Die Initiative von Leander Wattig für eine stärkere Vernetzung der Buchbranche. Seit 2009.

Katja Koslowski: Wir finanzieren uns über den Verkauf von gespendeten Büchern

27. Oktober 2014

Die folgenden sechs Fragen unserer Interview-Reihe werden regelmäßig von den unterschiedlichsten Köpfen der Buchbranche beantwortet und die Interviews werden hier im Blog veröffentlicht. Dadurch entstehen Beiträge, die zum einen Aufmerksamkeit auf jene lenken, die “was mit Büchern machen”, und die zum anderen die Veränderungen und Herausforderungen in den verschiedenen Bereichen der Branche sichtbar werden lassen. Wenn Sie ebenfalls teilnehmen möchten, senden Sie Ihre Antworten und ein Bild von Ihnen bitte an Leander Wattig. Als Inspirationsquelle könnten Ihnen die bisherigen Interviews dienen. (Jedoch behalte ich mir vor, nicht alle Zusendungen zu veröffentlichen.)

Katja KoslowskiWer sind Sie und was machen Sie mit Büchern?

Ich heiße Katja Koslowski und arbeite seit 2011 für die SinneWerk gGmbH, einem Integrationsbetrieb für Menschen mit Behinderung in Berlin.

Kurz zu uns als gemeinnützige GmbH und was wir mit Büchern machen:

Wir finanzieren uns zu großem Teile über den Verkauf von gespendeten Büchern. Diese gelangen in der Regel über einen kostenfreien, berlinweiten Abholdienst und unsere Internet-Plattform buchspende.org zu uns.

Als Integrationsbetrieb geben wir Menschen mit Behinderung die Chance auf einen Arbeitsplatz auf dem ersten Arbeitsmarkt. Ziel ist es, Jeder und Jedem die Möglichkeit zu geben nach eigenen Fähigkeiten den Betrieb zu bereichern, daher sind Menschen mit Behinderung bei uns in alle Betriebsabläufe eingebunden, von der logistischen Koordination, über die Buch-Sortierung und den Verkauf bis hin zur Buchhaltung.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei Ihnen aus?

Innerhalb Berlins ist täglich unser Buchabholdienst unterwegs und holt durchschnittlich ca. 1.500 Bücher aus Privathaushalten ab. Die Bücher werden dann von den Kollegen sortiert, bewertet und am geeignetsten Standort verkauft. Etwa 40% unseres Buchangebots ist über das Internet erhältlich. Die Bücher müssen hierfür auf ihren Zustand geprüft werden und das Angebot wird dann online eingetragen. Die weiteren 60% der Bücher gehen in unsere beiden Antiquariate und können dort gelesen, aber auch erworben werden.

Wir veranstalten auch kulturelle Veranstaltungen. Im Café Tasso – Das andere Antiquariat in Berlin-Friedrichshain beherbergen wir jede Woche vier abendliche Veranstaltungen; Lesungen, Konzerte und Ausstellungen. Zudem haben wir dort auch eine biozertifizierte Gastronomie. Im Morgenstern – Antiquariat und Café, unserem zweiten Laden in Berlin-Steglitz, findet man nicht selten antiquarische Schätze. Auch dort gibt es ein Kaffee-Angebot.

An allen Standorten arbeiten Menschen mit und ohne Behinderung gleichberechtigt zusammen. Der Erlös aus Buchverkauf und Gastronomie fließt in die Arbeitsplätze der Mitarbeiter.

Wie hat sich Ihre Arbeit über die Zeit verändert?

Ehrlich gesagt habe ich darüber selten nachgedacht. Wir schauen alle eigentlich immer ins Hier und Jetzt. Allgemein kann ich aber sagen, dass sich die Arbeit im Integrationsbetrieb dauernd verändert. Das liegt vielleicht daran, dass ein Betrieb wie unserer, der im öffentlichen Raum agiert und sich im freien Wettbewerb behaupten muss, die Herausforderung annehmen muss, die Balance zwischen Integration von Menschen mit Behinderung und Wirtschaftlichkeit zu halten. Um diese Bedingung zu erfüllen muss man sehr flexibel sein. Das schöne ist, dass die Hierarchien flach sind und die Mitarbeiter oft neue, eigene Ideen hervorbringen. So können Arbeitsprozesse optimiert werden, zum Beispiel in der Buch-Sortierung. Ich bin immer wieder positiv überrascht wie sehr die Mitarbeiter, egal in welchem Bereich, mitdenken und was sie alles schaffen.

Am SinneWerk reizt mich das unfertige, unperfekte und menschliche. Es gibt Raum für Veränderung. Ohne Veränderung ist keine Verbesserung möglich. Ich denke man muss einfach mutig sein, manchmal vielleicht sogar etwas naiv, um etwas zu erreichen.

Was ist ein Problem bei Ihrer Arbeit, für das Sie eine Lösung suchen?

Zurzeit planen wir ein neues Projekt, das wir gerne bald verwirklichen möchten: Einen eigenen Online-Shop für gebrauchte Bücher.

Im Internet verkaufen wir zurzeit noch auf den großen Plattformen. Dies möchten wir ändern. Wir möchten den gesamten Prozess, von der Angebotserstellung bis hin zum Versand des Buches an den neuen Besitzer, selbst übernehmen und somit neue, integrative Arbeitsplätze schaffen. Wir möchten unabhängig von großen Konzernen sein.

Für die Programmierung, Gestaltung, Betreuung und Verbreitung eines solchen Onlineshops benötigen wir finanzielle Unterstützung.

Ich bin der Meinung, dass das Fehlen von Geld kein Hindernis sein darf, gute Ideen umzusetzen. Darum plane ich ein Crowdfunding für die kommenden Wochen. Wir freuen uns über Jeden, der uns unterstützen möchte.

Wer sollte Sie ggf. kontaktieren – welche Art von Kontakten wäre zurzeit hilfreich für Sie?

Da Bücherspenden essenziell für unsere Arbeit als Integrationsbetrieb sind freuen wir uns stets über Menschen, die uns Bücher spenden, die sie selbst nicht mehr benötigen. Das können neben Privatpersonen auch Autorinnen und Autoren sowie Verlage sein.

Außerdem möchten wir weiterhin Journalisten dazu bewegen über unsere Arbeit zu berichten, damit noch viel mehr Menschen von unseren Projekten erfahren.

Wo finden wir Sie im Internet?

Auf der Seite www.sinnewerk.de kann man sich über unsere Arbeit informieren und gelangt dort auch zu weiteren Seiten, beispielsweise zur Buchspenden-Plattform buchspende.org, oder zu den Seiten unserer beiden Läden.

Mich persönlich kann man am besten per Mail erreichen (koslowski@sinnewerk.de).

Aus Gründen der Lesbarkeit habe ich darauf verzichtet, in den Antworten zum Beispiel zwischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu unterscheiden.

Vielen Dank für Ihre Zeit!

Bildquelle: Katja Koslowski

Geerd-Dietger Hoffmann: Ich bin Co-Founder von “DBook”

26. Oktober 2014

Die folgenden sechs Fragen unserer Interview-Reihe werden regelmäßig von den unterschiedlichsten Köpfen der Buchbranche beantwortet und die Interviews werden hier im Blog veröffentlicht. Dadurch entstehen Beiträge, die zum einen Aufmerksamkeit auf jene lenken, die “was mit Büchern machen”, und die zum anderen die Veränderungen und Herausforderungen in den verschiedenen Bereichen der Branche sichtbar werden lassen. Wenn Sie ebenfalls teilnehmen möchten, senden Sie Ihre Antworten und ein Bild von Ihnen bitte an Leander Wattig. Als Inspirationsquelle könnten Ihnen die bisherigen Interviews dienen. (Jedoch behalte ich mir vor, nicht alle Zusendungen zu veröffentlichen.)

Geerd-Dietger Hoffmann

Wer sind Sie und was machen Sie mit Büchern?

Mein Name ist Geerd-Dietger Hoffmann. Ich bin Co-Founder von “DBook – Structured and collaborative writing for large documents”. Einem Online-Service und einer Unternehmenslösung für kollaboratives und strukturiertes Schreiben.

Ich selber schreibe keine Bücher, sondern lese sie nur (einer meiner Favoriten ist unter anderem “Joel on Software”). Jedoch wird der von mir mitbegründete Online-Service “DBook” gerne als Autoren-Plattform genutzt, um umfangreiche Texte zu verfassen, zu lektorieren und abzustimmen. Unter diesen Inhalten sind auch einige Bücher.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei Ihnen aus?

Auch wenn mein Arbeitstag in der Regel um 8 Uhr beginnt, gibt es keinen typischen Tag. Mal bedeutet ein Tag Tickets der Programmierung sichten, Features von DBook planen und mit dem Team umsetzen. Mal beginnt ein Arbeitstag aber auch mit Telefonaten, Meetings und dem Auswerten/Beantworten von User-Feedback. Ich bin auch relativ viel auf Reisen – damit bleibt mein typischer Arbeitstag immer interessant.

Aber am meisten freut es mich immer, wenn wir Feedback von Benutzern bekommen und wir dadurch ein besseres Produkt erstellen können.

Wie hat sich Ihre Arbeit über die Zeit verändert?

Wird eine Idee geboren und hat man seine Gedanken dazu sortiert, legt man mit einem Prototypen los, lädt Freunde ein und schaut, was man für Feedback erhält. Da ich am Anfang von “DBook” noch einen “normalen” Job hatte, habe ich immer Abends noch gearbeitet, um zu einem Status zu gelangen, den wir öffentlich machen können.

Mit jeder neuen Version und mit steigender Bekanntheit kommen aber auch immer neue Themen hinzu: Marketing, Texte und Wordings, Meetings, Feedback sammeln (z.B. von Autoren). Somit ist jetzt viel mehr Management in den Vordergrund gerückt als Abends im Büro noch Features zu programmieren.

Was ist ein Problem bei Ihrer Arbeit, für das Sie eine Lösung suchen?

Lange Dokumente schreiben ist immer schwierig, nicht nur von der inhaltlichen Seite her. Leider sind die meisten gängigen Textverarbeitungslösungen für alle Arten von Texten ausgelegt, egal ob Hausmeisterbrief oder 400-Seiten-Buch. Irgendwann kam uns die Idee, dass lange Dokumente auch immer Projekte sind und auch meistens kollaborativ dran gearbeitet wird. Somit haben wir www.DBook.org entwickelt, was genau diese Punkte aufnimmt:

  1. Lange Text brauchen immer eine Struktur, deshalb teilen wir das Dokument in kleine handhabbare Elemente auf.
  2. Jeder Text ist auch immer ein Projekt, mit Rollen, dem Status der Inhalte und den verschiedenen Aufgaben im Prozess des Schreibens. Bei DBook kombinieren wir kollaboratives Schreiben mit dem Task-Management.
  3. Datenschutz ist die Zukunft. Wie lange wollen wir Firmen unsere Daten anvertrauen, die sie dann verkaufen? Wir achten die Privatsphäre nach dem deutschen Datenschutz und verschlüsseln die Inhalte der Benutzer.

Wer sollte Sie ggf. kontaktieren – welche Art von Kontakten wäre zurzeit hilfreich für Sie?

Der Online-Service DBook steht jedem zur Verfügung: ob Autor eines Buches, Student an einer Uni, Lektor in einem Verlag oder Konzepter in einer Webagentur – als Team oder für sich allein.

DBook als Unternehmenslösung ist für Verlage, Agenturen, Software-Unternehmen, Kanzleien und öffentliche Einrichtungen interessant. Im Unterschied zum Online-Service können wir hier auch spezielle Anforderungen umsetzen.

Wir freuen uns über Feedback und Ideen die DBook besser machen. Kontaktieren können mich auch Leute die DBook für ein interessantes Buch, Dokument oder Projekt einsetzen wollen.

Wo finden wir Sie im Internet?

Natürlich gibt es eine DBook-Website mit den möglichen Pakten und zusätzliches Services, diese ist unter DBook.biz erreichbar.

Wer wissen will was uns bei DBook gerade bewegt und woran wir arbeiten, kann uns auch auf Twitter, Facebook oder Google+ folgen:

Vielen Dank für Ihre Zeit!

Bildquelle: Geerd-Dietger Hoffmann

Jochen Möller: Die Möglichkeiten von Plattformen wie Twitter oder Wattpad sind genau mein Ding

25. Oktober 2014

Die folgenden sechs Fragen unserer Interview-Reihe werden regelmäßig von den unterschiedlichsten Köpfen der Buchbranche beantwortet und die Interviews werden hier im Blog veröffentlicht. Dadurch entstehen Beiträge, die zum einen Aufmerksamkeit auf jene lenken, die “was mit Büchern machen”, und die zum anderen die Veränderungen und Herausforderungen in den verschiedenen Bereichen der Branche sichtbar werden lassen. Wenn Sie ebenfalls teilnehmen möchten, senden Sie Ihre Antworten und ein Bild von Ihnen bitte an Leander Wattig. Als Inspirationsquelle könnten Ihnen die bisherigen Interviews dienen. (Jedoch behalte ich mir vor, nicht alle Zusendungen zu veröffentlichen.)

Jochen MöllerWer sind Sie und was machen Sie mit Büchern?

Ich schreibe, wenn meine bürgerliche Existenz mir die Ruhe lässt. Zwei Romane habe ich so zustande gebracht – aber noch nicht veröffentlicht. Alle paar Jahre habe ich eine Kurzgeschichte in guten Zeitschriften oder Anthologien unterbringen können. Und 2004 veröffentlichte ich eine Lose-Blatt-Biografie im Karton: „27 Seiten von Josef Voss. Gefunden und – versuchweise – nummeriert von Jochen Möller“. Es hatte ewig gedauert, bis ich dafür einen engagierten Kleinverlag fand. Gemeinsam mit dem Verlag nahm ich mir jede Menge Zeit, um die geeignete Form zu suchen. Beim fact finding trafen wir etwa einen bibliophilen Experten, der meine Kreation auf ausgeblichene DDR-Papierbestände drucken wollte. Irgendwann wurde uns klar, wie teuer der Spaß geworden wäre.

Vor ein, zwei Jahren machte mir ein Freund aus der Medienbranche klar: Veröffentlichen ist nur noch ein Knopfdruck. Das hat mir zu denken gegeben und ich habe mein Schreiben zunehmend ins Netz verlegt. 2013 habe ich eine Twitternovelle verfasst. Seit kurzem bin ich auch self-publisher, brachte drei Kurzgeschichten als ebook unter dem Titel „Hausflüstern“ heraus. Ich will auch eine englische Fassung davon erstellen. Ein ebook mit einem halben Dutzend weiterer Kurzgeschichten – „Drecksarbeiten“ – ist in Planung.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei Ihnen aus?

„Day job“ und Familie fordern mich. Reisen, Umzüge an neue Dienstorte und Mehrarbeit in Krisenzeiten kosten Kraft, bringen aber auch immer wieder Eindrücke, von denen mein Schreiben profitiert. Schreiben kann ich nur, wenn ich mir Zeit freischaufele, etwa im Urlaub oder während gut abgegrenzter Intensivphasen. Für meine Twitternovelle verschanzte ich mich an einem Sonntag buchstäblich im Keller. Die nur lose vorstrukturierte Geschichte entstand dann in Echtzeit im Netz. Mit meinem Roman „Watermelon Man“ kam ich vor allem frühmorgens weiter, sobald unser Nachwuchs nach seinem ersten Fläschchen wieder eingeschlafen war.

Wie hat sich Ihre Arbeit über die Zeit verändert?

Mein Schreiben hat sich kaum verändert: Packt mich eine Idee und kommt eine passende Formvorstellung dazu, geht es los.

Am stärksten hat sich meine Einstellung zum Veröffentlichen verändert. Ich erledige das einfach selbst, wenn die althergebrachten Wege mir zu umständlich erscheinen. Hohe Auflagen werde ich so nicht erreichen, aber es wäre schön, gleichgesinnte Individualisten mit Stoff zu versorgen. Die Möglichkeiten des Web sind also genau mein Ding, Plattformen wie Twitter oder Wattpad zum Beispiel. Mit Twitter kann ich Wortspiele und Gedankenschnipsel in die Welt jagen, die sonst unter den Schreibtisch fallen. Über Wattpad stelle ich nach und nach einen 90er-Jahre-Roman aus der Perspektive junger Erwachsener ins Netz. Wattpad ist ein Erzählportal. Dort sind jüngere Leute aktiv, im Zweifel deutlich unter 20 Jahren. Sie entwickeln dort kapitelweise Geschichten ganz unterschiedlicher Ambition. Sie sammeln so Schreiberfahrung und bekommen schnell Rückmeldung in Form von Kommentaren, Lesestatistiken und Lobsternchen. Nebenher machen sie ihre eigenen Buchtrailer auf Youtube oder widmen einzelne Kapitel ihren Freundinnen. Wer sich über Wattpad schlaumachen möchte: User verfassen dort auch gleich ihre eigenen Wattpad-Schreibratgeber.

Was ist ein Problem bei Ihrer Arbeit, für das Sie eine Lösung suchen?

Meine wenige verfügbare Zeit möchte ich dem Schreiben widmen, nicht der Verlagssuche. Das hat mir immer wieder das Problem bereitet, Texte nicht aus in der Schublade in eine gedruckte Fassung zu bekommen. Besonders für meinen „Watermelon Man“ tut mir das leid. Ich glaube, Literaturverlage stehen ganz schön unter Druck. Nach meiner Erfahrung fühlen sie sich immer mehr genötigt, auf Nummer sicher zu gehen.

Wer sollte Sie ggf. kontaktieren – welche Art von Kontakten wäre zurzeit hilfreich für Sie?

Ich möchte einen literarischen Agenten oder eine Agentin finden. Darüber hinaus würde ich meine Leserinnen und Leser gern besser kennenlernen. Ich möchte sie direkt ansprechen und werde dafür eine Mailingliste aufstellen.

Wo finden wir Sie im Internet?

Draufloslesen geht stets auf www.jochenm.de. Ich versuche, mich in vielen sozialen Medien zu tummeln, aber vor allem Twitter gehört meine Leidenschaft: www.twitter.com/jochenmoeller.

Vielen Dank für Ihre Zeit!

Bildquelle: Jochen Möller

Job-Angebote vom Oktober auf PublishingMarkt.de

25. Oktober 2014

PublishingMarkt.de ist die Job- und Projektbörse für den Publishing-Markt – kostenlos nutzbar und redaktionell gepflegt von Leander Wattig.

#pubnpub-Termine in Wien, Hamburg, Essen, Zürich, Berlin, München und Leipzig – Rückblick auf San Francisco, Amsterdam, Köln und München

20. Oktober 2014

Pub ‘n’ Pub (#pubnpub) ist die von Leander Wattig 2011 gestartete Publishing-Stammtischreihe in Deutschland, Österreich, der Schweiz und den Niederlanden. – Wir treffen uns in wechselnden Pubs und sprechen über Trends im Publishing, Gott und die Welt. Ziel ist es, die Leute vor Ort noch stärker zu vernetzen.

Spielregeln:
So funktioniert #pubnpub

 

Rückblick

 

Ausblick

 

Pub 'n' Pub Wien

Wien

Kontakt: Anita Luttenberger, Brigitte Kaserer, Johannes Kößler (E-Mail)

4. #pubnpub Wien am 22.10.: Der Sprung ins Netz – Kick-off des neuen Teams mit Diskussion und Konzert

Das sprunghafte Verlassen der Komfortzone und die Wichtigkeit eines funktionalen Netzwerks

Was passiert, wenn ich das erste Mal den Sprung in die Selbstständigkeit wage?
Braucht die Buchbranche überhaupt noch mehr Idealisten?
Wie wichtig und wie sicher ist ein Netzwerk?

Es diskutieren:

Moderation: Günter Kaindlstorfer

Open Concert nach der Diskussion mit:

 

 

#pubnpub Hamburg

Hamburg

Kontakt: Tea Herovic, Laura Sonnefeld, Kathrin Weßling, Thorsten Simon (E-Mail)

Zeit: 23.10.2014, 19.00 Uhr
Ort: Ponybar, Allende-Platz 1, 20146 Hamburg

9. #pubnpub Hamburg am 23.10. – Wieviel Indie steckt in Indie?

Ankündigung des Hamburger Teams:

Ahoi Hamburg!
Die lange Wartezeit hat endlich ein Ende. Der nächste Pub’n’Pub hat sich das das Thema “Indie” vorgenommen. Indie-Verlage, Indie-Autoren, Indie-Bücher – das Präfix “Indie” ist mittlerweile fast schon zu einem Versprechen geworden. Doch wofür steht es? Wieviel Indie steckt (noch) in Indie? Worin unterscheiden sich Indie-Verlage von den traditionellen Verlagshäusern? Wie unabhängig sind sie wirklich? Welche Erwartungen verbergen sich hinter dem Label „Indie“ und was können wir von Indie-Literatur erwarten?
Wir freuen uns sehr, dass Daniel Beskos, Sophie Weigand und Jan Karsten mit uns und euch dieses spannende Thema beim 9. #pubnpub Hamburg ausdiskutieren werden.

 

 

#pubnpub Pott

Essen

Kontakt: Gerhard Schröder (E-Mail)

Zeit: 23.10.2014, 19.00 Uhr
Ort: Unperfekthaus, Friedrich-Ebert-Str. 18, 45127 Essen

8. #pubnpub POTT am 23.10. – Verlagsneugründung

Gerhards Ankündigung:

Der Verleger Steffen Janssen stellt sein StartUp-Verlag und die Erfolgsgeschichte aus dem Pott vor, den Luzifer-Verlag.

Der neue Verlag zeigt auf eindrucksvolle Weise, das in Zeiten des Selfpublishings eine Verlagsneugründung möglich ist.

 

 

 

#pubnpub Zürich Cucina e Libri

Zürich

Kontakt: Andreas von Gunten und Michael Hammerer (E-Mail)

Zeit: 03.12.2014, 19.00 Uhr
Ort: Cucina e Libri, Fröhlichstrasse 39, 8008 Zürich

6. #pubnpub Zürich am 03.12. bei Carlo Bernasconi im Cucina e Libri

Andreas’ und Michaels Ankündigung:

Das nächste Pub ‘n’ Pub in der Vorweihnachtszeit findet bei Carlo Bernasconi im Cucina e Libri statt. Wer am 3. Dezember (19 Uhr) beim Publishing- Stammtisch dabei sein will, kann sich bis am 3. November unter diesem Link anmelden. Die Platzzahl ist beschränkt. Wir werden auch kulinarisch verwöhnt, es gibt zwei verschiedene Weihnachtsmenüs zur Auswahl. Ein eigentliches Thema setzen wir für diesen Termin nicht, sondern verstehen das als eine Art Weihnachtsessen für die Pub’n’Pubber. Zu Diskutieren werden wir auch so genug haben :-)

 

 

#pubnpub Berlin #pubnpub Berlin Ullstein Buchverlage

Berlin

Kontakt: Leander Wattig (E-Mail)

Zeit: 12.11.2014, 19.00 Uhr
Ort: Club der polnischen Versager, Ackerstraße 169, 10115 Berlin

12. #pubnpub Berlin am 12.11. – Ullsteins Digitalverlage

Marguerite Joly ist Projektleiterin für die neuen digitalen Verlagsprogramme der Ullstein Verlage. Hier geht es um Digitalverlage wie Forever by Ullstein (Freundinnenromane und romantische Liebesgeschichten | http://forever.ullstein.de/) und Midnight by Ullstein (Krimis, Thriller und alles aus dem Bereich Spannung | http://midnight.ullstein.de/). Ullstein spricht auch von “verlagsbetreutem E-Publishing”. Self-Publishing trifft dabei auf traditionelles Verlegen. Was das konkret heißt, wie das hinter den Kulissen abläuft und was Ullstein sonst noch so vor hat – darüber spricht Marguerite Joly beim 12. #pubnpub Berlin.

 

 

 

 

#pubnpub München

München

Kontakt: Sarah Söhlemann, Susanne Schmitz (E-Mail)

Zeit: 03.11.2014, 19.00 Uhr
Ort: Fraunhofer, Fraunhoferstraße 9, 80469 München

11. #pubnpub München am 03.11. – Gewinner des 1. eBook awards in der Kategorie App

Ankündigung des Münchner Teams:

Die Gewinner des 1. dt. eBook awards in der Kategorie App stellen sich vor – Konzeption einer App und die Frage, ob sich das rentiert.

Robin Burgauer stellt sich unseren Fragen. Wie immer gilt: Ab 19 Uhr Essen&Getränke, ab 19:30 Uhr Vortrag. Kommet zuhauf und ladet gerne ein – wir freuen uns auf euch und einen schönen Abend :)

 

 

 

 

#pubnpub Leipzig #pubnpub in Leipzig zur Buchmesse 2015

Leipzig

Kontakt: Jakob Jochmann (E-Mail)

Zeit: 12.03.2015, 19.00 Uhr
Ort: t.b.a.

#pubnpub zur Leipziger Buchmesse 2015

Wie 2014 ist #pubnpub zur Leipziger Buchmesse 2015 der entspannte Treffpunkt am Donnerstag für Buchleute aus dem ganzen deutschsprachigen Raum. Infos zu Ort und Kurzprogramm folgen. Schaut auch gern einfach auf ein Getränk vorbei, bevor Ihr auf Verlagsparties o.ä. weiterzieht. Jakob und ich freuen uns auf Euch.

 

Stojan Rudan: Ich bin Texter, Autor und jetzt CEO von wondermags.com

18. Oktober 2014

Die folgenden sechs Fragen unserer Interview-Reihe werden regelmäßig von den unterschiedlichsten Köpfen der Buchbranche beantwortet und die Interviews werden hier im Blog veröffentlicht. Dadurch entstehen Beiträge, die zum einen Aufmerksamkeit auf jene lenken, die “was mit Büchern machen”, und die zum anderen die Veränderungen und Herausforderungen in den verschiedenen Bereichen der Branche sichtbar werden lassen. Wenn Sie ebenfalls teilnehmen möchten, senden Sie Ihre Antworten und ein Bild von Ihnen bitte an Leander Wattig. Als Inspirationsquelle könnten Ihnen die bisherigen Interviews dienen. (Jedoch behalte ich mir vor, nicht alle Zusendungen zu veröffentlichen.)

Stojan RudanWer sind Sie und was machen Sie mit Büchern?

Hallo zusammen. Ich bin Stojan Rudan: Texter, Autor und jetzt CEO von wondermags.com – der 1. Self-Publishing Plattform für Digitale Magazine. Wir machen Bücher digital, multimedial und interaktiv. Eigentlich machen nicht wir das, sondern die Autoren selbst. Wir bieten mit wondermags eine Plattform, auf der jeder kostenlos und ohne Design-Kenntnisse ganz einfach aus seinen Texten, Videos, Bildern etc. sein eigenes Digitales Magazin erstellen kann, dieses dann für Tablets und Web publiziert, Leser bekommt und Geld verdient. Ob Schriftsteller, Blogger, Journalisten oder Kreative – mit wondermags verpacken sie ihre Inhalte in tolle Designs mit tablet-spezifischen, interaktiven Features und machen sie so noch ansprechender für ihr Publikum. Von Roman, Tutorial, Reportage bis Reisebericht: Alles ist möglich mit wondermags – nur keine hässlichen, starren PDFs.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei Ihnen aus?

Typisch ist nur:


Aufstehen um 5:45 Uhr, Kaffe trinken und ab zum Sport. Im Büro um 8:30 Uhr und ab hier ist jeder Tag besonders.

Besonders ist:

Wir sind ein Startup bestehend aus 10 europäischen Köpfen, die das Digitale Publishing verändern wollen. Und in einem Startup bist du zu allererst Generalist. Also erstelle und halte ich Präsentationen, versuche Autoren und weitere Investoren für wondermags zu begeistern, rekrutiere neue Entwickler, spiele Feuerwehrmann (es brennt immer in einem Startup), netzwerke mit Bloggern, Journalisten und Multiplikatoren, schreibe Pressemitteilungen, falle manchmal hin, hole mir eine blutige Nase, stehe auf, wische mir über die Nase, mache weiter, mache es besser, träume, glaube und lache. Das wichtigste ist, bei allem Stress sein Lächeln nicht zu verlieren. Es ist alles nur ein Test, wie sehr wir es wirklich wollen. Sonst könnte es ja jeder machen :)

Wie hat sich Ihre Arbeit über die Zeit verändert?

Vor 1 1/2 Jahren war ich noch Angestellter. Zwar mit Personalverantwortung – aber ein Sturtup zu leiten ist noch mal eine andere Nummer. Du bist für alle die Ansprechperson Nummer Eins. Bei Fragen zu Gehältern, Personal-/Unternehmensentscheidungen und auch privaten Themen – meine Tür steht meinem Team immer offen. Man lernt schnell sein Ego zurückzuschrauben und noch besser auf die Befindlichkeiten und Wünsche seines Teams einzugehen. There is no „i“ in Team. Wir sind aufeinander angewiesen. Auch weil bei wondermags alle Teammitglieder ihr Heimatland, Freund und Familie (geografisch) verlassen haben, und nach Luxembourg gezogen sind, um wondermags Realität werden zu lassen. Alleine das bringt große Verantwortung mit sich. Vertrauen ist das A&O. Gerade in stürmischen Zeiten und einer Menge Deadlines ist das Wichtigste, dass alle eine klare Vorstellung von den Zielen haben und gemeinsam darauf hinarbeiten. Deshalb ist die wiederholte Kommunikation der Ziele und die Einschwörung des Teams darauf entscheidend. Eine helle Leuchte allein schneidet noch keinen Stahl. Deshalb bündeln wir alle Lichter zu einem hochenergetischen Strahl. Durchschlagende Teamstärke macht den Unterschied.

Was ist ein Problem bei Ihrer Arbeit, für das Sie eine Lösung suchen?

Neben den üblichen Herausforderungen eines Startups, wie die Liquidität fortlaufend zu sichern und die richtigen Software-Entwickler einzustellen, wird die größte Herausforderung sein, wondermags auf dem Markt zu etablieren. Wir müssen es schaffen, auf der einen Seite gute Autoren zu bekommen, die qualitative und interessante eMagazines erstellen und auf der anderen Seite müssen wir genügend Leser auf unseren Kiosk bringen, die die eMagazines konsumieren. Das wird die wohl spannendste Herausvorderung. Aber wir sind auf einem super Weg. Unsere Beta-Testphase startet Ende Oktober 2014. Hier lassen wir anfangs 100 ausgewählte Tester auf wondermags. Die Anzahl und Qualität der bisherigen Bewerbungen bestätigt uns darin, das wondermags die wirklichen Bedürfnisse der Autoren befriedigt. Es sind viele Top-Blogger und Journalisten bereits angemeldet. Das ist grandios! Bis zum offiziellen Release in der ersten Hälfte 2015 werden wir jeden Monat weitere Tester zulassen. Wichtig ist uns, dass wir gutes, qualitatives Feedback von ihnen bekommen und wondermags beim Release so wird, wie sie es sich wünschen – die beste und einfachste Self-Publishing Plattform für eMagazines.

Wer sollte Sie ggf. kontaktieren – welche Art von Kontakten wäre zurzeit hilfreich für Sie?

Wir glauben, dass Jeder ein Talent hat, das ihn besonders macht. Und wir sind der festen Überzeugung, das Jeder mit seinem Wissen, seinen Fähigkeiten und seinen Geschichten Geld verdienen sollte. Derzeit bieten Huffington Post, BuzzFeed etc. den Autoren Visibility aber keine Möglichkeit der Monetarisierung. Das muss sich ändern. wondermags belohnt die Autoren, wenn sie ihre Inhalte als wondermag mit der Welt teilen. Und mit belohnen, meinen wir nicht nur Anerkennung, sondern echtes Geld. Daher ist Jeder willkommen, der interessante Inhalte hat. Schriftsteller, Blogger, Journalisten, Tutorial-Verfasser, Kreative und alle, die ihr nach einer neuen, ansprechenden Kommunikationsform sucht… testet wondermags. Ich verspreche euch, ihr werdet begeistert sein.

Wo finden wir Sie im Internet?

Mein Team, mich und unser Baby “wondermags“ findet ihr hier: http://wondermags.com/de/

Mein privates Blog-Projekt “Badass Boss“ mit den fiesesten Chefsprüchen aus der realen Arbeitswelt gibt es hier: http://badassboss.de

Be wonderful.

Vielen Dank für Ihre Zeit!

Bildquelle: Stojan Rudan

Jana Voosen: An einem guten Tag habe ich zehn Seiten geschrieben

13. Oktober 2014

Die folgenden sechs Fragen unserer Interview-Reihe werden regelmäßig von den unterschiedlichsten Köpfen der Buchbranche beantwortet und die Interviews werden hier im Blog veröffentlicht. Dadurch entstehen Beiträge, die zum einen Aufmerksamkeit auf jene lenken, die “was mit Büchern machen”, und die zum anderen die Veränderungen und Herausforderungen in den verschiedenen Bereichen der Branche sichtbar werden lassen. Wenn Sie ebenfalls teilnehmen möchten, senden Sie Ihre Antworten und ein Bild von Ihnen bitte an Leander Wattig. Als Inspirationsquelle könnten Ihnen die bisherigen Interviews dienen. (Jedoch behalte ich mir vor, nicht alle Zusendungen zu veröffentlichen.)

Jana VoosenWer sind Sie und was machen Sie mit Büchern?

Mein Name ist Jana Voosen und Bücher sind meine Leidenschaft. Ich lese sie und schreibe sie. Im Oktober 2014 erscheint mein mittlerweile zehnter Roman „Und Eva sprach…“ bei HEYNE.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei Ihnen aus?

Ich bin ein Langschläfer, sitze meist nicht vor elf am Schreibtisch und beschäftige mich erstmal eine Stunde mit eingegangenen E-Mails, tätige Anrufe, schreibe Rechnungen. Bürokram eben. Dann schalte ich das Handy aus und beginne zu schreiben. Manchmal starre ich auch einfach nur auf den Bildschirm, aber meistens beginnen die Worte ziemlich schnell zu fließen. Nach vier bis fünf Stunden, also meistens gegen vier oder fünf, ist die Luft raus. An einem guten Tag habe ich dann zehn Seiten geschrieben, an einem schlechten vielleicht eine.

Wie hat sich Ihre Arbeit über die Zeit verändert?

Meine ersten drei Romane habe ich noch komplett aus dem Bauch heraus geschrieben. Einfach irgendwo angefangen und mich selber überraschen lassen, wohin die Reise geht. Obwohl das nach wie vor die spaßigere Variante des Schreibens ist, habe ich im Laufe der Jahre eingesehen, dass es mehr Sinn macht, die Geschichte vorher genau auszuarbeiten und zu plotten. Denn auf Seite 215 plötzlich vor einem unlösbaren dramaturgischen Problem zu stehen ist nicht witzig. Schon gar nicht, wenn einem ein Abgabetermin im Nacken sitzt.

Was ist ein Problem bei Ihrer Arbeit, für das Sie eine Lösung suchen?

Manchmal fühle ich mich als Autorin wie ein Einsiedlerkrebs. Zeitweise habe ich versucht, im Café zu schreiben, um Menschen um mich herum zu spüren. Der Lärm ist mir allerdings innerhalb kürzester Zeit so auf die Nerven gegangen, dass ich in die Einsamkeit meines Arbeitszimmers zurückgekehrt bin. Die Gesellschaft meiner Romanfiguren muss reichen.

Wer sollte Sie ggf. kontaktieren – welche Art von Kontakten wäre zurzeit hilfreich für Sie?

Als ausgebildete Schauspielerin liebe ich Lesungen und freue mich über entsprechende Anfragen von Buchhändlern, Veranstaltern usw.

Wo finden wir Sie im Internet?

Meine Webseite heißt www.jana-voosen.de. Und auf Facebook findet man mich hier.

Vielen Dank für Ihre Zeit!

Copyright Foto: Frank P. Wartenberg / Glampool

Claudia Kratel: Ich trage der “Digitalen Transformation” Rechnung – auch als Autorin

6. Oktober 2014

Die folgenden sechs Fragen unserer Interview-Reihe werden regelmäßig von den unterschiedlichsten Köpfen der Buchbranche beantwortet und die Interviews werden hier im Blog veröffentlicht. Dadurch entstehen Beiträge, die zum einen Aufmerksamkeit auf jene lenken, die “was mit Büchern machen”, und die zum anderen die Veränderungen und Herausforderungen in den verschiedenen Bereichen der Branche sichtbar werden lassen. Wenn Sie ebenfalls teilnehmen möchten, senden Sie Ihre Antworten und ein Bild von Ihnen bitte an Leander Wattig. Als Inspirationsquelle könnten Ihnen die bisherigen Interviews dienen. (Jedoch behalte ich mir vor, nicht alle Zusendungen zu veröffentlichen.)

Claudia KratelWer sind Sie und was machen Sie mit Büchern?

Mein Name ist Claudia Kratel, ich bin 42 Jahre, verheiratet und lebe in München. Meine Liebe zum Schreiben habe ich bereits recht früh entdeckt und außerdem hatte ich schon immer eine Schwäche für abenteuerlustige Geschichten. Die waren einfach überall mit dabei – in den Ferien, im Garten, im Freibad, abends vor dem Schlafen gehen… ganze Bände habe ich dabei verschlungen. Und nun habe ich selbst eine ganz eigene Geschichte für Kinder ab 5 Jahren geschrieben: Puschki & family. Diese entstand, weil wir zu Hause ganz viele Kuscheltiere haben. Über die Jahre liebevoll zusammen getragen und einige davon sogar noch aus unseren Kindertagen. Herrliche Erinnerungen hängen daran! Jedes Kuscheltier hat seinen ganz eigenen Charakter und natürlich auch einen individuellen Namen. Da mein Mann Unternehmensberater und viel unterwegs ist, habe ich eines Tages damit angefangen, ihm kleine Geschichtchen rund um unsere Kuscheltiere mit auf den Weg zu geben. Um ihm damit sozusagen ein „Stück Zuhause“ ins anonyme Hotel zu schicken. Unser kleiner Braunbär „Puschki Spitzenstein“ war Hauptdarsteller der kurzen Geschichten. Aus vielen kleinen Anekdoten und Geschichten zwischendurch entstand er dann, der erste Band: Puschki & family – Die wilden 13 im Indianerstamm! Puschki ist auch hier der Hauptdarsteller und erlebt in Band eins mit seiner Familie allerlei Kurioses, Buntes und die lustigsten Abenteuer!

Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei Ihnen aus?

Meine Arbeitstage gestalten sich derzeit recht kreativ. Denn nach einer langen Phase des Angestellten-Daseins als Marketing- und Kommunikationsexpertin bei Großbanken wie Deutsche Bank und UniCredit habe ich den Sprung ins kalte Wasser gewagt und mich selbständig gemacht. Nun habe ich das, was ich als Angestellte immer vermisst habe: Ich kann von A bis Z selber entscheiden, welche Projekte ich in Angriff nehme und auch, wie ich sie umsetze. Meine Leidenschaft war und ist schon immer das Schreiben gewesen. Ich „jongliere“ quasi täglich mit Worten: Entweder bei der Entwicklung von Content-Strategien im Rahmen von Social-Media- und Online-Marketing-Konzepten. Oder ich bin gerade wieder kaum zu bremsen, wenn es darum geht, neue Ideen für meine neue Kinderbuch-Reihe „Puschki & family“ aufs Papier zu bringen. Außerdem bin ich gerade mittendrin und voll dabei, mich im Zuge der „Digitalen Transformation“ auf spannende Projekte zu konzentrieren, die den Wandel in immer mehr Wirtschaftsbereichen unterstützen: Denn alte Branchen und Unternehmen werden durch kleine Newcomer verdrängt und verlieren an Boden. Die Digitalisierung von Geschäftsmodellen verursacht immense Herausforderungen für Unternehmen aller Branchen, bietet aber auch viele neue Chancen! So entstehen daraus natürlich auch interessante digitale Marketing-Projekte, in die ich mich einbringen kann.

Wie hat sich Ihre Arbeit über die Zeit verändert?

Wie schon erwähnt, seit ich nicht mehr im Angestellten-Verhältnis bin, kann ich mir meine Zeit frei einteilen. Und selbst entscheiden, wann, wo und wie ich etwas erledige. Das bietet natürlich einerseits eine Menge Freiheit. Andererseits muss man eben auch immer zusehen, dass man am Ball bleibt und keine Chance verpasst! Die Sozialen Medien haben dabei für mich eine Menge verändert. Dahingehend, wie man Kunden-Akquise betreibt, wie man sich und sein Leistungsportfolio im Netz darstellt. Ich finde es genial, dass man beispielsweise durch eigene Blogs die Möglichkeit hat, Wissen zu vermitteln, sich mit anderen auszutauschen und ein Fach-Netzwerk aufzubauen. Anderen Tipps zu geben und auch wieder eine Menge zurück zu bekommen. Social Media als Teil der Digitalen Transformation hat unsere Art zu leben, zu kommunizieren und auch einzukaufen massiv verändert!

Was ist ein Problem bei Ihrer Arbeit, für das Sie eine Lösung suchen?

Ein Problem würde ich es nicht nennen, sondern eine interessante und schöne Herausforderung: nämlich, mein Kinderbuch „Puschki & family“ bekannt zu machen und am Markt zu etablieren. Es gibt unglaublich viele Kinderbücher. Die Kunst ist es herauszustechen. Ich möchte Eltern und ihren Kindern einen Mehrwert bieten. Und mit „Puschki & family“ einen nachhaltigen Beitrag dazu leisten, dass Kinder ab 5 Jahren nicht nur gerne eine Geschichte lesen und im Buch blättern. Sondern dass sie über die vielen bunten und aufwendig gezeichneten Bildszenen ihre Phantasie walten lassen und durch kleine „Erklär-Stückchen“ schwierigerer Begriffe auch noch auf lustige Art und Weise etwas lernen. Genau deswegen ist es mir ein wichtiges Anliegen, „Puschki & family“ in die Kinderzimmer zu bringen. Dies mithilfe der Sozialen Medien, einem innovativen Marketing-Konzept, einem passenden Verlag und all jenen, die mein Buch und meine Idee unterstützen.

Wer sollte Sie ggf. kontaktieren – welche Art von Kontakten wäre zurzeit hilfreich für Sie?

Ich bin gerade auf der Suche nach einem geeigneten Kinderbuch-Verlag, der genau nach einer Geschichte wie „Puschki & family“ sucht. Der mit mir gemeinsam in Richtung Zukunft läuft, um aus „Puschki & family“ das zu machen, was es sein soll: Ein modernes Kinderbuch, das mit seinen Hauptdarstellern lustig und liebenswert ist. Dessen kleine Racker man einfach ins Herz schließen muss.

Da ich auch hier dem Kerngedanken der „Digitalen Transformation“ Rechnung tragen möchte, suche ich außerdem für ein gemeinsames Projekt kreative Studenten von Media-Hochschulen oder Programmierer, die daran interessiert sind, mit mir zusammen aus Puschki & family“ eine interaktive Kinderbuch-Welt zu gestalten: Eine Kinderbuch-Welt, die Spaß macht, die lehrreich ist und die auf die neuen Technologien in einem schönen bunten Rahmen vorbereitet.

Wo finden wir Sie im Internet?

Mein Kinderbuch „Puschki & family“ finden interessierte Leser unter www.puschki.com. Dort gibt es auch eine Buchbeschreibung und eine kleine Hörprobe mit einigen lustigen Auszügen aus dem Buch.

Meine Fachblogs zu den Themen „Content Marketing“ und „Digitale Transformation“ sind zu finden unter:

 

Vielen Dank für Ihre Zeit!

Bildquelle: Claudia Kratel

TG Gergely Teglasy: Manche nennen mich liebevoll Kreativitätssau

27. September 2014

Die folgenden sechs Fragen unserer Interview-Reihe werden regelmäßig von den unterschiedlichsten Köpfen der Buchbranche beantwortet und die Interviews werden hier im Blog veröffentlicht. Dadurch entstehen Beiträge, die zum einen Aufmerksamkeit auf jene lenken, die “was mit Büchern machen”, und die zum anderen die Veränderungen und Herausforderungen in den verschiedenen Bereichen der Branche sichtbar werden lassen. Wenn Sie ebenfalls teilnehmen möchten, senden Sie Ihre Antworten und ein Bild von Ihnen bitte an Leander Wattig. Als Inspirationsquelle könnten Ihnen die bisherigen Interviews dienen. (Jedoch behalte ich mir vor, nicht alle Zusendungen zu veröffentlichen.)

TG Gergely Teglasy

Wer sind Sie und was machen Sie mit Büchern?

Ich bin zwei Buchstaben, ich bin TG (das ist ein Akronym für meinen unaussprechlichen ungarischen Namen). Nachdem ich keine Katze habe, kann ich keine Katzenbilder posten. Also nütze ich Facebook ein wenig anders: Ich schreibe Zwirbler, den 1. Facebook-Roman der Welt. Seit 4 Jahren. Mit 16.000 Fans. Interaktiv, real-time und in Statusmeldungen zu je 420 Zeichen auf facebook.com/Zwirbler.Roman

Soeben habe ich mit dem kladde|verlag crowdfunding gestartet. Wir holen gemeinsam mit den Lesern Zwirbler aus Facebook. Auf Papier. Als Buch und auf Klopapier. Denn Facebook kann mehr Tiefgang als ein Stuhlgang haben.

Ich hatte aber auch schon ein Leben vor Zwirbler. Ich habe den Ab Ovo Verlag in Budapest gegründet (u .a. Elfriede Jelinek, Andreï Makine und Amos Oz herausgegeben), Theaterstücke & Drehbücher (In Heaven – Kinofilm) geschrieben und Thomas Bernhard übersetzt.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei Ihnen aus?

Um 6.30 frage ich mich, ob der Wecker wirklich mich meint. Etwas später steht mein Körper auf. Unter Tags unterrichte ich (u.a. an der Universität Wien) und halte Workshops und Vorträge zu Kreativität, Storytelling & Social Media. Dabei habe ich eine ganz klare Aufgabe: die Kreativität bei den Studierenden zu wecken, die das Schulsystem versucht hat zu vergraben. Und das Thema Lernen wieder positiv zu besetzen: Mit Neugier, mit Leidenschaft und dem Mut Fehler zu machen.

Danach werfe ich mich aufs Motorrad und fahre eine Runde Schwimmen. Dann bin ich frisch fürs Büro und bereit um Projekte und Unternehmen zu Kommunikation zu beraten oder um Essays zu schreiben: zu Kommunikation 3.0, zu Social Media, zum Leben in der Cloud. Dabei versuche ich nicht zu viele Ideen zu haben. Manche nennen mich liebevoll Kreativitätssau.

Der Abend gehört dann Zwirbler. Manchmal auf der Terrasse, meist im Kaffeehaus. Immer mehr und immer länger, als ich es mir denke. Aber es gibt nichts, was so inspirierend ist, wie wenn Ahnungen zu Gedanken werden, die sich dann in Wörter verwandeln. Ich lese die Kommentare, die verrückten Ideen und hervorragenden Texte der Fans und baue sie in die Geschichte ein. Nie wissend, was ich am nächsten Tag schreibe. Das ist das Glück des Ungewissen. Ich sorge dafür, dass die Geschichte aus einem Guss ist, einen roten Faden hat. Dabei kämpfe ich oft mit einem Wort oder einem Satzzeichen. Denn keine Statusmeldung darf länger als 420 Zeichen sein. Das ist die technische Limitierung, die Facebook am Anfang vorgegeben hat und an die ich mich seitdem halte. Sie fördert den Einfallsreichtum. Gerade weil sie nicht bequem ist.

Danach sollte ich ins Bett gehen. Das schaffe ich aber selten und nie vor Mitternacht. Weil ich ein Nightaholic bin, ich liebe die Nacht. Da ist viel mehr möglich, als im Licht des Tages.

Wie hat sich Ihre Arbeit über die Zeit verändert?

Die Unabhängigkeit von Orten weiß ich sehr zu schätzen. Ich habe Zwirbler in Paris, in Singapur und in Los Angeles geschrieben. Wo WLAN, da Zwirbler.

Dabei sehe ich jedoch die Nachteile unserer Zeit durchaus: Das Lernen muss heute viel schneller gehen, die Halbwertszeit sinkt. Oftmals sind wir vom Tempo schlichtweg überfordert. Um in diesem Mehr und Schneller nicht unterzugehen, werden wir in Zukunft stärker filtern müssen. Sonst ertrinken wir in Information, während es uns nach Wissen dürstet. (Das ist übrigens ein Zitat aus Zwirbler.)

Was ist ein Problem bei Ihrer Arbeit, für das Sie eine Lösung suchen?

Davon habe ich zwei. Das erste ist allgemein und bezieht sich auch, aber nicht nur auf Arbeit.

Vor ein paar Tagen war ich als Zuseher bei einem Marathonrennen. Ich stand mit einem Freund inmitten von hundert anderen an der Zielgeraden und die Läufer rannten an uns vorbei. Erschöpft, müde, mit letzter Kraft, an ihrer körperlichen Grenze. Wir beide haben wie wild geklatscht, sie laut rufend angefeuert und gespürt wie ihnen das Kraft für die letzten Meter gibt. Wir waren die einzigen. Alle anderen standen stumm daneben und sahen nur zu. Wie bringt man also Menschen dazu, andere bei ihrem Lauf zu unterstützen? Viele sehen ein mutiges Projekt und sagen: „Tolle Sache!“ und dann lehnen sie sich bequem zurück, ohne den Finger zu rühren. Weil sie denken, dass ihr Beitrag nicht wichtig ist. Dabei ist ein Projekt (egal welches) nichts ohne jeden einzelnen, der daran teilnimmt.

Und für ein aktuelles Problem suche ich auch noch eine Lösung: Wie bringen wir Zwirbler dazu, Facebook zu verlassen. Der wehrt sich nämlich vehement dagegen.

Wer sollte Sie ggf. kontaktieren – welche Art von Kontakten wäre zurzeit hilfreich für Sie?

Menschen, die mutige Ideen schätzen. Und Menschen, die neue Wege der Literatur unterstützen. Mit Leidenschaft. Klar, wir können scheitern. Aber lieber mit Feuer und Flamme im Herzen scheitern, als Mittelmaß aus Bequemlichkeit zu ertragen. Wer diese Begeisterung in sich hat, sollte mal hier hinschauen.

Denn diese Gelegenheit gibt es nur einmal und nur jetzt.

Wo finden wir Sie im Internet?

Mich unter tg-inspiration.com und Zwirbler unter zwirbler.com/cf – aber nur solange, bis er aus Facebook herauskommt …

Vielen Dank für Ihre Zeit!

Bildquelle: TG Gergely Teglasy