Carsten Tergast: Ein Problem ist die Koordination von Social-Media-Aktivitäten und dem eigentlichen Schreiben

Carsten Tergast

Wer sind Sie und was machen Sie mit Büchern?

Mein Name ist Carsten Tergast, und ich habe seit dem Ende der Schulzeit immer was mit Büchern gemacht. Zunächst eine Lehre als Sortimentsbuchhändler, danach habe ich Literatur- und Medienwissenschaften studiert. Im Anschluss ans Studium bin ich dann direkt beim BuchMarkt in Meerbusch als Redakteur eingestiegen und dort hauptsächlich für die Ressorts Sortimentsbuchhandel sowie Fachbuch zuständig gewesen. Aus dieser Zeit resultiert auch ein gut verzweigtes Netzwerk innerhalb der Buchbranche.

Seit August 2005 bin ich freiberuflich tätig, arbeite journalistisch weiterhin u.a. für Auftraggeber innerhalb der Buchbranche und schreibe selbst Bücher, mal unter eigenem Namen, mal als Co-Autor/Ghostwriter. Erfolgreich war beispielsweise die Mitarbeit an Michael Winterhoffs Bestsellern „Warum unsere Kinder Tyrannen werden“ und „Tyrannen müssen nicht sein“. Zur Leipziger Buchmesse erscheint übrigens der dritte Band, „Persönlichkeiten statt Tyrannen“.
Ein größeres eigenes Buchprojekt ist derzeit in der Entstehungsphase und wird hoffentlich 2011 das Licht der Buchwelt erblicken.

Wie verändern die digitalen Medien bzw. das Internet Ihre Arbeit?

Einmal ändern sich die Themen, über die ich als Journalist schreibe. Zum Anderen ändert das Internet Recherchemöglichkeiten und -gewohnheiten. Quellen sind zwar in Hülle und Fülle vorhanden, aber schwieriger zu verifizieren. Auch Zeit ist ein Thema, soziale Netzwerke sind einerseits sehr interessant, fressen andererseits eine Menge Zeit.

Interessant finde ich die Marketingmöglichkeiten, die sich durch Social-Media den Autoren selbst bieten. Wer sich damit intensiv beschäftigt, wird in Zukunft sicher selbst eine Menge steuern können, was die Positionierung seiner Bücher angeht.

Was ist ein typisches Problem bei Ihrer Arbeit, für das Sie eine Lösung suchen?

Ein typisches Problem ist etwa die sinnvolle Koordination von Social-Media-Aktivitäten und dem eigentlichen Schreiben. Beides braucht seine Zeit und muss heute wesentlich strukturierter angegangen werden als früher. Mit dieser Strukturierung geht dann bisweilen ein wenig Kreativität und Spontaneität verloren.

Problematisch ist auch die Honorarstruktur im Bereich des freien Journalismus, die immer mehr darunter leidet, dass zu viele Verlage und Redaktionsleiter glauben, mit „Bürgerjournalisten“, Leserbeiträgen und schnell zusammengeschusterten Agenturtexten den Leser hinreichend bedienen zu können.

Wo finden wir Sie im Internet?

Auf meiner eigenen Website: www.redaktionsbuero-tergast.de, bei Twitter, bei Facebook, beim Blog des ZVAB

Über die Einrichtung eines eigenen Blogs denke ich derzeit nach.

Bildquelle: Carsten Tergast

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Diese vier Fragen werden regelmäßig von Leuten aus der Buchbranche beantwortet und die Interviews werden hier im Blog veröffentlicht. Dadurch entstehen Beiträge, die zum einen Aufmerksamkeit auf jene lenken, die “was mit Büchern machen”, und die zum anderen die Veränderungen und Probleme in den verschiedenen Bereichen der Branche sichtbar werden lassen. Wenn Sie ebenfalls teilnehmen möchten, senden Sie Ihre Antworten und ein Bild von Ihnen in Ihrer Bucharbeits-Umgebung bitte an Leander Wattig. Als Inspirationsquelle könnten Ihnen die bisherigen Interviews dienen.

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