Die Initiative von Leander Wattig für eine stärkere Vernetzung der Buchbranche. Seit 2009.

Sarah Nicolin: Manchmal nenne ich mich die Digitaltante bei uns im Campus Verlag

1. August 2014

Die folgenden sechs Fragen unserer Interview-Reihe werden regelmäßig von den unterschiedlichsten Köpfen der Buchbranche beantwortet und die Interviews werden hier im Blog veröffentlicht. Dadurch entstehen Beiträge, die zum einen Aufmerksamkeit auf jene lenken, die “was mit Büchern machen”, und die zum anderen die Veränderungen und Herausforderungen in den verschiedenen Bereichen der Branche sichtbar werden lassen. Wenn Sie ebenfalls teilnehmen möchten, senden Sie Ihre Antworten und ein Bild von Ihnen bitte an Leander Wattig. Als Inspirationsquelle könnten Ihnen die bisherigen Interviews dienen. (Jedoch behalte ich mir vor, nicht alle Zusendungen zu veröffentlichen.)

Sarah NicolinWer sind Sie und was machen Sie mit Büchern?

Manchmal nenne ich mich auch die Digitaltante bei uns im Verlag. Ich bin seit 1 1/2 Jahren beim Campus Verlag in Frankfurt für den Vertrieb und die Entwicklung digitaler Produkte zuständig und kümmere mich in diesem Rahmen sowohl darum, dass unsere E-Books und Audiobooks auf allen wichtigen Kanälen präsent sind, aber auch um Angebote für Bibliotheken und Firmenkunden sowie um die Entwicklung neuer digitaler Angebote. Das reicht von der App zum Buch, einer eigenen E-Book-Reihe bis zur B2B-Plattform. Vor Campus war ich im Mainzer Schott Verlag im Bereich Digitale Medien tätig und hatte Stationen bei der Frankfurter Buchmesse (AuM) und der Internetagentur Seibert/Media.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei Ihnen aus?

Meist lese ich bereits morgens im Zug News auf meinem Smartphone. Im Büro angekommen, gilt der erste Blick ins Wiki, um auch intern auf dem Laufenden zu sein. Der Rest des Tages ist in der Regel durch das jeweils aktuelle Entwicklungsprojekt geprägt. Da geht es dann neben der inhaltlichen Abstimmung mit der Fachabteilung, oft um Rechte, Daten und Angebote – eben je nach Projektphase. Für die Projektentwicklung versuche ich mir, in der Regel insbesondere den Nachmittag zu blocken, v.a. um in Ruhe an neuen Konzepten zu arbeiten. Am Vormittag steht die vertriebliche Arbeit (die Abstimmung mit Vertriebs- und Shoppartnern, Prüfung von neuen Vertriebsverträgen, Zusammenstellung von gesonderten Angeboten für Bibliotheken oder E-Book-Aktionen etc) im Vordergrund. Zugegebenermaßen funktioniert die Aufteilung nur die Hälfte der Zeit. Sie ist aber oft meine Richtschnur, wenn ich Termine vereinbare.

Wie hat sich Ihre Arbeit über die Zeit verändert?

Das Entwicklungstempo ist im digitalen Bereich seit jeher hoch und die Informationsdichte sicherlich kaum geringer geworden. Der Austausch mit Kollegen gerade zu neuen Themen ist da sehr wichtig. Die Wege sind hier deutlich kürzer geworden und neben dem Telefon lässt sich mal schnell eine Frage auf FB, über Twitter oder Xing stellen.

Was ist ein Problem bei Ihrer Arbeit, für das Sie eine Lösung suchen?

Zur Zeit treibt uns die Änderung der Besteuerung von Bundle-Produkten um. Die neuen Vorgaben aus dem Bundesfinanzministerium haben bei allen Branchenteilnehmern für gehörige Bauchschmerzen gesorgt.

Die eigentliche Frage ist für mich aber, wann wir den nächsten Innovationssprung bei unseren E-Books schaffen. Vor einiger Zeit haben wir die Frage in der Branche gestellt “Was ist ein Buch?”, eigentlich sollten wir uns aber besser fragen “Was nutzt dem Leser”. Wenn ich von einem nächsten Innovationssprung spreche, zeigt das auch meine Unzufriedenheit, dass wir in vielen Fällen über eine mehr oder weniger 1:1-Darstellung von Print und E-Book noch nicht weit hinausgekommen sind. Gerade bei Ratgebern und Fachbüchern ist da noch viel Potenzial, um den Nutzwert für den Leser zu erhöhen, ohne einen Medienbruch vollziehen zu müssen. E-Pub 3 kann dabei eine Rolle spielen. Wir sollten dabei aber nicht stehen bleiben. Und es geht nicht darum zum Selbstzweck Videos oder Audios einzubinden.

Wer sollte Sie ggf. kontaktieren – welche Art von Kontakten wäre zurzeit hilfreich für Sie?

Ich bin immer offen für einen gerne auch informellen Austausch. Spannend finde ich dabei auch neue Geschäftsmodelle fern der eigenen Branche. Besonders freue ich mich aber zudem über Kontakte, die mir vom Einsatz unserer digitalen Produkte berichten.

Wo finden wir Sie im Internet?

Eigentlich ziemlich langweilig da, wo alle sind: FB, Xing, linkedin, Verlagshomepage, Twitter

Vielen Dank für Ihre Zeit!

Bildquelle: Sarah Nicolin

Stefan Berndt: Mit “fototypo” bin ich freiberuflich als Buchgestalter und -hersteller tätig

31. Juli 2014

Die folgenden sechs Fragen unserer Interview-Reihe werden regelmäßig von den unterschiedlichsten Köpfen der Buchbranche beantwortet und die Interviews werden hier im Blog veröffentlicht. Dadurch entstehen Beiträge, die zum einen Aufmerksamkeit auf jene lenken, die “was mit Büchern machen”, und die zum anderen die Veränderungen und Herausforderungen in den verschiedenen Bereichen der Branche sichtbar werden lassen. Wenn Sie ebenfalls teilnehmen möchten, senden Sie Ihre Antworten und ein Bild von Ihnen bitte an Leander Wattig. Als Inspirationsquelle könnten Ihnen die bisherigen Interviews dienen. (Jedoch behalte ich mir vor, nicht alle Zusendungen zu veröffentlichen.)

Stefan BerndtWer sind Sie und was machen Sie mit Büchern?

Mein Name ist Stefan Berndt, mit meinem Unternehmen „fototypo“ bin ich seit 2007 freiberuflich als Buchgestalter und -hersteller tätig, nachdem ich eine Ausbildung zum staatlich geprüften Grafik-Designer absolviert habe. Zuvor war ich fast 10 Jahre im Buchhandel tätig, als gelernter Buchhändler in diversen Buchhandlungen.

Mein Angebot umfasst alle gestalterischen und technischen Arbeiten die bei Büchern anfallen. Also das, was gewöhnlich als „Herstellung“ im Verlag bezeichnet wird. Die beiden Bereiche „kreativer Entwurf“ und „handwerkliche Umsetzung“ sind dabei gleichwertig und werden beide von mir abgedeckt. Am liebsten zusammen, ich denke es ist wichtig, Buchprojekte umfassend zu begleiten, von der „großen Idee im Design“ bis zum „letzten Detail in der Produktion“. Ganzheitlich, wenn man es modisch ausdrücken will. Das geht immer nur zusammen mit allen Beteiligten: Verlegern, Autoren, Lektoren, Illustratoren, Fotografen und so weiter.

Meine Kundschaft besteht meist aus kleineren Verlagen, die selbst keine Herstellungsabteilung besitzen und diese Arbeiten gerne weiter geben und zuverlässig abgewickelt sehen möchten. Sie schätzen den persönlichen Kontakt mit einem festen Ansprechpartner. Meine Erfahrung in der Branche ermöglicht es, dass ich im gestalterischen Rahmen beratend tätig sein kann.

Das bedeutet, dass ich neben den Büchern an sich, fast alles, bis hin zu ganzen Verlagsauftritten und -designs erarbeite. Dinge wie Logoentwicklung, Anzeigengestaltung, Vorschauen und ähnliches mehr sind also auch Teil meiner Arbeit mit Büchern.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei Ihnen aus?

Typisch ist vor allem, dass es eigentlich keine normalen Tage gibt. Das ist ja das schöne am kreativen Beruf. Die Bandbreite die es abzudecken gilt ist enorm und das ist manchmal schon eine Herausforderung. An einem Tag hochdiszipliniertes und -konzentriertes Einarbeiten von Korrekturen aus dem Lektorat, am nächsten dann der Wunsch nach „frischen Ideen“ im Cover-Entwurf, am übernächsten Beschäftigung mit technischen Fragen der Druckproduktion, am Tag darauf Bildbearbeitungen, -retuschen oder ähnliches. Man kann also nicht behaupten, das Routine entsteht. Es geht eher darum ständig schnell umzuschalten zu können, das ist wohl das typische.

Die Arbeit findet in aller Regel an meinem eigenen Arbeitsplatz statt, das ist nicht nur ein Laptop, sondern eine Arbeitsumgebung. Die Kommunikation läuft üblicherweise per eMail und Telefon ab – meine Kunden und Kontakte sind im gesamten Bundesgebiet verteilt. Trotzdem ist es immer toll, wenn man sich gerade am Anfang einer Zusammenarbeit einmal persönlich kennen lernen kann, was ich versuche, wann immer es möglich ist.

Wie hat sich Ihre Arbeit über die Zeit verändert?

Die „Umsetzungen“ von Entwürfen, die ich vor vielen Jahren gemacht habe, nehmen glücklicherweise zu. Das heißt, ich mache mehr Titel und dafür weniger ganz grundlegende, neue Entwurfsarbeit für neue Reihen oder Verlagsauftritte. Das ist schön, denn es kommen irgendwann echte Bücher aus der Druckerei. Trotzdem wünsche ich manchmal, öfters wieder mit dem berühmten weißen Blatt Papier anfangen zu können, da das natürlich das Herzblut eines jeden Designers darstellt.

Die Buch-Branche ist im Umbruch … ich höre das seit 20 Jahren und wahrscheinlich ist sie das schon seit Gutenberg, 1450. Sicherlich ist daran etwas Wahres. Die Zeit des Buches als „Massenmedium“ geht vielleicht langsam zu Ende. Allerdings muss das nichts negatives bedeuten: Ich habe immer noch die Hoffnung, das dadurch mittelfristig das gedruckte Buch wieder als etwas Geschätztes, Wertvolles, Besonderes zu Ehren kommt. Ich glaube absolut an die Zukunft des Buchs!

Was ist ein Problem bei Ihrer Arbeit, für das Sie eine Lösung suchen?

Das Problem ist, dass junge Verlage – die es so selten nicht gibt! –, in der Regel erst dann wahrnehmbar werden, wenn Sie schon ihr erstes Programm veröffentlichen. Für mich ist es schwierig die Zielgruppe vorher zu fassen, was eigentlich notwendig ist: Den zukünftigen Verleger oder die zukünftige Verlegerin zu treffen und im Vorfeld, bzw. von Beginn an, beratend zur Seite zu stehen, halte ich für immens wichtig, damit Fragen des Auftritts und der Erscheinung möglichst früh berücksichtigt werden können. Die Form ist nicht unwichtiger als der Inhalt.

Wer sollte Sie ggf. kontaktieren – welche Art von Kontakten wäre zurzeit hilfreich für Sie?

Natürlich alle, die gerne etwas publizieren wollen, ganz gleich was. Ich habe inzwischen weit über 100 Titel aus den verschiedensten Bereichen und Genres betreut, ich bin sicher, dass ich in fast allen Fällen etwas anbieten kann, und auch im Rahmen eines vorgegebenen Budgets. Egal, ob das Verlage sind oder andere Menschen, Unternehmen oder Institutionen, die etwas veröffentlichen wollen.

Auch ambitionierten Schreibern, die ihr Buch selbst veröffentlichen möchten, biete ich meine Dienste an, damit ein professionelles Erscheinungsbild sicher gestellt ist. In Zeiten des Digitaldrucks ist es möglich, auch kleine Auflagen „schön“ zu gestalten, es gab noch nie mehr Möglichkeiten, als jetzt!

Wo finden wir Sie im Internet?

Meine Internetpräsenz finden Sie unter: www.fototypo.de

Dort finden Sie auch ein Portfolio und eine Menge Informationen zu meiner Arbeit und zu mir. Für konkrete Fragen bin ich unter Stefan.Berndt@fototypo.de gerne erreichbar.

Vielen Dank für Ihre Zeit!

Bildquelle: Stefan Berndt

Virenschleuder-Preis 2014: Nominierungsphase startet heute

28. Juli 2014

Virenschleuder-Preis 2014 Der 2011 erstmalig vergebene Virenschleuder-Preis (#vsp14) geht heute in die vierte Runde. Ab sofort und bis zum 26. September 2014 können Nominierungen für die drei Kategorien ansteckendste Marketing-Maßnahme, ansteckendste Marketing-Idee und ansteckendste Persönlichkeit eingereicht werden. Die Preisverleihung wird am 10. Oktober 2014, 18-21 Uhr, im Lesezelt auf dem Innenhof der Frankfurter Buchmesse stattfinden, die zugleich Kooperationspartner der Veranstaltung ist.

Der Virenschleuder-Preis zeichnet erfolgreiche und innovative Social-Media-Kampagnen von Verlagen, Autoren und Buchhandlungen, aber auch von anderen Akteuren der Publishing-Branche aus. Im Unterschied zu anderen Marketing-Auszeichnungen werden alle Nominierungen auf der Website www.virenschleuderpreis.de veröffentlicht, sodass sie schon im Vorfeld und auch im Nachgang der Preisverleihung intensiv diskutiert werden.

Initiator Leander Wattig dazu: “Wir wollen erfolgreiches Marketing sichtbar machen, Inspiration vermitteln und den Erfahrungsaustausch befördern. Denn niemand kennt Patentrezepte oder hat eine Glaskugel, mit der sich Erfolg sicher voraussagen ließe.”

Markus Gogolin, Leiter Marketing & Kommunikation DACH der Frankfurter Buchmesse: “Als weltweit größter Handelsplatz für Inhalte möchte die Frankfurter Buchmesse auch deren Inszenierung in den Fokus rücken. Deswegen unterstützen wir den Virenschleuder-Preis: als in Deutschland einmalige Auszeichnung für Social Media Marketing im Publishing.”

Die Virenschleuder-Preisträger werden in zwei Stufen ausgewählt. Zunächst stimmt die Zielgruppe über die Shortlists ab, aus der dann eine Jury die Sieger auswählt. Die Informationen zur Teilnahme und zum Procedere finden sich auf der Website unter www.virenschleuderpreis.de. Die Jury selbst besteht aus Marketing- und Internetprofis, die zugleich eine tiefe Kenntnis der Publishing-Branche haben:

 

Jury

 

Kerstin Hoffmann Dr. Kerstin Hoffmann

 

Lisa Rank Lisa Rank

 

Claudia Michalski Claudia Michalski

 

Annette Schwindt Annette Schwindt

 

Karla Paul Karla Paul

  • Leitung für Digitales Publizieren beim Hoffmann und Campe Verlag
  • Speaker rund um Social Media und Community Management im Literaturbereich
  • Buchautorin (Heyne)
  • bis 2014 Redaktionsleiterin und Social Media Managerin für das größte deutschsprachige Literaturnetzwerk LovelyBooks.de (Holtzbrinck)

 

Dr. Frank Zimmer Dr. Frank Zimmer

 

Klaus Eck Klaus Eck

  • Gründer und Geschäftsführer der Eck Consulting Group
  • Herausgeber des “PR-Blogger“, der zu den prominentesten Informationsquellen zum Thema “Kommunikation und Reputation im Social Web” im deutschsprachigen Internet gehört
  • Buchautor (aktuell bei Haufe)

 

Markus Gogolin Markus Gogolin

 

 

Weitere Informationen über den Virenschleuder-Preis und zu den Teilnahmebedingungen unter: www.virenschleuderpreis.de

 

 

Kontakt

Leander Wattig
Gründer und Organisator Virenschleuder-Preis
Gneisenaustraße 56
D-10961 Berlin

Telefon: +49 / 30 / 12 02 89 28
E-Mail: leanderwattig@virenschleuderpreis.de

 

 

Steffi Bieber-Geske: Ich bin Kinderbuch-Verlegerin und Organisatorin der Buchmesse “Buch Berlin”

27. Juli 2014

Die folgenden sechs Fragen unserer Interview-Reihe werden regelmäßig von den unterschiedlichsten Köpfen der Buchbranche beantwortet und die Interviews werden hier im Blog veröffentlicht. Dadurch entstehen Beiträge, die zum einen Aufmerksamkeit auf jene lenken, die “was mit Büchern machen”, und die zum anderen die Veränderungen und Herausforderungen in den verschiedenen Bereichen der Branche sichtbar werden lassen. Wenn Sie ebenfalls teilnehmen möchten, senden Sie Ihre Antworten und ein Bild von Ihnen bitte an Leander Wattig. Als Inspirationsquelle könnten Ihnen die bisherigen Interviews dienen. (Jedoch behalte ich mir vor, nicht alle Zusendungen zu veröffentlichen.)

Steffi Bieber-GeskeWer sind Sie und was machen Sie mit Büchern?

Ich bin Steffi Bieber-Geske, Inhaberin des Kinderbuchverlags Biber & Butzemann. Bücher habe ich schon als kleines Mädchen geliebt. Erich Kästner war der Held meiner Kindheit. Als Teenager fing ich dann an, als freie Journalistin zu arbeiten – mit Erfolg. Nach dem Germanistik- und Publizistik-Studium habe ich zunächst einige Jahre als freie Journalistin im Bereich Unternehmenskommunikation gearbeitet. Das Lesen blieb mein liebstes Hobby. Schon in unserer Studentenbude hatten mein Mann und ich eine eigene Bibliothek. An das Schreiben oder Verlegen von Kinderbüchern dachte ich damals nicht im Traum.

Erst als ich 2010 vergeblich auf der Suche nach einem schönen Kinderbuch über die Insel Rügen für meinen Sohn war, schrieb ich kurzerhand selbst eins – und war überrascht, wie leicht mir das fiel und wie viel Spaß es mir machte. Weitere Bücher folgten. Während der Elternzeit mit meinem zweiten Sohn habe ich dann den Grundstein für einen eigenen Verlag gelegt – schließlich hatte ich mich im Germanistik-Studium auf das Verlagswesen und Kinderbücher spezialisiert.

Mein Verlag konzentriert sich auf regionale Feriengeschichten für Kinder im Grund- und Vorschulalter. Inzwischen werde ich von zahlreichen Autoren unterstützt. In unseren Büchern begleiten die kleinen Leser die Geschwister Lilly und Nikolas an die schönsten Ferienziele für Familien – von der Nord- und Ostsee bis nach Bayern, von Kärnten bis ans Mittelmeer. Anhand einer spannenden Geschichte lernen Kinder und Eltern spielerisch die Region und ihre Besonderheiten kennen und bekommen nebenbei Tipps, welche Ausflugsziele sich für Familien wirklich lohnen.

Außerdem bin ich Vorsitzende des Vereins Bücherzauber e.V. Wir engagieren uns für die Leseförderung. Dazu gehört es auch, die Leser mit Verlagen und Autoren zusammenzubringen. Damit auch die kleineren Verlage mal im Mittelpunkt stehen, organisieren wir am 15. und 16. November die 1. Buch Berlin, die erste größere Buchmesse in Berlin seit vielen Jahren.

Rund 60 Verlage aus ganz Deutschland werden in der Vorweihnachtszeit ihre Bücher den Berliner Lesern vorstellen. 45 Verlage haben sich bereits angemeldet. Leseratten können im eleganten Audimax der Hochschule für Technik- und Wirtschaft besondere Bücher entdecken, die es nicht in jeder Buchhandlung gibt. Das Angebot reicht von Romanen für jeden Geschmack über Kinder- und Jugendbücher, Sachbücher, Kunst und Lyrik bis zu Gay Romance.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei Ihnen aus?

Wenn ich die Jungs in die Schule und die Kita gebracht habe lese ich zunächst bei einer Tasse ostfriesischen Tees, den ich kürzlich bei einer Recherchereise lieben gelernt habe, meine Mails. Davon abgesehen gibt es den typischen Arbeitstag nicht, was zu tun ist, hängt immer vom Stand der Produktion ab.

Ich überwache den gesamten Produktionsprozess unserer Bücher, koordiniere Autoren, Illustratoren, Layouter, Webdesigner, Vertreter, Auslieferung und vieles mehr. Ich lektoriere, verfasse Pressemitteilungen, versende Rezensionsexemplare und verhandle mit potenziellen Interessenten für unsere Bücher.

Am Nachmittag mache ich spätestens um 16 Uhr Feierabend, um Zeit für meine Kinder zu haben. Sind die Jungs im Bett, arbeite ich oft noch ein, zwei Stunden weiter. Wenn ich am Wochenende einen Tag frei habe, weil mein Mann oder meine Mutti sich um die Kinder kümmern, schreibe ich an eigenen neuen Büchern.

Wie hat sich Ihre Arbeit über die Zeit verändert?

Während die Arbeit im Verlag bei der Gründung 2010 nur einige Stunden pro Woche in Anspruch genommen hat, ist daraus längst ein Vollzeitjob geworden. Einige Dinge, die ich früher selbst erledigt habe, vor allem im Bereich Vertrieb, konnte ich inzwischen an professionelle Kollegen abgeben.

Was ist ein Problem bei Ihrer Arbeit, für das Sie eine Lösung suchen?

Obwohl unsere Bücher erfolgreich sind und bei den Familien sehr gut ankommen, verkaufen wir in Anbetracht der Hunderttausenden Familien, die jedes Jahr in Deutschland Urlaub machen, noch viel zu wenig. Ich wünsche mir, dass irgendwann jede Familie mit Kindern zwischen 4 und 10 Jahren unsere „Lilly und Nikolas“-Reihe kennt. Die Eltern deutschlandweit auf unsere Bücher aufmerksam zu machen, würde jedoch ein Werbebudget erfordern, von dem wir nur träumen können. Zudem ist unsere Erfahrung, dass Marketing und Pressearbeit oft mehr kosten als sie am Ende bringen.

Wer sollte Sie ggf. kontaktieren – welche Art von Kontakten wäre zurzeit hilfreich für Sie?

Jeder, der unsere Bücher verkaufen möchte oder der uns helfen will, unsere Bücher bekannter zu machen – wir freuen uns über jede Unterstützung.

Und natürlich Verlage, die noch an der 1. Buch Berlin teilnehmen möchten, sowie Sponsoren, die diese kleine, feine Messe unterstützen möchten.

Wo finden wir Sie im Internet?

Den Verlag Biber & Butzemann unter www.biber-butzemann.de oder auf , die Buchmesse unter www.buchmesse-berlin.com.

Vielen Dank für Ihre Zeit!

Bildquelle: Steffi Bieber-Geske

Bianca Kaminsky: Ich bin geschäftsführende Gesellschafterin beim Lernbiene Verlag

24. Juli 2014

Die folgenden sechs Fragen unserer Interview-Reihe werden regelmäßig von den unterschiedlichsten Köpfen der Buchbranche beantwortet und die Interviews werden hier im Blog veröffentlicht. Dadurch entstehen Beiträge, die zum einen Aufmerksamkeit auf jene lenken, die “was mit Büchern machen”, und die zum anderen die Veränderungen und Herausforderungen in den verschiedenen Bereichen der Branche sichtbar werden lassen. Wenn Sie ebenfalls teilnehmen möchten, senden Sie Ihre Antworten und ein Bild von Ihnen bitte an Leander Wattig. Als Inspirationsquelle könnten Ihnen die bisherigen Interviews dienen. (Jedoch behalte ich mir vor, nicht alle Zusendungen zu veröffentlichen.)

Bianca KaminskyWer sind Sie und was machen Sie mit Büchern?

Mein Name ist Bianca Kaminsky und ich bin geschäftsführende Gesellschafterin beim Lernbiene Verlag. Was ich mit Büchern am allerliebsten mache? Lesen! In meinem Beruf als Verlegerin veröffentliche ich viele sogar selber. Meine „Bücher“ sind das Arbeitsmaterial für Grundschullehrkräfte, zum Beispiel Lernwerkstätten und Kopiervorlagen, die sich z. B. für Freiarbeit und offenen Unterricht eignen. Ich lasse sie ganz klassisch im Printformat drucken und unter anderem auch in einem digitalen Format erstellen, das den Lehrkräften erlaubt, die Inhalte dem eigenen Bedarf entsprechend zu editieren. Somit können sich unsere Kunden nach Veröffentlichung eines Titels sogar noch einbringen. Editierbare Unterrichtsmaterialien sind auch besonders zur Förderung von Kindern mit Inklusionsbedarf geeignet: Durch individuelle Änderungen der Lerninhalte können Lehrkräfte die Inhalte auf ihre Schüler mit speziellem Förderbedarf passgenau zuschneiden.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei Ihnen aus?

Meine erste Amtshandlung am Morgen ist der Spaziergang mit unserem Hund. Natur und Stille haben mich schon immer geerdet und kreative Ideen hervorgekitzelt. Während dieser Morgenrunde strukturiere ich gedanklich meinen Tag und plane neue Projekte. Nach dem Frühstück geht es an den Schreibtisch, wo ich die allermeiste Zeit meines Arbeitstages verbringe. Dort warten dann verschiedene Aufgaben auf mich – vom Beantworten wie immer viel zu vieler E-Mails bis hin zur Recherche von Titeln und Themen ist alles vertreten. Zum „Runterkommen“ nach Feierabend steht wieder unser Hund parat – und so schließt sich der Kreis.

Wie hat sich Ihre Arbeit über die Zeit verändert?

Als ich vor ca. acht Jahren aus meiner Passion einen Beruf machte, war ich mein eigenes „Mädchen für alles“: Ich konzipierte, gestaltete, illustrierte, korrigierte die Unterrichtsmaterialien selbst. Mein Mann brannte meine CDs; manchmal tat ich auch das noch selbst, und versandte sie an unsere Kunden. Diese Zeiten sind lange vorbei. Heute koordiniere ich mein Team von Redakteuren, die sich intensiv mit den Autoren, Illustratoren und Grafikern um alle diese Aufgabenfelder kümmern. Hin und wieder stimme ich technische Fragen mit der Druckerei oder dem CD-Presswerk ab. Meine Hauptaufgabe ist es heute, relevante Themen und Inhalte für das Verlagssortiment zu identifizieren, Veränderungen im Bildungswesen zu erkennen und diesen Input in das Team zu geben.

Was ist ein Problem bei Ihrer Arbeit, für das Sie eine Lösung suchen?

Zu Beginn meiner Tätigkeit als Lehrerin dachte ich noch, ich hätte einige Probleme, die es zu lösen gilt. Und sogleich empfand ich einen gewissen Stress. Zum Beispiel entsprachen viele der erhältlichen Unterrichtsmaterialien für den geöffneten Unterricht in der Grundschule nicht meinen Vorstellungen. Also begann ich, sie selbst zu konzipieren, zu gestalten und zu realisieren. Das war sehr herausfordernd, es machte Spaß, neue Lösungen zu finden. Heute habe ich keine „Probleme“ mehr, denn ich habe „Herausforderungen“ schätzen gelernt. Meine größte – und liebste – Herausforderung ist es, die Fähigkeiten meines Teams von Redakteuren, Autoren und Illustratoren immer weiter zu entwickeln im Sinne meiner Vision: schöne Unterrichtsmaterialien für die Grundschule anzubieten, die den Kindern die Freude am Lernen lange erhalten. Materialien, die es den Lehrkräften einfacher machen, die Kinder individuell zu fördern und einen inklusiven Unterricht ermöglichen.

Wer sollte Sie ggf. kontaktieren – welche Art von Kontakten wäre zurzeit hilfreich für Sie?

Ich freue mich immer über eine Kontaktaufnahme engagierter Buchhändler mit einem pädagogischen Schwerpunkt in ihrem Sortiment. Wir haben uns bereits ein kleines Netzwerk mit Fachhändlern aufgebaut, die eine Auswahl unserer Titel in ihren Ladengeschäften präsentieren. Falls sich jemand angesprochen fühlt und ebenfalls unsere Materialien mit frischen Ideen in seinem Geschäft präsentieren möchte: Herzlich willkommen!

Wo finden wir Sie im Internet?

Die Lernbiene finden Sie unter www.lernbiene.de sowie unsere Titel in den Shops auf den Portalen der führenden Barsortimente und vieler Buchhändler. Nicht zu vergessen: Unsere facebook-Seite www.facebook.com/lernbiene.

Vielen Dank für Ihre Zeit!

Bildquelle: Bianca Kaminsky

Laurent Gachnang: Ich bin Gründer und Inhaber des Schweizer E-Book-Dienstleisters mbassador

23. Juli 2014

Die folgenden sechs Fragen unserer Interview-Reihe werden regelmäßig von den unterschiedlichsten Köpfen der Buchbranche beantwortet und die Interviews werden hier im Blog veröffentlicht. Dadurch entstehen Beiträge, die zum einen Aufmerksamkeit auf jene lenken, die “was mit Büchern machen”, und die zum anderen die Veränderungen und Herausforderungen in den verschiedenen Bereichen der Branche sichtbar werden lassen. Wenn Sie ebenfalls teilnehmen möchten, senden Sie Ihre Antworten und ein Bild von Ihnen bitte an Leander Wattig. Als Inspirationsquelle könnten Ihnen die bisherigen Interviews dienen. (Jedoch behalte ich mir vor, nicht alle Zusendungen zu veröffentlichen.)

Laurent GachnangWer sind Sie und was machen Sie mit Büchern?

Mein Name ist Laurent Gachnang, ich bin Gründer und Inhaber des Schweizer E-Book-Dienstleisters mbassador. Ich unterstütze Buch- und Zeitschriftenverlage rund um Ihre digitalen Publikationen, von der Aufbereitung der Daten, Entwicklung von Apps über den Vertrieb von E-Books bis hin zur Vermarktung digitaler Publikationen im Netz.

Mein persönlicher Schwerpunkt liegt hauptsächlich in der Beratung und gemeinsamen Konzeption mit dem jeweiligen Verlagskunden.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei Ihnen aus?

Der Arbeitstag startet in der Regel mit einem starken Kaffee, der Durchsicht der neuen E-Mails und einem Austausch über den Stand der Projekte mit den Mitarbeitern. Die Vormittage nutze ich normalerweise für die Kaltakquise von Neukunden sowie die Umsetzung und Kommunikation rund um aktuelle Projekte. Nachmittags bin ich häufig unterwegs zu Kundenbesuchen oder gebe Schulungen und Seminare. Gegen Abend kehre ich oft noch kurz ins Büro zurück, um die letzten Pendenzen abzuarbeiten.

Wie hat sich Ihre Arbeit über die Zeit verändert?

Vor vier Jahren bin ich mit meinem Angebot als Quereinsteiger am Markt gestartet. Die Arbeit bestand damals zu 100% aus Akquise und die ersten Kunden kamen nur schleichend. Heute werden wir mit Anfragen überhäuft und können mit bestehenden Kunden neue spannende Projekte entwickeln und umsetzen.

Was ist ein Problem bei Ihrer Arbeit, für das Sie eine Lösung suchen?

Ich suche grundsätzlich nach Lösungen und Inspirationen welche den gesamten Prozess einer digitalen Publikation, von Herstellung über Auslieferung bis Marketing und Abrechnung näher zusammenbringen. Konkret heisst dies, ich bin ständig auf der Suche nach Schnittstellen und Tools, welche die Wertschöpfungskette verbinden und die Prozesse automatisieren bzw. vereinfachen. Hierzu inspiriere ich mich bei den unzähligen IT-Startups.

Wer sollte Sie ggf. kontaktieren – welche Art von Kontakten wäre zurzeit hilfreich für Sie?

Ich freue mich über alle Kontakte aus dem Verlagswesen zum Austausch unter Gleichgesinnten sowie auch über kreative Projektideen rund um die Themen E-Book, App und E-Paper.

Wo finden wir Sie im Internet?

Meine Dienstleistung findet man unter: www.mbassador.ch und mich persönlich unter:

Vielen Dank für Ihre Zeit!

Bildquelle: Laurent Gachnang

Kai Mühleck: Ich bin Redakteur beim Börsenblatt – Magazin für den Buchhandel

15. Juli 2014

Die folgenden sechs Fragen unserer Interview-Reihe werden regelmäßig von den unterschiedlichsten Köpfen der Buchbranche beantwortet und die Interviews werden hier im Blog veröffentlicht. Dadurch entstehen Beiträge, die zum einen Aufmerksamkeit auf jene lenken, die “was mit Büchern machen”, und die zum anderen die Veränderungen und Herausforderungen in den verschiedenen Bereichen der Branche sichtbar werden lassen. Wenn Sie ebenfalls teilnehmen möchten, senden Sie Ihre Antworten und ein Bild von Ihnen bitte an Leander Wattig. Als Inspirationsquelle könnten Ihnen die bisherigen Interviews dienen. (Jedoch behalte ich mir vor, nicht alle Zusendungen zu veröffentlichen.)

Kai Mühleck

Wer sind Sie und was machen Sie mit Büchern?

Mein Name ist Kai Mühleck, Jahrgang, 1984 und Redakteur beim Börsenblatt – Magazin für den Buchhandel. Mein Job ist es, Neuigkeiten aus Buchbranche zu journalistischen Texten oder zu Webvideos für das Börsenblatt oder unser Newsportal boersenblatt.net zu verarbeiten. Dabei komme ich eigentlich mehr mit Menschen aus Verlagen und dem Buchhandel in Kontakt – aber immer wieder auch mit Büchern. Zum Beispiel für unsere Bestsellerliste (mit Fokus und GfK Entertainment), die wir jede Woche betexten, für Rezensionen zu wechselnden Themen (aktuell: Ethik und Wirtschaft) und Buchtipps am Sonntag. Privat baue ich in meinem Schlafzimmer Türme aus Buchstapeln, weil die Regale von einer kritischen Masse Büchern überfüllt sind. Ich würde gerne mehr E-Books lesen, aber hartes DRM ist in meinen Augen eine echte Zumutung und E-Books sind in meinen Augen zu teuer, weil ich keine Dateien besitze, sondern nur Lizenzen.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei Ihnen aus?

Ich gehöre zu der Truppe, die den Laden aufschließt. Außentermine sind eher die heiß geliebte Ausnahme und nicht die Regel. Die meiste Zeit verbringe ich am Rechner und checke E-Mails, währenddessen klicke ich zwischen 15 Tabs hin und her, die mein Firefox mehrfach täglich in die Knie zwingen. Ich suche nach den wichtigsten Neuigkeiten aus der Buchbranche oder setze Themen selbst – im geschwindigkeitsgetriebenen Onlinenachrichtenmarkt ist Tempo leider Gottes aber manchmal wichtiger als eine ausgedehnte Recherche, zum Glück gibt es viele Ausnahmen. Ich bewege mich den ganzen Tag zwischen Printwelt und Digitalien hin und her, bin ein typisches Zwitterwesen dieses prosperierenden Grenzlandes. Ich kümmere mich um unser Kreuzworträtsel und suche Kandidaten für unseren beliebten Fragebogen (!), telefoniere mit Buchhändlern, verarbeite Personalmeldungen, klemme eigentlich ständig am Telefon, lese mir die neuesten Kommentare auf boersenblatt.net durch – und freue mich, dass sie Trolle Ausnahme sind (auch wenn es sich an Tagen mit besonders hoher Trolldichte manchmal anders anfühlt), hänge mich an einen größeren Artikel für das nächste Heft und überlege mir, was ich für unser E-Paper an Multimedia-Inhalten anbieten und produzieren kann.

Wie hat sich Ihre Arbeit über die Zeit verändert?

Angefangen habe ich beim Börsenblatt vor drei Jahren als Volontär. Inzwischen bin ich Redakteur. Ich kann sagen: Es liegt immer mehr auf meinem (zu kleinen) Schreibtisch. Meine Arbeit ist durch unser E-Paper, durch Social Media und den von mir betreuten Youtube-Kanal immer digitaler geworden – das gefällt mir, weil es immer mehr journalistische Möglichkeiten gibt und ich kreativ werden kann. Es ist aber auch stressiger geworden, weil ich so viel auf einmal machen muss.

Was ist ein Problem bei Ihrer Arbeit, für das Sie eine Lösung suchen?

In diesem Jahr haben wir einen Nachwuchspreis für die Buchbranche ins Leben gerufen, gemeinsam mit dem Börsenverein und der Frankfurter Buchmesse. Der Preis heißt „Young Excellence Award“, ist gut dotiert und mit verdammt guten Juroren besetzt (darunter Hanser-Verleger Jo Lendle, den ich für seine Briefe an seinen Internetprovider vergöttere). Wirklich cool ist, dass man auch andere nominieren kann – zum Beispiel könnte jemand, sagen wir mal Leander Wattig, Torsten Woywood (Mayersche) oder Maxi Musterfrau vorschlagen. Viele trauen sich nach meiner Beobachtung aber erst nach einer persönlichen Ermunterung, Vorschläge zu machen, wohl aus Bescheidenheit. Das ist schade, weil der Pool an Bewerbern viel größer sein könnte und viele tolle Leute fehlen, vor allem aus dem Buchhandel oder von den Jungen Verlagsmenschen etc. Vielleicht schreckt auch der englische Titel ab, keine Ahnung. Ich hoffe, dass sich einige noch bis zum Bewerbungsschluss am 31. Juli 2014 einen Ruck geben – gesucht sind junge Macher, die etwas reißen, die etwas gut machen. Wir suchen keinen Steve Jobs.

Wer sollte Sie ggf. kontaktieren – welche Art von Kontakten wäre zurzeit hilfreich für Sie?

Kontaktieren sollte mich jeder, der fragen zum Young Excellence Award hat oder eine wichtige Meldung ins Börsenblatt unterbringen will oder gute Tipps für Kollegen bereit hält (spannende Buchhändleraktionen, Verlagsevents usw.)

Wo finden wir Sie im Internet?

Vielen Dank für Ihre Zeit!

Bildquelle: Kai Mühleck

Martin Schmitz-Kuhl: Ich bin Mitgesellschafter der Agentur Schwarzburg aus Frankfurt

1. Juli 2014

Die folgenden sechs Fragen unserer Interview-Reihe werden regelmäßig von den unterschiedlichsten Köpfen der Buchbranche beantwortet und die Interviews werden hier im Blog veröffentlicht. Dadurch entstehen Beiträge, die zum einen Aufmerksamkeit auf jene lenken, die “was mit Büchern machen”, und die zum anderen die Veränderungen und Herausforderungen in den verschiedenen Bereichen der Branche sichtbar werden lassen. Wenn Sie ebenfalls teilnehmen möchten, senden Sie Ihre Antworten und ein Bild von Ihnen bitte an Leander Wattig. Als Inspirationsquelle könnten Ihnen die bisherigen Interviews dienen. (Jedoch behalte ich mir vor, nicht alle Zusendungen zu veröffentlichen.)

Martin Schmitz-KuhlWer sind Sie und was machen Sie mit Büchern?

Ich bin Mitgesellschafter der kleinen, aber feinen Agentur Schwarzburg aus Frankfurt. Wir haben uns bei unserer Gründung den Slogan „Für bessere Medien“ gegeben. Das war natürlich etwas großspurig, aber durchaus ernst gemeint – denn schlechte und lieblose Medien gibt es genug. Seit einiger Zeit fokussieren wir uns auf die Buchbranche – zu unseren Kunden gehören zum Beispiel die Deutsche Nationalbibliothek oder auch der Campus-Verlag. Last but not least bin ich auch selbst (Kinderbuch-)Autor. So habe ich mit meiner Frau, der Illustratorin Anke Kuhl das Bilderbuch „Alle Kinder. Ein ABC der Schadenfreude“ (Klett Kinderbuch) gemacht und zurzeit probiere ich die neue Plattform Oetinger34 aus.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei Ihnen aus?

Das kommt darauf an, ob ich Kundenprojekte umsetze oder ob ich eigene Projekte mache. Für letztere nehmen wir uns nämlich immer wieder die Zeit, selbst wenn sie erst einmal nichts „einbringen“. Zwei Projekte will ich hier kurz nennen. Erstens: Das neue Online-Magazin www.bookster-frankfurt.de. Dort stellen wir wöchentlich einen Frankfurter Buchmenschen vor. Denn die Buchstadt Frankfurt lebt! Zweitens: Das Buch „Bookster. Gespräche über die Zukunft des Buches“ (Arbeitstitel). Es soll zur Leipziger Buchmesse 2015 erscheinen.

Wie hat sich Ihre Arbeit über die Zeit verändert?

Als Journalist und Magazinentwickler war ich eigentlich immer ein überzeugter „Printler“. Und nach wie vor geht mir nichts über ein gut gemachtes (Print-)Magazin. Aber die Zeit bleibt nicht stehen, und wenn man sich darauf einlässt, kann man den Vorzügen digitaler Medien natürlich auch etwas abgewinnen. Das oben genannte Online-Magazin ist der Versuch, unsere inhaltlichen und ästhetischen Ansprüche auf ein Digitalmedium zu übertragen.

Was ist ein Problem bei Ihrer Arbeit, für das Sie eine Lösung suchen?

Wie verändern Digitalisierung und Vernetzung die Magazine und die Magazinbranche? Das ist eine Frage, mit der wir uns seit Jahren – als „Betroffene“ – beschäftigen. Wie verändern Digitalisierung und Vernetzung die Bücher und die Buchbranche? Das ist eine Frage, mit der ich mich seit einiger Zeit journalistisch beschäftige. Hiezu führe ich gerade zahlreiche Gespräche mit diversen interessanten Menschen und Branchenkennern. Heraus kommen soll ein Buch, das nicht nur die Zukunft des Buches beschreibt, sondern sie auch an sich selbst demonstriert. Denn eines kann man sicher sagen: Das Buch wird weiter existieren, allerdings in einer Vielzahl von Erscheinungsformen, nicht nur zwischen zwei Buchdeckeln. Und genau so soll auch mein Buch erscheinen: Es wird ein E-Book geben, genauso wie ein BoD-Taschenbuch. Darüber hinaus soll man aber in einer Online-Version auch gezielt nur einzelne Artikel kaufen können. Social Reading wird eine Rolle spielen. Neue Plattformen wie Flipintu. Und es ist natürlich eine schön gestaltete Premium-Print-Ausgabe geplant.

Wer sollte Sie ggf. kontaktieren – welche Art von Kontakten wäre zurzeit hilfreich für Sie?

Wir suchen für unsere Seite www.bookster-frankfurt.de ständig interessante Menschen aus der Buchbranche, die wir vorstellen können. Sie müssen allerdings aus Frankfurt und Umgebung kommen. Und für mein Buchprojekt suche ich noch interessante Gesprächspartner, die etwas zum Thema „Zukunft des Buches und der Buchbranche“ zu sagen haben. Da man sich für beides eher nicht selbst vorschlägt, freue ich mich über Vorschläge Dritter.

Wo finden wir Sie im Internet?

Unsere Agentur findet man unter www.agentur-schwarzburg.de. Und mich findet man bei Facebook und XING. Oder per Mail an schmitz-kuhl@agentur-schwarzburg.de

Vielen Dank für Ihre Zeit!

Bildquelle: Martin Schmitz-Kuhl

Janice Jakait: Ich bin Reisende, Abenteurerin, Autorin

30. Juni 2014

Die folgenden sechs Fragen unserer Interview-Reihe werden regelmäßig von den unterschiedlichsten Köpfen der Buchbranche beantwortet und die Interviews werden hier im Blog veröffentlicht. Dadurch entstehen Beiträge, die zum einen Aufmerksamkeit auf jene lenken, die “was mit Büchern machen”, und die zum anderen die Veränderungen und Herausforderungen in den verschiedenen Bereichen der Branche sichtbar werden lassen. Wenn Sie ebenfalls teilnehmen möchten, senden Sie Ihre Antworten und ein Bild von Ihnen bitte an Leander Wattig. Als Inspirationsquelle könnten Ihnen die bisherigen Interviews dienen. (Jedoch behalte ich mir vor, nicht alle Zusendungen zu veröffentlichen.)

Janice JakaitWer sind Sie und was machen Sie mit Büchern?

Ich bin Janice Jakait, Reisende, Abenteurerin, Autorin. Nach der Überquerung des Atlantischen Ozeans in einem Ruderboot veröffentlichte ich mein erstes Buch „Tosende Stille“, das die Geschichte eines 90 Tage währenden Kampfes mit den Elementen und den eigenen Ansprüchen beschreibt. Getrieben von dem Wunsch „anzukommen“ – wieder an Land und endlich einmal in mir selbst. Das Schreiben war ein ganz eigenes Abenteuer, das Resultat und vor allem das Feedback machen mir nun so viel Freude, dass ich bereits an einem zweiten Buch arbeite. Und darüber hinaus plane ich bereits das nächste Abenteuer auf dem Meer. Einen inspirierenderen Ort zum Schreiben vermag ich mir einfach nicht vorzustellen.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei Ihnen aus?

Den typischen Arbeitstag gibt es bei mir nicht. Ich stehe auf, wenn ich wach bin – schreibe, wenn ich etwas zu schreiben habe und mich kreativ fühle. Im Zwang, kreativ sein zu müssen, möchte ich nicht arbeiten. Kreativität entsteht nicht im Müssen oder Wollen, sondern im Dürfen und Sein. Wenn ich Schreibblockaden habe, dann weiß ich, dass das, was ich meine schreiben zu müssen, nicht das ist, was ich wirklich schreiben will. Dann lasse ich es los, gehe wandern, meditieren, ins Café und BIN – ohne etwas anderes sein zu wollen. Dann schaue ich, was noch bei mir im Moment geblieben, was wirklich von Bedeutung ist und wirklich aufs Papier will. Dann lasse ich es fließen … aber kann man das dann „Arbeit“ nennen?

Wie hat sich Ihre Arbeit über die Zeit verändert?

Vor meiner Reise über den Ozean war ich ein Kontrollfreak – daran scheiterte jedes Buch, das ich schreiben wollte. Ich verlor mich so darin, jedes Detail des Inhaltes zu planen und zurechtzufeilen, dass im engen Rahmen dieses starren Korsetts kein Platz mehr blieb, um den Geist von Lust und Hingabe – von kreative Freiheit! – atmen zu können. Dem hohen Anspruch, perfekt sein zu müssen, wurde ich letztlich doch nie gerecht, da der Anspruch im Schreiben selbst durch die wachsenden Erfahrung nur immer größer wurde. Am Ende scheiterte ich immer – musste scheitern. Heute schreibe ich Bücher nicht mehr für mich, sondern für die Leser. Es sind ihre Ansprüche, die ich gern erfüllen möchte: gut unterhalten und inspiriert zu sein. Das hört sich profund an, aber die Dankbarkeit, im Schreiben anderen Menschen etwas geben zu dürfen, befreit vom unersättlichen Drang, soviel wie möglich für sich selbst aus einem verfassten Text ziehen zu müssen: Erfolg, Stolz, Anerkennung, Lobpreisung und „Gewinn“. Ich würde sagen, ich drehe mich nicht mehr nur noch um mich selbst, sondern versuche meine Leser mit Fantasie und Hingabe einzuspinnen, das hat sich verändert.

Was ist ein Problem bei Ihrer Arbeit, für das Sie eine Lösung suchen?

Hier muss ich passen. Ich habe keine Probleme mehr bei meiner Arbeit. Probleme sind nichts als Herausforderungen, die der eigene Kopf so umdeutet, dass er sich in ihnen möglichst lange aufreiben und intensiv austoben kann. Der Kopf will Kopf sein, nichts anderes – auch wenn er Glück und Zufriedenheit in Aussicht stellt, wo seine selbst erschaffenen Probleme nur gelöst würden. Der Kopf will Kopf sein, und ist es am meisten, wenn wir leiden. Ich will nicht mehr leiden. Nach 36 Jahren habe ich begriffen, dass sich am Ende eines Problems ganz sicher nur ein neues finden wird. Auswege aus einem Problem sind nur Umwege in andere Probleme. Glück und Zufriedenheit empfinde ich heute als etwas anderes, nämlich als Befreiung aus diesem Kreislauf, der nie aus dem Kopf heraus in die Freiheit und Leidenschaft führt. Also, Herausforderungen: ja! Je größer sie sind, umso mehr darf ich daran wachsen. Probleme: Nein! Unter ihrer Last wächst man nicht, sondern bricht nur zusammen.

Wer sollte Sie ggf. kontaktieren – welche Art von Kontakten wäre zurzeit hilfreich für Sie?

Ich freue mich im Moment sehr über die wunderbaren Rückmeldungen meiner Leser. Das ist so intensiv und inspirierend! Der Austausch allein ist Ansporn genug weiter zu schreiben. In diesem Sinne: Ich freue mich über jeden Kontakt, der beflügelt. Menschen, die ihr Herz öffnen, ehrlich und authentisch sind, „helfen“ mir dabei, in ihrem Spiegelbild genauso offen und authentisch sein zu dürfen. Für mich ist das eine doch recht neue Erfahrung … und ich möchte sie gern intensivieren. :-)

Wo finden wir Sie im Internet?

www.rowforsilence.com

Vielen Dank für Ihre Zeit!

Bildquelle: Janice Jakait

Anna Karina Birkenstock: Ich bin Kinderbuchautorin und Illustratorin sowie Verlegerin beim Tilda Marleen Verlag

12. Juni 2014

Die folgenden sechs Fragen unserer Interview-Reihe werden regelmäßig von den unterschiedlichsten Köpfen der Buchbranche beantwortet und die Interviews werden hier im Blog veröffentlicht. Dadurch entstehen Beiträge, die zum einen Aufmerksamkeit auf jene lenken, die “was mit Büchern machen”, und die zum anderen die Veränderungen und Herausforderungen in den verschiedenen Bereichen der Branche sichtbar werden lassen. Wenn Sie ebenfalls teilnehmen möchten, senden Sie Ihre Antworten und ein Bild von Ihnen bitte an Leander Wattig. Als Inspirationsquelle könnten Ihnen die bisherigen Interviews dienen. (Jedoch behalte ich mir vor, nicht alle Zusendungen zu veröffentlichen.)

Anna Karina BirkenstockWer sind Sie und was machen Sie mit Büchern?

Ich bin Anna Karina Birkenstock, Kinderbuchautorin und Illustratorin sowie Verlegerin beim Tilda Marleen Verlag für digitale Kinderbücher.

Nach dem Abitur habe ich erst eine Ausbildung zur Mediengestalterin für Bild und Ton gemacht im Bereich TV Design. Danach habe ich Medienkunst an der Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe studiert. Seit 2003 bin ich als freie Kinderbuchautorin und –illustratorin für mehrere deutsche Verlage tätig und habe bisher über 60 Bücher illustriert.

2011 habe ich mit meinem Mann Caspar Armster den Tilda Marleen Verlag gegründet. Als ich anfing, mich mit dem E-Book zu beschäftigen, machte mein ganzer Werdegang, der mir vorher wie eine Reihe von Umwegen vorkam, plötzlich Sinn. Da das E-Book eben mehr ist als ein Buch auf einem Tablet. Hier kann nun meine Erfahrung aus meinen drei Arbeitsbereichen – Screen-Design, Medienkunst und Illustration – endlich zusammenfließen.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei Ihnen aus?

Wenn ich an eigenen Projekten arbeite, bringt mich so schnell nichts von der Staffelei weg. Ich liebe es, noch ganz traditionell in Acryl zu arbeiten.

Für mich als berufstätige Mutter besteht der Tag oft aus Überraschungen und Unterbrechungen.

Ich versuche mir die Zeit zwischen eigenen Projekten, dem Verlag und der Familie gut einzuteilen. Meine Kinder sollen nachmittags nicht zu kurz kommen. Oft verlagert sich daher der restliche Arbeitstag bis tief in die Nacht.

Gerade für unseren Verlag ist es auch wichtig unterwegs zu sein, Netzwerken auf Messen, bei Fachveranstaltungen, bei Illustratoren- und Autorentreffen.

Wie hat sich Ihre Arbeit über die Zeit verändert?

Als Illustratorin und Autorin war ich bisher nur „Lieferant“ und auf meine eigene Arbeit und meine Arbeitgeber reduziert. Als Verlegerin sehe ich nun überall neue Ideen und kann daran mitwirken, die Vielfalt deutscher Illustrationskunst in die Öffentlichkeit zu bringen. Wir sehen uns nicht als traditionelle Verleger, sondern als Teil eines kreativen Netzwerkes. Aus dem, was jeder Kreative einbringt, kann etwas Größeres und Schöneres als die Summe aller Teile entstehen.

Netzwerke bieten guten Nährboden für unabhängige und außergewöhnliche Ideen. Die digitale Technik macht dabei vieles möglich, so kann ich einem Sprecher in Berlin via Skype Regieranweisungen geben und mit einer Autorin in LA gemeinsam ein Buch realisieren. Mir gefällt am Netzwerk, dass gleichwertige Partner als Team agieren.

Als Autorin habe ich in den letzten Jahren auch angefangen, mehr Lesungen und Workshops zu halten. Die Arbeit mit Kindern ist eine große Inspirationsquelle für mich. Es ist mir wichtig, die jungen Leser als Autorin, Illustratorin und auch als Verlegerin im Blick zu haben, sie ernst zu nehmen und auf Augenhöhe zu begegnen. Die Workshops zeigen mir, was diese Kinder bewegt, wie sie Geschichten selber erzählen.

Ich möchte Kinder dazu ermutigen, selber kreativ zu werden, etwas Eigenes zu schaffen und eigene Geschichten zu erzählen, statt nur zu konsumieren.

Was ist ein Problem bei Ihrer Arbeit, für das Sie eine Lösung suchen?

Die Vorbehalte gegenüber E-Books für Kinder seitens einiger Eltern und Pädagogen sind noch immer groß. Ein Großteil unserer Arbeit besteht aus Lobbyarbeit für das illustrierte E-Book an sich. Da gibt es viele Vorbehalte und Ängste, die oft ganz einfach aus der Unwissenheit über das Medium E-Book resultieren. Die meisten der bewertenden Instanzen – Presse, Stiftungen oder Institutionen, die Auszeichnungen vergeben – nehmen zwar oft schon Apps wahr, nicht aber das enhanced E-Book.

Ein weiteres Problem: Die großen Verkaufsplattformen funktionieren nach dem Bestseller-Prinzip. Wir wünschen uns digitale Kinderläden mit Anspruch und Auswahl.

Wer sollte Sie ggf. kontaktieren – welche Art von Kontakten wäre zurzeit hilfreich für Sie?

Wir freuen uns immer über neue Kontakte für unser kreatives Netzwerk: Autoren, Illustratoren, andere Kreative. Besonders hilfreich wären für uns sicher derzeit Multiplikatoren wie Pressemenschen und Blogger.

Wo finden wir Sie im Internet?

Vielen Dank für Ihre Zeit!

Bildquelle: Anna Karina Birkenstock