Die folgenden sechs Fragen unserer Interview-Reihe werden regelmäßig von den unterschiedlichsten Köpfen der Buchbranche beantwortet und die Interviews werden hier im Blog veröffentlicht. Dadurch entstehen Beiträge, die zum einen Aufmerksamkeit auf jene lenken, die “was mit Büchern machen”, und die zum anderen die Veränderungen und Herausforderungen in den verschiedenen Bereichen der Branche sichtbar werden lassen. Wenn Sie ebenfalls teilnehmen möchten, senden Sie Ihre Antworten und ein Bild von Ihnen bitte an Leander Wattig. Als Inspirationsquelle könnten Ihnen die bisherigen Interviews dienen. (Jedoch behalte ich mir vor, nicht alle Zusendungen zu veröffentlichen.)

Clara OttWer sind Sie und was machen Sie mit Büchern?

Seit über zehn Jahren arbeite ich als freie Journalistin und schreibe am liebsten über Partnerschaftsthemen, aber seit meiner Kindheit habe ich mir Liebesgeschichten ausgedacht. Und je mehr „vorhersehbare Frauenromane“ ich in die Hände bekam, desto mehr reizte mich, einen Liebesroman zu schreiben, der eben nicht so klischeehaft von einer „chaotischen Dreißigjährigen“ erzählt, die sich in ihren „nervigen Nachbarn“ verliebt. Im Jahr 2008 habe ich deshalb meine erste Romanidee entwickelt. Erst nur für mich, aber 2011 bekam ich meinen ersten Buchvertrag und in diesem Jahr erscheinen sogar gleich zwei neue Romane. Im Grunde schreibe ich seit fast sieben Jahren, genau so lange, wie ich Single bin. Vielleicht schätze das meine Leser auch, weil ich sehr authentisch schreibe und nicht davor zurückscheue, eigene Erfahrungen zu verwenden. Alles ist schließlich für etwas gut!

Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei Ihnen aus?

In den Wochen vor Manuskriptabgaben leider nicht besonders abwechslungsreich. Ich schlafe kaum und träume nur von meinen Romanfiguren, dann schreibe ich und schreibe und schreibe. Entweder im Bett mit einem Labtoptisch oder am Schreibtisch in meiner Wohnung. Manchmal auch in Cafés, aber eher in der Anfangszeit der Bücher, wenn ich noch recherchiere. Zweimal war ich auch am Meer, an der Amalfiküste in Italien, weil ich dieses romantische Bild einer Schriftstellerin vor Augen hatte, die aufs Meer guckt. Es hat auch wirklich sehr geholfen, aber eher die Tatsache des schönen Klimas und wegen der Möglichkeit, morgens schwimmen zu gehen. Jeder Autor wird bestätigen, dass Schreiben leider nicht die gesündeste Körperhaltung ist und ein sportlicher Ausgleich gut ist. Aber in Stressphasen und vor allem unter Zeitdruck fällt das leider manchmal komplett aus.

Wie hat sich Ihre Arbeit über die Zeit verändert?

Beim ersten Manuskript 2008 bin ich total naiv vorgegangen. Damals bin ich zehn Tage nach Rügen gefahren, weil ich im Alltag als Journalistin keine Zeit hatte, meinen Traum eines Romans zu verwirklichen. Also fuhr ich in eine Ferienwohnung mit Meerblick und dachte mir eine Geschichte aus. Tatsächlich schrieb ich in zehn Tagen und Nächten wie eine Wahnsinnige über 400.000 Zeichen nieder. Die ich jedoch nie jemanden zeigte, drei Jahre lang. Heute arbeite ich glücklicherweise anders. Erstens habe ich eine Lietraturagentur, mit der ich Manuskriptideen durchspreche und zweitens vertraue ich sehr auf gezielte Testleser. Trotzdem entwickele ich die Dramaturgien immer noch größtenteils im Kopf und schreibe selten etwas auf. Weil sich beim Schreibprozess immer noch viel ändert und ich teilweise erst beim Niederschreiben selber merke, was die Figuren vorhaben. Das wird immer eine der spannenden und herausfordernden Seiten für mich sein.

Was ist ein Problem bei Ihrer Arbeit, für das Sie eine Lösung suchen?

Wäre es langweilig und vermessen, an dieser Stelle Geld zu erwähnen? Ich tue es trotzdem. Vielleicht sollte ich mich mehr um Stipendien bemühen oder einen festen Teilzeitjob nebenbei machen. Aber ich halte mir immer Monate für die Bücher frei und lebe dann von sehr wenig Geld. Was natürlich zusätzlich für Druck sorgt, wenn man einen Abgabetermin hat und weiß, dass erst danach Honorare kommen, man aber jetzt die Miete nicht zahlen kann. Dafür suche ich eine Lösung und ich weiß auch schon, wie sie aussieht: eins meiner kommenden Bücher muss einfach ein Bestseller werden.

Wer sollte Sie ggf. kontaktieren – welche Art von Kontakten wäre zurzeit hilfreich für Sie?

Oh, ich freue mich wirklich immer über Austausch mit anderen Buchautoren und kenne auch einige wirklich bereits etablierte Schriftsteller oder Menschen aus der Literaturwelt. Die betrachte ich als Art Mentoren oder Ratgeber, die mir erzählen, wie lange es gedauert hat, bis sich ihr Erfolg einstellte oder die meine Arbeit einschätzen. Und ich bekomme wirklich gern kritische und anregende Mails von Lesern. Und falls es einen Mäzen da draußen gibt, der mich fördern will, wäre ich natürlich auch offen.

Wo finden wir Sie im Internet?

Wer mich kontaktieren möchte, erreicht mich gern via Facebook-Seite.

Vielen Dank für Ihre Zeit!

Bildquelle: Moritz Thau /Schwarzkopf & Schwarzkopf Verlag

Die folgenden sechs Fragen unserer Interview-Reihe werden regelmäßig von den unterschiedlichsten Köpfen der Buchbranche beantwortet und die Interviews werden hier im Blog veröffentlicht. Dadurch entstehen Beiträge, die zum einen Aufmerksamkeit auf jene lenken, die “was mit Büchern machen”, und die zum anderen die Veränderungen und Herausforderungen in den verschiedenen Bereichen der Branche sichtbar werden lassen. Wenn Sie ebenfalls teilnehmen möchten, senden Sie Ihre Antworten und ein Bild von Ihnen bitte an Leander Wattig. Als Inspirationsquelle könnten Ihnen die bisherigen Interviews dienen. (Jedoch behalte ich mir vor, nicht alle Zusendungen zu veröffentlichen.)

Uwe CarowWer sind Sie und was machen Sie mit Büchern?

Ich bin Künstler und Autor und habe 2012 zusammen mit Katrin Bongard Red Bug Books als eBook-Label gegründet. Zunächst um unsere Graphic Novels zu verlegen. Seitdem hat sich der Schwerpunkt auf Young Adult und New Adult Literatur verschoben. In dem Bereich erzielen wir den Großteil unserer Umsätze.

Ich finde die neuen Möglichkeiten und Freiheiten, die der eBook-Markt für Autoren und Verleger bringt, gigantisch. Veraltete Strukturen werden aufgebrochen und Gatekeeper fallen weg.

Ich glaube allerdings auch, dass z.B. engagierte Buchhändler als Vermittler von literarischer Qualität nach wie vor gefragt sind. Deshalb freue ich mich besonders, dass wir immer mehr Anfragen von Buchhandlungen bekommen, die wir u.a. über die Kooperation mit starken Partnern erreichen. So wird Oetinger Taschenbuch die gedruckte Ausgabe unseres eBook-Bestsellers LOVING von Katrin Bongard in die Buchhandlungen bringen.

Es ist ja mittlerweile kein Einzelfall mehr, dass Verlage erst die eBook-Erfolge von Selfpublishern oder Indie-Verlagen abwarten und dann zugreifen. Red Bug Books behält allerdings die eBook-Rechte und ist weiterhin dort präsent, wo das Label am stärksten ist: Im digitalen Markt.

Ich glaube, das kann eines der neuen Kooperationsmodelle im Verlagsbereich sein. Wenn wir unsere unterschiedlichen Kompetenzen zusammenführen, können alle davon profitieren: die Verlage, der Buchhandel, die Autoren und natürlich vor allem die Leser.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei Ihnen aus?

Ich bin für die Unternehmensentwicklung, die Finanzen, die Vertragsangelegenheiten, die Website, den xml workflow, den Aufbau des Printbereichs, etc. verantwortlich.

Ein typischer Arbeitstag wie heute sieht z.B so aus:

Erste Besprechung und Strategieplanung über Erscheinungsdaten und Marketingmaßnahmen für die nächsten Titel, Termin beim Steuerberater (Gottseidank direkt gegenüber). Danach Begutachtung der Entwürfe unseres freien Mitarbeiters für den Schriftzug und das Logo für das nächste Projekt. Kontrolle der Manuskripte, Gespräche mit Autoren, Verträge prüfen … Abends: Social Media, Arbeit an der Website.

Wie hat sich Ihre Arbeit über die Zeit verändert?

Wir sind jetzt in der Lage, einige der Arbeiten zu delegieren, die wir in den ersten beiden Jahren selbst erledigen mussten. Wir haben eine exzellente Übersetzerin gefunden, freie Mitarbeiterinnen für Lektorat und ein professionelles Korrektorat und können einen Kommunikationsdesigner beschäftigen, der großen Input liefert und uns bei Satz, Layout, Typographie, die Bearbeitung von Datenbanken und die Gestaltung der Verlagsvorschau unterstützt.

Vor allem aber sind wir jetzt offen für neue Autoren. Wir freuen uns sehr, dass wir die Zusammenarbeit mit der erfahrenen Kinder- und Jugendbuchautorin Anja Fröhlich starten können.

Was ist ein Problem bei Ihrer Arbeit, für das Sie eine Lösung suchen?

Zwei große Herausforderungen stehen auf der Agenda: Erstens auch die LeserInnen zu gewinnen, die noch nicht zum eBook greifen. Zweitens die internationale Leserschaft zu erreichen.

Wer sollte Sie ggf. kontaktieren – welche Art von Kontakten wäre zurzeit hilfreich für Sie?

Unsere wichtigsten Kontakte sind natürlich unsere Leser. Von dort ist jedes Feedback willkommen.

Wo finden wir Sie im Internet?

Vielen Dank für Ihre Zeit!

Bildquelle: Uwe Carow

Die folgenden sechs Fragen unserer Interview-Reihe werden regelmäßig von den unterschiedlichsten Köpfen der Buchbranche beantwortet und die Interviews werden hier im Blog veröffentlicht. Dadurch entstehen Beiträge, die zum einen Aufmerksamkeit auf jene lenken, die “was mit Büchern machen”, und die zum anderen die Veränderungen und Herausforderungen in den verschiedenen Bereichen der Branche sichtbar werden lassen. Wenn Sie ebenfalls teilnehmen möchten, senden Sie Ihre Antworten und ein Bild von Ihnen bitte an Leander Wattig. Als Inspirationsquelle könnten Ihnen die bisherigen Interviews dienen. (Jedoch behalte ich mir vor, nicht alle Zusendungen zu veröffentlichen.)

Christina MohrWer sind Sie und was machen Sie mit Büchern?

Ich heiße Christina Mohr und arbeite seit dreizehn Jahren im Campus Verlag. Begonnen habe ich im Sekretariat, kurz darauf wurde ich Assistentin der Programmgeschäftsleitung und des Lektorats, was ich bis heute bin. Ich bezeichne mich selbst gern als „Mädchen für alles“, weil meine Aufgaben in der Tat sehr vielfältig sind: von der klassischen Assistenzarbeit – wie Terminpläne für Messen und Auslandsreisen ausarbeiten, Bildmaterial beschaffen oder Sitzungen organisieren – umfasst mein Tätigkeitsprofil alles rund ums Lektorat, außer Lektorieren. J

Dazu gehören nette Telefonate mit AutorInnen und LiteraturagentInnen ebenso wie das zuweilen fassungslose Sichten von sogenannten „unaufgefordert eingesandten“ Manuskripten – es ist manchmal wirklich bizarr, was uns ins Haus flattert. Katzengedichte sind kein Mythos, sondern lustigste Realität! Ich wollte immer mal die obskursten Vorschläge sammeln, habe aber bisher davon abgesehen – man will ja die Menschen „da draußen“ nicht beleidigen. Was wir hier im Wirtschaftssachbuchverlag seltsam finden, ist für jemand anderen vielleicht total interessant. Siehe Katzenlyrik. Oder Verschwörungstheorien (klassisches Einsendungsthema). Oder Management nach dem Zirkus-Modell, oder, oder, oder …

Es gab mal eine Zeit, in der ich bedauert habe, nicht die Lektorinnenlaufbahn eingeschlagen zu haben, sondern nach meinem Germanistikstudium als Buchhändlerin gearbeitet zu haben. Doch dann kam ich zu Campus und merkte, dass mir das Multioptionale der Assistenzarbeit viel besser gefällt als die Konzentration auf einzelne Buchprojekte.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei Ihnen aus?

Auch wenn jeder Organisationsratgeber (und wir haben im Campus Verlag einige im Programm!) davon abrät: Ich fahre den Computer hoch und checke als Erstes meine E-Mails. Meistens sind es so viele, dass ich strategisch vorgehen muss: Zuerst Spam und Newsletter löschen, dann die Wichtigen und Dringenden bearbeiten, dann einen Kaffee ;-)

Wie hat sich Ihre Arbeit über die Zeit verändert?

Siehe oben: Ohne E-Mail läuft so gut wie nichts (mehr). Weder interne Absprachen, Datenversand noch externe Terminkoordination. Das Faxgerät erscheint wie ein Relikt aus der Vergangenheit – erinnert sich noch jemand?

Es besteht aber auch die allgemeine Erwartungshaltung, dass jede elektronische Kontaktaufnahme sofort beantwortet wird.

Was ist ein Problem bei Ihrer Arbeit, für das Sie eine Lösung suchen?

Ach ja, Prioritäten setzen wäre ein schönes Ziel – aber es ist ja immer alles gleich wichtig und dringend …

Wer sollte Sie ggf. kontaktieren – welche Art von Kontakten wäre zurzeit hilfreich für Sie?

Da ich eine „Zentralstelle“ besetze, kann ich mich über Mangel an Kontakten nicht beklagen.

Wo finden wir Sie im Internet?

www.campus.de

Außerhalb von Campus:

Vielen Dank für Ihre Zeit!

Bildquelle: Christina Mohr

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Frank Grossklaus

Wer sind Sie und was machen Sie mit Büchern?

Wer bin ich? Gute Frage… und wenn ja, wie viele? Frank Großklaus, Mitgründer von readfy, einer Leseplattform für kostenlose werbefinanzierte eBooks. Man kann mit Apps auf mobilen Endgeräten wie Smartphones und Tablets lesen – manche nennen es auch das „Spotify für eBooks“.

Was mache ich mit Büchern? Ich lese, schreibe und verkaufe sie – und alles mit Leidenschaft. Als Gadget-Freak habe ich Ende der Neunziger angefangen eBooks auf dem Palm zu lesen, das waren dann in der Regel txt-Dateien. Durch meine jahrelange Tätigkeit im Online-Marketing und –Projektmanagement habe ich mir irgendwann mal Gedanken darüber gemacht, wie man vor allem kostenlose eBooks vernünftig im Internet auffindbar machen kann und das Verzeichnis threebooks.de ins Leben gerufen. In dem Zusammenhang habe ich die ersten eBooks selbst geschrieben und Self-Publishing ausprobiert. Eins führte zum andern und es entstand ein kleiner eBook-Verlag. Die Mischung aus Online Marketing und E-Publishing hat mich letztlich zu readfy gebracht.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei Ihnen aus?

Ich bin bei readfy für Marketing, Content und Vertrieb verantwortlich. Dementsprechend bin ich zum einen viel mit Verlagen und eBook-Aggregatoren in Kontakt, zum andern plane ich Vermarktungsaktionen und –kooperationen. Wir sind viel unterwegs, um readfy in der deutschen Verlagslandschaft bekannt zu machen.

Da wir noch im Aufbau sind und der kommerzielle Marktstart im Sommer stattfindet, gibt es an allen Fronten eine Menge zu tun.

Wie hat sich Ihre Arbeit über die Zeit verändert?

Was sich nicht verändert hat ist glücklicherweise die abwechslungsreiche Zusammenarbeit mit kreativen Menschen aus den unterschiedlichsten Branchen – außer, dass ich den Eindruck habe, dass die immer jünger werden… oder liegt das an mir?

Was sich schon geändert hat ist meinem Empfinden nach die Geschwindigkeit mit der die neuen Werkzeuge sich für meine Arbeit entwickeln. Auf der Bookmark-Leiste in meinem Browser ist schon gar kein Platz mehr für die ganzen Tools, die wir benutzen. Da war das Internet im alten Jahrtausend noch deutlich übersichtlicher.

Was ist ein Problem bei Ihrer Arbeit, für das Sie eine Lösung suchen?

Eine unserer spannenden Aufgaben ist es herauszufinden, wie man den Lesern ein tolles Leseerlebnis mit kostenlosen eBooks bereitet und sie gleichzeitig nicht zu sehr mit der Werbung stört, durch die die Bücher finanziert werden. Wir arbeiten an der goldenen Mitte, von der dann alle profitieren können – die Leser, die Autoren und Verlage und wir.

Wer sollte Sie ggf. kontaktieren – welche Art von Kontakten wäre zurzeit hilfreich für Sie?

Ich freue mich über Kontakte zu allen Verlagen, mit denen wir noch nicht im Gespräch sind und die readfy als zusätzlichen Vertriebskanal für ihre Bücher nutzen wollen.

Wo finden wir Sie im Internet?

Die readfy-Website findet man unter www.readfy.com.
Twitter: twitter.com/_readfy
Facebook: facebook.com/Readfy
Google+: plus.google.com/+Readfy

Ich persönlich vernetze mich auch gerne weiter unter Xing und LinkedIn.

Vielen Dank für Ihre Zeit!

Bildquelle: Frank Großklaus

Die folgenden sechs Fragen unserer Interview-Reihe werden regelmäßig von den unterschiedlichsten Köpfen der Buchbranche beantwortet und die Interviews werden hier im Blog veröffentlicht. Dadurch entstehen Beiträge, die zum einen Aufmerksamkeit auf jene lenken, die “was mit Büchern machen”, und die zum anderen die Veränderungen und Herausforderungen in den verschiedenen Bereichen der Branche sichtbar werden lassen. Wenn Sie ebenfalls teilnehmen möchten, senden Sie Ihre Antworten und ein Bild von Ihnen bitte an Leander Wattig. Als Inspirationsquelle könnten Ihnen die bisherigen Interviews dienen. (Jedoch behalte ich mir vor, nicht alle Zusendungen zu veröffentlichen.)

Susanne PoppWer sind Sie und was machen Sie mit Büchern?

Ich bin Susanne Popp und betreibe seit zwei Jahren die Biografienwerkstatt, einen Service für Privatbiografien. Das heißt, ich helfe Menschen, ein Buch über ihre Biografie oder Familiengeschichte zu schreiben. Meine Dienstleistung reicht vom Interview bis zum gestalteten und gedruckten Buch. Diese Bücher sind weniger für die Öffentlichkeit gedacht, als vielmehr für den Auftraggeber selbst und seine Familie oder seine Freunde. Der inhaltliche und gestalterische Anspruch, den ich an meine Arbeit habe, unterschiedet sich allerdings nicht von dem eines Autors, der seine Werke publiziert. Wer will, kann sein Buch selbstverständlich auch verlegen (lassen). Außerdem gestalte und produziere ich Geschenkbücher für Privatpersonen in Kleinauflagen.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei Ihnen aus?

Da ich selbständig bin und alleine arbeite, gibt es Arbeitsphasen, die sich stark voneinander unterscheiden. Zurzeit bin ich sehr aktiv im Bereich Internet und PR. Wenn ich den Auftrag eines Kunden bearbeite, kann es sein, dass ich mehrere Tage mit Interviews und Gesprächen verbringe oder mit dem Abtippen der Gesprächsaufzeichnungen. In der Umsetzungsphase schreibe ich zwischen 2 und 7 Stunden am Tag. In der Produktionsphase gestalte und setze ich das fertig geschriebene Buch in einem Grafikprogramm – eine eher handwerkliche Arbeit, die ich ebenfalls sehr liebe.

Wie hat sich Ihre Arbeit über die Zeit verändert?

Jeder Kunde, jede Biografie und jede Familiengeschichte ist anders. Das ist Veränderung und Abwechslung, wie ich sie mag.

Was ist ein Problem bei Ihrer Arbeit, für das Sie eine Lösung suchen?

Viele Menschen reagieren interessiert und sogar begeistert, wenn sie von der Biografienwerkstatt hören. Trotzdem bleibt es eine Herausforderung, Menschen zu finden, die bereit sind, einen Auftrag für ein Biografieprojekt zu erteilen. Außerdem ist der Entscheidungsprozess meistens recht lang. Meine Aufgabe ist es zurzeit, mein Angebot einer breiteren Öffentlichkeit nahe bringen.

Wer sollte Sie ggf. kontaktieren – welche Art von Kontakten wäre zurzeit hilfreich für Sie?

Alle Menschen, die Interesse haben an (ihren eigenen ) Biografien und Familiengeschichten und die einen Autor für ihr Buch suchen – seien es Privatpersonen oder Verlage.

Wo finden wir Sie im Internet?

Meine Homepage finden Sie unter http://www.biografienwerkstatt.de

Vielen Dank für Ihre Zeit!

Bildquelle: Susanne Popp

Die folgenden sechs Fragen unserer Interview-Reihe werden regelmäßig von den unterschiedlichsten Köpfen der Buchbranche beantwortet und die Interviews werden hier im Blog veröffentlicht. Dadurch entstehen Beiträge, die zum einen Aufmerksamkeit auf jene lenken, die “was mit Büchern machen”, und die zum anderen die Veränderungen und Herausforderungen in den verschiedenen Bereichen der Branche sichtbar werden lassen. Wenn Sie ebenfalls teilnehmen möchten, senden Sie Ihre Antworten und ein Bild von Ihnen bitte an Leander Wattig. Als Inspirationsquelle könnten Ihnen die bisherigen Interviews dienen. (Jedoch behalte ich mir vor, nicht alle Zusendungen zu veröffentlichen.)

Natalja SchmidtWer sind Sie und was machen Sie mit Büchern?

Mein Name ist Natalja Schmidt, und ich bin Mitinhaberin der Literaturagentur Schmidt & Abrahams. Uns gibt es seit fast zehn Jahren; mittlerweile haben wir seit vier Jahren unser Büro in Speyer.

Unsere Agentur bringt Schriftsteller und Verlage zusammen und begleitet Manuskripte auf dem Weg von der Idee bis hin zum Buchvertrag. Wir vertreten 90 deutschsprachige Autorinnen und Autoren und eine Handvoll ausländischer Lizenzen, wobei unser Schwerpunkt auf unterhaltender Belletristik liegt.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei Ihnen aus?

Zuerst checke und beantworte ich meine Mails, dann telefoniere ich meist mit Autoren und Lektoren. Dabei kann es um ganz verschiedene Dinge gehen – schöne wie: ein Verlag hat ein erstes Angebot für ein neues Manuskript gemacht, es gibt ein Pre-empt, Lizenzen wurden verkauft, eine Auktion geht weiter, ich bin über ein neues Manuskript ganz aus dem Häuschen; oder auch um nicht so schöne: ein Titel wird verschoben, die Verkaufszahlen sind enttäuschend, ein Manuskript wird verspätet abgegeben, Cover und Titelfindung gestalten sich schwierig, Autor und Lektor haben sich gestritten, bei einer Abrechnung ist etwas schief gelaufen…

Mittags schaue ich meist in unsere Social-Media-Kanäle rein, und der Nachmittag gehört entweder Verträgen und Abrechnungen oder der Textarbeit. Einmal in der Woche setzen wir uns mit allen Mitarbeiterinnen (außer mir noch meine Kolleginnen Julia Abrahams und Kristina Koblischke, unsere Bürokraft Christina Weber und zumeist noch eine Aushilfe oder Praktikantin) gemeinsam an einen Tisch und sprechen über die eingegangenen Manuskriptangebote und mögliche neue Projekte, was immer ein sehr spannender Termin ist.

So sehen die meisten Arbeitswochen aus, wenn es nicht gerade auf eine Messe zugeht oder gerade eine vorüber ist.

Wie hat sich Ihre Arbeit über die Zeit verändert?

Als wir die Agentur gegründet haben, hatten wir einen kleinen Stamm unveröffentlichter Phantastik-Autoren, für die wir vordringlich einen Verlag gesucht haben. Die Vermittlung von Debuts gehört zwar natürlich auch heute noch dazu, aber mittlerweile hat die Betreuung von Autoren, die bereits erfolgreich veröffentlichen, einen mindestens ebenso großen Anteil an unserer Arbeit.

Inzwischen vertreten wir das gesamte Spektrum der Belletristik und der erzählenden Sachbücher und haben deshalb in den vergangenen Jahren eine große Menge an Kontakten geknüpft, die sich über die ganze Branche erstrecken. Die Agentur von einer kleinen Spezialagentur für Fantasy zum heutigen Stand zu führen, war wohl bisher die spannendste Aufgabe und auch die größte Herausforderung für uns.

Was ist ein Problem bei Ihrer Arbeit, für das Sie eine Lösung suchen?

Mehr Zeit zum Lesen zu haben wäre wirklich toll – ich denke, das ist ein Wunsch, den ich mit vielen Kolleginnen und Kollegen teile.

Und auf dem sehr dynamischen Ebook-Markt würden wir uns gelegentlich mehr gute, einheitliche Lösungen bei den rechtlichen und finanziellen Aspekten wünschen – da sorgt das rasche Wachstum nicht selten für Verwirrung.

Wer sollte Sie ggf. kontaktieren – welche Art von Kontakten wäre zurzeit hilfreich für Sie?

Autorinnen und Autoren, die gute Manuskripte und Ideen anbieten, sind uns natürlich immer willkommen. Insbesondere suchen wir gerade heitere Stoffe, sowohl in der Belletristik als auch im Sachbuch, und verstärkt auch wieder historische Romane.

Wo finden wir Sie im Internet?

Unter

Vielen Dank für Ihre Zeit!

Bildquelle: Natalja Schmidt

Die folgenden sechs Fragen unserer Interview-Reihe werden regelmäßig von den unterschiedlichsten Köpfen der Buchbranche beantwortet und die Interviews werden hier im Blog veröffentlicht. Dadurch entstehen Beiträge, die zum einen Aufmerksamkeit auf jene lenken, die “was mit Büchern machen”, und die zum anderen die Veränderungen und Herausforderungen in den verschiedenen Bereichen der Branche sichtbar werden lassen. Wenn Sie ebenfalls teilnehmen möchten, senden Sie Ihre Antworten und ein Bild von Ihnen bitte an Leander Wattig. Als Inspirationsquelle könnten Ihnen die bisherigen Interviews dienen. (Jedoch behalte ich mir vor, nicht alle Zusendungen zu veröffentlichen.)

Christian EbernickelWer sind Sie und was machen Sie mit Büchern?

Ich heiße Christian Ebernickel und bin Inhaber des Arvelle Buch- und Medienversands. Auch wenn ich schon immer viel gelesen habe, bin ich doch ein Quereinsteiger in der Buchbranche. Ich habe Maschinenbau studiert und nach dem Studium einige Jahre für eine IT-Beratung gearbeitet. So spannend die Aufgaben einerseits waren, vermisste ich andererseits doch konkrete Erfolgserlebnisse. Mehr und mehr beschlich mich das Gefühl, meine Zeit mit den falschen Tätigkeiten zu verschwenden. Zu dieser Zeit begann ich, meine Studienbücher auf dem Amazon Marketplace zu verkaufen. Innerhalb kürzester Zeit waren die Bücher weg. Ich hatte nicht damit gerechnet, die Bücher schnell verkaufen zu können, und so brachte mich dieser Verkaufserfolg ins Grübeln. Könnte das vielleicht etwas sein, was man auch hauptberuflich machen könnte? Es begann eine Zeit der Recherchen: Wie funktioniert der Buchmarkt? Welche Bücher lassen sich gut verkaufen? Über welche Wege?

Das Ergebnis der Recherche: Ich kündigte meinen Job und gab mir ein Jahr Zeit, um einen Buchversand aufzubauen, von dem ich leben könnte. Der Vertrieb sollte ausschließlich über das Internet erfolgen und der Schwerpunkt bei Mängelexemplaren und Restauflagen liegen.

Das war im Jahr 2004. Heute, 10 Jahre später, handele ich noch immer mit Büchern. Arvelle ist seit der Gründung gewachsen und hat mit rund 40.000 lieferbaren Titeln das – nach meiner Kenntnis – breiteste Angebot von Mängelexemplaren in Deutschland. Eine Halle voller Bücher und Kunden, die wir mit unseren günstigen Büchern glücklich machen können, sind für mich eine starke Motivation und der Grund weshalb sich die Frage, in meinen alten Beruf zurückzukehren, nie gestellt hat.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei Ihnen aus?

Der Morgen startet regelmäßig mit einer kleinen Besprechung, was konkret für den Tag anliegt: Wir schauen uns die Verkäufe des Vortages an und teilen unsere Kapazitäten im Lager für den Versand und den Wareneingang auf. Wir müssen entscheiden, welche Buchlieferungen auszupacken sind und stimmen darauf unsere Marketingmaßnahmen ab. Wir arbeiten generell mit kurzen Vorlaufzeiten für unsere Werbung, weil wir häufig erst beim Auspacken einer Lieferung sehen, welche Bücher konkret in einer Buchpalette enthalten sind. Gibt es genügend spannende Titel, bauen die Kollegen im Wareneingang die Bücher zum Abfotografieren auf und wir veröffentlichen die Fotos später am Tag auf unserer Facebook-Seite.

Weiter geht es mit Kontrolle und Planung von Werbeaktionen, der Kontrolle des Absatzes und Abstimmung mit dem Einkauf und nicht zuletzt mit der Weiterentwicklung unserer Website. Lauter Aufgaben also, für die es in großen Unternehmen ganze Abteilungen gibt. In einem kleinen Unternehmen wie Arvelle teilen sich diese Dinge auf wenige Köpfe auf und laufen bei mir zusammen.

Wie hat sich Ihre Arbeit über die Zeit verändert?

Betrachte ich die Zeit von der Gründung bis heute, fallen mir zwei Tendenzen auf, die maßgeblich für Veränderungen gesorgt haben. Zum einen ist mit der zunehmenden Größe des Unternehmens der Aufwand für Koordination und Administration gewachsen. Die Komplexität der Unternehmensprozesse – insbesondere der IT-gestützten Prozesse – nimmt im Laufe der Zeit fast unweigerlich zu und fordert Zeit ein.

Zum anderen haben sich unsere Vertriebskanäle massiv verändert. In den ersten Jahren haben wir unsere Bücher fast ausschließlich über Marktplätze wie Amazon, ebay usw. vertrieben. Heute ist das zum Glück ganz anders. Unser eigener Onlineshop ist unter den Vertriebskanälen mit deutlichem Abstand der Stärkste. Das gibt uns viel mehr Möglichkeiten zur Kundenbindung sowie zur Präsentation unseres Angebotes.

Was ist ein Problem bei Ihrer Arbeit, für das Sie eine Lösung suchen?

Als kleiner unabhängiger Anbieter sehen wir uns im Buchmarkt – dabei besonders im Internet – einer Reihe von schwergewichtigen Mitbewerbern mit großen Marketingbudgets gegenüber. Ich suche daher immer nach Möglichkeiten, mit kleinem Budget genau jene Menschen zu erreichen, für die unser Angebot interessant ist.

Wer sollte Sie ggf. kontaktieren – welche Art von Kontakten wäre zurzeit hilfreich für Sie?

Ich höre gerne von Verlagen, die einen Partner zur Abnahme von Remittenden suchen. Viel interessanter sind für mich allerdings Kontakte, aus denen sich Kooperationen ableiten lassen: Sei es auf der Einkaufseite, vertriebsseitig oder zum Beispiel in Form von Werbepartnerschaften. Ich glaube, dass klug gewählte Kooperationen einem reinen Konkurrenzdenken überlegen sind.

Wo finden wir Sie im Internet?

Vielen Dank für Ihre Zeit!

Bildquelle: Christian Ebernickel

So könnte man sich auch gut Bücher to go ausdrucken:

Hijacking the existing network of standard receipt printers, CONSTI2GO is a portable device that allows, on the press of a button, to print copies of the US Constitution.

CONSTI2GO from Thibault Brevet on Vimeo.

Die folgenden sechs Fragen unserer Interview-Reihe werden regelmäßig von den unterschiedlichsten Köpfen der Buchbranche beantwortet und die Interviews werden hier im Blog veröffentlicht. Dadurch entstehen Beiträge, die zum einen Aufmerksamkeit auf jene lenken, die “was mit Büchern machen”, und die zum anderen die Veränderungen und Herausforderungen in den verschiedenen Bereichen der Branche sichtbar werden lassen. Wenn Sie ebenfalls teilnehmen möchten, senden Sie Ihre Antworten und ein Bild von Ihnen bitte an Leander Wattig. Als Inspirationsquelle könnten Ihnen die bisherigen Interviews dienen. (Jedoch behalte ich mir vor, nicht alle Zusendungen zu veröffentlichen.)

Astrid SchwanerWer sind Sie und was machen Sie mit Büchern?

Mein Name ist Astrid Schwaner und ich absolviere neben dem Komparatistik-Studium ein einjähriges Volontariat für Literaturmanagement am Literarischen Zentrum Göttingen. Dort veranstalten wir in einem Team von zwei Festangestellten und vier Volontärinnen Lesungen und Diskussionen rund um Literatur. Jede Volontärin macht ein bisschen von allem, was bei der Vorbereitung und der Durchführung der Veranstaltungen anfällt: Von der Idee zu einer Veranstaltung über das Schreiben der Programmtexte und Newsletter, den Auf- und Abbau der Bühne und Bestuhlung, die Anmoderation, Ton- und Lichttechnik, bis zur Betreuung der AutorInnen und ModeratorInnen. Außerdem haben wir jeder einen eigenen Aufgabenbereich, der halbjährlich wechselt: Ich habe mich zuerst um das Medienarchiv gekümmert und nach sechs Monaten die Buchhaltung übernommen.

Für die Arbeit im Literarischen Zentrum lese ich natürlich die Bücher, zu denen wir Veranstaltungen anbieten, und versuche mit Programmtexten, Newslettern und monatlichen Radiointerviews möglichst viele potentielle Besucher für unsere Lesungen zu begeistern. Besonders intensiv habe ich mit den Büchern gearbeitet, deren Lesungen ich anmoderieren durfte. Einmal habe ich sogar eine Veranstaltung moderiert. Davon abgesehen bringt mein Literaturstudium eine Menge Lesezeit mit sich: Ich beginne gerade meine Masterarbeit über Raumsemantik in der Gegenwartsliteratur und sichte dazu deutsche und französische Romane der letzten fünf Jahre. Auch für meine freie Mitarbeit beim studentischen Online-Feuilleton LitLog lese ich Romane und analysiere Theaterinszenierungen.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei Ihnen aus?

Da ich meine Bürozeiten im Literarischen Zentrum flexibel legen kann, gleichzeitig meine Masterarbeit schreibe und als studentische Hilfskraft arbeite, sieht bei mir jeder Tag anders aus. Ein bisschen Regelmäßigkeit gibt es aber doch: Einmal in der Woche haben wir um 9.00 Uhr Teamsitzung und besprechen, welche Aufgaben im Laufe der Woche erledigt werden müssen. Danach bleibe ich meistens im Büro und sortiere Kontoauszüge und Belege oder verfasse einen Newsletter für die nächste Veranstaltung. Wenn ich nicht im Literarischen Zentrum bin, fahre ich entweder zu unserem Steuerbüro, verteile Lesungsplakate oder sitze in der Bibliothek an meiner Masterarbeit oder an einer Rezension für LitLog. Zwei bis drei Veranstaltungen haben wir pro Woche in unserem Haus oder in externen Räumlichkeiten. Dann treffen wir Volontärinnen uns anderthalb Stunden vorher, um den Veranstaltungsraum vorzubereiten, kümmern uns während der Lesung um Kasse/Licht/Ton/Videoaufnahmen und natürlich um die Gäste, vom berühmten Wasserglas bis zum abschließenden Abendessen. Solche Lesungstage sind die schönsten und die faszinierenden Gespräche mit Kulturschaffenden ziehen sich oft bis nach Mitternacht.

Wie hat sich Ihre Arbeit über die Zeit verändert?

Ich habe immer mehr Routine im Literarischen Zentrum erlangt und bin dort so heimisch geworden, dass das Volontariat im Moment die meiste wöchentliche Arbeitszeit einnimmt. Leider ist mein Jahr im Literaturmanagement bald vorbei, sodass ich mich ganz meiner Masterarbeit widmen, wieder mehr für LitLog schreiben und spannende Pläne für die Zukunft schmieden kann.

Die Arbeit der Volontäre am Literarischen Zentrum ist über die Jahre immer mehr geworden, da sich die Zahl der Veranstaltungen seit der Gründung verdoppelt hat. Allerdings zeichnet sich ab, dass die dichte Arbeitsbelastung vieler BA/MA-Studiengänge innerhalb der Regelstudienzeit kaum Platz für ein ganzjähriges Volontariat bietet. Wer sich für das Volontariat entscheidet, muss daher bereit sein, einen Großteil seiner Arbeitszeit im Literarischen Zentrum zu verbringen und gegebenenfalls ein Semester länger zu studieren – was sich für die Praxiserfahrungen und das Vergnügen im Literaturbetrieb auf jeden Fall lohnt!

Was ist ein Problem bei Ihrer Arbeit, für das Sie eine Lösung suchen?

Da die Aufgaben der Volontäre vielseitig und wir nicht jeden Tag im Literarischen Zentrum sind, führe ich manche Tätigkeiten nur einmal in drei Wochen aus. Das verlängert die Eingewöhnung und kostet Arbeitszeit, die bei schneller erlangter Routine für andere Aufgaben frei würde. Andererseits habe ich mich so im ganzen Jahr nie gelangweilt und einen breiten Einblick in die Arbeit im Literaturhaus erlangt, der bei größerer Spezialisierung nicht möglich gewesen wäre.

Wer sollte Sie ggf. kontaktieren – welche Art von Kontakten wäre zurzeit hilfreich für Sie?

Gerne können sich Studierende melden, die sich für ein Volontariat am Literarischen Zentrum Göttingen interessieren (Achtung: Während des Volontariates muss man in einem philologischen Fach an der Uni Göttingen immatrikuliert sein). Natürlich beantworte ich gerne auch andere Fragen rund um unser Literaturhaus. Besonders willkommen ist mir der Austausch mit Literaturveranstaltern über Arbeitsstrukturen und Ausbildungswege im Literaturmanagement. Einige Literaturhäuser haben das Göttinger Volontariatssystem schon „kopiert“ oder zumindest ins Auge gefasst – ich gebe gerne Tipps. Zu guter Letzt freue ich mich auch über Anregungen, was nach Volontariat und Studium folgen kann – ich habe mich bisher noch nicht auf einen Berufsweg festgelegt.

Wo finden wir Sie im Internet?

Vielen Dank für Ihre Zeit!

Bildquelle: Astrid Schwaner

Die folgenden sechs Fragen unserer Interview-Reihe werden regelmäßig von den unterschiedlichsten Köpfen der Buchbranche beantwortet und die Interviews werden hier im Blog veröffentlicht. Dadurch entstehen Beiträge, die zum einen Aufmerksamkeit auf jene lenken, die “was mit Büchern machen”, und die zum anderen die Veränderungen und Herausforderungen in den verschiedenen Bereichen der Branche sichtbar werden lassen. Wenn Sie ebenfalls teilnehmen möchten, senden Sie Ihre Antworten und ein Bild von Ihnen bitte an Leander Wattig. Als Inspirationsquelle könnten Ihnen die bisherigen Interviews dienen. (Jedoch behalte ich mir vor, nicht alle Zusendungen zu veröffentlichen.)

Christian JakubetzWer sind Sie und was machen Sie mit Büchern?

Ich bin Christian Jakubetz, im Hauptberuf Journalist, Berater und Dozent. Ich gehöre also zu der eher unoriginellen Spezies der Journalisten, die irgendwann auch mal Bücher schreiben. Meine beiden bisherigen Bücher (“Crossmedia” und “Universalcode”) haben sich haben sich deshalb auch mit Medien und Journalismus befasst. Das nächste geplante Projekt “Universalcode2 – wie wir wurden, was wir sind” soll sich wieder damit beschäftigen.

Zwischendrin habe ich jetzt aber auch ein anderes Buch geschrieben. Es heißt “Der 40-Jährige, der aus dem Golf stieg und verschwand”. Eine Art sanft-ironischer Blick auf die Lebensjahre zwischen 40 und 50. Es erscheint im Mai. Das war auch in meinem hohen Alter eine großartige Erfahrung: Erstens habe ich mir zum ersten Mal wie ein “richtiger” Bücherschreiber gefühlt und zum anderen eine Ahnung davon bekommen, warum es, pathetisch gesagt, so ein beglückendes Gefühl ist, wenn man schreibt.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei Ihnen aus?

Den gibt’s nicht. Das ist auch gut so und der entscheidende Grund ist, warum ich mir ein Leben in einer  Festanstellung kaum mehr vorstellen kann.

Aber ernsthaft: Vor allem als Freiberufler muss man sich sehr disziplinieren. Es gibt ja immer noch Menschen – auch in meinem Umfeld – die sich das so vorstellen, dass ich angenehme Tage voller Entspannung verbringe und  gelegentlich, wenn mich die Muse küsst, ein paar Seiten schreibe. Das ist natürlich nicht so.

Wie hat sich Ihre Arbeit über die Zeit verändert?

Sie ist sehr viel subjektiver geworden. Mit der klassischen journalistischen Berichterstattung habe ich nicht mehr sehr viel am Hut. Vielleicht hänge ich auch deshalb so sehr an dem “40-Jährigen”. Ich schreibe, was ich denke – und das empfinde ich nach etlichen Jahren im rein faktengesteuerten Journalismus als sehr angenehm.

Zum anderen ist sie sehr viel selbstbestimmter als früher. Ich mache das, was ich für richtig halte, sonst nichts. Das geht meistens gut, manchmal auch nicht. Aber selbst dann, wenn es nicht gut, dann weiß ich: war mein Fehler, Und ich stehe wesentlich lieber für meine eigenen Fehler ein als für die von anderen.

Was ist ein Problem bei Ihrer Arbeit, für das Sie eine Lösung suchen?

Ich kenne keinen Freiberufler und Autoren, der sich nicht mehr Sicherheit wünschen würde. Aber ich weiß natürlich auch, dass ich nicht zu den Autoren gehöre, die mal eben einen sechsstelligen Vorschuss bekommen und dann ein Jahr lang entspannt schreiben und arbeiten können. Und ich weiß auch, dass das ein Luxusproblem ist. Insofern: Das ist ein “Problem” von dem ich weiß, dass es bestenfalls eher zufällig eine Lösung geben wird.

Wer sollte Sie ggf. kontaktieren – welche Art von Kontakten wäre zurzeit hilfreich für Sie?

Speziell für den 40-Jährigen würde ich mich sehr freuen, wenn er auch in der Offline-Welt bekannt werden könnte. Online mache ich mir da nicht so viel Sorgen, aber ich glaube, dass sich die potentielle Zielgruppe für dieses Buch nicht zwingend bei Facebook oder Twitter oder in der Blogosphäre rumtreibt.

Wo finden wir Sie im Internet?

Ich blogge über Medien unter www.jakblog.de. Das Projekt “Universalcode” gibts online unter www.universal-code.de. Und für “Der 40-Jährige, der aus dem Golf stieg und verschwand” habe ich eine eigene Facebook-Seite. Der FS-Verlag, der das Buch rausbringt, will zudem irgendwann mal eine eigene Seite für das Buch machen, aber das ist noch im Planungsstadium.

Vielen Dank für Ihre Zeit!

Foto: Heike Rost

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