viel Organisatorisches geht über Mail und Internet. Zum Glück gibt es Erledigungen wie Einkaufen oder berufliche Verabredungen, manchmal Interviews, die mich aus meinem Arbeitszimmer heraus ziehen. Wenn ich eine Schreibphase habe, kann es sein, dass Tag- und Nachtzeiten durcheinander geraten. Am Liebsten gehe ich dann in Klausur. Ich denke gern an Aufenthaltstipendien und Recherchereisen, bei denen ich intensiver als zu Hause arbeiten kann.

Wie hat sich Ihre Arbeit in den letzten Jahren bzw. in der letzten Zeit verändert?

Die Arbeit am Computer hat wahnsinnig zugenommen. Früher habe ich fast alles von Hand vorgeschrieben, jetzt schreibe ich fast alles gleich in den Rechner, von einigen literarischen Sachen abgesehen, die ich doch lieber durch die Hand aufs Papier fließen lasse.
Auch die Kommunikation übers Internet ist eine Erleichterung, man kann viel einfacher Informationen finden und teilen, Texte austauschen usw. Die Möglichkeiten zur Vernetzung sind toll, aber eben auch ein bisschen artifiziell. Man kann im Netz auch gut vereinzeln…

Was ist ein typisches Problem bei Ihrer Arbeit, für das Sie eine Lösung suchen?

Ich versuche das richtige Maß zu finden zwischen Konzentration und Ungestörtheit auf der einen Seite und anregendem Austausch auf der anderen. Manchmal würde ich gern die anderen Dinge abstreifen und nur schreiben, schreiben, schreiben, obwohl ich natürlich weiß, dass Realität und Literatur sich fruchtbar umschlingen.

Wo finden wir Sie im Internet?

Die Prosawerkstatt ist unter www.prosawerkstatt.de und auf Facebook unter www.facebook.com/Prosawerkstatt zu finden. Meine Seite als Autorin ist www.annakaleri.de, von dort kann man sich auch zu meinem Blog und Twitter und Co. durchklicken.

Bildquelle: Martin Jehnichen

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