Die Initiative von Leander Wattig für eine stärkere Vernetzung der Buchbranche. Seit 2009.

Tilman Winterling: Sichtbarkeit ist ohne Partizipation nicht zu erreichen

21. August 2014

Die folgenden sechs Fragen unserer Interview-Reihe werden regelmäßig von den unterschiedlichsten Köpfen der Buchbranche beantwortet und die Interviews werden hier im Blog veröffentlicht. Dadurch entstehen Beiträge, die zum einen Aufmerksamkeit auf jene lenken, die “was mit Büchern machen”, und die zum anderen die Veränderungen und Herausforderungen in den verschiedenen Bereichen der Branche sichtbar werden lassen. Wenn Sie ebenfalls teilnehmen möchten, senden Sie Ihre Antworten und ein Bild von Ihnen bitte an Leander Wattig. Als Inspirationsquelle könnten Ihnen die bisherigen Interviews dienen. (Jedoch behalte ich mir vor, nicht alle Zusendungen zu veröffentlichen.)

Tilman WinterlingWer sind Sie und was machen Sie mit Büchern?

Mein Name ist Tilman Winterling und hauptberuflich bin ich Jurist im Referendariat. Obwohl das juristische Arbeiten bereits stark lektürelastig ist, habe ich mir auch in meiner Freizeit die Passion fürs Lesen erhalten. Seit Ende 2012 schreibe ich zu den besonders erwähnenswerten gelesenen Büchern Rezensionen auf meinem Blog 54books. Die Besprechungen behandeln vornehmlich Klassiker und anspruchsvolle moderne Literatur, aber auch kleinere Debattenbeiträge zur Zukunft des Buchs, digitalen Versionen von Zeitungen oder darüber wie Literaturbloggern vom klassischen Feuilleton wahrgenommen werden.

Dazu gibt es jeden Sonntag ausgewählte Gedichte oder Balladen in der Kategorie „Sonntags: Lyrik!“. Seit kurzem läuft meine neue Interviewreihe „Wie liest Du?“, in der Kritiker, Autoren und Verlagsmitarbeiter, Blogger, Vielleser und Buchhändler ihre Art des Lesens vorstellen.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei Ihnen aus?

Der typische Arbeitsalltag ist von der Rechtspflege geprägt, im Moment am Landgericht in Stade. Dies ist vornehmlich Arbeit an Akten, aber auch das Hospitieren in Verhandlungen und die Ausbildung in Arbeitsgemeinschaften. Dies kommt über Umwege aber auch meiner Arbeit als Blogger entgegen. Das Pendeln von Hamburg nach Stade bedeutet ausreichend Zeit im Zug für Lektüre und so können an Reisetagen fast anderthalb Stunden netto Lesezeit zusammenkommen. Meist notiere ich schon während der Lektüre einzelne Stellen oder Gedanken, die ich später für die Rezensionen verwenden möchte. Die Zeiten im Zug lassen sich auch hervorragend für die Pflege von Kontakten in den sozialen Medien nutzen. Die Abendstunden gehören dann meist allein Lektüre und schriftlicher Verarbeitung.

Wie hat sich Ihre Arbeit über die Zeit verändert?

Zu Beginn habe ich nur meine Besprechungen geschrieben und online gestellt. Doch bereits nach kurzer Zeit habe ich bemerkt, dass eine Sichtbarkeit ohne Partizipation nicht zu erreichen ist. Also habe ich begonnen mich mit anderen Blogs zu vernetzen und zu twittern. Nach längerem Überlegen habe ich auch eine Facebook Seite eingerichtet, die jedoch nochmal anders als ein Blog gepflegt werden will. Besonders der Austausch mit Bloggern, Treffen auf Buchmessen oder auch bei #PubnPub in Hamburg ist mit der Zeit sehr viel intensiver geworden und bringt viele Synergien, aber auch neue Freunde.

Was ist ein Problem bei Ihrer Arbeit, für das Sie eine Lösung suchen?

Es gibt zwei Problemkreise, die mich umtreiben und meine Arbeit berühren. Erstens die Frage nach der Zielgruppe für Klassikerbesprechungen. Denn auch wenn es viele Buch- und Literaturblogs gibt, beschäftigen sich diese zumeist primär mit Unterhaltungsliteratur. Meine Zielgruppe ist zumeist noch auf das klassische Feuilleton fokussiert und nimmt Besprechungen im Internet nicht wahr und/oder ernst. Dies berührt den zweiten Problemkreis, nämlich dem streckenweise schlechten Ruf von Bloggern dahingehend, dass diese nur Schreiben, um kostenlos an Bücher zu gelangen und sich dadurch ihre Meinung diktieren lassen oder generell schlechte Arbeit leisten. Doch gerade im Bereich von moderner und auch anspruchsvollerer Literatur gibt es Blogs, auf denen herausragende, unabhängige Arbeit geleistet wird. Warum diese stellenweise nur innerhalb der Blogospähre wahrgenommen und gewürdigt wird, man stattdessen eher bei Amazon anonymen Rezensenten glaubt, als solchen, die mit ihrer Person und nachvollziehbaren Leseerfahrung für ihre Meinung eintreten, bleibt mir schleierhaft.

Wer sollte Sie ggf. kontaktieren – welche Art von Kontakten wäre zurzeit hilfreich für Sie?

Ich freue mich immer wieder sehr über den offenen Kontakt, den ich mit Verlagen führe. In diesen hat man seit Längerem das Werbepotenzial von Bloggern entdeckt. Dass man mir dagegen für ein Rezensionsexemplar eine positive Besprechung in die Feder diktiert hätte, ist mir dagegen noch nie passiert. Im Gegenteil selbst bei Verrissen reagieren die meisten freundlich und bedanken sich für die ehrliche Meinung. Ich freue mich auch immer über andere Blogger mit ähnlichem Literaturfokus. Darüber hinaus suche ich momentan Leute aus der Branche für meine Interviewreihe „Wie liest Du“. Selbstverständlich sind alle neuen Leser und andere Interessierte jederzeit gern gesehen.

Wo finden wir Sie im Internet?

Man findet den Blog unter www.54books.de Aber auch auf Twitter und Facebook. Für persönlichen Kontakt stehe ich gerne unter post@54books.de zur Verfügung.

Vielen Dank für Ihre Zeit!

Bildquelle: Tilman Winterling

Kathrin Bolte: Mütter können auch von zu Hause aus arbeiten und dabei Karriere machen

18. August 2014

Die folgenden sechs Fragen unserer Interview-Reihe werden regelmäßig von den unterschiedlichsten Köpfen der Buchbranche beantwortet und die Interviews werden hier im Blog veröffentlicht. Dadurch entstehen Beiträge, die zum einen Aufmerksamkeit auf jene lenken, die “was mit Büchern machen”, und die zum anderen die Veränderungen und Herausforderungen in den verschiedenen Bereichen der Branche sichtbar werden lassen. Wenn Sie ebenfalls teilnehmen möchten, senden Sie Ihre Antworten und ein Bild von Ihnen bitte an Leander Wattig. Als Inspirationsquelle könnten Ihnen die bisherigen Interviews dienen. (Jedoch behalte ich mir vor, nicht alle Zusendungen zu veröffentlichen.)

Kathrin Bolte

Wer sind Sie und was machen Sie mit Büchern?

Ich bin Kathrin Bolte aus Peine in Niedersachsen und betreibe das Blog BOLTEbloggt.de – hier geht es in erster Linie um Bücher, aber auch um das was in der Buchbranche los ist und was in meinem Leben so aufregendes oder weniger aufregendes geschieht.

Das Blog war der erste Schritt sagen zu können: „Ich mach jetzt auch was mit Büchern“. Dadurch wurde nämlich unsere Tageszeitung auf mich aufmerksam und ich wurde freier Mitarbeiter und das wiederum brachte mich mit der Bestsellerautorin Kathrin Lange aus Hildesheim zusammen. Sie stellte weitere Kontakte her, sodass ich heute Pressesprecherin und Marketingfrau der Verlage Dryas, Goldfinch und der Edition Reiseratte bin. Zudem mache ich das Marketing für die Romanmentoren, für diverse Autoren, schreibe gerade selbst ein Buch (könnten auch zwei werden) und ich veranstalte die literaTOUR-peine.de – eine Reihe von Autorenlesungen der besonderen Art.

Wenn ich dann mal nicht am PC sitze, streife ich durch die Buchhandlungen dieser Welt, begeistere mich für die NASCAR Sprint Cups (Daytona 500 – i love it), sitze hin und wieder im Fußballstadion (Hannover 96 natürlich) oder führe stundenlange Diskussionen mit meiner elfjährigen Tochter über den Sinn der Schule, des Zähneputzens oder des Lebens im Besonderen und Allgemeinen.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei Ihnen aus?

Einen typischen Arbeitstag gibt es bei mir nicht. Aufgrund der vielseitigen Tätigkeiten weiß ich oftmals erst am Morgen beim Lesen der Mails, wohin mich mein Tag führen wird. Aufgestanden wird um 6 Uhr. Halbe Stunde Yoga machen, um von dem herunterzukommen, was mich noch gar nicht raufgebracht hat. Kaffee trinken, 148 Mail checken, Welt retten – ganz im Sinne von Tim Benzko.

Meist sitze ich bis zum späten Nachmittag am Schreibtisch oder verlege mein Office in den Garten, da ich den Luxus genieße von Zuhause arbeiten zu dürfen. Den Montag habe ich mir seit kurzem als reinen Schreibtag ausgeschaut. An diesem schreibe ich Rezensionen, meine eigenen Ideen auf oder ich setze mich zum xten Mal an mein Buch.

Wie hat sich Ihre Arbeit über die Zeit verändert?

Was als absoluter Spaß an der Freud begann, wurde ernst und ich kann damit SEHR gut leben. Meinen Tag hat die Arbeit mit Büchern bereichert. Da ich nun einen echten Blick hinter die Kulissen werfen darf, ist jeder Arbeitstag absolut spannend. Die Arbeit zeigt mir alle Schritte der Entstehung von richtig guten Büchern. Bei den Romanmentoren lerne ich gemeinsam mit den Seminarteilnehmern wie aus einer Idee ein Buch entsteht. Beim Verlag lerne ich wie ein Buch in eine druckbare Form gebracht wird, wie es gedruckt und schlussendlich vermarktet wird. Wenn es dann den Lesern auch noch gefällt, dann ist das wie einen Oscar für seine Arbeit bekommen. An dem Spruch „Man lernt nie aus“ ist wahrlich was dran und das hält den Geist fit.

Verändert hat sich mein Alltag insofern, dass ich endlich einen Job habe, der mich wachsen lässt und der unheimlich viel Spaß macht. Er macht mich glücklich, ausgeglichen und zufrieden und das färbt auch auf die Familie ab. Das kann nicht jeder von sich behaupten.

Was ist ein Problem bei Ihrer Arbeit, für das Sie eine Lösung suchen?

Mein Problem war immer die Zeit. Seit Jahren bin ich selbständig – also selbst und ständig. Als Alleinerziehende einer Elfjährigen ein Drahtseilakt. Familie und Karriere. Das alte Thema. Meine jetzige Arbeit, bei freier Zeiteinteilung – und trotzdem bin ich für meine Kunden immer greifbar – lässt mir viel Raum mich dann um mein Kind zu kümmern, wenn es mich wirklich braucht. Es gibt bei uns beispielsweise jeden Tag ein frisch zubereitetes Mittagessen. Parallel dazu ein nettes Gespräch über Schule und Probleme, danach eine Kuschelrunde und dann geht jeder an seinen Schreibtisch. Jeden Freitag gehen meine Tochter und ich irgendwo zum Lunch.

Der feste Glaube daran, dass sich die Zeiten ändern, Mütter auch von zu Hause aus arbeiten und dabei Karriere machen können, hat mir geholfen durchzuhalten. Das Ergebnis habe ich in der dritten Frage beschrieben.

Es sollte mehr Unternehmen geben, die das ermöglichen. Ich bin sicher, dass ich mit meiner freien Zeiteinteilung und meinem entspannten Arbeiten effektiver für die Unternehmen bin, für die ich arbeite, als wenn ich jeden Tag einen nine-to-five-Job machen müsste. Die technischen Voraussetzungen sind da. Nur in den Köpfen fehlt noch ein Mausklick.

Wer sollte Sie ggf. kontaktieren – welche Art von Kontakten wäre zurzeit hilfreich für Sie?

Tolle Frage: jeder darf mich kontaktieren! Autoren sind herzlich willkommen. Gern übernehme ich das Marketing für sie oder gebe in einer kleinen, individuellen Schulung mein Wissen zu Marketing, Social Media Marketing und Werbung für Bücher weiter.

Immer wieder gerne nehme ich aber auch Kontakt zu Lesern auf. Buchverliebte sind bei mir genau richtig. Ich liebe es mich auszutauschen (ist wohl so´n Frauending).

Vernetzen ist das Stichwort in der Welt des Web 2.0 und ich persönlich konnte dadurch sehr viele Erfolge verzeichnen.

Wo finden wir Sie im Internet?

Hauptsächlich liest man über mich oder besser von mir auf www.BOLTEbloggt.de. Die Domain www.kathrin-bolte.de ist auch gefüllt mit ganz vielen Infos über meine Arbeit. Dann findet man mich noch unter www.literaTOUR-peine.de – das sind die Autorenlesungen der besonderen Art. Derzeit noch im Aufbau befindet sich www.PEINEbloggt.de doch das soll im Herbst 2014 ebenfalls mit Leben gefüllt werden. Ich habe eine Fanpage auf Facebook und wer bei Google „Kathrin Bolte“ eingibt, der erfährt auch den Rest von mir.

Danke, das hat echt Spaß gemacht! Bin dann mal lesen :-)

Vielen Dank für Ihre Zeit!

Bildquelle: Kathrin Bolte

Dr. Tobias Witte: Leider wissen noch viel zu wenige Personen das Medium Comic zu schätzen

11. August 2014

Die folgenden sechs Fragen unserer Interview-Reihe werden regelmäßig von den unterschiedlichsten Köpfen der Buchbranche beantwortet und die Interviews werden hier im Blog veröffentlicht. Dadurch entstehen Beiträge, die zum einen Aufmerksamkeit auf jene lenken, die “was mit Büchern machen”, und die zum anderen die Veränderungen und Herausforderungen in den verschiedenen Bereichen der Branche sichtbar werden lassen. Wenn Sie ebenfalls teilnehmen möchten, senden Sie Ihre Antworten und ein Bild von Ihnen bitte an Leander Wattig. Als Inspirationsquelle könnten Ihnen die bisherigen Interviews dienen. (Jedoch behalte ich mir vor, nicht alle Zusendungen zu veröffentlichen.)

Dr. Tobias Witte

Wer sind Sie und was machen Sie mit Büchern?

Mein Name ist Dr. Tobias Witte und ich betreibe den Literaturblog www.texteundbilder.com. Begonnen habe ich damit Ende 2012. Auf dem Blog bespreche ich Themen aus meinen literarischen Leidenschaften: d.h. aus klassischer und graphischer Literatur. Mir geht es um Prosa genauso wie um Comics oder so genannte Graphic Novels. Texte und Bilder, wie der Name schon sagt, sind zwei Welten, die mich faszinieren. Das Beste aus beiden Welten auszuloten, ist Ziel meiner Arbeit.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei Ihnen aus?

Arbeitstag klingt nach sehr viel. Der Blog ist ein Hobby, für das ich leider noch viel zu wenig Zeit aufbringe. Zumeist setze ich mich sonntagsmorgens hin und klappere die Ideen für eine Rezension ab, die mir in der vergangenen Woche gekommen sind. Das Schreiben von Rezensionen steht also im Mittelpunkt meiner Blogarbeit.

Wie hat sich Ihre Arbeit über die Zeit verändert?

Früher habe ich mich stärker um das Kernthema von www.texteundbilder.com gekümmert, also um Rezensionen von sprachlichen und grafischen Adaptionen desselben literarischen Stoffes. Dieses Kernthema habe ich in der letzten Zeit vernachlässigt und stattdessen auch andere Projekte angeschoben: So habe ich mich durch Joyces “Ulysses” gekämpft und andere dazu animiert oder, gemeinsam mit www.buchguerilla.de, eine Leserunde zu “Literatur und Recht” gestartet. Nun möchte ich mich wieder stärker auf die Verbindung von Prosa und Comic konzentrieren.

Was ist ein Problem bei Ihrer Arbeit, für das Sie eine Lösung suchen?

Das Problem ist, dass leider noch viel zu wenige Personen das Medium Comic zu schätzen wissen. Es gibt eine Art unsichtbare Grenze zwischen dem klassischen Buch und dem Comic, und das finde ich unglaublich schade. Comics, oder neudeutsch so genannte Graphic Novels, bergen ein fantastisches Potenzial für den Künstler, Geschichten zu erzählen. Mein Anliegen ist es, dazu beizutragen, dass sich vermehrt auch Personen, die sich eher im klassischen Feuilleton zu Hause fühlen und Berührungsängste gegenüber Comics haben, für dieses Medium interessieren.

Wer sollte Sie ggf. kontaktieren – welche Art von Kontakten wäre zurzeit hilfreich für Sie?

Hilfreich für mich sind alle Arten von Kontakten, die das gleiche Anliegen haben: Also Personen aller Art, die die Medien Buch und Comic stärker vernetzen wollen.

Wo finden wir Sie im Internet?

Man findet meinen Blog unter www.texteundbilder.com. Bei Twitter bin ich unter @thw85 unterwegs.

Vielen Dank für Ihre Zeit!

Bildquelle: Dr. Tobias Witte

Ulrike Plessow: Ich bin PR-Beraterin und Mitinhaberin der Agentur BUCH CONTACT

11. August 2014

Die folgenden sechs Fragen unserer Interview-Reihe werden regelmäßig von den unterschiedlichsten Köpfen der Buchbranche beantwortet und die Interviews werden hier im Blog veröffentlicht. Dadurch entstehen Beiträge, die zum einen Aufmerksamkeit auf jene lenken, die “was mit Büchern machen”, und die zum anderen die Veränderungen und Herausforderungen in den verschiedenen Bereichen der Branche sichtbar werden lassen. Wenn Sie ebenfalls teilnehmen möchten, senden Sie Ihre Antworten und ein Bild von Ihnen bitte an Leander Wattig. Als Inspirationsquelle könnten Ihnen die bisherigen Interviews dienen. (Jedoch behalte ich mir vor, nicht alle Zusendungen zu veröffentlichen.)

Ulrike PlessowWer sind Sie und was machen Sie mit Büchern?

Mein Name ist Ulrike Plessow, ich bin PR-Beraterin und Mitinhaberin der Agentur BUCH CONTACT mit Sitz in Berlin und Freiburg, die seit 20 Jahren auf Buch-PR spezialisiert ist. Wir BUCH CONTACTerinnen (das sind außer mir noch meine Geschäftspartnerin Murielle Rousseau, die das Freiburger Büro leitet, und 15 fest angestellte Mitarbeiterinnen) kümmern uns darum, dass der Bekanntheitsgrad von Büchern, Autoren, Verlagen, aber auch Buchmessen, Museumsausstellungen und ähnliches erhöht wird durch Medien- und Öffentlichkeitsarbeit. Dafür arbeiten wir eng mit Meinungsbildnern, Veranstaltern und generell mit Menschen des öffentlichen Lebens zusammen. Für mich persönlich war spätestens nach meinem Studentenjob bei Andersen Press in London klar, dass ich nach meinem M.A. richtig in die Verlagsbranche einsteige. Damals noch mit dem konkreten Ziel, wieder etwas mit Kinderbuch und am liebsten englischsprachig zu machen. Dass es mal so bunt und vielseitig werden könnte wie mit einer Agentur wie BUCH CONTACT, das konnte ich damals noch nicht ahnen.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei Ihnen aus?

Meine Arbeit ist in der Planungsphase sehr konzeptionell, in der Ausführung unserer PR-Kampagnen dann sehr kommunikativ und organisatorisch. In der Regel arbeite ich von meinem neuen Berliner Büro in der Einemstraße am Lützowplatz, in das wir Ende Juli gezogen sind. Viele Termine finden aber auch auswärts statt, seien es Verlags-Meetings inklusive Vertreter-Konferenzen, Redaktionsbesuche, Treffen mit Journalisten oder anderen Kooperationspartnern, Autorenbesprechungen…

Mit Einstieg der Buchbranche war ich auch immer aktiv in diversen Netzwerken. Aktuell beschäftigt mich immer noch die Arbeit für den Arbeitskreis Verlagspressesprecher. Ende der 90er hatte ich bereits eine südwestdeutsche Regionalgruppe gegründet, die inzwischen auch die Schweiz mit einbezieht. Und in diesem Januar haben wir in Berlin die AVP-Jahreskonferenz abgehalten, organisiert von der Berliner Regionalgruppe, die ich seit einigen Jahren leite. Für unsere Regionalveranstaltungen bin ich ständig auf der Suche nach Referenten, die uns Kolleginnen für unsere jeweiligen Jobs inspirieren. Also auch hierfür: viel kommunizieren und organisieren.

Da wir in den 20 Jahren stark gewachsen sind, hat die interne Kommunikation sehr an Bedeutung gewonnen. Das heißt: viele Briefing-Gespräche und Teamsitzungen mit den Mitarbeiterinnen, von denen einige auch für meine Teamseite von unserem Freiburger Büro aus arbeiten. Moderne Kommunikationsmittel helfen hierbei zwar, aber gerade für den Beziehungsaufbau in Richtung Journalisten legen wir immer noch sehr großen Wert auf persönliche Kontakte. Das erleichtert vieles und macht auch einfach Spaß.

Wie hat sich Ihre Arbeit über die Zeit verändert?

Hier müsste ich unterscheiden zwischen meiner persönlichen Arbeit und den Arbeitsvorgängen unserer Agentur. Als Inhaberin und Geschäftsführerin hat sich mit dem Wachsen des Unternehmens natürlich auch mein Tätigkeitsprofil verändert. Zu meinem Leidwesen nimmt der Anteil an Verwaltungsaufgaben, Controlling, Management, Liquiditätsplanung u.ä. immer mehr Raum ein. Als Literaturwissenschaftlerin von Hause aus habe ich mir das Wissen für alle Finanzaspekte mühsam angeeignet, was aber noch lange nicht heißt, dass ich darin nun die Erfüllung finde. Deswegen lege ich sehr großen Wert darauf, dass ich in attraktiven Projekten immer noch selbst auch in der Ausführung mitmische. Wofür sonst habe ich mich der Literatur und den Büchern verschrieben? Auffällig ist auch, dass mit wachsendem Erfahrungshorizont der Bereich der Beratungstätigkeit immer mehr Raum einnimmt. Sprich: Wir geben Autoren oder Verlegern Hilfsmittel an die Hand, damit sie ihre PR-Maßnahmen eigenständig durchführen können. Vorträge zu „Verlags-PR“ werden regelmäßig angefragt. Und für die Absolventen der drei Berliner Universitäten leite ich Seminare zum Thema „Verlagsberufe“.

Zur Veränderung des BUCH CONTACT-Profils: Ursprünglich wurden wir eher als Dienstleister für kleine bis mittelständische Verlage gesehen, die durch uns einfach ihre Presseabteilung auslagern konnten. Schnell wurden allerdings auch große Verlage und Konzerne auf uns aufmerksam, die unsere Unterstützung für Einzeltitel oder Reihen erbaten. Diese Arbeit in größeren Strukturen verlangte uns natürlich Flexibilität und Anpassungsvermögen ab. Außerdem mussten auch wir die Modernisierung der Kommunikationswege durch Internet/Social Media mit beschreiten, was allerdings auch wieder neue Welten und Möglichkeiten eröffnete, zum Beispiel das Universum der internationalen PR, das uns aktuell gerade intensiv beschäftigt.

Was ist ein Problem bei Ihrer Arbeit, für das Sie eine Lösung suchen?

Internationale PR-Kontakte selbst pflegen oder entsprechende Partner im Ausland suchen? Hier sind wir noch in der Findungsphase. Nach Betreuungsstart der Paris Cookbook Fair und seit diesem Jahr auch der Pekinger Kochbuchmesse geht es nun ganz aktuell um ein hochpreisiges Buchprojekt eines neuen Berliner Verlags, das weltweit vertrieben wird. Eine spannende Herausforderung.

Wer sollte Sie ggf. kontaktieren – welche Art von Kontakten wäre zurzeit hilfreich für Sie?

Partner und Kollegen, die auch grenz- und sprachübergreifend arbeiten. Immer auch Menschen, die sich mit den großen Entwicklungsbereichen des Self-Publishing, des E-Book-Geschäfts und mit den sensiblen Rechtefragen diesbezüglich beschäftigen. All das spielt auch in unsere PR-Aufgaben mit hinein.

Wo finden wir Sie im Internet?

Vielen Dank für Ihre Zeit!

Bildquelle: Ulrike Plessow

5 Jahre

6. August 2014

“Ich mach was mit Büchern” gibt es jetzt seit 5 Jahren. Wahnsinn. Im August 2009 ging es los mit unserer Initiative zur stärkeren Vernetzung der Buchwelt. – Ich freu mich auf die nächsten 5 Jahre. :)

Vor allem aber ist es mal wieder Zeit, Euch allen DANKE zu sagen!

Viele Grüße
Leander

5 Jahre "Ich mach was mit Büchern"

Sarah Nicolin: Manchmal nenne ich mich die Digitaltante bei uns im Campus Verlag

1. August 2014

Die folgenden sechs Fragen unserer Interview-Reihe werden regelmäßig von den unterschiedlichsten Köpfen der Buchbranche beantwortet und die Interviews werden hier im Blog veröffentlicht. Dadurch entstehen Beiträge, die zum einen Aufmerksamkeit auf jene lenken, die “was mit Büchern machen”, und die zum anderen die Veränderungen und Herausforderungen in den verschiedenen Bereichen der Branche sichtbar werden lassen. Wenn Sie ebenfalls teilnehmen möchten, senden Sie Ihre Antworten und ein Bild von Ihnen bitte an Leander Wattig. Als Inspirationsquelle könnten Ihnen die bisherigen Interviews dienen. (Jedoch behalte ich mir vor, nicht alle Zusendungen zu veröffentlichen.)

Sarah NicolinWer sind Sie und was machen Sie mit Büchern?

Manchmal nenne ich mich auch die Digitaltante bei uns im Verlag. Ich bin seit 1 1/2 Jahren beim Campus Verlag in Frankfurt für den Vertrieb und die Entwicklung digitaler Produkte zuständig und kümmere mich in diesem Rahmen sowohl darum, dass unsere E-Books und Audiobooks auf allen wichtigen Kanälen präsent sind, aber auch um Angebote für Bibliotheken und Firmenkunden sowie um die Entwicklung neuer digitaler Angebote. Das reicht von der App zum Buch, einer eigenen E-Book-Reihe bis zur B2B-Plattform. Vor Campus war ich im Mainzer Schott Verlag im Bereich Digitale Medien tätig und hatte Stationen bei der Frankfurter Buchmesse (AuM) und der Internetagentur Seibert/Media.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei Ihnen aus?

Meist lese ich bereits morgens im Zug News auf meinem Smartphone. Im Büro angekommen, gilt der erste Blick ins Wiki, um auch intern auf dem Laufenden zu sein. Der Rest des Tages ist in der Regel durch das jeweils aktuelle Entwicklungsprojekt geprägt. Da geht es dann neben der inhaltlichen Abstimmung mit der Fachabteilung, oft um Rechte, Daten und Angebote – eben je nach Projektphase. Für die Projektentwicklung versuche ich mir, in der Regel insbesondere den Nachmittag zu blocken, v.a. um in Ruhe an neuen Konzepten zu arbeiten. Am Vormittag steht die vertriebliche Arbeit (die Abstimmung mit Vertriebs- und Shoppartnern, Prüfung von neuen Vertriebsverträgen, Zusammenstellung von gesonderten Angeboten für Bibliotheken oder E-Book-Aktionen etc) im Vordergrund. Zugegebenermaßen funktioniert die Aufteilung nur die Hälfte der Zeit. Sie ist aber oft meine Richtschnur, wenn ich Termine vereinbare.

Wie hat sich Ihre Arbeit über die Zeit verändert?

Das Entwicklungstempo ist im digitalen Bereich seit jeher hoch und die Informationsdichte sicherlich kaum geringer geworden. Der Austausch mit Kollegen gerade zu neuen Themen ist da sehr wichtig. Die Wege sind hier deutlich kürzer geworden und neben dem Telefon lässt sich mal schnell eine Frage auf FB, über Twitter oder Xing stellen.

Was ist ein Problem bei Ihrer Arbeit, für das Sie eine Lösung suchen?

Zur Zeit treibt uns die Änderung der Besteuerung von Bundle-Produkten um. Die neuen Vorgaben aus dem Bundesfinanzministerium haben bei allen Branchenteilnehmern für gehörige Bauchschmerzen gesorgt.

Die eigentliche Frage ist für mich aber, wann wir den nächsten Innovationssprung bei unseren E-Books schaffen. Vor einiger Zeit haben wir die Frage in der Branche gestellt “Was ist ein Buch?”, eigentlich sollten wir uns aber besser fragen “Was nutzt dem Leser”. Wenn ich von einem nächsten Innovationssprung spreche, zeigt das auch meine Unzufriedenheit, dass wir in vielen Fällen über eine mehr oder weniger 1:1-Darstellung von Print und E-Book noch nicht weit hinausgekommen sind. Gerade bei Ratgebern und Fachbüchern ist da noch viel Potenzial, um den Nutzwert für den Leser zu erhöhen, ohne einen Medienbruch vollziehen zu müssen. E-Pub 3 kann dabei eine Rolle spielen. Wir sollten dabei aber nicht stehen bleiben. Und es geht nicht darum zum Selbstzweck Videos oder Audios einzubinden.

Wer sollte Sie ggf. kontaktieren – welche Art von Kontakten wäre zurzeit hilfreich für Sie?

Ich bin immer offen für einen gerne auch informellen Austausch. Spannend finde ich dabei auch neue Geschäftsmodelle fern der eigenen Branche. Besonders freue ich mich aber zudem über Kontakte, die mir vom Einsatz unserer digitalen Produkte berichten.

Wo finden wir Sie im Internet?

Eigentlich ziemlich langweilig da, wo alle sind: FB, Xing, linkedin, Verlagshomepage, Twitter

Vielen Dank für Ihre Zeit!

Bildquelle: Sarah Nicolin

Stefan Berndt: Mit “fototypo” bin ich freiberuflich als Buchgestalter und -hersteller tätig

31. Juli 2014

Die folgenden sechs Fragen unserer Interview-Reihe werden regelmäßig von den unterschiedlichsten Köpfen der Buchbranche beantwortet und die Interviews werden hier im Blog veröffentlicht. Dadurch entstehen Beiträge, die zum einen Aufmerksamkeit auf jene lenken, die “was mit Büchern machen”, und die zum anderen die Veränderungen und Herausforderungen in den verschiedenen Bereichen der Branche sichtbar werden lassen. Wenn Sie ebenfalls teilnehmen möchten, senden Sie Ihre Antworten und ein Bild von Ihnen bitte an Leander Wattig. Als Inspirationsquelle könnten Ihnen die bisherigen Interviews dienen. (Jedoch behalte ich mir vor, nicht alle Zusendungen zu veröffentlichen.)

Stefan BerndtWer sind Sie und was machen Sie mit Büchern?

Mein Name ist Stefan Berndt, mit meinem Unternehmen „fototypo“ bin ich seit 2007 freiberuflich als Buchgestalter und -hersteller tätig, nachdem ich eine Ausbildung zum staatlich geprüften Grafik-Designer absolviert habe. Zuvor war ich fast 10 Jahre im Buchhandel tätig, als gelernter Buchhändler in diversen Buchhandlungen.

Mein Angebot umfasst alle gestalterischen und technischen Arbeiten die bei Büchern anfallen. Also das, was gewöhnlich als „Herstellung“ im Verlag bezeichnet wird. Die beiden Bereiche „kreativer Entwurf“ und „handwerkliche Umsetzung“ sind dabei gleichwertig und werden beide von mir abgedeckt. Am liebsten zusammen, ich denke es ist wichtig, Buchprojekte umfassend zu begleiten, von der „großen Idee im Design“ bis zum „letzten Detail in der Produktion“. Ganzheitlich, wenn man es modisch ausdrücken will. Das geht immer nur zusammen mit allen Beteiligten: Verlegern, Autoren, Lektoren, Illustratoren, Fotografen und so weiter.

Meine Kundschaft besteht meist aus kleineren Verlagen, die selbst keine Herstellungsabteilung besitzen und diese Arbeiten gerne weiter geben und zuverlässig abgewickelt sehen möchten. Sie schätzen den persönlichen Kontakt mit einem festen Ansprechpartner. Meine Erfahrung in der Branche ermöglicht es, dass ich im gestalterischen Rahmen beratend tätig sein kann.

Das bedeutet, dass ich neben den Büchern an sich, fast alles, bis hin zu ganzen Verlagsauftritten und -designs erarbeite. Dinge wie Logoentwicklung, Anzeigengestaltung, Vorschauen und ähnliches mehr sind also auch Teil meiner Arbeit mit Büchern.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei Ihnen aus?

Typisch ist vor allem, dass es eigentlich keine normalen Tage gibt. Das ist ja das schöne am kreativen Beruf. Die Bandbreite die es abzudecken gilt ist enorm und das ist manchmal schon eine Herausforderung. An einem Tag hochdiszipliniertes und -konzentriertes Einarbeiten von Korrekturen aus dem Lektorat, am nächsten dann der Wunsch nach „frischen Ideen“ im Cover-Entwurf, am übernächsten Beschäftigung mit technischen Fragen der Druckproduktion, am Tag darauf Bildbearbeitungen, -retuschen oder ähnliches. Man kann also nicht behaupten, das Routine entsteht. Es geht eher darum ständig schnell umzuschalten zu können, das ist wohl das typische.

Die Arbeit findet in aller Regel an meinem eigenen Arbeitsplatz statt, das ist nicht nur ein Laptop, sondern eine Arbeitsumgebung. Die Kommunikation läuft üblicherweise per eMail und Telefon ab – meine Kunden und Kontakte sind im gesamten Bundesgebiet verteilt. Trotzdem ist es immer toll, wenn man sich gerade am Anfang einer Zusammenarbeit einmal persönlich kennen lernen kann, was ich versuche, wann immer es möglich ist.

Wie hat sich Ihre Arbeit über die Zeit verändert?

Die „Umsetzungen“ von Entwürfen, die ich vor vielen Jahren gemacht habe, nehmen glücklicherweise zu. Das heißt, ich mache mehr Titel und dafür weniger ganz grundlegende, neue Entwurfsarbeit für neue Reihen oder Verlagsauftritte. Das ist schön, denn es kommen irgendwann echte Bücher aus der Druckerei. Trotzdem wünsche ich manchmal, öfters wieder mit dem berühmten weißen Blatt Papier anfangen zu können, da das natürlich das Herzblut eines jeden Designers darstellt.

Die Buch-Branche ist im Umbruch … ich höre das seit 20 Jahren und wahrscheinlich ist sie das schon seit Gutenberg, 1450. Sicherlich ist daran etwas Wahres. Die Zeit des Buches als „Massenmedium“ geht vielleicht langsam zu Ende. Allerdings muss das nichts negatives bedeuten: Ich habe immer noch die Hoffnung, das dadurch mittelfristig das gedruckte Buch wieder als etwas Geschätztes, Wertvolles, Besonderes zu Ehren kommt. Ich glaube absolut an die Zukunft des Buchs!

Was ist ein Problem bei Ihrer Arbeit, für das Sie eine Lösung suchen?

Das Problem ist, dass junge Verlage – die es so selten nicht gibt! –, in der Regel erst dann wahrnehmbar werden, wenn Sie schon ihr erstes Programm veröffentlichen. Für mich ist es schwierig die Zielgruppe vorher zu fassen, was eigentlich notwendig ist: Den zukünftigen Verleger oder die zukünftige Verlegerin zu treffen und im Vorfeld, bzw. von Beginn an, beratend zur Seite zu stehen, halte ich für immens wichtig, damit Fragen des Auftritts und der Erscheinung möglichst früh berücksichtigt werden können. Die Form ist nicht unwichtiger als der Inhalt.

Wer sollte Sie ggf. kontaktieren – welche Art von Kontakten wäre zurzeit hilfreich für Sie?

Natürlich alle, die gerne etwas publizieren wollen, ganz gleich was. Ich habe inzwischen weit über 100 Titel aus den verschiedensten Bereichen und Genres betreut, ich bin sicher, dass ich in fast allen Fällen etwas anbieten kann, und auch im Rahmen eines vorgegebenen Budgets. Egal, ob das Verlage sind oder andere Menschen, Unternehmen oder Institutionen, die etwas veröffentlichen wollen.

Auch ambitionierten Schreibern, die ihr Buch selbst veröffentlichen möchten, biete ich meine Dienste an, damit ein professionelles Erscheinungsbild sicher gestellt ist. In Zeiten des Digitaldrucks ist es möglich, auch kleine Auflagen „schön“ zu gestalten, es gab noch nie mehr Möglichkeiten, als jetzt!

Wo finden wir Sie im Internet?

Meine Internetpräsenz finden Sie unter: www.fototypo.de

Dort finden Sie auch ein Portfolio und eine Menge Informationen zu meiner Arbeit und zu mir. Für konkrete Fragen bin ich unter Stefan.Berndt@fototypo.de gerne erreichbar.

Vielen Dank für Ihre Zeit!

Bildquelle: Stefan Berndt

Virenschleuder-Preis 2014: Nominierungsphase startet heute

28. Juli 2014

Virenschleuder-Preis 2014 Der 2011 erstmalig vergebene Virenschleuder-Preis (#vsp14) geht heute in die vierte Runde. Ab sofort und bis zum 30. September 2014 können Nominierungen für die drei Kategorien ansteckendste Marketing-Maßnahme, ansteckendste Marketing-Idee und ansteckendste Persönlichkeit eingereicht werden. Die Preisverleihung wird am 10. Oktober 2014, 18-21 Uhr, im Lesezelt auf dem Innenhof der Frankfurter Buchmesse stattfinden, die zugleich Kooperationspartner der Veranstaltung ist.

Der Virenschleuder-Preis zeichnet erfolgreiche und innovative Social-Media-Kampagnen von Verlagen, Autoren und Buchhandlungen, aber auch von anderen Akteuren der Publishing-Branche aus. Im Unterschied zu anderen Marketing-Auszeichnungen werden alle Nominierungen auf der Website www.virenschleuderpreis.de veröffentlicht, sodass sie schon im Vorfeld und auch im Nachgang der Preisverleihung intensiv diskutiert werden.

Initiator Leander Wattig dazu: “Wir wollen erfolgreiches Marketing sichtbar machen, Inspiration vermitteln und den Erfahrungsaustausch befördern. Denn niemand kennt Patentrezepte oder hat eine Glaskugel, mit der sich Erfolg sicher voraussagen ließe.”

Markus Gogolin, Leiter Marketing & Kommunikation DACH der Frankfurter Buchmesse: “Als weltweit größter Handelsplatz für Inhalte möchte die Frankfurter Buchmesse auch deren Inszenierung in den Fokus rücken. Deswegen unterstützen wir den Virenschleuder-Preis: als in Deutschland einmalige Auszeichnung für Social Media Marketing im Publishing.”

Die Virenschleuder-Preisträger werden in zwei Stufen ausgewählt. Zunächst stimmt die Zielgruppe über die Shortlists ab, aus der dann eine Jury die Sieger auswählt. Die Informationen zur Teilnahme und zum Procedere finden sich auf der Website unter www.virenschleuderpreis.de. Die Jury selbst besteht aus Marketing- und Internetprofis, die zugleich eine tiefe Kenntnis der Publishing-Branche haben:

 

Jury

 

Kerstin Hoffmann Dr. Kerstin Hoffmann

 

Lisa Rank Lisa Rank

 

Claudia Michalski Claudia Michalski

 

Annette Schwindt Annette Schwindt

 

Karla Paul Karla Paul

  • Leitung für Digitales Publizieren beim Hoffmann und Campe Verlag
  • Speaker rund um Social Media und Community Management im Literaturbereich
  • Buchautorin (Heyne)
  • bis 2014 Redaktionsleiterin und Social Media Managerin für das größte deutschsprachige Literaturnetzwerk LovelyBooks.de (Holtzbrinck)

 

Dr. Frank Zimmer Dr. Frank Zimmer

 

Klaus Eck Klaus Eck

  • Gründer und Geschäftsführer der Eck Consulting Group
  • Herausgeber des “PR-Blogger“, der zu den prominentesten Informationsquellen zum Thema “Kommunikation und Reputation im Social Web” im deutschsprachigen Internet gehört
  • Buchautor (aktuell bei Haufe)

 

Markus Gogolin Markus Gogolin

 

 

Weitere Informationen über den Virenschleuder-Preis und zu den Teilnahmebedingungen unter: www.virenschleuderpreis.de

 

 

Kontakt

Leander Wattig
Gründer und Organisator Virenschleuder-Preis
Gneisenaustraße 56
D-10961 Berlin

Telefon: +49 / 30 / 12 02 89 28
E-Mail: leanderwattig@virenschleuderpreis.de

 

 

Steffi Bieber-Geske: Ich bin Kinderbuch-Verlegerin und Organisatorin der Buchmesse “Buch Berlin”

27. Juli 2014

Die folgenden sechs Fragen unserer Interview-Reihe werden regelmäßig von den unterschiedlichsten Köpfen der Buchbranche beantwortet und die Interviews werden hier im Blog veröffentlicht. Dadurch entstehen Beiträge, die zum einen Aufmerksamkeit auf jene lenken, die “was mit Büchern machen”, und die zum anderen die Veränderungen und Herausforderungen in den verschiedenen Bereichen der Branche sichtbar werden lassen. Wenn Sie ebenfalls teilnehmen möchten, senden Sie Ihre Antworten und ein Bild von Ihnen bitte an Leander Wattig. Als Inspirationsquelle könnten Ihnen die bisherigen Interviews dienen. (Jedoch behalte ich mir vor, nicht alle Zusendungen zu veröffentlichen.)

Steffi Bieber-GeskeWer sind Sie und was machen Sie mit Büchern?

Ich bin Steffi Bieber-Geske, Inhaberin des Kinderbuchverlags Biber & Butzemann. Bücher habe ich schon als kleines Mädchen geliebt. Erich Kästner war der Held meiner Kindheit. Als Teenager fing ich dann an, als freie Journalistin zu arbeiten – mit Erfolg. Nach dem Germanistik- und Publizistik-Studium habe ich zunächst einige Jahre als freie Journalistin im Bereich Unternehmenskommunikation gearbeitet. Das Lesen blieb mein liebstes Hobby. Schon in unserer Studentenbude hatten mein Mann und ich eine eigene Bibliothek. An das Schreiben oder Verlegen von Kinderbüchern dachte ich damals nicht im Traum.

Erst als ich 2010 vergeblich auf der Suche nach einem schönen Kinderbuch über die Insel Rügen für meinen Sohn war, schrieb ich kurzerhand selbst eins – und war überrascht, wie leicht mir das fiel und wie viel Spaß es mir machte. Weitere Bücher folgten. Während der Elternzeit mit meinem zweiten Sohn habe ich dann den Grundstein für einen eigenen Verlag gelegt – schließlich hatte ich mich im Germanistik-Studium auf das Verlagswesen und Kinderbücher spezialisiert.

Mein Verlag konzentriert sich auf regionale Feriengeschichten für Kinder im Grund- und Vorschulalter. Inzwischen werde ich von zahlreichen Autoren unterstützt. In unseren Büchern begleiten die kleinen Leser die Geschwister Lilly und Nikolas an die schönsten Ferienziele für Familien – von der Nord- und Ostsee bis nach Bayern, von Kärnten bis ans Mittelmeer. Anhand einer spannenden Geschichte lernen Kinder und Eltern spielerisch die Region und ihre Besonderheiten kennen und bekommen nebenbei Tipps, welche Ausflugsziele sich für Familien wirklich lohnen.

Außerdem bin ich Vorsitzende des Vereins Bücherzauber e.V. Wir engagieren uns für die Leseförderung. Dazu gehört es auch, die Leser mit Verlagen und Autoren zusammenzubringen. Damit auch die kleineren Verlage mal im Mittelpunkt stehen, organisieren wir am 15. und 16. November die 1. Buch Berlin, die erste größere Buchmesse in Berlin seit vielen Jahren.

Rund 60 Verlage aus ganz Deutschland werden in der Vorweihnachtszeit ihre Bücher den Berliner Lesern vorstellen. 45 Verlage haben sich bereits angemeldet. Leseratten können im eleganten Audimax der Hochschule für Technik- und Wirtschaft besondere Bücher entdecken, die es nicht in jeder Buchhandlung gibt. Das Angebot reicht von Romanen für jeden Geschmack über Kinder- und Jugendbücher, Sachbücher, Kunst und Lyrik bis zu Gay Romance.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei Ihnen aus?

Wenn ich die Jungs in die Schule und die Kita gebracht habe lese ich zunächst bei einer Tasse ostfriesischen Tees, den ich kürzlich bei einer Recherchereise lieben gelernt habe, meine Mails. Davon abgesehen gibt es den typischen Arbeitstag nicht, was zu tun ist, hängt immer vom Stand der Produktion ab.

Ich überwache den gesamten Produktionsprozess unserer Bücher, koordiniere Autoren, Illustratoren, Layouter, Webdesigner, Vertreter, Auslieferung und vieles mehr. Ich lektoriere, verfasse Pressemitteilungen, versende Rezensionsexemplare und verhandle mit potenziellen Interessenten für unsere Bücher.

Am Nachmittag mache ich spätestens um 16 Uhr Feierabend, um Zeit für meine Kinder zu haben. Sind die Jungs im Bett, arbeite ich oft noch ein, zwei Stunden weiter. Wenn ich am Wochenende einen Tag frei habe, weil mein Mann oder meine Mutti sich um die Kinder kümmern, schreibe ich an eigenen neuen Büchern.

Wie hat sich Ihre Arbeit über die Zeit verändert?

Während die Arbeit im Verlag bei der Gründung 2010 nur einige Stunden pro Woche in Anspruch genommen hat, ist daraus längst ein Vollzeitjob geworden. Einige Dinge, die ich früher selbst erledigt habe, vor allem im Bereich Vertrieb, konnte ich inzwischen an professionelle Kollegen abgeben.

Was ist ein Problem bei Ihrer Arbeit, für das Sie eine Lösung suchen?

Obwohl unsere Bücher erfolgreich sind und bei den Familien sehr gut ankommen, verkaufen wir in Anbetracht der Hunderttausenden Familien, die jedes Jahr in Deutschland Urlaub machen, noch viel zu wenig. Ich wünsche mir, dass irgendwann jede Familie mit Kindern zwischen 4 und 10 Jahren unsere „Lilly und Nikolas“-Reihe kennt. Die Eltern deutschlandweit auf unsere Bücher aufmerksam zu machen, würde jedoch ein Werbebudget erfordern, von dem wir nur träumen können. Zudem ist unsere Erfahrung, dass Marketing und Pressearbeit oft mehr kosten als sie am Ende bringen.

Wer sollte Sie ggf. kontaktieren – welche Art von Kontakten wäre zurzeit hilfreich für Sie?

Jeder, der unsere Bücher verkaufen möchte oder der uns helfen will, unsere Bücher bekannter zu machen – wir freuen uns über jede Unterstützung.

Und natürlich Verlage, die noch an der 1. Buch Berlin teilnehmen möchten, sowie Sponsoren, die diese kleine, feine Messe unterstützen möchten.

Wo finden wir Sie im Internet?

Den Verlag Biber & Butzemann unter www.biber-butzemann.de oder auf , die Buchmesse unter www.buchmesse-berlin.com.

Vielen Dank für Ihre Zeit!

Bildquelle: Steffi Bieber-Geske

Bianca Kaminsky: Ich bin geschäftsführende Gesellschafterin beim Lernbiene Verlag

24. Juli 2014

Die folgenden sechs Fragen unserer Interview-Reihe werden regelmäßig von den unterschiedlichsten Köpfen der Buchbranche beantwortet und die Interviews werden hier im Blog veröffentlicht. Dadurch entstehen Beiträge, die zum einen Aufmerksamkeit auf jene lenken, die “was mit Büchern machen”, und die zum anderen die Veränderungen und Herausforderungen in den verschiedenen Bereichen der Branche sichtbar werden lassen. Wenn Sie ebenfalls teilnehmen möchten, senden Sie Ihre Antworten und ein Bild von Ihnen bitte an Leander Wattig. Als Inspirationsquelle könnten Ihnen die bisherigen Interviews dienen. (Jedoch behalte ich mir vor, nicht alle Zusendungen zu veröffentlichen.)

Bianca KaminskyWer sind Sie und was machen Sie mit Büchern?

Mein Name ist Bianca Kaminsky und ich bin geschäftsführende Gesellschafterin beim Lernbiene Verlag. Was ich mit Büchern am allerliebsten mache? Lesen! In meinem Beruf als Verlegerin veröffentliche ich viele sogar selber. Meine „Bücher“ sind das Arbeitsmaterial für Grundschullehrkräfte, zum Beispiel Lernwerkstätten und Kopiervorlagen, die sich z. B. für Freiarbeit und offenen Unterricht eignen. Ich lasse sie ganz klassisch im Printformat drucken und unter anderem auch in einem digitalen Format erstellen, das den Lehrkräften erlaubt, die Inhalte dem eigenen Bedarf entsprechend zu editieren. Somit können sich unsere Kunden nach Veröffentlichung eines Titels sogar noch einbringen. Editierbare Unterrichtsmaterialien sind auch besonders zur Förderung von Kindern mit Inklusionsbedarf geeignet: Durch individuelle Änderungen der Lerninhalte können Lehrkräfte die Inhalte auf ihre Schüler mit speziellem Förderbedarf passgenau zuschneiden.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei Ihnen aus?

Meine erste Amtshandlung am Morgen ist der Spaziergang mit unserem Hund. Natur und Stille haben mich schon immer geerdet und kreative Ideen hervorgekitzelt. Während dieser Morgenrunde strukturiere ich gedanklich meinen Tag und plane neue Projekte. Nach dem Frühstück geht es an den Schreibtisch, wo ich die allermeiste Zeit meines Arbeitstages verbringe. Dort warten dann verschiedene Aufgaben auf mich – vom Beantworten wie immer viel zu vieler E-Mails bis hin zur Recherche von Titeln und Themen ist alles vertreten. Zum „Runterkommen“ nach Feierabend steht wieder unser Hund parat – und so schließt sich der Kreis.

Wie hat sich Ihre Arbeit über die Zeit verändert?

Als ich vor ca. acht Jahren aus meiner Passion einen Beruf machte, war ich mein eigenes „Mädchen für alles“: Ich konzipierte, gestaltete, illustrierte, korrigierte die Unterrichtsmaterialien selbst. Mein Mann brannte meine CDs; manchmal tat ich auch das noch selbst, und versandte sie an unsere Kunden. Diese Zeiten sind lange vorbei. Heute koordiniere ich mein Team von Redakteuren, die sich intensiv mit den Autoren, Illustratoren und Grafikern um alle diese Aufgabenfelder kümmern. Hin und wieder stimme ich technische Fragen mit der Druckerei oder dem CD-Presswerk ab. Meine Hauptaufgabe ist es heute, relevante Themen und Inhalte für das Verlagssortiment zu identifizieren, Veränderungen im Bildungswesen zu erkennen und diesen Input in das Team zu geben.

Was ist ein Problem bei Ihrer Arbeit, für das Sie eine Lösung suchen?

Zu Beginn meiner Tätigkeit als Lehrerin dachte ich noch, ich hätte einige Probleme, die es zu lösen gilt. Und sogleich empfand ich einen gewissen Stress. Zum Beispiel entsprachen viele der erhältlichen Unterrichtsmaterialien für den geöffneten Unterricht in der Grundschule nicht meinen Vorstellungen. Also begann ich, sie selbst zu konzipieren, zu gestalten und zu realisieren. Das war sehr herausfordernd, es machte Spaß, neue Lösungen zu finden. Heute habe ich keine „Probleme“ mehr, denn ich habe „Herausforderungen“ schätzen gelernt. Meine größte – und liebste – Herausforderung ist es, die Fähigkeiten meines Teams von Redakteuren, Autoren und Illustratoren immer weiter zu entwickeln im Sinne meiner Vision: schöne Unterrichtsmaterialien für die Grundschule anzubieten, die den Kindern die Freude am Lernen lange erhalten. Materialien, die es den Lehrkräften einfacher machen, die Kinder individuell zu fördern und einen inklusiven Unterricht ermöglichen.

Wer sollte Sie ggf. kontaktieren – welche Art von Kontakten wäre zurzeit hilfreich für Sie?

Ich freue mich immer über eine Kontaktaufnahme engagierter Buchhändler mit einem pädagogischen Schwerpunkt in ihrem Sortiment. Wir haben uns bereits ein kleines Netzwerk mit Fachhändlern aufgebaut, die eine Auswahl unserer Titel in ihren Ladengeschäften präsentieren. Falls sich jemand angesprochen fühlt und ebenfalls unsere Materialien mit frischen Ideen in seinem Geschäft präsentieren möchte: Herzlich willkommen!

Wo finden wir Sie im Internet?

Die Lernbiene finden Sie unter www.lernbiene.de sowie unsere Titel in den Shops auf den Portalen der führenden Barsortimente und vieler Buchhändler. Nicht zu vergessen: Unsere facebook-Seite www.facebook.com/lernbiene.

Vielen Dank für Ihre Zeit!

Bildquelle: Bianca Kaminsky