Lea Korte: Die Anzahl von Fragen bei einem historischen Roman ist unendlich

Wer sind Sie und was machen Sie mit Büchern?

Mein Name ist Lea Korte. Wie man auf dem Foto sieht, dominieren Bücher mein Leben – zumindest kann man bei mir fast davon erschlagen werden.
Ich lese Bücher und das in großen Massen – und ich schreibe auch Bücher, und zwar derzeit vor allem historische Romane. Im Februar erscheint mein neuster Roman „Die Maurin“ bei Droemer-Knaur.

Wie verändern die digitalen Medien bzw. das Internet Ihre Arbeit?

Das Internet ist vor allem für die historischen Romanautoren eine unglaublich große Hilfe. Zum einen hilft es bei der Recherche, und zwar angefangen von der Suche nach Fachliteratur bei Antiquariaten über die Suche von Stadtplänen aus dem Mittelalter und Fotos von Regionen, zu denen man gerade nicht hinfahren kann, bis hin zum Finden von Diplomarbeiten oder anderen komplexeren Informationen.

Außerdem bin ich in drei Autorenvereinigungen (Montsegur, Quo vadis und Delia), die auch alle nur dank der Vernetzung über das Internet funktionieren können – und eine große Hilfe sind. Bei allen drei Organisationen findet ein reger Austausch zwischen den Autoren statt: Das geht von der gegenseitigen Unterstützung bei Recherchefragen bis hin zur Arbeit am Manuskript, wenn man sich z.B. einmal „festgefahren“ hat. Das läuft da wirklich sehr kollegial ab!

Das einzige Problem bei den Internet-Informationen ist, dass man nicht immer weiß, wie zuverlässig sie sind. Oft braucht man dann zumindest mehrere Quellen oder muss die Infos mit seinen Fachbüchern vergleichen.

Was ist ein typisches Problem bei Ihrer Arbeit, für das Sie eine Lösung suchen?

Ich frage mich natürlich ständig, wie meine Helden damals was warum wie gemacht hätten. Als ich mit meinem ersten historischen Roman angefangen habe, hatte ich noch keine rechte Vorstellung davon, wie unendlich die Anzahl von Fragen ist, die sich einem Autor bei einem solchen Roman stellen. Ab wann benutzte wer beim Essen ein Besteck? Wann trug wer welche Kleider? Wo schlief wer und auf was? Wie schnell konnte früher ein Brief vom Ort A zum Ort B kommen? Oder bei meinem neuen Roman ganz allgemein: Was waren die Unterschiede im Alltagsleben zwischen Mauren und Kastiliern? In was unterschied sich die Denkweise eines kastilischen Christen von der eines maurischen Muslimen? In was war sie sich vielleicht sogar ähnlich? Und und und! Und „nebenbei“ muss ich natürlich auch die historischen Rahmenbedingungen und Ereignisse abklären und mit der Geschichte meiner Helden in Einklang bringen, was ziemlich viel Arbeit ist, da ich auf größte historische Genauigkeit Wert lege.

Wo finden wir Sie im Internet?

Im Internet bin ich unter www.leakorte.com und www.leakorte.wordpress.com zu finden. Zudem bin ich als Lea Korte bei Twitter und Facebook „unterwegs“.

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Diese vier Fragen werden regelmäßig von Leuten aus der Buchbranche beantwortet und die Interviews werden hier im Blog veröffentlicht. Dadurch entstehen Beiträge, die zum einen Aufmerksamkeit auf jene lenken, die “was mit Büchern machen”, und die zum anderen die Veränderungen und Probleme in den verschiedenen Bereichen der Branche sichtbar werden lassen. Wenn Sie ebenfalls teilnehmen möchten, senden Sie Ihre Antworten und ein Bild von Ihnen in Ihrer Bucharbeits-Umgebung bitte an Leander Wattig. Als Inspirationsquelle könnten Ihnen die bisherigen Interviews dienen.

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