Die Initiative für eine stärkere Vernetzung der Buchbranche. Seit 2009. Von Leander Wattig / Orbanism.

Publishing-Jobs, -Volontariate und -Praktika seit Ende Juni

12. Juli 2015

PublishingMarkt.de ist die Job- und Projektbörse für den Publishing-Markt – kostenlos nutzbar und redaktionell gepflegt von Leander Wattig. Auf dieser Seite können Unternehmen und Kreativschaffende kostenlos und ohne Anmeldung oder Registrierung Einträge erstellen. Nach Verfassen und Freigabe eines Eintrags wird eine Bestätigung an die vom Akteur hinterlegte E-Mail-Adresse verschickt. In dieser E-Mail befindet sich auch ein Link, über den ein späteres Bearbeiten oder Löschen des Eintrags möglich ist. Sie können also komplett eigenständig und unabhängig agieren, was allen Beteiligten Zeit spart.

Jobs, Volontariate und Praktika seit Ende Juni

Franziska Regner: Ich leite den Bereich Innovation und Entwicklung an der ETH-Bibliothek Zürich

24. Juni 2015

Die folgenden sechs Fragen unserer Interview-Reihe werden regelmäßig von den unterschiedlichsten Köpfen der Buchbranche beantwortet und die Interviews werden hier im Blog veröffentlicht. Dadurch entstehen Beiträge, die zum einen Aufmerksamkeit auf jene lenken, die “was mit Büchern machen”, und die zum anderen die Veränderungen und Herausforderungen in den verschiedenen Bereichen der Branche sichtbar werden lassen. Wenn Sie ebenfalls teilnehmen möchten, senden Sie Ihre Antworten und ein Bild von Ihnen bitte an Leander Wattig. Als Inspirationsquelle könnten Ihnen die bisherigen Interviews dienen. (Jedoch behalte ich mir vor, nicht alle Zusendungen zu veröffentlichen.)

Franziska RegnerWer sind Sie und was machen Sie mit Büchern?

Mein Name ist Franziska Regner. Ich leite den Bereich Innovation und Entwicklung an der ETH-Bibliothek Zürich. Mit Büchern in ihrer Materialität habe ich beruflich wenig zu tun, da sich die meisten Projekte im Bereich Innovation und Entwicklung mit digitaler Informationsversorgung befassen. Ich bin aber fest davon überzeugt, dass auch Innovationen und Entwicklung in digitalen Bibliotheken nicht ohne das Buch auskommen. Dies in doppelter Hinsicht:

  1. Gelesen wird immer, ob digital oder analog.
  2. Ohne das Buch bzw. dessen Nachfolgeformate kann sich kein kritisches Denken, kein kritischer Geist und auch kein kritischer Diskurs entwickeln.

Diese Elemente sind ein wesentliches Element jeder Innovation und jeder Entwicklung.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei Ihnen aus?

Jeder meiner Arbeitstage jongliert zwischen Freiraum und Struktur. Wie meine acht Mitarbeiterinnen verwende ich jeden Tag mindestens 30 Minuten auf das „freie“ Lesen. Ich lese Blogbeiträge, Buch- und Zeitschriftenartikel, Newsletter, E-Mail-Verteiler und setze Posts in unserem Intranet, um auch die Kolleginnen und Kollegen an der ETH-Bibliothek über interessante Erkenntnisse aus der Lektüre zu informieren. Vorgegebene Inhalte und Struktur erhält mein Arbeitstag durch E-Mail-Korrespondenzen, Sitzungen, Dienstreisen. Ganz wichtig sind für mich daneben Gespräche. Im Bereich Innovation und Entwicklung wie auch sonst zum Teil in der ETH-Bibliothek pflegen wir zum regelmässigen Austausch das traditionelle Format des Jour Fixe, in dem ich immer wieder viel von meinen hervorragenden Kolleginnen lerne. Daneben spielen informelle Gespräche beim Kaffee oder Mittagessen – mit Kollegen aus der ETH und mit Personen aus anderen Einrichtungen – für mich eine wichtige Rolle.

Wie hat sich Ihre Arbeit über die Zeit verändert?

Meine Berufserfahrung beträgt erst fünf Jahre. Davon bin ich ein gutes Jahr in meiner jetzigen Position an der ETH beschäftigt. Vor diesem Hintergrund kann ich (noch) nicht von einer grossen Veränderung der Arbeit bzw. der Formate und Praktiken sprechen. Ich denke aber und höre das auch von erfahreneren Kolleginnen und Kollegen, dass die immer noch zunehmende Digitalisierung des Lebens und der Arbeitswelt in der Vergangenheit starke Veränderungen mit sich gebracht hat. Ich selbst stelle fest, dass ich – gerade weil ich sehr viel Energie in meine Arbeit stecke und sie mir grossen Spass macht – trotz der technischen Möglichkeiten beruflich nicht ständig erreichbar sein kann und will. Ausreichender Freiraum und Zeit für Familie, Freunde und ausserberufliche Interessen sind für mich sehr wichtig. Ohne diesen Freiraum sinkt meine Leistungsfähigkeit. Freiraum ist also auch im digitalen Zeitalter aus meiner Sicht essentiell und stärkt im Übrigen die Kreativität auch im beruflichen Kontext.

Wovon ich selbst profitiere, ist die Leistung vieler Frauen und Männer, die v.a. in den vergangenen Jahrzehnten für Gleichberechtigung im Job gekämpft haben. Unsere Generation profitiert sehr von den heutigen Möglichkeiten. In Wertschätzung der Leistung der um Gleichberechtigung bemühten Generationen vor mir sind in meiner Führungsposition die Unterstützung der Vereinbarkeit von Beruf und Familie (für Frauen und Männer!) und das Diversity Management ein grosses Anliegen. Hier sind immer noch viel Bewegung und Veränderung im Gange, die ich sehr begrüsse.

Was ist ein Problem bei Ihrer Arbeit, für das Sie eine Lösung suchen?

Um bei dieser Frage die Nähe zum Buch herzustellen: Wie finden wir schicke und wirklich attraktive Formate für unsere „virtuellen Ausstellungen“ – also Ausstellungen, die aus digitalisierten Büchern und anderen digitalisierten Materialien zusammengestellt werden? Wie schlagen wir eine neuartige Brücke zwischen Analogem und Digitalem und berücksichtigen in adäquater Form, welche anderen Akteure – z.B. Zeitungsverlage – in diesem Feld schon aktiv sind?

Wer sollte Sie ggf. kontaktieren – welche Art von Kontakten wäre zurzeit hilfreich für Sie?

Ich bin in der glücklichen Situation, dass der Aufbau und die Pflege von Netzwerken zu meinen regulären Arbeitsaufgaben zählen. Vor diesem Hintergrund kann ich offen und ehrlich sagen: Ich bin an allen Kontakten interessiert, die echte Gespräche zulassen. Ganz wesentlich ist aus meiner Sicht, dass sich die Gesprächspartner wirklich zuhören und die Perspektive des Anderen, auch wenn diese ungewohnt erscheinen mag, als Bereicherung annehmen. Fachliche Expertise, die ich selbst in derartige Gespräche einbringen kann, betreffen folgende Felder: Innovationsmanagement, Aufbau von Informationsinfrastrukturen für Forschung und Lehre, digitale Kommunikation, Kooperationsprojekte im Feld digitaler Bibliotheken, Wissenschaftsmanagement, Forschungsförderung, Provenienzrecherche in Bibliotheken.

Wo finden wir Sie im Internet?

Die ETH-Bibliothek ist auf folgenden Social-Media-Kanälen aktiv: Twitter, Facebook, Google+. Weitere Informationen zur ETH-Bibliothek, zum Bereich Innovation und Entwicklung sowie natürlich zu unseren Büchern finden Sie im Wissensportal.

Vielen Dank für Ihre Zeit!

Bildquelle: Franziska Regner

Publishing-Jobs, -Volontariate und -Praktika seit Anfang Juni

23. Juni 2015

PublishingMarkt.de ist die Job- und Projektbörse für den Publishing-Markt – kostenlos nutzbar und redaktionell gepflegt von Leander Wattig. Auf dieser Seite können Unternehmen und Kreativschaffende kostenlos und ohne Anmeldung oder Registrierung Einträge erstellen. Nach Verfassen und Freigabe eines Eintrags wird eine Bestätigung an die vom Akteur hinterlegte E-Mail-Adresse verschickt. In dieser E-Mail befindet sich auch ein Link, über den ein späteres Bearbeiten oder Löschen des Eintrags möglich ist. Sie können also komplett eigenständig und unabhängig agieren, was allen Beteiligten Zeit spart.

Jobs, Volontariate und Praktika seit Anfang Juni

Publishing-Jobs, -Volontariate und -Praktika seit Ende Mai

7. Juni 2015

PublishingMarkt.de ist die Job- und Projektbörse für den Publishing-Markt – kostenlos nutzbar und redaktionell gepflegt von Leander Wattig. Auf dieser Seite können Unternehmen und Kreativschaffende kostenlos und ohne Anmeldung oder Registrierung Einträge erstellen. Nach Verfassen und Freigabe eines Eintrags wird eine Bestätigung an die vom Akteur hinterlegte E-Mail-Adresse verschickt. In dieser E-Mail befindet sich auch ein Link, über den ein späteres Bearbeiten oder Löschen des Eintrags möglich ist. Sie können also komplett eigenständig und unabhängig agieren, was allen Beteiligten Zeit spart.

Jobs, Volontariate und Praktika seit Ende Mai

Karin Struckmann: Ich habe den Erotik-Verlag CUPIDO BOOKS gegründet

4. Juni 2015

Die folgenden sechs Fragen unserer Interview-Reihe werden regelmäßig von den unterschiedlichsten Köpfen der Buchbranche beantwortet und die Interviews werden hier im Blog veröffentlicht. Dadurch entstehen Beiträge, die zum einen Aufmerksamkeit auf jene lenken, die “was mit Büchern machen”, und die zum anderen die Veränderungen und Herausforderungen in den verschiedenen Bereichen der Branche sichtbar werden lassen. Wenn Sie ebenfalls teilnehmen möchten, senden Sie Ihre Antworten und ein Bild von Ihnen bitte an Leander Wattig. Als Inspirationsquelle könnten Ihnen die bisherigen Interviews dienen. (Jedoch behalte ich mir vor, nicht alle Zusendungen zu veröffentlichen.)

Karin StruckmannWer sind Sie und was machen Sie mit Büchern?

Ich bin Karin Struckmann und habe vor etwas über einem Jahr den Erotik-Verlag CUPIDO BOOKS gegründet.

Erotik mit einem anderen Menschen zu erleben, ist ein wichtiger Teil unseres Lebens, im besten Fall. Viel zu oft kommt sie zu kurz, leider, und dann ist es eine wunderbare Ergänzung des Alltags, zumindest davon zu lesen und sich dabei in Träumen verlieren zu können.

Seit einigen Jahren hatte ich beobachten können, dass das quantitative Angebot an erotischer Literatur zunehmend von der Möglichkeit der Online-Bestellung profitierte. Männer schauen Bilder, Frauen lesen: Trotz der Cover, die in alter Tradition eher dazu taugten Männer anzumachen, trotz der oft eher anspruchslosen literarischen Qualität, trotz der Mängel in häufig kaum lektorierten Selbstpublikationen. Der Gedanke lag nahe zu versuchen, das Genre aus der Schmuddelecke zu ziehen und es mit ästhetischen Covern und aufmerksam lektorierten Texten attraktiver für Frauen zu machen. Was wollen wir in unseren Träumen erleben? Schöne Gefühle! Und das möglichst ungebremst. Rechtschreibfehler, logische Brüche, faktische Fehler passieren schon mal im Schreibflow, und wer als Verlag halbherzig lektoriert oder als Autor die begeisterte Freundin beta-lesen lässt, tut sich und den Lesern nichts Gutes.

Zunehmend werfen auch größere Verlage mit eigenem Label massenhaft Erotik auf den Markt, steigen mit 90 Neuerscheinungen pro Monat ein – für mich ist das literarisches Fast Food. Ich finde, es spricht nichts dagegen, eine erotische Geschichte ebenso gewissenhaft zu lektorieren und zu produzieren wie einen „normalen“ Roman. Es ist weniger lukrativ, dafür aber befriedigender für alle Beteiligten. In diesem Genre nicht ganz unwichtig! Erotik funktioniert auch im Low Level, aber das bedeutet ja nicht, dass man sich darauf beschränken muss.

Ich hielt es für eine gute Idee angesichts der inflationären Menge an Publikationen auf dem eBook-Markt (die selbst dann nicht aus den „Regalen“ verschwinden, wenn sie niemand kauft), mit Cupido Books eine Marke zu schaffen, bei der sich der/die LeserIn darauf verlassen kann, eine sorgfältig produzierte Geschichte zu bekommen.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei Ihnen aus?

Ich widme mich den ganzen Tag anstehenden Mails, Nachrichten in sozialen Netzwerken, Angeboten und Vertriebsfragen, neuen Manuskripten, Koordination meiner freien Mitarbeiter, Lektorat, grafischer Gestaltung, Buchhaltung, ich betreue unsere Website und die Verlagsauslieferung der gedruckten Bücher und und und … Mittlerweile arbeite ich mehr daran, Cupido sichtbar zu machen, als an neuen Publikationen!

Wie hat sich Ihre Arbeit über die Zeit verändert?

Nachdem ich monatelang nach Feierabend meines Brotberufs an Manuskripten gesessen hatte, war irgendwann klar: Das geht nur ganz oder gar nicht. Ich hätte zu Anfang nicht gedacht, dass meine vage Idee so schnell Gestalt annehmen und vor allem auch so gutes Feedback bekommen würde. Außerdem übernimmt man eine gewisse Verantwortung gegenüber den AutorInnen, dass man sich voll einsetzt für das, was einem anvertraut wird. Jetzt arbeite ich also freiberuflich, und ich bin mit dieser Lösung sehr glücklich.

Was ist ein Problem bei Ihrer Arbeit, für das Sie eine Lösung suchen?

Mir fehlt der größere finanzielle und damit auch der vertriebliche Hintergrund. Es dauert lange, bis man sich am Markt etablieren kann. Vor allem in diesem Genre ist die Mund-zu-Mund-Propaganda eingeschränkt. Frau sagt es einfach nicht der Nachbarin, wenn sie ein Buch besonders erregend findet! Wieso eigentlich nicht?! Der stationäre Buchhandel ist nahezu bedeutungslos, und für großflächige Werbemaßnahmen braucht man viel Geld. Und dass manch großer Shop wenig übrig hat für Verlage (seien sie auch noch so klein und „indie“), ist ein ständiger Stolperstein. Rezensionen, Öffentlichkeit, Sichtbarkeit – das ist es, was ich brauche!

Wer sollte Sie ggf. kontaktieren – welche Art von Kontakten wäre zurzeit hilfreich für Sie?

Ich suche Kontakte zu anderen Frauen, die sich im Bereich Erotik mit ähnlichen Ansprüchen an die Öffentlichkeit wenden – mit Erotikshops, Webseiten, Publikationen. Ich freue mich über neue AutorInnen und Manuskripte! Und über Blogger, die Bücher von CUPIDO BOOKS lesen und rezensieren, und ihre Ansichten im Netz teilen. Wunderbar wäre auch, noch mehr Buchhandlungen zu finden, die unser kleines Sortiment bekannt machen.

Wo finden wir Sie im Internet?

Vielen Dank für Ihre Zeit!

Bildquelle: Karin Struckmann

Jobs, Volontariate und Praktika seit Anfang Mai

24. Mai 2015

PublishingMarkt.de ist die Job- und Projektbörse für den Publishing-Markt – kostenlos nutzbar und redaktionell gepflegt von Leander Wattig. Auf dieser Seite können Unternehmen und Kreativschaffende kostenlos und ohne Anmeldung oder Registrierung Einträge erstellen. Nach Verfassen und Freigabe eines Eintrags wird eine Bestätigung an die vom Akteur hinterlegte E-Mail-Adresse verschickt. In dieser E-Mail befindet sich auch ein Link, über den ein späteres Bearbeiten oder Löschen des Eintrags möglich ist. Sie können also komplett eigenständig und unabhängig agieren, was allen Beteiligten Zeit spart.

Jobs, Volontariate und Praktika seit Anfang Mai

In eigener Sache: Interview mit @wasmitbuechern-Herausgeber Leander Wattig

24. Mai 2015

In dem Interview bei Melanie Raabe geht es u.a. darum, warum ich seit 2009 „Ich mach was mit Büchern“ am Laufen halte. Ein kleiner Blick hinter die Kulissen.

Biographilia – inspiring people next door: Leander, 33, Berlin

An sich interviewe ich ja lieber selbst andere Leute. Ich kenne aber nur wenige so sympathische Menschen wie Melanie Raabe, deswegen ist es toll, ihr Rede und Antwort zu stehen. Bei ein paar Fragen musste ich erstmal kurz in mich gehen. Was aber nicht unbedingt heißt, dass dabei was Sinnvolles rausgekommen ist. :)