Juergen Edelmayer: Der Anteil meiner aufgewendeten Arbeitszeit für Selbstmarketing wächst ständig

Wer sind Sie und was machen Sie mit Büchern?

Mein Name: Juergen Edelmayer

Ich bin gelernter Buchhändler, 52 Jahre und habe vor knapp zwanzig Jahren begonnen, selbst zu schreiben. Zunächst Kurzgeschichten und nun einen heiteren Detektivroman mit dem hübschen Titel „KnieFall“. In meinem Buch geht es nicht so blutig zu wie in vielen aktuellen Kriminalromanen. Dafür stehen skurrile Figuren und teilweise absurde Situationskomik im Vordergrund.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei Ihnen aus?

An brotberuf-freien Tagen, die also nicht mit persönlichem Kundenkontakt und der Bearbeitung ein- und ausgehender Ware oder Gesprächen mit Verlagsvertretern angefüllt sind, beginne ich morgens damit, meinen Blog zu füttern. Anschließend kümmere ich mich um die Erstellung neuer Texte oder die Überarbeitung bereits erstellter Manuskripte. Ein Großteil der Zeit wird auch von der Vermarktung meiner Geschichten in Anspruch genommen.

Wie hat sich Ihre Arbeit in den letzten Jahren bzw. in der letzten Zeit verändert?

Das weltweite Netz bietet Autoren wie mir eine Fülle von Kontaktmöglichkeiten zu anderen Autoren, Verlagen und Webportalen mit Möglichkeiten des Informationsaustauschs. Zu Beginn meiner Autorentätigkeit war es für mich beispielsweise sehr schwer, an Informationen für Literaturwettbewerbe oder die Möglichkeit in Anthologien zu veröffentlichen, heranzukommen. Das musste ich mühsam über Telefonate oder im Schriftverkehr mit Kulturämtern etc. herausfinden, was heute kaum noch vorstellbar ist. Wenn ich heute etwas derartiges wissen möchte, gebe ich den Begriff in eine Suchmaschine ein und finde jede Menge Webseiten mit entsprechenden Listen. Auch das Anbieten von Manuskripten ist durch das Web 2.0 viel einfacher und effizienter geworden. Der Versand von Exposé und Leseproben in Großbriefumschlägen gehört für mich fast völlig der Vergangenheit an. Für meinen Roman „KnieFall“ fand ich einen Verleger, nachdem ich eine Leseprobe als PDF-Datei bei „Neobooks“ eingestellt hatte. Das Lektorat von Prolibris forderte nach Lektüre der Textprobe zuerst ein Exposé, anschließend dann das komplette Manuskript an und der Verlag kaufte es schließlich.

Was ist ein typisches Problem bei Ihrer Arbeit, für das Sie eine Lösung suchen?

Ich bin weder bei facebook noch bei twitter oder einem anderen der großen sozialen Netzwerke angemeldet. Trotzdem habe ich den Eindruck, dass der Anteil meiner aufgewendeten Arbeitszeit für Selbstmarketing ständig wächst. Dieses Missverhältnis würde ich gerne wieder in Einklang bringen, da mir sonst zu wenig Zeit dafür bleibt, mich meinen literarischen Projekten zu widmen.

Wo finden wir Sie im Internet?

Homepage: www.meinehp.com/infohunt
Blog: http://autoreninfo.over-blog.de/

Bildquelle: Juergen Edelmayer

Diese fünf Fragen werden regelmäßig von interessanten Köpfen der Buchbranche beantwortet und die Interviews werden im Blog veröffentlicht. Dadurch entstehen Beiträge, die zum einen Aufmerksamkeit auf jene lenken, die “was mit Büchern machen”, und die zum anderen die Veränderungen und Herausforderungen in den verschiedenen Bereichen der Branche sichtbar werden lassen. Wenn Sie ebenfalls teilnehmen möchten, senden Sie Ihre Antworten und ein Bild von Ihnen bitte an Leander Wattig. Als Inspirationsquelle könnten Ihnen die bisherigen Interviews dienen.

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