Die Initiative für eine stärkere Vernetzung der Buchbranche. Seit 2009. Von Leander Wattig / Orbanism.

Franziska Regner: Ich leite den Bereich Innovation und Entwicklung an der ETH-Bibliothek Zürich

24. Juni 2015

Die folgenden sechs Fragen unserer Interview-Reihe werden regelmäßig von den unterschiedlichsten Köpfen der Buchbranche beantwortet und die Interviews werden hier im Blog veröffentlicht. Dadurch entstehen Beiträge, die zum einen Aufmerksamkeit auf jene lenken, die “was mit Büchern machen”, und die zum anderen die Veränderungen und Herausforderungen in den verschiedenen Bereichen der Branche sichtbar werden lassen. Wenn Sie ebenfalls teilnehmen möchten, senden Sie Ihre Antworten und ein Bild von Ihnen bitte an Leander Wattig. Als Inspirationsquelle könnten Ihnen die bisherigen Interviews dienen. (Jedoch behalte ich mir vor, nicht alle Zusendungen zu veröffentlichen.)

Franziska RegnerWer sind Sie und was machen Sie mit Büchern?

Mein Name ist Franziska Regner. Ich leite den Bereich Innovation und Entwicklung an der ETH-Bibliothek Zürich. Mit Büchern in ihrer Materialität habe ich beruflich wenig zu tun, da sich die meisten Projekte im Bereich Innovation und Entwicklung mit digitaler Informationsversorgung befassen. Ich bin aber fest davon überzeugt, dass auch Innovationen und Entwicklung in digitalen Bibliotheken nicht ohne das Buch auskommen. Dies in doppelter Hinsicht:

  1. Gelesen wird immer, ob digital oder analog.
  2. Ohne das Buch bzw. dessen Nachfolgeformate kann sich kein kritisches Denken, kein kritischer Geist und auch kein kritischer Diskurs entwickeln.

Diese Elemente sind ein wesentliches Element jeder Innovation und jeder Entwicklung.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei Ihnen aus?

Jeder meiner Arbeitstage jongliert zwischen Freiraum und Struktur. Wie meine acht Mitarbeiterinnen verwende ich jeden Tag mindestens 30 Minuten auf das „freie“ Lesen. Ich lese Blogbeiträge, Buch- und Zeitschriftenartikel, Newsletter, E-Mail-Verteiler und setze Posts in unserem Intranet, um auch die Kolleginnen und Kollegen an der ETH-Bibliothek über interessante Erkenntnisse aus der Lektüre zu informieren. Vorgegebene Inhalte und Struktur erhält mein Arbeitstag durch E-Mail-Korrespondenzen, Sitzungen, Dienstreisen. Ganz wichtig sind für mich daneben Gespräche. Im Bereich Innovation und Entwicklung wie auch sonst zum Teil in der ETH-Bibliothek pflegen wir zum regelmässigen Austausch das traditionelle Format des Jour Fixe, in dem ich immer wieder viel von meinen hervorragenden Kolleginnen lerne. Daneben spielen informelle Gespräche beim Kaffee oder Mittagessen – mit Kollegen aus der ETH und mit Personen aus anderen Einrichtungen – für mich eine wichtige Rolle.

Wie hat sich Ihre Arbeit über die Zeit verändert?

Meine Berufserfahrung beträgt erst fünf Jahre. Davon bin ich ein gutes Jahr in meiner jetzigen Position an der ETH beschäftigt. Vor diesem Hintergrund kann ich (noch) nicht von einer grossen Veränderung der Arbeit bzw. der Formate und Praktiken sprechen. Ich denke aber und höre das auch von erfahreneren Kolleginnen und Kollegen, dass die immer noch zunehmende Digitalisierung des Lebens und der Arbeitswelt in der Vergangenheit starke Veränderungen mit sich gebracht hat. Ich selbst stelle fest, dass ich – gerade weil ich sehr viel Energie in meine Arbeit stecke und sie mir grossen Spass macht – trotz der technischen Möglichkeiten beruflich nicht ständig erreichbar sein kann und will. Ausreichender Freiraum und Zeit für Familie, Freunde und ausserberufliche Interessen sind für mich sehr wichtig. Ohne diesen Freiraum sinkt meine Leistungsfähigkeit. Freiraum ist also auch im digitalen Zeitalter aus meiner Sicht essentiell und stärkt im Übrigen die Kreativität auch im beruflichen Kontext.

Wovon ich selbst profitiere, ist die Leistung vieler Frauen und Männer, die v.a. in den vergangenen Jahrzehnten für Gleichberechtigung im Job gekämpft haben. Unsere Generation profitiert sehr von den heutigen Möglichkeiten. In Wertschätzung der Leistung der um Gleichberechtigung bemühten Generationen vor mir sind in meiner Führungsposition die Unterstützung der Vereinbarkeit von Beruf und Familie (für Frauen und Männer!) und das Diversity Management ein grosses Anliegen. Hier sind immer noch viel Bewegung und Veränderung im Gange, die ich sehr begrüsse.

Was ist ein Problem bei Ihrer Arbeit, für das Sie eine Lösung suchen?

Um bei dieser Frage die Nähe zum Buch herzustellen: Wie finden wir schicke und wirklich attraktive Formate für unsere „virtuellen Ausstellungen“ – also Ausstellungen, die aus digitalisierten Büchern und anderen digitalisierten Materialien zusammengestellt werden? Wie schlagen wir eine neuartige Brücke zwischen Analogem und Digitalem und berücksichtigen in adäquater Form, welche anderen Akteure – z.B. Zeitungsverlage – in diesem Feld schon aktiv sind?

Wer sollte Sie ggf. kontaktieren – welche Art von Kontakten wäre zurzeit hilfreich für Sie?

Ich bin in der glücklichen Situation, dass der Aufbau und die Pflege von Netzwerken zu meinen regulären Arbeitsaufgaben zählen. Vor diesem Hintergrund kann ich offen und ehrlich sagen: Ich bin an allen Kontakten interessiert, die echte Gespräche zulassen. Ganz wesentlich ist aus meiner Sicht, dass sich die Gesprächspartner wirklich zuhören und die Perspektive des Anderen, auch wenn diese ungewohnt erscheinen mag, als Bereicherung annehmen. Fachliche Expertise, die ich selbst in derartige Gespräche einbringen kann, betreffen folgende Felder: Innovationsmanagement, Aufbau von Informationsinfrastrukturen für Forschung und Lehre, digitale Kommunikation, Kooperationsprojekte im Feld digitaler Bibliotheken, Wissenschaftsmanagement, Forschungsförderung, Provenienzrecherche in Bibliotheken.

Wo finden wir Sie im Internet?

Die ETH-Bibliothek ist auf folgenden Social-Media-Kanälen aktiv: Twitter, Facebook, Google+. Weitere Informationen zur ETH-Bibliothek, zum Bereich Innovation und Entwicklung sowie natürlich zu unseren Büchern finden Sie im Wissensportal.

Vielen Dank für Ihre Zeit!

Bildquelle: Franziska Regner

Publishing-Jobs, -Volontariate und -Praktika seit Anfang Juni

23. Juni 2015

PublishingMarkt.de ist die Job- und Projektbörse für den Publishing-Markt – kostenlos nutzbar und redaktionell gepflegt von Leander Wattig. Auf dieser Seite können Unternehmen und Kreativschaffende kostenlos und ohne Anmeldung oder Registrierung Einträge erstellen. Nach Verfassen und Freigabe eines Eintrags wird eine Bestätigung an die vom Akteur hinterlegte E-Mail-Adresse verschickt. In dieser E-Mail befindet sich auch ein Link, über den ein späteres Bearbeiten oder Löschen des Eintrags möglich ist. Sie können also komplett eigenständig und unabhängig agieren, was allen Beteiligten Zeit spart.

Jobs, Volontariate und Praktika seit Anfang Juni

Publishing-Jobs, -Volontariate und -Praktika seit Ende Mai

7. Juni 2015

PublishingMarkt.de ist die Job- und Projektbörse für den Publishing-Markt – kostenlos nutzbar und redaktionell gepflegt von Leander Wattig. Auf dieser Seite können Unternehmen und Kreativschaffende kostenlos und ohne Anmeldung oder Registrierung Einträge erstellen. Nach Verfassen und Freigabe eines Eintrags wird eine Bestätigung an die vom Akteur hinterlegte E-Mail-Adresse verschickt. In dieser E-Mail befindet sich auch ein Link, über den ein späteres Bearbeiten oder Löschen des Eintrags möglich ist. Sie können also komplett eigenständig und unabhängig agieren, was allen Beteiligten Zeit spart.

Jobs, Volontariate und Praktika seit Ende Mai

Karin Struckmann: Ich habe den Erotik-Verlag CUPIDO BOOKS gegründet

4. Juni 2015

Die folgenden sechs Fragen unserer Interview-Reihe werden regelmäßig von den unterschiedlichsten Köpfen der Buchbranche beantwortet und die Interviews werden hier im Blog veröffentlicht. Dadurch entstehen Beiträge, die zum einen Aufmerksamkeit auf jene lenken, die “was mit Büchern machen”, und die zum anderen die Veränderungen und Herausforderungen in den verschiedenen Bereichen der Branche sichtbar werden lassen. Wenn Sie ebenfalls teilnehmen möchten, senden Sie Ihre Antworten und ein Bild von Ihnen bitte an Leander Wattig. Als Inspirationsquelle könnten Ihnen die bisherigen Interviews dienen. (Jedoch behalte ich mir vor, nicht alle Zusendungen zu veröffentlichen.)

Karin StruckmannWer sind Sie und was machen Sie mit Büchern?

Ich bin Karin Struckmann und habe vor etwas über einem Jahr den Erotik-Verlag CUPIDO BOOKS gegründet.

Erotik mit einem anderen Menschen zu erleben, ist ein wichtiger Teil unseres Lebens, im besten Fall. Viel zu oft kommt sie zu kurz, leider, und dann ist es eine wunderbare Ergänzung des Alltags, zumindest davon zu lesen und sich dabei in Träumen verlieren zu können.

Seit einigen Jahren hatte ich beobachten können, dass das quantitative Angebot an erotischer Literatur zunehmend von der Möglichkeit der Online-Bestellung profitierte. Männer schauen Bilder, Frauen lesen: Trotz der Cover, die in alter Tradition eher dazu taugten Männer anzumachen, trotz der oft eher anspruchslosen literarischen Qualität, trotz der Mängel in häufig kaum lektorierten Selbstpublikationen. Der Gedanke lag nahe zu versuchen, das Genre aus der Schmuddelecke zu ziehen und es mit ästhetischen Covern und aufmerksam lektorierten Texten attraktiver für Frauen zu machen. Was wollen wir in unseren Träumen erleben? Schöne Gefühle! Und das möglichst ungebremst. Rechtschreibfehler, logische Brüche, faktische Fehler passieren schon mal im Schreibflow, und wer als Verlag halbherzig lektoriert oder als Autor die begeisterte Freundin beta-lesen lässt, tut sich und den Lesern nichts Gutes.

Zunehmend werfen auch größere Verlage mit eigenem Label massenhaft Erotik auf den Markt, steigen mit 90 Neuerscheinungen pro Monat ein – für mich ist das literarisches Fast Food. Ich finde, es spricht nichts dagegen, eine erotische Geschichte ebenso gewissenhaft zu lektorieren und zu produzieren wie einen „normalen“ Roman. Es ist weniger lukrativ, dafür aber befriedigender für alle Beteiligten. In diesem Genre nicht ganz unwichtig! Erotik funktioniert auch im Low Level, aber das bedeutet ja nicht, dass man sich darauf beschränken muss.

Ich hielt es für eine gute Idee angesichts der inflationären Menge an Publikationen auf dem eBook-Markt (die selbst dann nicht aus den „Regalen“ verschwinden, wenn sie niemand kauft), mit Cupido Books eine Marke zu schaffen, bei der sich der/die LeserIn darauf verlassen kann, eine sorgfältig produzierte Geschichte zu bekommen.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei Ihnen aus?

Ich widme mich den ganzen Tag anstehenden Mails, Nachrichten in sozialen Netzwerken, Angeboten und Vertriebsfragen, neuen Manuskripten, Koordination meiner freien Mitarbeiter, Lektorat, grafischer Gestaltung, Buchhaltung, ich betreue unsere Website und die Verlagsauslieferung der gedruckten Bücher und und und … Mittlerweile arbeite ich mehr daran, Cupido sichtbar zu machen, als an neuen Publikationen!

Wie hat sich Ihre Arbeit über die Zeit verändert?

Nachdem ich monatelang nach Feierabend meines Brotberufs an Manuskripten gesessen hatte, war irgendwann klar: Das geht nur ganz oder gar nicht. Ich hätte zu Anfang nicht gedacht, dass meine vage Idee so schnell Gestalt annehmen und vor allem auch so gutes Feedback bekommen würde. Außerdem übernimmt man eine gewisse Verantwortung gegenüber den AutorInnen, dass man sich voll einsetzt für das, was einem anvertraut wird. Jetzt arbeite ich also freiberuflich, und ich bin mit dieser Lösung sehr glücklich.

Was ist ein Problem bei Ihrer Arbeit, für das Sie eine Lösung suchen?

Mir fehlt der größere finanzielle und damit auch der vertriebliche Hintergrund. Es dauert lange, bis man sich am Markt etablieren kann. Vor allem in diesem Genre ist die Mund-zu-Mund-Propaganda eingeschränkt. Frau sagt es einfach nicht der Nachbarin, wenn sie ein Buch besonders erregend findet! Wieso eigentlich nicht?! Der stationäre Buchhandel ist nahezu bedeutungslos, und für großflächige Werbemaßnahmen braucht man viel Geld. Und dass manch großer Shop wenig übrig hat für Verlage (seien sie auch noch so klein und „indie“), ist ein ständiger Stolperstein. Rezensionen, Öffentlichkeit, Sichtbarkeit – das ist es, was ich brauche!

Wer sollte Sie ggf. kontaktieren – welche Art von Kontakten wäre zurzeit hilfreich für Sie?

Ich suche Kontakte zu anderen Frauen, die sich im Bereich Erotik mit ähnlichen Ansprüchen an die Öffentlichkeit wenden – mit Erotikshops, Webseiten, Publikationen. Ich freue mich über neue AutorInnen und Manuskripte! Und über Blogger, die Bücher von CUPIDO BOOKS lesen und rezensieren, und ihre Ansichten im Netz teilen. Wunderbar wäre auch, noch mehr Buchhandlungen zu finden, die unser kleines Sortiment bekannt machen.

Wo finden wir Sie im Internet?

Vielen Dank für Ihre Zeit!

Bildquelle: Karin Struckmann

Jobs, Volontariate und Praktika seit Anfang Mai

24. Mai 2015

PublishingMarkt.de ist die Job- und Projektbörse für den Publishing-Markt – kostenlos nutzbar und redaktionell gepflegt von Leander Wattig. Auf dieser Seite können Unternehmen und Kreativschaffende kostenlos und ohne Anmeldung oder Registrierung Einträge erstellen. Nach Verfassen und Freigabe eines Eintrags wird eine Bestätigung an die vom Akteur hinterlegte E-Mail-Adresse verschickt. In dieser E-Mail befindet sich auch ein Link, über den ein späteres Bearbeiten oder Löschen des Eintrags möglich ist. Sie können also komplett eigenständig und unabhängig agieren, was allen Beteiligten Zeit spart.

Jobs, Volontariate und Praktika seit Anfang Mai

In eigener Sache: Interview mit @wasmitbuechern-Herausgeber Leander Wattig

24. Mai 2015

In dem Interview bei Melanie Raabe geht es u.a. darum, warum ich seit 2009 „Ich mach was mit Büchern“ am Laufen halte. Ein kleiner Blick hinter die Kulissen.

Biographilia – inspiring people next door: Leander, 33, Berlin

An sich interviewe ich ja lieber selbst andere Leute. Ich kenne aber nur wenige so sympathische Menschen wie Melanie Raabe, deswegen ist es toll, ihr Rede und Antwort zu stehen. Bei ein paar Fragen musste ich erstmal kurz in mich gehen. Was aber nicht unbedingt heißt, dass dabei was Sinnvolles rausgekommen ist. :)

Michaela Maria Müller: Ein gutes Buch pro Wochenende ist der Idealfall

18. Mai 2015

Die folgenden sechs Fragen unserer Interview-Reihe werden regelmäßig von den unterschiedlichsten Köpfen der Buchbranche beantwortet und die Interviews werden hier im Blog veröffentlicht. Dadurch entstehen Beiträge, die zum einen Aufmerksamkeit auf jene lenken, die “was mit Büchern machen”, und die zum anderen die Veränderungen und Herausforderungen in den verschiedenen Bereichen der Branche sichtbar werden lassen. Wenn Sie ebenfalls teilnehmen möchten, senden Sie Ihre Antworten und ein Bild von Ihnen bitte an Leander Wattig. Als Inspirationsquelle könnten Ihnen die bisherigen Interviews dienen. (Jedoch behalte ich mir vor, nicht alle Zusendungen zu veröffentlichen.)

Michaela Maria Müller

Wer sind Sie und was machen Sie mit Büchern?

Ich bin heute Autorin, war früher Buchhändlerin und ganz früher Verlagskauffrau. Von allem ein bisschen was. Nach meiner Ausbildung bei einem Zeitungsverlag, zog es mich erstmal in die Welt, nach New York. Dort verkaufte ich bei Doubleday Books an der 5th Avenue Bücher und lebte in Queens. Nach meiner Rückkehr begann ich bei Hugendubel am Marienplatz zu arbeiten. Daraus wurden fast vier Jahre, bevor ich nach Berlin zog. In Berlin las ich erstmal viele Bücher – ich studierte an der Humboldt Universität. Heute arbeite ich als Journalistin und habe gerade mein erstes Buch fertig gestellt, das gerade an die Verlage verschickt wurde. Betreut werde ich von der Elisabeth Ruge Agentur.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei Ihnen aus?

Eigentlich ist es eher eine typische Arbeitswoche. Montag bis Mittwoch im Büro, Donnerstag und Freitag zu Hause schreiben. Am Wochenende viel lesen – ein gutes Buch pro Wochenende ist der Idealfall – und daraus neue Ideen entwickeln.

Wie hat sich Ihre Arbeit über die Zeit verändert?

Der Schreibanteil der Arbeit ist über die Jahre mehr geworden, der Organisationsanteil weniger. Früher lag das Verhältnis bei 20% zu 80%. Heute bei 40% zu 60%. Wobei ich mir nicht sicher bin, worunter ich die Recherche verbuchen soll. Alles macht Freude – auch wenn mehr Schreiben weniger Begegnung mit Menschen bedeutet.

Was ist ein Problem bei Ihrer Arbeit, für das Sie eine Lösung suchen?

Wie man am bequemsten auf einem Schreibtischstuhl sitzen kann.

Wer sollte Sie ggf. kontaktieren – welche Art von Kontakten wäre zurzeit hilfreich für Sie?

Im Hinblick auf das Buch, das bald kommt, suche ich Kontakte zu Buchhändlern/innen, um Lesungen zu planen.

Wo finden wir Sie im Internet?

Oft auf Facebook, weil für mich da im Moment die interessantesten Diskussionen stattfinden. Auf Twitter unter @michaelamaria. Und auf meiner Website unter www.vitzliputzli.de.

Vielen Dank für Ihre Zeit!

Bildquelle: Christian Kielmann

Tobias Kiwitt: Wir geben Autoren eine Lobby

17. Mai 2015

Die folgenden sechs Fragen unserer Interview-Reihe werden regelmäßig von den unterschiedlichsten Köpfen der Buchbranche beantwortet und die Interviews werden hier im Blog veröffentlicht. Dadurch entstehen Beiträge, die zum einen Aufmerksamkeit auf jene lenken, die “was mit Büchern machen”, und die zum anderen die Veränderungen und Herausforderungen in den verschiedenen Bereichen der Branche sichtbar werden lassen. Wenn Sie ebenfalls teilnehmen möchten, senden Sie Ihre Antworten und ein Bild von Ihnen bitte an Leander Wattig. Als Inspirationsquelle könnten Ihnen die bisherigen Interviews dienen. (Jedoch behalte ich mir vor, nicht alle Zusendungen zu veröffentlichen.)

Tobias Kiwitt

Wer sind Sie und was machen Sie mit Büchern?

Wer ich bin? Das ist eine wirklich schwierige Frage und könnte philosophisch werden. Ja, lach. Aber ich habe genau deshalb lange davor zurückgeschreckt, diesen Fragebogen auszufüllen. Ich habe mir schon überlegt: „Vielleicht beschreibe ich stattdessen, wer ich nicht bin?“ Denn das weiß ich sehr genau.

Aber gut. Ich traue mich. Also, wer bin ich?

Mit Namen heiße ich Tobias Kiwitt. Ich bin von Beruf Rechtsanwalt auf dem Gebiet des Urheber- und Verlagsrechts tätig und seit dem Jahre 2008 ehrenamtlich tätiger Vorstandssprecher des Bundesverband junger Autoren und Autorinnen (BVjA) e.V. Zudem bin ich Initiator des Aktionsbündnis für faire Verlage (Fairlag).

Okay, es ist unschwer zu erkennen: Ich setze mich für die Interessen von Autorinnen und Autoren ein. Darüber hinaus schreibe ich. Wenn ich belletristisch unterwegs bin, arbeite ich meist unter einem anderen Namen. Vorwiegend bin ich momentan aber im Fach- und Sachbuchbereich unterwegs und veröffentliche dort auch unter meinem bürgerlichen Namen.

Was ich mit Büchern mache? In erster Linie lese ich sie. Es gibt so viele so wunderbare Bücher und ich entdecke immer wieder neue. Und ganz viele anderen Bücher werden von mir nie entdeckt werden, obwohl sie auch wunderbar wären.

In zweiter Linie schreibe ich welche, wenn ich überhaupt dazu komme. Denn ich bin beruflich beschäftigt und habe eine Leidenschaft: Ich gestalte gerne. Ich gestalte gerne, indem ich mich für eine Verbesserung der Ausgangsbedingungen für junge Literaten gerne engagiere. Ich habe in diesen Fällen also mehr mit den Autoren zu tun, als mit Büchern. Ich liebe es mit Menschen zu tun zu haben, die auch für Bücher ihr Herzblut investieren.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei Ihnen aus?

Als Rechtsanwalt bin ich freiberuflich tätig. Ich arbeite an Schriftsätzen, durchdenke die besten Vertragsklauseln und Verhandlungsstrategien, trete bei Gericht als Prozessanwalt auf und vertrete Mandanten. Neben Autoren sind dies vorwiegend auch medizingeschädigte Patienten, denen ich zu ihrem Recht verhelfe. Dies ist eine weitere Leidenschaft von mir, die ich hier aber nicht weiter vertiefen möchte, da sie nicht so viel mit Büchern zu tun hat – mit der Ausnahme, dass ich über das Medizinrecht auch ein Buch geschrieben habe.

Oft kommen Autoren zu mir, die mit ihren Verlagen Probleme haben. Andere vertrete ich, damit es erst zu keinen Problemen kommt: Ich verhandele für Autoren und Literaturagenturen den optimalen Verlagsvertrag mit Verlagen. Ein immer wieder aufkehrendes Problem sind unseriöse Verlagsverträge.

Die Freude ist meist bei Autoren sehr groß, wenn ein Verlagsvertrag vor ihnen liegt. Doch mindestens genauso groß sind die Fallen, die sich in Verlagsverträgen verbergen können. Ich rate jeden Autor dazu an, den Verlagsvertrag zu verhandeln. Denn was tun Sie, wenn Sie eine Wohnung mieten: Sie verhandeln den Mietvertrag. Was tun Sie, wenn Sie ein Auto kaufen: Sie verhandeln den Kaufvertrag. Nicht anders ist es bei einem Verlagsvertrag. Ich motiviere Autoren, ihre Rechte engagiert gegenüber Verlagen zu vertreten.

Damit bin ich auch schon bei dem Ehrenamt: Denn so viel anderes tue ich da eigentlich auch nicht. Ich bin tätig für den Bundesverband junger Autoren und Autorinnen (BVjA). Der BVjA versteht sich als ein Verband, der noch nicht etablierten Autoren eine Plattform bietet. Dabei meint „jung“ nicht das Lebensalter, sondern wir haben das Bestreben, Autoren jeden Alters durch Informationen und Kontakte den Weg ins Literaturgeschäft zu erleichtern.

Mit anderen großartigen und für die Sache streitenden jungen Autoren engagiere ich mich für die junge deutschsprachige Literatur. Der BVjA gibt Literaturzeitschriften heraus, gibt Rechtsberatungen an junge Autoren, Erstlektorate an Mitgliedern, wir veranstalten Literaturwettbewerbe. Kurz: Wir geben jungen Autoren eine Lobby.

Als ich in den Vorstand gewählt worden bin, war es zunächst mein Ziel, mich gegen die schwarzen Auswüchse an den Rändern der Verlagslandschaft zu engagieren. Immer wieder hörte ich von Unternehmen, die sich als „Verlag“ bezeichnen, jedoch überhaupt nicht als Verlag tätig sind. Der Begriff „Verlag“ kommt von „Vorlegen“, d.h. der Verlag legt Geld für einen Autor vor und übernimmt das unternehmerische Risiko für den Autoren. Doch genau dies tun sog. Pseudoverlage und Druckkostenzuschussverlage nicht. Sie lassen sich im Vorfelde von Autoren bezahlen. Je mehr ich recherchierte, um so mehr wurde mir bewusst, dass etwas getan werden muss. Ich erfuhr von Bauernfängerei-Methoden, die jeder Beschreibung spotten.

Gemeinsam mit dem Bundesvorsitzenden des Verband deutscher Schriftsteller, Imre Török, sowie den wunderbaren Kollegen Nicole Pfister-Fetz (Autoren der Schweiz) und Gerhard Ruiss (IG Autoren Österreich) rief ich ein Aktionsbündnis ins Leben: Das Aktionsbündnis für faire Verlage (Fairlag). Das Bündnis wird heute von über 60 Literatureinrichtungen der D-A-CH-Staaten getragen. Auch viele prominente Autoren, darunter Elfriede Jelinek, Günter Grass und andere, und sogar Parteien unterstütz(t)en das Bündnis mittlerweile. Wir arbeiten auch über den deutschsprachigen Bereich hinaus mit Autorenverbänden innereuropäisch zusammen. Denn das Problem ist ein nicht auf den deutschen Sprachraum beschränktes Problem. Vor allem im angelsächsischen Raum (dort heißen diese Unternehmen „Vanity Press“, d.h. Eitelkeitsverlage), im frankophonen und romanischen Sprachraum sowie in Skandinavien existieren einige solcher Unternehmen.

Die Gründung des Aktionsbündnisses stieß aber natürlich auch auf Gegenwehr, die noch heftiger ausfiel, als wir es erwartet hatten: Uns war klar, dass wir uns hier mit Menschen anlegen, die wenig Skrupel haben. Doch einige schwarzen Schafe der Branche machten sogar mit übelsten Einschüchterungsversuchen auf sich aufmerksam. Schon vor der Gründung des Bündnisses am Welttag des Buches, 23. April 2008, flatterten Drohschreiben und Abmahnschreiben von deutschen Pseudoverlagen in die Briefkästen der sich beteiligenden Unterstützerverbände. Vor allem aus dem Umfeld eines Pseudoverlages, der sich mit dem Namen Goethes schmückt, ist sodann eine unsägliche Verleumdungs- und Diffamierungskampagne gestartet worden. Initiatoren des Aktionsbündnisses, und damit vorwiegend auch ich, wurden auf das übelste diffamiert und versucht mundtot zu machen. Nicht allein die öffentliche Meinungsäußerung, sondern bereits die interne freie Meinungsbildung sollte unterbunden werden.

Solche Vorgehensweisen haben mit einer Kultur des Wortes absolut nichts zu tun und sind ein Schlag ins Gesicht aller gewissenhaft und seriös arbeitenden Verlage und Autorenverbände. Im Rahmen von Gerichtsverfahren wurden diese Unternehmen wiederholt zu Unterlassung und auf Schadenersatz verurteilt. Ein paar Verfahren dauern bis heute noch an. Wir haben den Finger in die Wunde gelegt und offensichtlich ins Mark getroffen.

An dieser Stelle möchte ich vor allem auch Manfred Plinke erwähnen und danken, der mit seinem Autorenmagazin sehr wichtige Arbeit leistet und einen entscheidenden Anteil am Erfolg der Arbeit für faire Verlagsbedingungen hat.

Wie hat sich Ihre Arbeit über die Zeit verändert?

Die Arbeit ist mit der Zeit immer vielfältiger geworden. Zunächst wurde die Fairlag-Arbeit vorwiegend so wahrgenommen, dass wir einzig gegen die schwarzen Schafe der Verlagsbranche auftreten würden. Doch mittlerweile hat sich herumgesprochen, dass wir uns allgemein für faire Verlagsbedingungen engagieren.

Denn vor mindestens genauso große Herausforderungen werden wir von seriösen Verlagen gestellt: Wir haben es ständig mit Verlagen zu tun, die durchaus seriös sind, doch in ihren Verlagsverträgen Klauseln enthalten haben, die nicht hingenommen werden können. Auch ein zunehmendes Problem sind Kleinverlage, die Autorenhonorare nicht auskehren.

Erst heute ist mir wieder ein solcher Vertragspassus vor die Augen gekommen. Es heißt dort:

„Die Vertragsdauer beträgt 7 Jahre ab Erscheinen des Werkes. Zieht der Autor 6 Monate vor Ablauf der Nutzungsdauer die Option, die Rechte zurückzuerhalten, überlässt der Verlag die Daten gegen Zahlung von 60 % der Gestehungskosten. Wenn er die Option nicht zieht, verlängert sich die Nutzungsdauer stillschweigend um weitere 2 Jahre, es sei denn, der Verlag will die Nutzungsrechte zurückgeben. Hierfür gelten dieselben Fristen.“

Eine solche Klausel ist schlichtweg unakzeptabel. Ich rate dringend davon ab, derartiges als Autor zu unterschreiben.

Immer wieder kontaktieren mich Autoren, die erst später feststellen, was sie überhaupt unterschrieben haben. Es ist in der Regel nicht so einfach, aus einem einmal abgeschlossenen Vertrag wieder herauszukommen. Es gilt die Regel: pacta sunt servanda (einmal geschlossene Verträge, gelten).

Im konkreten Fall konnte dieser Vertragspassus rausverhandelt werden. Sollte dies nicht gelingen, raten wir dazu an, den Verlagsvertrag nicht zu unterzeichnen.

Solche Fälle zeigen, wie wichtig es ist, aufmerksam zu sein und mit dem Verlag zu verhandeln.

Zur Leipziger Buchmesse 2015 haben wir eine neue Aktion gestartet: Gemeinsam mit der Messeverwaltung veranstaltet der Bundesverband junger Autoren und Autorinnen ein Verlagsspeeddating unter dem Namen „Meet & Greet“. Im Rahmen eines Autorenpitchings werden seriöse Verlage auf junge Literaten aufmerksam gemacht. Das ist ein sensationeller Erfolg. Es freut mich riesig, wenn sich junge Autoren an uns richten und berichten, dass sie auf diese Weise einen Verlag gefunden haben.

Der BVjA veranstaltet zudem eine Offene Bühne zur Leipziger Buchmesse. Wir geben veranstalten regionale Stammtische und Regionalgruppentreffen unter Mitgliedern. Und natürlich ist ein weiterer Höhepunkt unserer Arbeit unser alljährliches BVjA-Buchmesseseminar, dass wir zur Frankfurter Buchmesse mehrtägig ausrichten.

Zudem sind wir einer der Verbände, der sich im Rahmen der Autoreniniative für einen fairen Buchmarkt engagieren und die Aktion Lieblingsbuch mitinitiieren. Mit dem im Jahre 2014 veranstalteten Autorenprotest gegen Amazon hatten wir großen Erfolg. Über 2.000 Autoren haben ihre Stimme erhoben und sich gegen die Monopolisierung des Buchhandels ausgesprochen.

Was ist ein Problem bei Ihrer Arbeit, für das Sie eine Lösung suchen?

Mitunter fühle ich mich wie ein Wanderprediger, wenn es um das Thema „Pseudoverlage“ geht. Zeitweise dachte ich, dass es doch mittlerweile bei jedem angekommen sein muss: Unternehmen, die von Autoren Geld verlangen und damit das unternehmerische Risiko auf Autoren abwälzen, kehren das Verlagsprinzip fundamental um. Sie gefährden die Verlagslandschaft in Deutschland. Diese Unternehmen setzen sich des Verdachts aus, alleine für ihre wirtschaftlichen Interessen zu arbeiten. Die Initiative „Rico Beutlich“ der 42er Autoren hat dies vor einigen Jahren sehr schön und anschaulich unter Beweis gestellt.

Doch wenn ich z.B. Autorenrundgänge über Buchmessen veranstalte und mit jungen Autoren ins Gespräch komme, die noch ganz am Anfang ihrer Laufbahn stehen, merke ich: Nein, meine Arbeit fängt gerade erst wieder von vorne an. Mit großen Augen schauen mich Autoren an, die mich ganz verwundert fragen: „Wie, und die Buchveröffentlichung ist für mich ganz kostenlos?“ Ja, das ist sie. Wirklich. Und das zum Glück. Das ist das Wesen eines Verlages. Ein Schauspieler zahlt ja auch nicht an seinen Filmregisseur, sondern lässt sich von diesem bezahlen. Als Autor bringen Sie Ihre Arbeitsleistung ein und haben ein Anrecht darauf, hierfür bezahlt zu werden. Vor allem darf es nicht so sein, dass Sie sogar noch für Ihre Arbeit den Verlag zu bezahlen haben. Das wäre doch absurd!

Unsere Website www.fairlag.info ist ein Versuch, zu informieren und auf diese Weise eine Lösung anzubieten, mich nicht ständig aufs Neue wiederholen zu müssen. Es ist mir unmöglich, auf die Gefahren von Pseudoverlagen und unfairen Verlagen unentwegs wie ein Leierkastenmann aufmerksam zu machen. Doch es bedürfte eigentlich noch viel mehr Möglichkeiten, um auf dieses Thema aufmerksam zu machen.

Es ist wie mit Sisyphos: Der Kampf gegen die Windmühlenräder fängt immer wieder von vorne an. Doch genau dies macht die Arbeit für junge Literatur auch immer wieder spannend. Auf geleistete Aufklärungsarbeit auszuruhen, gilt nicht. Junge Literatur wächst zum Glück immer wieder nach. Das ist auch ein sehr beglückendes Gefühl: Zu wissen, dass gute Literatur immer und immer wieder geschrieben werden wird und man sich dafür engagieren kann, dass sie gute Rahmenbedingungen erhält. Und wenn junge Literatur dann Erfolg hat, ist es ein beglückendes Gefühl. Dieses Gefühl wünsche ich vielen Menschen und lade deshalb dazu ein, sich für junge Literatur sich zu engagieren, z.B. beim Bundesverband junger Autoren und Autorinnen (BVjA).

Wer sollte Sie ggf. kontaktieren – welche Art von Kontakten wäre zurzeit hilfreich für Sie?

Sie sind Politiker oder Journalist? Sie sind ein Autor, der unfaire Verlagsklauseln angeboten bekommen hat? Sie möchten sich auch für junge Literatur engagieren? Genau Sie suche ich.

An den Politiker: Was Pseudoverlage tun, kann gesetzlich weitgehend unterbunden werden. Am besten, wir setzen uns zusammen. Bei einem Kaffee oder Tee besprechen wir, was getan werden müsste. Einige Vorarbeit haben wir hier auch schon geleistet.

An den Journalisten: Aufklärung über unfaire Verlagsbedingungen tut Not. Zu der Sisyphos-Arbeit gehört es, immer wieder aufs Neue durch Presseberichte, TV-Berichte und Radiobeiträgen auf unseriöse Verlagspraktiken aufmerksam zu machen. Unsere Website alleine reicht nicht aus, um auf diese Missstände aufmerksam zu machen. Wir haben die notwendigen Informationen und die notwendigen Autorenkontakte. Kontaktieren Sie uns und Sie haben schon bald einen interessanten Fernsehbericht im Kasten, oder Ihre Zeitung mit einer interessanten Reportage bereichert.

An den Autor: Wenn Sie unfaire Verlagsklauseln in Ihren Verträgen finden, teilen Sie es uns mit. Wir sind auf Ihre Informationen angewiesen. Nur wenn Sie uns informieren, können wir gemeinsam vielleicht dafür sorgen, dass nicht noch weitere Autoren sich diese Klauseln gefallen lassen (müssen). Gemeinsam arbeiten wir für mehr Fairness im Verlagsbetrieb.

Wo finden wir Sie im Internet?

Im Internet finden Sie mich:

  • Bundesverband junger Autoren und Autorinnen (www.bvja-online.de)
  • Aktionsbündnis für faire Verlage (www.fairlag.info)
  • Rechtsanwaltskanzlei Medi:res – Kanzlei für Medizinrecht, Medienrecht und Mediation (www.anwalt-medires.de).

Vielen Dank für Ihre Zeit!

Bildquelle: Antje Kroeger

Job- und Projektangebote seit Ende April

11. Mai 2015

PublishingMarkt.de ist die Job- und Projektbörse für den Publishing-Markt – kostenlos nutzbar und redaktionell gepflegt von Leander Wattig. Auf dieser Seite können Unternehmen und Kreativschaffende kostenlos und ohne Anmeldung oder Registrierung Einträge erstellen. Nach Verfassen und Freigabe eines Eintrags wird eine Bestätigung an die vom Akteur hinterlegte E-Mail-Adresse verschickt. In dieser E-Mail befindet sich auch ein Link, über den ein späteres Bearbeiten oder Löschen des Eintrags möglich ist. Sie können also komplett eigenständig und unabhängig agieren, was allen Beteiligten Zeit spart.

Job- und Projektangebote seit Ende April

Julia Wagner: Auf DEINTEXTDEINBUCH können Autoren Verlage und Literaturagenturen finden

24. April 2015

Die folgenden sechs Fragen unserer Interview-Reihe werden regelmäßig von den unterschiedlichsten Köpfen der Buchbranche beantwortet und die Interviews werden hier im Blog veröffentlicht. Dadurch entstehen Beiträge, die zum einen Aufmerksamkeit auf jene lenken, die “was mit Büchern machen”, und die zum anderen die Veränderungen und Herausforderungen in den verschiedenen Bereichen der Branche sichtbar werden lassen. Wenn Sie ebenfalls teilnehmen möchten, senden Sie Ihre Antworten und ein Bild von Ihnen bitte an Leander Wattig. Als Inspirationsquelle könnten Ihnen die bisherigen Interviews dienen. (Jedoch behalte ich mir vor, nicht alle Zusendungen zu veröffentlichen.)

Julia Wagner

Wer sind Sie und was machen Sie mit Büchern?

Ich heiße Julia Wagner und ich betreibe die Internet-Plattform www.deintextdeinbuch.de, auf der Autoren einen Verlag oder eine Literaturagentur für ihr Buch finden können. Die Autoren melden sich dafür an und stellen eine Leseprobe zusammen mit einem Exposé, Kurztext und Vita ein. Lektoren und Agenten registrieren sich und können dann ganz einfach nach bestimmten Genres oder Begriffen suchen.

Da ich selbst lange als Lektorin in einem Publikumsverlag gearbeitet habe, weiß ich, dass das Zusammenfinden von Autor und Verlag nach wie vor schwierig ist, weil Autoren oft nicht wissen an wen sie sich wenden sollen, wenn sie ein Buch geschrieben haben. Diese Lücke soll meine Website auf unkompliziertem Wege schließen.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei Ihnen aus?

Den typischen Arbeitstag gibt es bislang noch nicht, da wir erst am 10. April online gegangen sind. Als erstes fahre ich aber immer meinen Computer hoch, lese und beantworte Mails. Das kann schon mal zwei Stunden dauern.Dann schaue ich auf unserer Facebook-Seite und bei Google+ vorbei; montags, mittwochs und freitags poste ich etwas. Dann bastele ich zusammen mit meinem Programmierer an der Website rum, optimiere und ergänze Texte, versuche Autoren-Feedback umzusetzen. Mittags gehe ich meistens mit einem meiner Verlags- oder Agenturkontakte essen. So bleibe ich auf dem Laufenden, was in den Verlagen und Literaturagenturen passiert.

Solch ein Tag geht schnell rum: Es gibt immer etwas zu verbessern, zu recherchieren oder zu überlegen. Mein Unternehmen ist jung und ich bin ständig auf der Suche und denke über Details nach.

Wie hat sich Ihre Arbeit über die Zeit verändert?

Vor dem Live-Gang habe ich vor allem an den Funktionsweisen der Website rumgetüftelt. Da haben Telefonate mit dem Programmierer und Beta-Testern den Arbeitstag bestimmt. Wir haben viel über technische Möglichkeiten nachgedacht und diskutiert. Jetzt muss die Website in der Realität bestehen – und das tut sie Gott sei Dank. Und ich kann mich auf die Akquise neuer Autoren, Lektoren und Agenten konzentrieren – Dank meines Netzwerkes klappt auch das sehr gut.

Was ist ein Problem bei Ihrer Arbeit, für das Sie eine Lösung suchen?

Ich habe unterschätzt, wie viele Autoren schon schlechte Erfahrungen mit Zuschussverlagen gemacht haben. Die Angst davor, dass die sich auf DEINTEXTDEINBUCH herumtreiben, ist riesig! Ich habe das, wie gesagt, zwar unterschätzt, aber doch damit gerechnet und eine Sicherheitsfunktion eingebaut: Jeder Lektor oder Agent kann eine Registrierung per Mausklick anfragen, aber ich entscheide selbst, wer zugelassen wird. Das geht Dank technischer Lösungen schnell und unkompliziert. Mir ist die Kontrolle über den Zugang zu den Texten und Daten von Autoren extrem wichtig. Bei uns kann z.B. auch kein Autor sehen, welche anderen Autoren ihre Manuskripte anbieten.

Wer sollte Sie ggf. kontaktieren – welche Art von Kontakten wäre zurzeit hilfreich für Sie?

Ich suche natürlich zum einen Autoren, die einen Verlag oder eine Agentur finden wollen und zum anderen Lektoren und Agenten, die bei uns nach neuen Autoren suchen.

Wo finden wir Sie im Internet?

www.deintextdeinbuch.de

Vielen Dank für Ihre Zeit!

Bildquelle: Julia Wagner