Die folgenden fünf Fragen werden regelmäßig von den unterschiedlichsten Köpfen der Buchbranche beantwortet und die Interviews werden hier im Blog veröffentlicht. Dadurch entstehen Beiträge, die zum einen Aufmerksamkeit auf jene lenken, die “was mit Büchern machen”, und die zum anderen die Veränderungen und Herausforderungen in den verschiedenen Bereichen der Branche sichtbar werden lassen. Wenn Sie ebenfalls teilnehmen möchten, senden Sie Ihre Antworten und ein Bild von Ihnen bitte an Leander Wattig. Als Inspirationsquelle könnten Ihnen die bisherigen Interviews dienen. (Jedoch behalte ich mir vor, nicht alle Zusendungen zu veröffentlichen.)

Wer sind Sie und was machen Sie mit Büchern?

Mein Name ist Friederike Heyne, ich bin Büchermacherin und GV in der Heyne Verlagsagentur sowie Herausgeber der FRIEDERIKE HEYNE EDITION. Die Heyne Verlagsagentur ist eine Full-Service-Agentur im Themenbereich Unternehmenskultur und Markenprofil. Wir entwickeln und realisieren Sachbücher, Bildbände, eBooks und Filmtrailer für Unternehmen und Fachautoren. In der FRIEDERIKE HEYNE EDITION gehen wir neue Kommunikationswege und ermöglichen Autoren die Chance sich zu etablieren, beachtet und gelesen zu werden. Wir bieten eine gezielte Buchvermarktung in allen relevanten Buchvertriebskanälen des digitalen sowie im stationären Buchhandel.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei Ihnen aus?

Mein ganz normaler Arbeitstag hat 12-14 Stunden und bei drohendem Terminengpässen oder Verzögerungen produzieren wir auch an den Wochenenden.

Wie hat sich Ihre Arbeit in den letzten Jahren bzw. in der letzten Zeit verändert?

Durch die immer schneller fortschreitende Digitalisierung und die vielfältigen und veränderten Vertriebsbedingungen im Buchmarkt habe ich die letzten Jahre enorme technische Erneuerungen erlernen und mir neues Know-how in Marketingstrategien aneignen müssen. Meine Durchhalte-Devise: learning by doing – immer den Blick auf dem Wesentlichen zu halten und positiv die Zeichen der Zeit zu erkennen. Die gebotenen Chancen und Möglichkeiten sinnvoll zu nutzen und an das wertvolle Buch weiterhin zu glauben.

Was ist ein typisches Problem bei Ihrer Arbeit, für das Sie eine Lösung suchen?

Den optimalen Vertriebsweg für jedes einzelne individuelle Kooperationsbuch zu finden. Crossmediale Vermarktungskonzepte zu perfektionieren und gleichgesinnte Wegbegleiter und Förderer zu generieren.

Wo finden wir Sie im Internet?

www.heyne-verlagsagentur.de

Bildquelle: Friederike Heyne
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Simone Dalbert

Simone Dalbert kann nicht ohne Bücher. Als Buchhändlerin bringt sie ihre Lieblinge täglich in Umlauf und steckt Kunden mit ihrer Begeisterung an. Hier gewährt sie uns nun Einblicke in die Welt des Buchhandels, die hinter den Kulissen die eine oder andere Kuriosität zu bieten hat.

Nach Murphys Gesetz geht etwas, wenn schon, dann so richtig schief. Das kennt wahrscheinlich jeder von uns nur zu gut. Auch die Buchhändler bleiben davon nicht verschont.

In 99 Prozent aller Fälle kommt das bestellte Buch wie gewünscht am nächsten Tag bei uns an. Ab und an kommt es vor, dass es kurzfristig nicht lieferbar ist oder sonst etwas bei der Auslieferung schief geht.

In 99 Prozent dieser Fälle kommt das Buch einen Tag später endlich bei uns an. Aber es gibt diesen winzigen Teil aller Bestellungen, bei denen man kaum glauben mag, dass all das mit nur einem Buch schief gehen kann.

Erster Versuch: Das Buch wird bestellt. Es ist kein besonderer Titel, der Großhändler führt ihn, alles sieht nach einer ganz normalen Bestellung aus. Das Buch trifft am nächsten Morgen in einer Bücher-Wanne zusammen mit anderen Büchern ein. Welches ist das einzige beschädigte Buch in der ganzen Wanne? Genau, dieses eine. Noch gar nicht tragisch, kann ja mal vorkommen.

Zweiter Versuch: Das Buch wird neu bestellt, die Kundin informiert, das Buch wird einen Tag später eintreffen. Am nächsten Morgen großes Staunen, das Buch sah gestern noch ganz anders aus! Der Aufkleber auf der Rückseite behauptet, es sei das gleiche Buch. Leider klebt er aber auf dem falschen Titel. Kann ja mal vorkommen, der Anruf bei der Kundin wird aber schon ein wenig peinlicher.

Dritter Versuch: Wieder wird bestellt. Am Tag darauf der große Schrecken, anscheinend hat sich das Buch über Nacht zum Bestseller entwickelt. Oder wir haben inzwischen das Lager des Großhändlers geleert. Auf jeden Fall ist das Buch kurzfristig nicht lieferbar. Die Kundin hat zum Glück Verständnis.

Vierter Versuch: Wir bestellen telefonisch bei einem anderen Großhändler. Damit ist sicher, dass es noch lieferbar ist. Leider ist aber Dezember, über Nacht schneite es, die Autobahnen sind dicht, der LKW, in dem unser Buch liegt, steckt fest.

Unglaublich? Aber wahr. Diese Geschichte hätte ich mir gar nicht ausdenken können, wir haben sie erlebt. Am Tag darauf konnte die Kundin das Buch endlich in Empfang nehmen. Murphy hatte es mal wieder bewiesen, wenn etwas schief geht, dann so richtig.

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Vollzeit Lehrstelle als Buchhändler-/in bei Schulthess Juristische Medien AG in Zürich 17-01-2012
Vollzeit Praktikant/in bei Schulthess Juristische Medien AG in Zürich 17-01-2012
Vollzeit Volontär/in in der Redaktion Lernen/Weiterbildung bei Compact Verlag GmbH in München 17-01-2012
Vollzeit Praktikum im Hörbuch- und E-Book-Verlag! bei BUCHFUNK Verlag in Leipzig 17-01-2012
Vollzeit Praktikum im Lektorat des Bloomsbury Verlags bei Bloomsbury Verlag GmbH, ortsunabhängig 17-01-2012
Vollzeit Praktikum im Kinderbuchverlag bei Tulipan Verlag GmbH in Berlin 16-01-2012
Vollzeit Volontariat Lektorat Geschenkbuch bei arsEdition GmbH in München 16-01-2012
Vollzeit Praktikant in der Presseabteilung bei Berlin Verlag / Bloomsbury Berlin in Berlin 13-01-2012
Vollzeit Social Media Marketing / Community Management bei LOVELYBOOKS bei aboutbooks GmbH in München 13-01-2012
Vollzeit Praktikum im Hörbuch- und E-Book-Verlag! bei BUCHFUNK Verlag in Leipzig 12-01-2012
Freie Mitarbeit Studentische Aushilfe für den Bereich Marketing, Presse und Vertrieb bei Bergverlag Rother GmbH in München 12-01-2012
Vollzeit Praktikum Book Production bei De Gruyter in Berlin 11-01-2012
Vollzeit Vollzeitpraktikum im Literaturhaus Hamburg bei Literaturhaus Hamburg in Hamburg 10-01-2012
Vollzeit Praktikant (m/w) Online-Marketing und Redaktion bei bilandia.de in München 09-01-2012
Vollzeit Vertriebsassistent/in Buchhandel bei Compact Verlag GmbH in München 09-01-2012
Freie Mitarbeit DaF-Dozenten gesucht! bei Knowledge Point GmbH in München 09-01-2012
Vollzeit Acquisition Manager/Lektor Hörbuch (m/w) bei Audible GmbH in Berlin 09-01-2012
Vollzeit Praktikum in der Presseabteilung bei JUMBO Neue Medien & Verlag GmbH in Hamburg 09-01-2012
Vollzeit Mitarbeiter(in) im Bereich Telefonvertrieb bei Schirner Verlag GmbH & Co.KG in Darmstadt 05-01-2012
Freie Mitarbeit BuchBlog Autor bei Buchhandlung Falk, ortsunabhängig 03-01-2012
Vollzeit Hersteller/in bei Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG in München 03-01-2012
Vollzeit Art Director (m/w) bei Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG in München 03-01-2012
Vollzeit Manager/in Marketing und PR bei Akademie Verlag in Berlin 03-01-2012
Vollzeit Praktikum in der Presseabteilung der J. Kamphausen Mediengruppe bei J. Kamphausen Verlag und Distribution in Bielefeld 03-01-2012
Vollzeit Praktikum Lektorat bei PersonalNOVEL e.K. in München 30-12-2011
Vollzeit Webshop Manager/in bei Tokyopop GmbH in Hamburg 30-12-2011
Vollzeit Sales Manager/in bei Tokyopop GmbH in Hamburg 30-12-2011
Vollzeit Praktikum Redaktion Comic bei Carlsen Verlag GmbH in Hamburg 28-12-2011
Teilzeit Buchhändler/in, Schwerpunkt Kinder- und Jugendbuch bei Buchhandlung Schmitz Junior in Essen 25-12-2011
Vollzeit Volontariat Lektorat Kinderbuch bei Nelson Verlag GmbH in Hamburg 22-12-2011
Vollzeit Volontariat Rechte und Lizenzen bei Carlsen Verlag GmbH in Hamburg 22-12-2011
Freie Mitarbeit Freier Mitarbeiter Adresspflege/Databasemanagement (m/w) bei Oldenbourg Verlag in München 21-12-2011

Über die Buchbranchen-Jobbörse

Die Buchbranchen-Jobbörse ist eine kostenlose Jobbörse von Leander Wattig für die gesamte Buchbranche. Auf dieser Seite können Unternehmen kostenlos und ohne Anmeldung oder Registrierung Job-Angebote eintragen. Bewerber können – so die jobsuchenden Unternehmen diese Möglichkeit eingeräumt haben – Ihre Bewerbung direkt über diese Plattform an die vom Unternehmen hinterlegte E-Mail-Adresse senden. Die Betreiber dieser Plattform kommen mit den persönlichen Daten der Bewerber nicht in Berührung. Der Datenaustausch erfolgt direkt zwischen den Unternehmen und den Bewerbern.

Nach dem Eintragen eines Jobs wird eine Bestätigung mit dem Inhalt des Job-Angebotes an die vom Unternehmen hinterlegte E-Mail-Adresse verschickt. In dieser E-Mail befindet sich auch ein Link, über den ein nachträgliches Bearbeiten des Eintrages möglich ist.

Die Job-Einträge können abonniert werden: per E-Mail und per RSS-Feed gesondert nach Kategorien sowie über Twitter, über Facebook und über Google+. Eine Recherche von Angeboten ist bspw. über das Suchfeld möglich. Zudem lassen sich Job-Angebote u.a. nach Städten und Unternehmen sortiert anzeigen.

Das Einstellen von Job-Angeboten wird auch langfristig kostenlos bleiben.

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Rebekka Kirsch hat sich in die Buchbranche verliebt. Auf dem Weg, ein Teil von ihr zu werden, stolpert sie als Studentin der Buchwissenschaft/Ökonomie über den ein oder anderen Stein, der dem Nachwuchs vor die Füße geworfen wird, – auch wenn sie versucht, ein paar Steine mit LooksIntoBooks aus dem Weg zu räumen. Sie erzählt uns hier nun regelmäßig Anekdoten aus dem Leben eines ambitionierten Nachwuchsmenschens.

Wer studiert, der benötigt Unterlagen. Entweder sind das die Powerpoint-Präsentationen, Manuskripte, Zusammenfassungen der Folien, Texte aus Lehrbüchern, Übungsaufgaben oder Bücher. Bücher zu kaufen ist eine der leichtesten Unternehmungen, wenn der Geldbeutel denn mitspielt. Aber auch die Möglichkeit, die Bücher in der Bibliothek zu schnappen und einmal durchzukopieren, während man ein Gefühl für monotone Arbeit bekommt, ist nicht gerade günstig.

Ich habe vorher an der WU in Wien studiert und musste für die ersten zwei Semester meine Unterlagen kaufen. Ich klickte mich online durch, druckte die Liste aus und marschierte in den nächsten Uni-Laden. Während ich dann abwechselnd Folienmanuskript, Übungsmanuskript und Buch auf meine Arme schaufelte, kam mir der Gedanke, dass es ja teuer sein könnte. An der Kasse hyperventilierte ich leicht, als ich sah, dass ich 219,- Euro für Unterlagen von 11 Klausuren ausgeben würde. Aber zusätzlich dazu hatte ich online noch bis zu 1.000 Probefragen pro Kurs, alte Klausuren und Folien. Ich war also bis unter die Zähne bewaffnet für die anstehenden Kurse und Klausuren. Und pleite.

Wenn man dann denkt „Ach, ich kopier da mal ‘n paar Seiten, das kommt mich günstiger“ dann hat man noch nicht die Stapel lebensnotwendig verkaufter Unterlagen gesehen. Mal 20 Seiten hier, dann 4 da, 17 da, 9 hier, die gesamten Folien zu jeweils viert auf eine Seite gequetscht und nochmal 25 Seiten davon. Und das für einen Kurs. Da man aber nicht nur einen Kurs pro Semester hat und manche Kurse auf sehr viel Text basieren, kann es gut sein, dass „ein paar Seiten ausdrucken“ eben mal kurz 50,- Euro kosten kann. Über das Semester verteilt kommen da noch ein paar Unterlagen dazu: die Folien – die noch nicht online waren – und Texte, die jeweils für die Session online gestellt werden. Ach, ich vergaß: Für die Hausarbeiten, die man schreibt, braucht man natürlich auch noch Materialien.

Man entwickelt sich als Student während des ersten Semesters schon zu einem „Copy-Shop-Dauergänger“, zu einem Druckfarbe-Schnüffler und Ausdruck-Einstellungs-Profi. Wenn man dann nicht im Chaos der Ausdrucke zu ertrinken droht. War jetzt „Mut zur Typografie“ bei „Lesen und Leser“ oder bei „Grundlagen der Typographie”? Und welcher „Saxer-Text“ gehört zu welchem Seminar um Gottes Willen? Da ist Talent in büroähnlicher Organisation gefragt, um nicht den Überblick zu verlieren.

Ich mache es immer ganz einfach: Ich drucke einfach nichts aus und warte bis kurz vor den Klausuren, wenn alle Folien online sind. Die fasse ich dann vom PC aus schriftlich zusammen und arbeite damit. Wenn ich Geld über habe, dann arbeite ich gerne mit echtem Papier, markiere Textstellen und suhle mich in den geordneten Unterlagen, die meine Ordner füllen. Aber weil mir auch noch die Zeit dazu fehlt, sitze ich da und starre mit rotunterlaufenen Augen in meinen PC. In meinem anderen Fach Ökonomie kauf ich mir die Bücher oder drucke die Folien aus – da basiert fast jede Vorlesung nämlich auf einer haupstächlichen literarischen Quelle wie Mankiw oder auf den Folien wie BWL.

Ich frag mich nur, was ich mit dem ganzen Papier anstellen soll, wenn ich fertig studiert habe. Anstatt wie Bücher oder echte Manuskripte, kann ich meine Ausdrucke nicht nach erfolgreicher Klausur wiederverkaufen. Ich hab mich also nicht nur arm kopiert, sondern auch noch einen essentiellen Beitrag zur sinnlosen Verschwendung von Papier geleistet. Da muss ja förmlich als Belohnung ein Job dabei herausspringen!

Bildquelle: Rebekka Kirsch
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Eine Information für alle unsere kostenlose Buchbranchen-Jobbörse nutzende Unternehmen, die dort ihre Job-Angebote veröffentlichen: Ihr könnt den Text formatieren, sodass es hübscher aussieht. Oft wird das noch übersehen. Folgende Optionen stehen zur Verfügung.

P.S.: Wir freuen uns über jede Stellenanzeige!

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Da sage noch einer, wir würden andere nicht inspirieren. Die WVGW hat für eine ihrer Fach-Publikationen zum Thema Gas- und Wasserwirtschaft unser “Ich mach was mit …” übernommen und angepasst, um Leute aus der Praxis vorzustellen. Das freut mich sehr. :)

(Offenlegung: Ich habe mit der WVGW bereits zusammen gearbeitet.)

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… immer mit Buch

von Leander Wattig am 4. Januar 2012

Mein Großvater war viele Jahrzehnte als (selbstständiger) Buchhändler tätig. Ich liebe die alten Werbeinstrumente, welche sie damals genutzt haben. Dieses Zettelchen war z.B. dafür gedacht, auf passende Postsendungen geklebt zu werden. Kommt auch heute noch gut an. :)

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Simone Dalbert

Simone Dalbert kann nicht ohne Bücher. Als Buchhändlerin bringt sie ihre Lieblinge täglich in Umlauf und steckt Kunden mit ihrer Begeisterung an. Hier gewährt sie uns nun Einblicke in die Welt des Buchhandels, die hinter den Kulissen die eine oder andere Kuriosität zu bieten hat.

Alle Jahre wieder folgt auf das wuselige Weihnachtsgeschäft die Inventur. Alles muss erfasst, jede Postkarte und jede Rolle Geschenkpapier gezählt werden. Die Bücher können wir zum Glück scannen, ich habe auch noch die alte Methode mit Rechenmaschine und Fotoapparat erlebt. Fragt nicht.

Schon Wochen vorher fange ich an, mir Listen zu schreiben. Mit all den Dingen, die nicht gescannt, sondern von Hand gezählt und erfasst werden müssen. Damit auch ja keines vergessen wird. Das fängt bei den Kleinigkeiten wie den Postkarten im Lager an. Zu Weihnachten kauft natürlich niemand Sommerkarten, die liegen wohl verwahrt im Schrank. Da liegen sie gut, und werden gerne mal ignoriert.

Und es endet meist mit den Dingen, die man das ganze Jahr vor Augen hat und deshalb gar nicht mehr bewusst wahrnimmt. Wie zum Beispiel dem lebensgroßen Skelett, das der Jahreszeit entsprechend gekleidet herum steht und eher als Kollege, denn als Inventar, angesehen wird. Es heißt übrigens Ferdinand und trägt zur Inventurzeit meistens noch seine Nikolausmütze.

Ist dann alles gezählt, beginnt der große Scannerspaß. Ein Laptop wird mit einem Scanner und einem kilometerlangen Verlängerungskabel ausgestattet, über das jedes Jahr mindestens ein Kollege stolpert. Bisher zum Glück ohne größere Schäden an Personal oder technischer Ausstattung. Mit dem drehen wir dann die Runde im Laden. Dem Laptop, nicht dem Kollegen.

Das Inventurprogramm startet zuverlässig nicht so wie es soll. Kein Jahr, in dem ich nicht den „Es tut mir leid, aber klappt nicht!“ Anruf tätigen muss. Das Mistding denkt sich aber auch immer wieder etwas anderes aus, weshalb es nicht geht. Die Inventurverzögerung wird inzwischen schon eingeplant.

Läuft dann endlich alles, erarbeiten wir uns den Muskelkater des Jahres. Jedes Buch muss so weit aus dem Regal gezogen werden, dass der Barcode scannbar ist. Liebe Verlage, wenn ihr das hier lest, tut uns einen Gefallen und druckt den Code so nahe wie möglich am Buchrücken. Spätestens beim sechsten Regalbrett verflucht man jeden Verlag, der es genau anders herum handhabt. Ich nenne hier keine Namen.

Computer machen ja grundsätzlich nicht, was sie sollen. Mitten im Regalbrett hängen bleiben ist so eine Sache. Welches Buch hat er als letztes erfasst? Gute Frage. Manchmal ist es aber auch gar nicht seine Schuld. Vor zwei Jahren habe ich mir selbst den GAU beschert und beim Übertragen der Daten falsch geklickt. Sie waren weg. Alle.

Der Chef nahm es zum Glück mit Humor, ich habe mich selbst auch zur Genüge verflucht. Als ich die zweite Inventur in einem Jahr machen durfte.

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Stefan Krücken, Jahrgang 1975, leitet mit seiner Frau Julia den von ihnen gegründeten Ankerherz Verlag (Fb). In seiner Kolumne “Unser kleiner Verlag” gibt er uns hier nun jeden zweiten Donnerstag Einblicke hinter die Verlagskulissen.

Im Leben jedes Menschen, egal ob Astronaut, Frittenbudenbetreiber oder Ölmagnat, stellt sich irgendwann die Frage: Warum mache ich das eigentlich? Es gibt Berufe, in denen stellt sich die Sinnfrage gewiss häufiger, aber wir wollen hier nicht über Aktienhändler sprechen. In solchen Momenten erinnere ich mich an die schönen Dinge, an den wahren Grund, an den Kern dessen, warum wir Bücher publizieren. An das Gefühl, wenn der Laster auf dem Weg zur Auslieferung in Göttingen eine Palette in unserem Alten Tanzsaal ablädt, an eine Lesung, wenn Zuhörer gerührt sind, an den Stolz, wenn ein Werk ausverkauft ist. In 2011 gab es viele solcher Augenblicke, in denen nichts schöner ist, als Verleger zu sein, und der besonderste Moment hatte etwas mit der Frankfurter Buchmesse und unserem Buch „Godafoss“ zu tun.

In „Godafoss“ geht es um den Untergang des kleinen isländischen Frachters, der im November 1944 von einem deutschen U-Boot versenkt wurde, zwei Stunden vor dem Heimathafen; tragischerweise hatte sich der Kapitän entschieden, entgegen aller Anweisungen zu stoppen und englische Schiffbrüchige zu retten, deshalb war das Schiff ins Visier des U-Boots geraten. Dem isländischen Reporter Ottar Sveinsson war es gelungen, fast alle Überlebenden der Katastophe aufzusuchen und ihre Geschichten zu notieren, und ich hatte den Funker von U-300 entdeckt und interviewt. Die Arbeit am Manuskript zog sich über Monate; Ottar und ich trafen uns mehrfach in Reykjavik und in Hamburg, wir wurden Freunde. Dank Halldór Guðmundsson und Thomas Böhme, den sagenhaften Köpfen von „Sagenhaftes Island“, dem Gastland der Buchmesse, wurde ein Ereignis möglich, das keiner von uns vergessen wird: Wir brachten Sigurdur Guðmundsson, einst Matrose der „Godafoss“, einst 18 Jahre alt, und Horst Koske, damals Funker, damals neunzehn Jahre alt, erstmals zusammen.

Alle waren aufgewühlt vor dem Treffen, sehr nervös, wir überlegten, dass ein Arzt anwesend sein sollte, falls es für die alten Herren zuviel würde; je näher wir im Auto Richtung Frankfurt kamen, desto mehr war zu spüren, welche Bedeutung dieser Tag hatte. Horst Koske, 86, erzählte, dass er bis vor kurzem Alpträume durchlitt, in jeder Nacht einen Sandberg hinauflief, um darin zu ertrinken. Dann kam die große Stunde, Messehalle, isländischer Pavillon, mehrere hundert Zuhörer, es war soweit. Islands Außenminister hielt die Eröffnungsansprache, der Schauspieler Joachim Król las bewegend und wunderbar, und dann rief der Moderator die Namen der Überlebenden. Horst Koske, der gehbehindert ist, stand unsicher auf. Sigurdur Gudmundsson eilte auf ihn zu, er rief: „I don´t hate you, I love you“, dann nahmen sie sich in den Arm und die Tränen liefen, Erleichterung und Rührung, bei den alten Männern und bei allen, die diesem Moment beiwohnen durften.

Als wir Abends in einem Restaurant zusammen aßen, brummte Ottars Handy ununterbrochen. Die Begegnung war Hauptmeldung in allen Nachrichtensendungen, denn der Untergang der „Godafoss“, der 42 Menschen das Leben kostete, ist bis heute ein nationales Trauma für das kleine Land; „Spiegel online“ brachte einen feinen Beitrag, Zeitungen in England und auch der „Corriere della Serra“ berichtete. Am nächsten Morgen durften wir Islands Präsident Ólafur Ragnar Grímsson besuchen, der jedes Detail unseres Buchs bereits zu kennen schien. Das Schönste aber war, den alten Herren zuzusehen, wie sie darin blätterten, wie sie ohne Groll Fotos ansahen, sich von ihrem Leben erzählten, von den Kindern und Enkeln. Als seien sie alte Freunde, als würden sie sich schon immer kennen. Alles machte soviel Sinn an diesem Abend.

Im Frühjahr werden wir nach Island reisen, mit Horst Koske und seinem Sohn. Islands Präsident hat uns eingeladen. Wir werden die Stelle besuchen, vor einem Leuchtturm, an der die „Godafoss“ vermutlich auf dem Meeresboden liegt. Mit unseren isländischen Freunden wollen wir der Opfer der „Godafoss“ gedenken, und es gibt Überlegungen, das Friedenslicht von Reykjavik einzuschalten, eine Lichtinstallation von Yoko Ono, die sonst nur nach dem Geburstag von John Lennon in die Nacht über Island strahlt. Wir freuen uns darauf. Wieder so ein Moment.

Von links nach rechts: Stefan Kruecken (Ankerherz Verlag), Sigurdur Gudmundsson, Horst Koske, Ottar Sveinsson (Reporter Island)

Im Hafen von Reykjavik

Bildquelle: Stefan Krücken
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Vollzeit Praktikum (m/w) im Bereich Lizenzen / Film- und Hörbuchrechte bei Verlagsgruppe Random House GmbH in München 20-12-2011
Teilzeit Studentische Aushilfe bei Piper Verlag in München 20-12-2011
Vollzeit Volontariat (m/w) im Bereich Vertrieb / Produktmanagement bei Verlagsgruppe Random House GmbH in München 20-12-2011
Vollzeit Praktikum (m/w) im Lektorat Heyne Sachbuch bei Verlagsgruppe Random House GmbH in München 20-12-2011
Teilzeit Praktikant/in in den Bereichen Verlagswesen/Pressearbeit/Veranstaltungsorganisation bei Osburg Verlag / Schwindkommunikation in Berlin 20-12-2011
Teilzeit Teilzeitpraktikum im Literaturhaus mit den Schwerpunkt Social Media bei Literaturhaus Hamburg in Hamburg 19-12-2011
Freie Mitarbeit VERLAGSVERTRETER/INNEN bei hoerbuchedition words and music, ortsunabhängig 17-12-2011
Freie Mitarbeit Freier Mitarbeiter Adresspflege/Databasemanagement (m/w) bei Akademie Verlag in Berlin 16-12-2011
Teilzeit Buchhändler (m/w) bei Schöningh Buchhandlungen in Bad Kissingen 16-12-2011
Vollzeit Buchhändler (m/w) bei Schöningh Buchhandlungen in Bad Kissingen 16-12-2011
Freie Mitarbeit Global Book Markets – Join our team bei Rüdiger Wischenbart Content and Consulting, ortsunabhängig 16-12-2011
Vollzeit Volontariat Presse- und Öffentlichkeitsarbeit bei Hörbuch Hamburg Verlag in Hamburg 16-12-2011
Vollzeit Praktikum (m/w) im Lektorat Heyne Sachbuch bei Verlagsgruppe Random House GmbH in München 14-12-2011
Teilzeit Studentische Aushilfe bei Oldenbourg Verlag in München 13-12-2011
Teilzeit Studentische Aushilfen bei Oldenbourg Verlag in München 13-12-2011
Vollzeit VOLONTÄR/IN VERLAGSSERVICES bei Travel House Media in München 13-12-2011
Vollzeit Lektorats-Assistenz bei Oldenbourg Verlag in München 13-12-2011
Vollzeit Handelsmarketing-Spezialist/in Buchhandel bei Haufe-Lexware Services GmbH & Co.KG in München 12-12-2011
Vollzeit Volontariat in der Pressestelle eines Berliner Verlages bei Schwarzkopf & Schwarzkopf Verlag in Berlin 12-12-2011
Teilzeit Mitarbeit im Vertrieb bei IMAGINE Verlag in Feldafing / ortsunabhänig 12-12-2011
Freie Mitarbeit DaF – Dozenten gesucht! bei Knowledge Point GmbH in München 12-12-2011
Vollzeit Volontär Vertrieb/Marketing (m/w) bei Droste Verlag GmbH in Düsseldorf 12-12-2011
Vollzeit Praktikum (m/w) im Bereich Controlling ab Juni/Juli 2012 bei Verlagsgruppe Random House GmbH in München 09-12-2011
Freie Mitarbeit Web-Texter (rechtschreibsicher) bei Stadt Augsburg – Amt für Medien und Kommunikation in Augsburg 09-12-2011
Vollzeit Praktikanten für das Lektorat bei Schwarzkopf & Schwarzkopf Verlag GmbH in Berlin 09-12-2011
Vollzeit Praktikum Online-Marketing bei Cornelsen Schulverlage in Berlin 09-12-2011
Vollzeit Praktikum (m/w) im Bereich Inlandslizenzen bei Verlagsgruppe Random House GmbH in München 08-12-2011
Teilzeit Praktikum bei IMAGINE Verlag in Feldafing 08-12-2011
Vollzeit Praktikum (m/w) im Bereich Presse / Autorenveranstaltungen bei Verlagsgruppe Random House GmbH in München 08-12-2011
Vollzeit Gruppenleiter(in) Kundenservice bei LIBRI GmbH in Hamburg 08-12-2011
Freie Mitarbeit Web-Designer bei Stadt Augsburg – Amt für Medien und Kommunikation in Augsburg 08-12-2011
Vollzeit Praktikum in der LWL-Literaturkommission für Westfalen bei LWL-Literaturkommission für Westfalen in Münster 08-12-2011
Vollzeit Datenbank-Administrator / Entwickler (m/w) bei Deutscher Apotheker Verlag, R. Schmiedel GmbH & Co in Stuttgart 07-12-2011
Vollzeit Redaktionspraktikum im Reisemagazin-Verlag bei SD Media Services in Berlin 06-12-2011

Über die Buchbranchen-Jobbörse

Die Buchbranchen-Jobbörse ist eine kostenlose Jobbörse von Leander Wattig für die gesamte Buchbranche. Auf dieser Seite können Unternehmen kostenlos und ohne Anmeldung oder Registrierung Job-Angebote eintragen. Bewerber können – so die jobsuchenden Unternehmen diese Möglichkeit eingeräumt haben – Ihre Bewerbung direkt über diese Plattform an die vom Unternehmen hinterlegte E-Mail-Adresse senden. Die Betreiber dieser Plattform kommen mit den persönlichen Daten der Bewerber nicht in Berührung. Der Datenaustausch erfolgt direkt zwischen den Unternehmen und den Bewerbern.

Nach dem Eintragen eines Jobs wird eine Bestätigung mit dem Inhalt des Job-Angebotes an die vom Unternehmen hinterlegte E-Mail-Adresse verschickt. In dieser E-Mail befindet sich auch ein Link, über den ein nachträgliches Bearbeiten des Eintrages möglich ist.

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