Gerhard Schröder

Gerhard Schröder

Wer sind Sie und was machen Sie mit Büchern?

Mein Name ist Gerhard Schröder, ich bin 41 Jahre alt und habe beruflich mehr mit Zeitungen und Zeitschriften zu tun als mit Büchern. Bücher sind mein wichtiger Begleiter seit der Kindheit: Pixi, Pitje Puck, Mark Brandis, Jules Verne, James Clavell usw. usf.

Mit dem Internet kam ich ca. 1996/1997 in Kontakt. Erstellte damals als Marketingmitarbeiter für die Firma THB die erste Homepage und kam über diese Aufgabenstellung in Kontakt mit Webagenturen. 1999 wechselte ich dann zu „einer dieser Agenturen“, einem Tochterunternehmen von drei regionalen Tageszeitungen in Bielefeld. Dort konzeptionierte ich dann die neuen Tageszeitungswebsites und später deutschlandweite Verlagsprojekte als Konkurrenz zu Mobile.de und ImmobilienScout24. Nach eine Weile in einer Unternehmensberatung ging ich wieder zurück in ein Verlagshaus, zur WAZ-Mediengruppe. Danach baute ich für die Vermarktungseinheit in der Verlagsgruppe Handelsblatt den Sales von studiVZ, meinVZ und schülerVZ auf. Zuletzt übernahm ich dort das Product-Management von LinkedIn, golem.de, vdi-nachrichten und Spektrum der Wissenschaft. Womit wir bei den letzten Titeln wieder beim bedruckten Papier (und Internet) sind.

Inzwischen habe ich eine eigene Beratungsfirma für Fachverlage gegründet. Schwerpunkt Social Web und Vermarktung entsprechender Konzepte, ein spannendes Thema.

Seit einigen Monaten blogge ich privat zum Thema iPad und meiner Nutzung des Geräts. Und damit wären wir auch beim Thema (e)Bücher: Interaktive Bücher wie das Libroid, interaktive Hörbücher wie Raumzeit 1, bebilderte Hörbücher wie Schrei der Angst – zu diesen Themen wird ebenso gebloggt wie zu dem Thema Wie bekomme ich DRM-geschützte ePub-eBooks auf mein iPad angezeigt?

Eine private, bunte Themenmischung, immer wieder unterbrochen von Interviews wie zum Beispiel mit Carsten Polzin vom Piper Verlag zum Thema eBooks oder Matthias Heubach, dem Geschäftsführer von App-machine.com. Das Themenspektrum führte dann zu „Was mit Büchern“.

Wie hat sich Ihre Arbeit in den letzten Jahren bzw. in der letzten Zeit verändert?

Das (fast) papierlose Büro ist bei mir schon seit vielen Jahren an der Tagesordnung. Ich kann sonst mehr zu dem Zeitschriften-/Magazin-Fachverlagen berichten, als zu den Buchverlagen.

Während es mit dem Format ePuB + DRM ja schon eine Lösung gibt, auf der ein Buch-Verlag seine Produkte auf diversen eBook-Readern anbieten kann, ist es im Magazinsektor noch ein weiter Weg. Magazin-Apps sind oft nur PDF-ähnliche Darstellungen oder die Verlags-Website im Browser. Wenn Adobe sein Format .folio richtig in den Markt bringen sollte mit einer Universal-Reader-App, so wie dem Adobe Reader für PDF, dann wäre das ein großer Schritt in die richtige Richtung.

Bisher liefern vieler dieser „Zeitschriften-Apps“ ja eine Readerplattform mit und daher sind viele dieser Apps ein paar hundert MB groß. Mit einem Folio-Reader, vielleicht inkl. einer Store-Funktion, könnten die Inhalte mediengerecht aufbereitet werden und wären als Datei wesentlich kleiner.

Stichwort iPad: Mit der im letzten Oktober begonnenen Tätigkeit als Berater für Fachverlage erhielt das von manchen belächelte „Gadget iPad“ eine wichtige Rolle: Viele Fachbeiträge aus dem Web lese ich nicht mehr am Bildschirm, sondern am iPad. Mit einem kleinen Browser-PlugIn speichere ich die URLs mit nur einem Klick und die App lädt beim nächsten Synchronisieren die Beiträge herunter. So kann ich in Ruhe, Offline und wenn es geht auf dem Sofa, die Texte lesen. Sehr bequem! Wer mag: App Read-It-Later Link zur Website | Link zum Apple-App-Store | Android-App-Website | Read-It-Later-PlugIns: FireFox, Chrome, Safari

Was ist ein typisches Problem bei Ihrer Arbeit, für das Sie eine Lösung suchen?

Ein Thema, das mich in den letzten Tagen beschäftigt hat: Bis vor zehn Jahren habe ich meine Lieblingsbücher bei dem Versand TransGalaxis bestellt. Der Service war einfach toll. Wenn der Versand von mir die Info bekam, ich möchte alle Bücher einer Serie, dann erhielt ich ohne Kommentar die neusten Bände. Selbst als damals eine Serie von einem anderen Verlag fortgeführt wurde, ich erhielt die neusten Bände. Oder wenn zu einer Roman-Serie in einer Antologie eine neue Kurzgeschichte erschien – Ich bekam den Band sofort zugeschickt. Service PUR!

Ich zog beruflich ein paar Mal um, habe weniger gelesen und habe TransGalaxis aus den Augen verloren. Danach war ich einige Jahre Kunde von Amazon. Die Amazon-Newsletter-Automatik hat mir nicht wirklich geholfen. Heute… bestelle ich immer weniger bei Amazon. Ich gehe zum Buchladen im CentrO und stöbere wieder durch die Regale, um festzustellen, welcher meiner Lieblingsautoren welche Bücher neu verfasst hat.

Nun möchte ich in Zukunft alle Bücher auf dem iPad lesen können. Wenn ich nun einen eBook-Shop finden würde mit einem RundUm-Service wie damals bei TransGalaxis, dann wäre mit schon geholfen. TransGalaxis gibt es immer noch, doch leider hat sich die Website nicht weiterentwickelt. Ich vermute, das Kerngeschäft dort läuft noch wie früher via Telefon und langfristigen Serien-Abos.

Wo finden wir Sie im Internet?

Mein privater Blog zum Thema iPad, Verlage und „etwas Social Media“ ist unter www.PadLive.de zu finden. Außerdem…

Twitter: @PadLive
Facebook: PadLive

Berufliche Kontakte: Xing / LinkedIn

Bildquelle: Gerhard Schröder
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Diese vier Fragen werden regelmäßig von Leuten aus der Buchbranche beantwortet und die Interviews werden hier im Blog veröffentlicht. Dadurch entstehen Beiträge, die zum einen Aufmerksamkeit auf jene lenken, die “was mit Büchern machen”, und die zum anderen die Veränderungen und Probleme in den verschiedenen Bereichen der Branche sichtbar werden lassen. Wenn Sie ebenfalls teilnehmen möchten, senden Sie Ihre Antworten und ein Bild von Ihnen in Ihrer Bucharbeits-Umgebung bitte an Leander Wattig. Als Inspirationsquelle könnten Ihnen die bisherigen Interviews dienen.