Die Initiative von Leander Wattig für eine stärkere Vernetzung der Buchbranche. Seit 2009.

Sandra Thoms: Ich bin Bücherhebamme – als Verlegerin, Autorencoach, Dozentin und Bloggerin

12. Dezember 2014

Die folgenden sechs Fragen unserer Interview-Reihe werden regelmäßig von den unterschiedlichsten Köpfen der Buchbranche beantwortet und die Interviews werden hier im Blog veröffentlicht. Dadurch entstehen Beiträge, die zum einen Aufmerksamkeit auf jene lenken, die “was mit Büchern machen”, und die zum anderen die Veränderungen und Herausforderungen in den verschiedenen Bereichen der Branche sichtbar werden lassen. Wenn Sie ebenfalls teilnehmen möchten, senden Sie Ihre Antworten und ein Bild von Ihnen bitte an Leander Wattig. Als Inspirationsquelle könnten Ihnen die bisherigen Interviews dienen. (Jedoch behalte ich mir vor, nicht alle Zusendungen zu veröffentlichen.)

Sandra Thoms

Wer sind Sie und was machen Sie mit Büchern?

Ich bin Verlegerin, Autorencoach, Dozentin und seit kurzem auch Bloggerin. Oder kurz gesagt: Bücherhebamme, denn ich bringe Bücher auf die Welt und begleite sie, egal ob als Verlegerin oder als Coach.

Nach meinem Studium (Übersetzungswissenschaften, Kulturmanagement, Mediengestalterin) bin ich eher zufällig im Verlag gelandet – es wurden bei wissenschaftlichen Springer damals französischsprachige Mitarbeiter, die Ahnung von Physik haben, gesucht – und seither kann ich mich von der Branche nicht mehr trennen.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei Ihnen aus?

Hängt davon ab, ob es ein „Bürotag“ oder ein „Termintag“ wird. Beim „Termintag“ habe ich wenig Gestaltungsmöglichkeiten, das sind Termine wie Messen, Seminare oder Kongresse. Aber egal, ob Büro oder Termin, der Tag beginnt immer mit einem Spaziergang mit meinem Mops Voltaire. Das hilft beim Wachwerden und Vorsortieren des Tages. Bei Bürotagen beginne ich danach mit der größten Aufgabe auf meiner To Do Liste – und das bevor ich die Mailbox öffne, denn wenn die erst einmal offen ist, verzettle ich mich zu leicht.

Wie hat sich Ihre Arbeit über die Zeit verändert?

Die größte Veränderung war der Sprung in die Selbständigkeit als Verlegerin 2007. Vorher galten Kernarbeitszeiten, Wochenarbeitsstunden, Jahresurlaub, Feiertage – danach nur noch das fertige Projekt. Es hat mich viel Disziplin gekostet, mir hier eine neue Struktur aufzubauen, die berücksichtigt, dass ich keine Maschine bin und daher irgendwann Pausen brauche.

Was ist ein Problem bei Ihrer Arbeit, für das Sie eine Lösung suchen?

Eine meiner Lieblingsfragestellungen ist die, wie das Erzählen von Geschichten in Zukunft mit den neuen technischen Möglichkeiten aussehen wird. Dem Thema widme ich mich auch auf meinen Blog „Miss Eyre und Mops“. Ich bin der festen Überzeugung, dass das Erzählen von Geschichten und das Zuhören menschliche Grundbedürfnisse sind. Doch die Form kann variieren, von der mündlichen Überlieferung, zur schriftlichen Dokumentation, zur digitalen Bebilderung. Und was erwartet uns als nächstes?

Wer sollte Sie ggf. kontaktieren – welche Art von Kontakten wäre zurzeit hilfreich für Sie?

Ich bin immer auf der Suche nach Seminarveranstaltern, die Dozenten zum Thema digitales Publizieren oder kreatives Schreiben suchen. Und natürlich freue ich mich über jeden Meinungsaustausch über Geschichten und deren Formen.

Wo finden wir Sie im Internet?

Die Verlage finden sich unter www.dryas.de, www.goldfinchverlag.de, www.edition-reiseratte.de, als Dozentin und Autorencoach findet man mich unter www.romanmentoren.de und als Bloggerin unter www.miss-eyre.de

Vielen Dank für Ihre Zeit!

Bildquelle: Sandra Thoms

Charlotte Lacroix: Ich bin bei ZVAB für Presse und Onlineredaktion zuständig

10. Dezember 2014

Die folgenden sechs Fragen unserer Interview-Reihe werden regelmäßig von den unterschiedlichsten Köpfen der Buchbranche beantwortet und die Interviews werden hier im Blog veröffentlicht. Dadurch entstehen Beiträge, die zum einen Aufmerksamkeit auf jene lenken, die “was mit Büchern machen”, und die zum anderen die Veränderungen und Herausforderungen in den verschiedenen Bereichen der Branche sichtbar werden lassen. Wenn Sie ebenfalls teilnehmen möchten, senden Sie Ihre Antworten und ein Bild von Ihnen bitte an Leander Wattig. Als Inspirationsquelle könnten Ihnen die bisherigen Interviews dienen. (Jedoch behalte ich mir vor, nicht alle Zusendungen zu veröffentlichen.)

Charlotte LacroixWer sind Sie und was machen Sie mit Büchern?

Mein Name ist Charlotte Lacroix. Ich habe früher für kanadische Verlage in Montreal Lesungen organisiert. Heute bin ich bei der Antiquariatsplattform ZVAB für Presse und Onlineredaktion zuständig. Außerdem findet man mich seit kurzem auf besonders buch, wo ich über besonders individuell gestaltete Bücher berichte.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei Ihnen aus?

Wenn es den gäbe, dann sähe er ungefähr so aus: mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren, einen Artikel auf ZVAB.com online stellen – sagen wir über antiquarische Ratgeber – und über die Social Media Kanäle bewerben. Einen Blogartikel über sehenswerte Antiquariate verfassen. Möglichst nur einen Kaffee pro Tag trinken. Und mit Kollegen diskutieren: auf Deutsch, Englisch und Französisch. An guten Tagen gibt es abends vor dem Schlafengehen noch eine Buchempfehlung auf besonders buch. Die muss ich aber schon am Wochenende vorbereitet haben, denn meine kreative Arbeitsphase ist eher morgens.

Wie hat sich Ihre Arbeit über die Zeit verändert?

Der Wechsel von der Verlagswelt in ein E-Commerce-Unternehmen ist schon an sich eine extreme Veränderung. Anstatt Lesungsflyer zu verfassen musste ich lernen, für das Internet zu schreiben. Mit meinem Blog besonders buch konnte ich „privat“ experimentieren und habe meine Online-Schreibe mit in die Arbeit genommen. Die Welt im Netz verändert sich sehr schnell, aber das, worum es mir geht, ist damals wie heute das Gleiche. Und es ist das, was mich am Ende eines Tages entschleunigt: ein gutes Buch.

Was ist ein Problem bei Ihrer Arbeit, für das Sie eine Lösung suchen?

Im Grunde gehe ich der Frage nach: Wie können antiquarische, seltene und vergriffene Bücher über das Internet beworben werden? Sehr konkret heißt das, bibliophile Themen zu wählen und zum jeweiligen Thema die spannendsten Bücher aus unserem Katalog zu finden. Ich bin tagtäglich auf Schatzsuche in einem Katalog von Millionen von Büchern und meine Aufgabe ist es, diese Schätze für unsere Leser sichtbar zu machen.

Wer sollte Sie ggf. kontaktieren – welche Art von Kontakten wäre zurzeit hilfreich für Sie?

Für das ZVAB suche ich den Kontakt zu Bloggern, Journalisten, Institutionen, die mit uns kooperieren wollen. Für eine Kooperation gibt es alle denkbaren Formen – vom Linkaustausch bis hin zu gemeinsam durchgeführten Gewinnspielen.

Bei besonders buch ist das ähnlich. Verlage können mich gerne kontaktieren, wenn sie sich für ein besonders schön gestaltetes Buch eine Rezension wünschen.

Wo finden wir Sie im Internet?

www.zvab.com; charlotte.lacroix@zvab.com
www.besondersbuch.wordpress.com

Vielen Dank für Ihre Zeit!

Bildquelle: Jasmin Schröder

Job- und Projektangebote von Anfang Dezember

10. Dezember 2014

PublishingMarkt.de ist die Job- und Projektbörse für den Publishing-Markt – kostenlos nutzbar und redaktionell gepflegt von Leander Wattig.

Auf dieser Seite können Unternehmen und Kreativschaffende kostenlos und ohne Anmeldung oder Registrierung Einträge erstellen. Nach Verfassen und Freigabe eines Eintrags wird eine Bestätigung an die vom Akteur hinterlegte E-Mail-Adresse verschickt. In dieser E-Mail befindet sich auch ein Link, über den ein späteres Bearbeiten oder Löschen des Eintrags möglich ist. Sie können also komplett eigenständig und unabhängig agieren, was allen Beteiligten Zeit spart.

Job- und Projektangebote von Anfang Dezember

Dr. Aide Rehbaum: Die Selbständigkeit funktioniert nur durch ein breit gefächertes Angebot und die Pflege eines Netzwerks

8. Dezember 2014

Die folgenden sechs Fragen unserer Interview-Reihe werden regelmäßig von den unterschiedlichsten Köpfen der Buchbranche beantwortet und die Interviews werden hier im Blog veröffentlicht. Dadurch entstehen Beiträge, die zum einen Aufmerksamkeit auf jene lenken, die “was mit Büchern machen”, und die zum anderen die Veränderungen und Herausforderungen in den verschiedenen Bereichen der Branche sichtbar werden lassen. Wenn Sie ebenfalls teilnehmen möchten, senden Sie Ihre Antworten und ein Bild von Ihnen bitte an Leander Wattig. Als Inspirationsquelle könnten Ihnen die bisherigen Interviews dienen. (Jedoch behalte ich mir vor, nicht alle Zusendungen zu veröffentlichen.)

Dr. Aide RehbaumWer sind Sie und was machen Sie mit Büchern?

Ich heiße Dr. Aide Rehbaum, habe in Archäologie promoviert und bin seit 2004 selbständig. Die Selbständigkeit funktioniert nur durch ein breit gefächertes Angebot und die Pflege eines Netzwerks. Beispielsweise inventarisiere ich online Fachaufsätze für eine Firma, habe schon ethnologische Museumssammlungen inventarisiert und betreue Firmenarchive. Zwar bin ich spezialisiert auf Auftragsbiografien in kleiner Auflage und Firmenjubiläumsschriften, aber zu einem weiteren Puzzlesteinchen sind auch Romanbiografien geworden. Viele Jahre lang publizierte ich Artikel in der historisch orientierten Wochenendbeilage einer Tageszeitung, hauptsächlich zu Forschungsreisenden, Gegenständen oder Bräuchen des 19. Jahrhunderts. Ich sah das als meinen Beitrag zur wissenschaftlichen Forschung, denn meistens ist es mir gelungen, noch nicht publiziertes Material aufzustöbern und auszuwerten. Das Libretto für ein Musical über den Kurfürsten Clemens August, das seine Bedeutung für Bonn in den Mittelpunkt stellt, war der witzigste Auftrag bisher. Meine künstlerische Ader nutzt mir, indem ich meine Bücher illustriere und die Cover gestalte.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei Ihnen aus?

Ich arbeite am liebsten morgens ab 9 Uhr. Nach mindestens vier Tassen Kaffee zum Frühstück und sobald ich alleine bin, lese ich, vorzugsweise englische oder schwedische Krimiautoren. Nach etwa einer Stunde, beschwingt, wenn die Sonne hereinscheint, setze ich mich an den Schreibtisch und nehme das nächste Kapitel in Angriff, überarbeite es oder bereite den Unterricht in der Volkshochschule vor. Dazu zwitschern höchstens die Vögel, andere Musik stört. Ich male zwei Stunden drinnen oder bildhauere in Holz draußen, höre dabei WDR 5 und schreibe dann weiter, bis mein Lebensgefährte nach Hause kommt und der Kochtopf ruft. Abends unterrichte ich für zwei Stunden eine Schreibgruppe oder coache Kunden beim selber Schreiben ihrer Lebensgeschichte. Ich bin Handyverweigerer und komme glänzend ohne aus. Das Festnetz reißt mich schon mal komplett aus einer Revolution oder einer Person. Mitunter habe ich buchstäblich Anlaufschwierigkeiten, wenn ich vom Schreibtisch aufstehe.

Wie hat sich Ihre Arbeit über die Zeit verändert?

In meinem engeren Fachgebiet habe ich nie gearbeitet. Schon die erste befristete Stelle lenkte mich zumindest auf die Museums- und Dokumentationsschiene: Museumseinrichtung, Bibliotheksleitung, Ausstellungsplanung, Datenbankentwurf zu einem historischen Thema und weiß der Teufel, was noch. Irgendwann hatte ich das Lesen von Stellenanzeigen dicke. Ab einem gewissen Alter wird die Luft dünner. Eine Woche Intensivkurs und ich war Autobiografikerin, der nächste Schritt war die Abnabelung von einem Franchiseunternehmen.

Als ich noch in der Stadt wohnte und für die Zeitung schrieb, recherchierte ich viel in der Universitätsbibliothek und Archiven, heute mehr im Internet. Ich notiere mir ständig Ideen und füge sie auch in fast fertige Kapitel ein oder sammle das Material sortiert nach Themen, die in der nächsten Zeit „dran“ sind. Manche Ideen trage ich länger mit mir rum, seit Jahren einen Krimi über meinen Urgroßvater. Aktuellere oder überschaubarere Projekte schieben den raus. Aber die Protagonisten entwickeln sich langsam. Ich habe mir als Mahnung einen bebilderten Stammbaum angefertigt und über den Schreibtisch gehängt. Das Wochenende versuche ich mir für meinen Liebsten freizuhalten.

Glücklicherweise habe ich einen wunderbaren Partner gefunden, der mir seine technischen Kenntnisse zur Verfügung stellt. Wir machen Interviews zu neuen Büchern und meinen Tätigkeitsbereichen, die innerhalb des Bürgerfunks zu Sendungen für Radio Bonn/Rhein-Sieg oder Beiträgen in YouTube verarbeitet werden. Er hat meine Homepage erstellt und pflegt den Katalog meiner Bilder, filmt bei Vernissagen und sammelt Hintergrundgeräusche, die bei Lesungen die Atmosphäre anschaulicher machen. Wenn ich alle seine Ideen zur Vermarktung umsetzen wollte, käme ich nicht mehr zum Schreiben. Eine Verwandte hat mit ihren Musikschülern zur Auflockerung beigetragen. Seit Neuestem habe ich einen Hobbymusiker, der begeistert mit seinem Metallophon und der Caisa dabei ist.

Den ersten Roman habe ich aus Kurzgeschichten zusammengesetzt, sie nachträglich in eine chronologische Reihenfolge gebracht und durch einen roten Faden verbunden. Inzwischen arbeite ich systematischer mit Steckbriefen und Stufendiagramm.

Was ist ein Problem bei Ihrer Arbeit, für das Sie eine Lösung suchen?

Wie ich Facebook als Werbeplattform einbinden könnte. Erst kürzlich habe ich mich aufgerafft, mich bei dem Zeitfresser anzumelden. Es wirkt alles sehr chaotisch. Direkter Mailkontakt zu potentiellen Käufern meiner Bücher scheint mir sinnvoller als die weite Streuung marginal interessierter Kollegen. Meine Romane sprechen Leser mit sehr speziellen Interessen an, da sie Afrika und Migration zum Thema machen aber nicht die üblichen Klischees erfüllen. Den letzten habe ich deswegen mehr auf die Schiene „Frauenliteratur“ gesetzt anstatt „Biografie einer Nicht-Prominenten“. Erfreulicherweise habe ich auch schon Rückmeldung von Männern, denen der Stoff gefällt. Ich verteile überall Flyer, wo ich mich bewege und habe Zeitungsträgern schon stapelweise zum Verteilen gegeben. Da ich in etlichen Schreib-Gruppen bin, kommen Gelegenheiten zum Lesen öfter.

Wer sollte Sie ggf. kontaktieren – welche Art von Kontakten wäre zurzeit hilfreich für Sie?

Ein großer Verlag, der eine Leserundreise organisiert und für Stapel im Buchhandlungseingang sorgt. Rezensenten in großen Zeitungen oder Magazinen.

Wo finden wir Sie im Internet?

Vielen Dank für Ihre Zeit!

Bildquelle: Dr. Aide Rehbaum

Job- und Projektangebote der 2. November-Hälfte

1. Dezember 2014

PublishingMarkt.de ist die Job- und Projektbörse für den Publishing-Markt – kostenlos nutzbar und redaktionell gepflegt von Leander Wattig.

 

Kim Nina Ocker: Ich bin Autorin bei dem Forever by Ullstein Verlag

29. November 2014

Die folgenden sechs Fragen unserer Interview-Reihe werden regelmäßig von den unterschiedlichsten Köpfen der Buchbranche beantwortet und die Interviews werden hier im Blog veröffentlicht. Dadurch entstehen Beiträge, die zum einen Aufmerksamkeit auf jene lenken, die “was mit Büchern machen”, und die zum anderen die Veränderungen und Herausforderungen in den verschiedenen Bereichen der Branche sichtbar werden lassen. Wenn Sie ebenfalls teilnehmen möchten, senden Sie Ihre Antworten und ein Bild von Ihnen bitte an Leander Wattig. Als Inspirationsquelle könnten Ihnen die bisherigen Interviews dienen. (Jedoch behalte ich mir vor, nicht alle Zusendungen zu veröffentlichen.)

Kim Nina OckerWer sind Sie und was machen Sie mit Büchern?

Mein Name ist Kim Nina Ocker und ich bin seit Oktober diesen Jahres Autorin bei dem Forever by Ullstein Verlag. Es handelt sich dabei um einen Imprint Verlag, was bedeutet, dass ich seit kurzer Zeit im Haifischbecken der E-Book Branche schwimme. Ich bin zweiundzwanzig Jahre alt und Mutter einer kleinen Tochter. Nach dem Abschluss meines Fachabiturs im Bereich Wirtschaft, verabschiedete ich mich von den Zahlen und wandte mich den Buchstaben zu. Da ich meinen Erstlingsroman bereits (kinderlos) vor vier Jahren geschrieben habe, stellt mich mein neuer Alltag vor unerwartete Herausforderungen.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei Ihnen aus?

Als Vollzeitmama habe ich wohl keinen typischen Arbeitstag, denn im Moment bestimmt meine eineinhalb jährige Tochter meinen Tagesablauf. Wenn ich Glück habe, bleibt mir tagsüber eine halbe Stunde zum Schreiben, bis ich dann abends wieder an den Laptop komme. Es ist für mich eine enorme Umstellung, nicht mehr schreiben zu können, wann immer ich möchte. Ich versuche mich abends zum Schreiben zu zwingen, habe aber festgestellt, dass man es den Texten danach anmerkt. Sobald die Tür zum Kinderzimmer geschlossen ist, bleiben mir ein paar Stunden, bis mein Mann nach Hause kommt und der Frieden wieder ein Ende hat. Daher versuche ich in dieser Zeit so viele E-Mails, Anfragen und Anrufe zu beantworten wie ich kann und danach noch ein wenig Begeisterung für die eigentliche Schreibarbeit aufzubringen. Im Moment arbeite ich vor allem daran, mich neu einzupendeln und meine Arbeit mit meiner kleinen Mitbewohnerin zu kombinieren.

Wie hat sich Ihre Arbeit über die Zeit verändert?

Maßgeblich. Als ich mit dem Schreiben anfing, ich war siebzehn Jahre alt, habe ich mich an den Laptop gesetzt und geschrieben, was mir gerade in den Sinn kam. Völlig unwichtig, ob diese Gedanken für eine Geschichte taugten oder auch nur annähernd eine Zielgruppe bedienten. Ich hatte weder einen Plan, noch eine Ahnung, wie professionelle Autorenarbeit funktionierte. Wenn ich einmal zwei Wochen nicht schrieb, machte ich mir natürlich keine Gedanken darüber, denn es war ein Hobby und somit nichts anderes als Spaß.

Heute, mit einem Verlag im Rücken und dem ein oder anderen Leser, der vielleicht auf mehr wartet, hat sich meine Arbeit insofern verändert, dass es Arbeit ist. Punkt. Es fängt bei einem Tagespensum an Zeichen an und hört auf mit der Öffentlichkeitsarbeit, die mehr Zeit in Anspruch nimmt, als ich mir jemals hatte vorstellen können. Natürlich genieße ich es, ernst genommen zu werden und um Menschen zu wissen, die tatsächlich interessiert, was ich schreibe. Dennoch vermisse ich hin und wieder die Leichtigkeit der Anfangszeit, in der ich mir keine Gedanken über Zielgruppen, Facebooklikes und Verkaufsränge machen musste.

Was ist ein Problem bei Ihrer Arbeit, für das Sie eine Lösung suchen?

Neben dem Zeitmanagement beschäftige ich mich momentan vor allem mit den Vorurteilen, die dem Begriff E-Book leider immer noch entgegenschlagen. Als Autorin eines Imprint Verlages steht man tatsächlich vor mehr Hürden, als ich es am Anfang für möglich gehalten hätte. Ich werde regelmäßig mit den Vorteilen »richtiger« Bücher konfrontiert und bin gezwungen mich zu rechtfertigen, warum mein Roman es denn nicht in den Druck geschafft habe. Das Digitalpublishing tritt offensichtlich als Qualitätsmerkmal vor die breite Masse, was sehr schade ist. Vor allem in den letzten Wochen hatte ich die Chance, mich mit Kollegen und anderen Autoren der E-Book-Branche zu unterhalten und ich möchte behaupten, dass wir uns in keiner Weise hinter den »richtigen« Buchautoren verstecken müssen.

Allein bei Forever sind meine Kolleginnen und ich inzwischen zu einer Art kleinen Gemeinschaft zusammengewachsen, denn Fakt ist, dass man heutzutage Verbündete
braucht, wenn man sich auf dem Markt durchschlagen möchte. Denn nach Veröffentlichung des Buches fängt die Arbeit erst richtig an. Schreiben ist schon lange keine einsame Arbeit mehr. Anfangs war ich haltlos überfordert mit Facebook, LovelyBooks, Twitter und Co. Man steht plötzlich in der Öffentlichkeit und vermarktet nicht nur seine Werke, sondern auch seine Person. Der persönliche und direkte Kontakt gewinnt durch etliche Soziale Netzwerke und Plattformen immer mehr an Bedeutung für den Leser. Allein ein Name auf dem Cover reicht längst nicht mehr aus, die Menschen interessieren sich für die Person dahinter. Es macht mir Spaß, direkt mit den Lesern in Kontakt zu treten, dennoch habe ich immer noch regelmäßig das Gefühl, im Sumpf des Buchmarktes unterzugehen. Dank meiner lieben Kolleginnen und einem sehr geduldigen Verlagsteam, paddel ich aber immer noch tapfer an der Oberfläche.

Wer sollte Sie ggf. kontaktieren – welche Art von Kontakten wäre zurzeit hilfreich für Sie?

Zur Zeit versuche ich vor allem, Marketing, das Schreibhandwerk und die Leser unter einen Hut zu bringen. Ich bin noch nicht lange dabei, aber wild entschlossen, es richtig zu machen. Hauptsächlich wild entschlossen, dabei zu bleiben und nicht nach einem Buch in der Versenkung zu verschwinden. Meine literarische Zukunft braucht ein Fundament, an dem ich zur Zeit arbeite und bei dessen Aufbau ich über jede Unterstützung dankbar bin.

Daher ist mir der Erfahrungsaustausch mit Internen und das Feedback der Leser momentan besonders wichtig.

Wo finden wir Sie im Internet?

Bisher habe ich mich bei Facebook und LovelyBooks eingerichtet und fühle mich recht wohl. Natürlich findet man mich auch über die Seite des Forever Verlages.

Vielen Dank für Ihre Zeit!

Bildquelle: Kim Nina Ocker

Bernhard Sommerfeld: Ich war fast 28 Jahre als Buchhändler bei Lehmanns Berlin tätig

28. November 2014

Die folgenden sechs Fragen unserer Interview-Reihe werden regelmäßig von den unterschiedlichsten Köpfen der Buchbranche beantwortet und die Interviews werden hier im Blog veröffentlicht. Dadurch entstehen Beiträge, die zum einen Aufmerksamkeit auf jene lenken, die “was mit Büchern machen”, und die zum anderen die Veränderungen und Herausforderungen in den verschiedenen Bereichen der Branche sichtbar werden lassen. Wenn Sie ebenfalls teilnehmen möchten, senden Sie Ihre Antworten und ein Bild von Ihnen bitte an Leander Wattig. Als Inspirationsquelle könnten Ihnen die bisherigen Interviews dienen. (Jedoch behalte ich mir vor, nicht alle Zusendungen zu veröffentlichen.)

Bernhard Sommerfeld

Wer sind Sie und was machen Sie mit Büchern?

Mein Name ist Bernhard Sommerfeld. Wie einige vielleicht noch wissen, ich war fast 28 Jahre als innovativer Buchhändler bei Lehmanns Berlin in der Informatik-Abteilung tätig. Leander Wattigs “Initiative für eine stärkere Vernetzung der Buchbranche” finde ich sehr gut. Vernetzung ist so wichtig. Soziale Netzwerke waren daher von Anfang an auch mein Thema. Seit 1994 habe ich über die neuen Möglichkeiten des Buchhandels im Internet geschrieben oder Vorträge darüber gehalten. So z.B. im Börsenblatt als ich Twitter entdeckt hatte. Ich bin sehr neugierig und habe oft neue Software und Plattformen probiert.

Obwohl ich als Mitglied einer Berliner-Senats-Kommission eBook-Projekte gefördert habe, lese ich selbst lieber gute Bücher auf Papier.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei Ihnen aus?

Mit viel Gelassenheit und völlig ohne Smartphone beginnt mein Tag meist mit Mail, Twitter, Facekook. Zur Zeit betreue ich auch einige Verlags-Acounts im Gesundheitswesen. Social Media Marketing ist für mich kein Placebo. Es zählen Resultate. Sowohl Facebook als auch Twitter werden noch verstärkt ins E-Commerce-Geschäft einsteigen.

Und ich bin dabei, meine frühen Erinnerungen von 1990-1995 als Buchhändler aufzuschreiben. Das war die spannende Zeit, wo ‪Linux‬ und das ‪‎Internet‬ zu uns kamen. Der Text auf Google Docs ist ein erster Entwurf auf 85 Seiten. Um Anregungen und Kommentare zu dieser Zeit (ohne Suchmaschinen) zu bekommen, freue ich mich natürlich sehr. Mein Text-Entwurf ist auf http://goo.gl/6nfws9

Wie hat sich Ihre Arbeit über die Zeit verändert?

Ich war wohl einer der ersten, der das Internet als Vertriebsplattform nutzte, doch was die Digitalisierung für unsere Gesellschaft bedeutet, ist vielen von uns noch immer nicht ganz klar. “Das Internet”, hat Tim Berners Lee, einer der “Väter des Internets”, einmal gesagt, “ist eher eine gesellschaftliche Erfindung als eine technische.” Genau. Erst verschwanden Dinge: Faxgeräte, Kassettenrekorder, Lexika. Dann verschwanden Orte: Schallplattenläden, Telefonzellen, Buchhandlungen, Arbeitsplätze – und neue Räume entstanden – im Netz.

Was ist ein Problem bei Ihrer Arbeit, für das Sie eine Lösung suchen?

Vor einigen Jahren war ich aktiver Blogger – und werde Anfang 2015 für #KlinikWissenManagen wieder dabei sein. In 10 Jahren hat sich bei den Blogs einiges geändert und ich bin neugierig was mich erwartet. Wissensmanagement und E-Learning sind spannende und notwendige Themen der Zukunft.

Wer sollte Sie ggf. kontaktieren – welche Art von Kontakten wäre zurzeit hilfreich für Sie?

Seit einigen Monaten poste ich auch Wissenswertes rund ums Gesundheitswesen auf facebook.com/medizinbuch mit wachsender Reichweite und ohne Werbung. Ich freue mich immer über neue Kontakte :-)

Wo finden wir Sie im Internet?

about.me/Sommerfeld oder per mail bso2000@web.de

Vielen Dank für Ihre Zeit!

Bildquelle: Bernhard Sommerfeld

Sandra Schindler: Ich arbeite hauptsächlich als Lektorin

27. November 2014

Die folgenden sechs Fragen unserer Interview-Reihe werden regelmäßig von den unterschiedlichsten Köpfen der Buchbranche beantwortet und die Interviews werden hier im Blog veröffentlicht. Dadurch entstehen Beiträge, die zum einen Aufmerksamkeit auf jene lenken, die “was mit Büchern machen”, und die zum anderen die Veränderungen und Herausforderungen in den verschiedenen Bereichen der Branche sichtbar werden lassen. Wenn Sie ebenfalls teilnehmen möchten, senden Sie Ihre Antworten und ein Bild von Ihnen bitte an Leander Wattig. Als Inspirationsquelle könnten Ihnen die bisherigen Interviews dienen. (Jedoch behalte ich mir vor, nicht alle Zusendungen zu veröffentlichen.)

Sandra SchindlerWer sind Sie und was machen Sie mit Büchern?

Mein Name ist Sandra Schindler. Ich arbeite hauptsächlich als Lektorin. In seltenen Fällen auch mal als Korrektorin, wobei ich festgestellt habe, dass es mir schwer fällt, einfach nur zu korrigieren, ohne Textinhalte zu kommentieren. Nebenbei betreue ich eine meiner Autorinnen, Sandra McKee, als Agentin, Marketing-Verantwortliche und PR-Frau. Und es ist sogar schon öfter mal vorgekommen, dass ich eine ihrer Lesungen allein oder mit anderen Musikern begleitet habe.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei Ihnen aus?

Aufstehen zwischen 2 und 5 Uhr morgens, je nachdem, wann mein innerer Wecker Alarm schlägt. Wenn der Rest der Familie aufwacht, habe ich hoffentlich bereits einige Stunden gearbeitet. Zwischen halb 8 und halb 9 wachen in der Regel die Kinder (1 und 3 Jahre) auf. Wenn die nach dem Frühstück bereit für den Kindergarten / die Tagesmutter sind, knobeln mein Mann und ich, wer die Kids fahren „darf“. Der Gewinner kann dann gleich wieder weiterarbeiten – und holt die Kinder dann mittags ab, der Verlierer übernimmt den morgendlichen Bringdienst. Nachmittags betreue ich dann die Kinder. Und irgendwann, mittags oder abends, wird auch noch gekocht, denn eine ordentliche Mahlzeit ist mir sehr wichtig. Sind die Kinder abends im Bett, geht’s weiter mit der Arbeit, bis die Müdigkeit zu groß wird. Ich weiß, das ist ein Arbeitstag, der etwas von der Norm abweicht, aber gerade dadurch bin ich relativ flexibel und kann auch mal ein Buchprojekt in Rekordzeit bearbeiten. Wobei es mir natürlich lieber ist, wenn ich etwas mehr Zeit habe.

Wie hat sich Ihre Arbeit über die Zeit verändert?

Eigentlich war ich ja mal Übersetzerin, habe ein Diplom für Englisch, Italienisch und Spanisch – und bin für diese Sprachen auch beeidigt. Ein Professor erzählte uns gleich zu Anfang des Studiums, dass man vom Literaturübersetzen nicht leben könne, also wollte ich beweisen, dass es doch geht. Irgendwann stellte ich allerdings fest, dass ich zwar Fremdsprachen liebe, aber nicht das Übersetzen, denn es ist doch so, dass jemand anderes etwas geschrieben hat – und manchmal findet man als Übersetzer diesen Text noch nicht einmal besonders gut. Aber es bleibt einem nichts anderes übrig, als ihn so genau wie möglich in die Zielsprache zu übertragen. Und dann kommt noch die böse Lektorin und schreibt letztendlich doch alles um. Tja, die Lektorin. In meinem Fall würde ich sagen: Sie ist diejenige, die zu faul ist, ein eigenes Buch zu schreiben, aber auch diejenige, der es Spaß macht, andere zu kritisieren. Die gerne Einfluss auf das nimmt, was andere schreiben. Und sie freut sich ungemein, wenn ihre inhaltlichen Änderungsvorschläge von Autoren übernommen werden. Da stirbt dann vielleicht ein ganz anderer Protagonist als ursprünglich geplant – und dafür darf ein anderer weiterleben …

Wie alles anfing? Über Xing erhielt ich den Dauerauftrag, eine Zeitschrift zu lektorieren. Das ging ein paar Jahre gut, bis der Auftraggeber sich diesen Schritt irgendwann aus Kostengründen sparen wollte. Parallel hatte ich mich als Lektorin für die VEBU-Mitgliederzeitschrift „natürlich vegetarisch“ beworben. Dieses Magazin lektoriere ich nun bereits einige Jahre im Ehrenamt.

Dann kamen die ersten Bücher. Für einen Verlag überarbeitete ich ein Kindererziehungsbuch, kurz darauf kam der erste Roman. Und dann eröffnete mir Sandra McKee, die ich seit meinem vierten Lebensjahr kenne, sie habe einen Roman geschrieben – und schickte mir ihr Manuskript. Ich war so begeistert, dass ich nicht nur beschloss, das Buch zu lektorieren, sondern ihr auch half, einen Verlag zu finden. Ende 2013 erschien der Liebesroman „Das Leben, das man wählt“. Kaum war er draußen, erinnerte ich mich daran, wie gerne ich Marketing mochte, als ich nach dem Studium in Irland lebte. Also beschloss ich, mich mal wieder mit diesem schönen Thema zu beschäftigen – und agiere seither als Sandras Marketing-Managerin. Nebenbei organisiere ich ihr Lesungen oder entwerfe die eine oder andere Pressemitteilung. Eines Tages schlug Sandra vor, dass ich doch mal eine Lesung musikalisch untermalen könne, schließlich habe ich schon immer gerne Musik gemacht. Für Instrumente bleibt mir momentan mit den Kindern keine Zeit, aber singen geht immer.

Was ist ein Problem bei Ihrer Arbeit, für das Sie eine Lösung suchen?

Momentan habe ich in erster Linie ein Zeitproblem, aber das wird sich automatisch lösen, wenn die Kinder älter sind. Dann bleibt neben der Arbeit hoffentlich auch wieder etwas mehr Zeit für Hobbys. Ansonsten läuft momentan alles bestens.

Wer sollte Sie ggf. kontaktieren – welche Art von Kontakten wäre zurzeit hilfreich für Sie?

Zum einen erscheint Mitte Dezember Sandras neues Buch, der Spionageroman „Hundert Leben auf Papier“. Da freuen wir uns natürlich auf neugierige Blogger/-innen / Journalisten/-innen, die das Buch rezensieren möchten. Und auf Buchhändler/-innen, die sich für eine Lesung interessieren, wenn das Buch bei ihnen gut anläuft. Zum anderen freue ich mich auch auf neue Manuskripte zur Bearbeitung. Dabei bin ich nicht auf ein Genre festgelegt – ich nehme die Buchprojekte an, die mir zusagen, weil a) die Chemie zwischen mir und den Auftraggebern stimmt und mich b) die Geschichte überzeugt. Meine bisher lektorierten Werke stammen aus folgenden Genres: Thriller, Liebesromane, Historienromane, Lehrmaterialien, Kinderbücher, (vegane) Kochbücher, Weltkriegsmemoiren und Ratgeber.

Wo finden wir Sie im Internet?

Als Bloggerin schreibe ich – leider viel zu selten – über meine Arbeit und Themen, die mich bewegen (Ökologie, Sprache und [vegane] Ernährung). Zum Blog gehts hier: blog.textmission.de

Sandra McKees Webseite, die ich mitbetreue, finden Sie hier: www.sandramckee.de

Zusammen mit einer Studienkollegin habe ich auch noch die Firma Textmission: www.textmission.de

Wer Facebook mag, findet Sandras ebenfalls von mir mitbetreute Fanseite hier.

Ich freue mich immer über neue Kontakte!

Vielen Dank für Ihre Zeit!

Bildquelle: Sandra Schindler

Daniela Hense und Clemens Seitner: Wir sind Genuss- und Entdeckungseinzelhändler für Schokolade und Bücher

26. November 2014

Die folgenden sechs Fragen unserer Interview-Reihe werden regelmäßig von den unterschiedlichsten Köpfen der Buchbranche beantwortet und die Interviews werden hier im Blog veröffentlicht. Dadurch entstehen Beiträge, die zum einen Aufmerksamkeit auf jene lenken, die “was mit Büchern machen”, und die zum anderen die Veränderungen und Herausforderungen in den verschiedenen Bereichen der Branche sichtbar werden lassen. Wenn Sie ebenfalls teilnehmen möchten, senden Sie Ihre Antworten und ein Bild von Ihnen bitte an Leander Wattig. Als Inspirationsquelle könnten Ihnen die bisherigen Interviews dienen. (Jedoch behalte ich mir vor, nicht alle Zusendungen zu veröffentlichen.)

Daniela Hense und Clemens SeitnerWer sind Sie und was machen Sie mit Büchern?

Wir sind „Fräulein Schneefeld & Herr Hund“, stationäre Genuss-­ und Entdeckungseinzelhändler für Schokolade und Bücher, im nostalgischen Gewand mit ein paar ironischen Knöpfen. Wir sind erst im Kommen, wollen dann aber bleiben, wo wir für unser Geschäft den besten Platz finden. Fräulein Schneefeld wird sich dort vornehmlich um Schokolade und Herr Hund eben um die Bücher kümmern.

Im Moment, wie es kalt­deutsch heißt, betreiben wir Akquise. Denn wir befinden uns in der Planungs­ und Finanzierungsphase zu unserem Unternehmen. Wir haben dazu bei Startnext ein Crowdfundingprojekt, wofür wir uns einige ganz reizvolle Dankeschöns ausgedacht haben.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei Ihnen aus?

Einen typischen Arbeitstag gibt es bei uns nicht. Kein Tag ist wie der andere. Wir bewegen uns in einem Universum aus Korrespondenz, dem Verfassen von Blogbeiträgen, der wichtigen Standortsuche, Besuchen von Messen und relevanten Events, der Feinjustierung des Businessplans, Gesprächen mit allen möglichen Menschen aus allen möglichen Bereichen, von kenntniserweiternden Schulungen und Seminaren, dem täglichen Brot und vieeel Schokolade … und dabei, leider, kaum genug Zeit für ein gutes Buch.

Wie hat sich Ihre Arbeit über die Zeit verändert?

Nachdem wir uns nun in diesem fortgeschrittenen Stadium auf dem Weg zur Geschäftseröffnung befinden, gibt es für uns inzwischen kaum noch andere Dinge, mit denen wir uns beschäftigen. Nach so langer und intensiver Vorbereitung und Auseinandersetzung mit den Geschäftsfeldern Buch & Schokolade gibt es für uns auch „kein zurück“ mehr. So dass wir wie eine Raupe im Salat uns beharrlich immer tiefer und weiter in die Materie einarbeiten. Und da gibt es Tage, wo es einfach kein Vorankommen gibt, und Tage, wo wir gleich mehrere Salatblätter auf einmal durchqueren. Wir befinden uns in einem schweren Spagat, unsere Authentizität bewahren zu wollen, nicht marktschreierisch bloße Werbung zu machen und trotzdem auf uns aufmerksam zu machen und es beim Namen zu nennen, dass wir nicht nur Zuspruch brauchen, sondern alle, die an unsere Idee glauben, auch ihre Portemonnaies öffnen.

Was ist ein Problem bei Ihrer Arbeit, für das Sie eine Lösung suchen?

Man kann vieles sein, doch nicht alles so gut, wie man es sich vielleicht wünscht. Und in Anbetracht der Notwendigkeiten zur Erreichung des gewünschten Ziels tut man sich keinen Gefallen, bestehende Schwächen zu verleugnen, die es bei jedem immer geben wird. Das große Problem oder besser, die große Aufgabe für uns ist in den letzten 12 Monaten gewesen, bei unseren Defiziten für Abhilfe zu sorgen. Bei uns lagen sie vorwiegend im rein kaufmännischen Bereich.

Im Prinzip ist unser Geschäft bereits eröffnet, denn was machen wir im Moment anderes als Marketing, PR und Verkauf. Es gibt zwar keine Ladentheke, aber Waren, für die wir Geld einnehmen wollen. Schokolade und Bücher, das klingt erst einmal schön und weckt bestimmte Assoziationen, es geht aber im Grunde darum, ein Produkt zu verkaufen. Das läuft mal gut, mal weniger gut, gehört aber einfach dazu. PUNKT.

Wer sollte Sie ggf. kontaktieren – welche Art von Kontakten wäre zurzeit hilfreich für Sie?

Im Moment geht es um zweierlei: die Mittel zum Erreichen des Funding-­Ziels zusammenzubekommen und Bekanntheit über Presse und in der Community zu generieren. Kontakte sind die, die morgen unsere Kunden sind bzw. heute und morgen dabei helfen wollen, unseren Namen und unsere Idee bekannt zu machen.

Alle, die überzeugt sind, dass es „Fräulein Schneefeld & Herr Hund“ wirklich geben soll, die etwas dafür tun können, also jeder der unsere Idee und unser Crowdfundingprojekt gerne verbreiten, ob in den Print­ , Digital­, Hörfunk­ oder Fernsehmedien, sowie jeder der sich finanziell einbringen möchte … es gibt dazu entsprechende Dankeschöns.

Wo finden wir Sie im Internet?

Vielen Dank für Ihre Zeit!

Bildquelle: Franziska Hauser